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KEP Juli - Dezember 2001
Eckpunkte zur Preisregulierung für Postdienstleistungen ab 2003Juli 2001 Beim Price-Cap-Verfahren werden verschiedene Dienstleistungen in Körben zusammengefasst. Für diese Warenkörbe setzt die Regulierungsbehörde einen maximal zulässigen Durchschnittspreis fest. Der Vorteil des Verfahrens: Innerhalb der Price-Cap-Grenzen ist die Deutsche Post in der Preisgestaltung flexibel und kann somit auf die Marktentwicklung reagieren. Während die Deutsche Post die neue Regelung begrüßte, befürchtete der Bundesverband der Kurier-, Express- und Postdienste (BdKEP), „das vorgeschlagene Verfahren würde den Wettbewerb weiter zersplittern”. Mit der Anwendung des Price-Cap-Verfahrens - so der BdKEP - könnte die Deutsche Post das Porto senken und somit den privaten Briefdienstleistern eine wesentliche Geschäftsgrundlage entziehen. Remailing: Symbolische Geldbuße der EU für die Deutsche Post25.07.2001 Hintergrund des Verfahrens waren Vorwürfe des British Post Office, die Deutsche Post habe grenzüberschreitende Werbesendungen aus Großbritannien nach Deutschland nicht korrekt abgefertigt. Die Deutsche Post hatte ein Fehlverhalten abgestritten und darauf verwiesen, dass es sich bei den strittigen Sendungen um unzulässiges Remailing gehandelt habe. Damit - so die Deutsche Post - stehe sie im Einklang mit dem Weltpostvertrag und einer nahezu einheitlichen Rechtsprechung der deutschen Gerichte. In ihrer Entscheidung kam allerdings die EU-Kommission zu dem Schluss, diese Auffassung gehe nicht mit dem EG-Recht konform. Noch im Laufe des Verfahrens akzeptierte die Deutsche Post diese Rechtsauffassung und zwar für alle gleichartigen Fälle, in denen sie eine kostendeckende Vergütung von der ausländischen Post