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KEP Juli - Dezember 1992
Bundesministerium für Post und Telekommunikation lässt Brieflaufzeiten messen
Juli 1992
Weil der Briefdienst zu den Monopoldienstleistungen gehört, legt das Bundespostministerium gewisse Leistungs- und Qualitätskriterien fest und überprüft deren Einhaltung. Es wird deshalb durch sein Bundesamt für Post und Telekommunikation künftig ein neutrales, unabhängiges und von der Deutschen Bundespost POSTDIENST organisatorisch getrenntes Messsystem für Brieflaufzeiten einrichten. Es sind end-to-end-Messungen geplant, also Laufzeitprüfungen vom Einwurf in den Briefkasten bis zur Aushändigung an den Empfänger. Das neue Messsystem beschränkt sich anfangs auf Standardbriefe im Inlandsverkehr.
Bei jährlich rd. 6,5 Milliarden Standardbriefsendungen sollen 250.000 Testbriefe verschickt werden. Die Ergebnisse will das Ministerium regelmäßig veröffentlichen.
Postminister schlägt Höhe der Abgeltung der Postschalternutzung durch die Deutsche Bundespost POSTBANK vor
November 1992
Um bei der derzeitigen Diskussion um die Postreform II nichts zu präjudizieren, hat Bundespostminister Dr. Christian Schwarz-Schilling entschieden, in der Frage der Abgeltungsmaßstäbe bei der Postschalternutzung dem Direktorium der Deutschen Bundespost zunächst nur einen Vorschlag für 1992 und 1993 zu machen.
Danach soll die Deutsche Bundespost POSTBANK in beiden Jahren jeweils 1,392 Milliarden DM an das Schwesterunternehmen Deutsche Bundespost POSTDIENST zahlen.
Postminister genehmigt Konzept „Brief 2000”
08.12.1992
Der Bundesminister für Post und Telekommunikation, Dr. Christian Schwarz-Schilling, hat am 8. Dezember 1992 das Konzept „Brief 2000” genehmigt. Das völlig neue kundenorientierte Produkt- und Betriebskonzept der Deutschen Bundespost POSTDIENST tritt am 1. April 1993 in Kraft. Bei den Preismaßnahmen im Bereich der Massenkommunikation (Infopost) wird es Übergangsfristen geben.
Schwarz-Schilling wies darauf hin, dass die Tarifmaßnahmen dringend erforderlich sind, weil die Deutsche Bundespost POSTDIENST überproportionale Kostenanstiege - vor allem im Personalbereich und in den neuen Bundesländern - habe und die finanzielle Unabhängigkeit der Deutschen Bundespost TELEKOM angestrebt werden müsse. Zudem werde die Dienstleistungsgüte durch den Aufbau eines neuen Logistiknetzes erheblich verbessert.
Post erprobt neues Zustell-Modell
Dezember 1992
Mehr Wirtschaftlichkeit, eine höhere Motivation der Mitarbeiter und bessere Qualität - das sind die 3 Eckpunkte eines neuen Modells für die Briefzustellung. Ein Jahr lang wird bei den Postämtern Göttingen, Kiel, Nürnberg 1 und Oldenburg ein sogenanntes Gruppenmodell erprobt.
Dabei übernimmt eine Gruppe von ca. 10 Zustellern auf freiwilliger Basis die Verantwortung für ihren Zustellverband und passt ihren Personaleinsatz eigenverantwortlich an die Schwankungen der Verkehrsmenge an. Die Gruppe erhält - gemessen am bestehenden Bedarf - ein Jahresbudget an Stunden. Für jede eingesparte Stunde erhält die Gruppe 20 DM gutgeschrieben. Auszahlung vierteljährlich.
Weniger Personal durch neue Unternehmenskonzepte
Dezember 1992
Die neuen Unternehmenskonzepte der Deutschen Bundespost POSTDIENST führen zur Verringerung des Personalbedarfs. So will das Unternehmen bis 1995 im Frachtdienst 3.000 Stellen, in der Verwaltung 10.500 Stellen abbauen und im Briefdienst bis zum Jahr 2000 ca. 20.000 Stellen einsparen.
Wie der Vorstand der Deutschen Bundespost POSTDIENST in Gesprächen mit den Gewerkschaften betonte, lässt sich dies ohne Entlassungen im Rahmen der normalen Fluktuation und der Reduzierung der Neueinstellungen realisieren. Vorstandsmitglied Wolfhard Bender: „Keiner der 385.000 Beschäftigten muss entlassen werden.”
Großversandhaus Quelle bleibt der Post treu
Dezember 1992
Die Quelle bleibt der Post treu. Ihre Pläne, einen eigenen Paketservice aufzubauen, hat sie ad acta gelegt. Quelle-Chef Dr. Klaus Mangold sagte in der Bilanzpressekonferenz seines Unternehmens, die Quelle-Entscheidung zugunsten der Post sei wegen des neuen Frachtkonzepts gefallen, das ab 1995 flächendeckend zur Verfügung stehen soll. Es werde, so der Quelle-Chef, „unschlagbar schnell, sicher und von hoher Wirtschaftlichkeit sein”.
Spartenorganisation
Dezember 1992
Die konsequente Ausrichtung der Deutschen Bundespost POSTDIENST auf ein markt- und kundenorientiertes Unternehmen kommt am 1. Januar 1993 ein Stück voran. Von diesem Datum an wird die Organisation des Unternehmens bis 1996 auf die Sparten Brief, Fracht und Schalter ausgerichtet. Die 23 Direktionsstandorte bleiben bestehen. Die Direktionen werden künftig aber nur für jeweils eine Sparte in einem größeren Bereich als ihrem heutigen Direktionsbezirk zuständig sein. Die Spartenorganisation wird durchgängig vom Vorstand und Generaldirektion bis auf Amtsebene realisiert.
Künftig gibt es 10 Briefdirektionen (Berlin, Dresden, Dortmund, Frankfurt am Main, Hannover, Koblenz, Köln, München, Schwerin, Stuttgart), 8 Schalterdirektionen (Bremen, Düsseldorf, Erfurt, Freiburg, Kiel, Potsdam, Regensburg, Saarbrücken) und 5 Frachtdirektionen (Halle, Hamburg, Karlsruhe, Münster, Nürnberg).
Deutsche Bundespost POSTDIENST schreitet bei der Umstrukturierung schnell voran
September 1992
Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bundespost POSTDIENST, Dr. Klaus Zumwinkel, berichtete im September 1992 vor der Presse über die Ergebnisse 1991:
Alte Bundesländer: Erlöse +10 Prozent auf 22,3 Milliarden DM, Ergebnis: 665 Millionen DM. Nach Ablieferung an den Bund: Defizit 1,2 Milliarden DM.
Neue Bundesländer: Erlöse 2,2 Milliarden DM, Aufwendungen 3,2 Milliarden DM (einschließlich Ablieferung), Defizit eine Milliarde DM.
Gesamtergebnis: vor dem Hintergrund der Integration der Ex-DDR-Post „sehr befriedigend”: 24,7 Milliarden DM Erlöse, Verlust 180 Millionen DM (vor Ablieferung), nach Ablieferung 2,2 Milliarden DM. Eigenkapitalquote 46 Prozent (9,6 Milliarden DM).
Neue Bundesländer: Hohe Investitionen der Deutschen Bundespost POSTDIENST
Dezember 1992
Die Deutsche Bundespost POSTDIENST hat seit der Wiedervereinigung 650 Millionen DM in den neuen Bundesländern investiert. Bis Mitte der 90er Jahre werden sich die Investitionen auf 3 bis 4 Milliarden DM belaufen.
Post führt kaufmännische Buchführung ein
Dezember 1992
Um den Vorschriften des Postverfassungsgesetzes zu entsprechen, führt die Deutsche Bundespost POSTDIENST (wie TELEKOM) am 1. Januar 1993 die kaufmännische Buchführung ein. Die Oberpostkassen werden zum 31. Dezember 1992 aufgelöst. Stattdessen werden Regionale Buchhaltungszentren eingerichtet, die die Buchhaltung für mehrere Direktionen übernehmen (Beispiel: Buchhaltungszentrum Karlsruhe für die Direktionen Karlsruhe, Nürnberg und Stuttgart).
Brief 2000: Regionen für 83 Briefzentren festgelegt
Dezember 1992
Die Deutsche Bundespost POSTDIENST hat die 83 Regionen festgelegt, in denen in den nächsten 7 Jahren Briefzentren errichtet werden sollen, die künftig die gesamte Briefbearbeitung übernehmen.
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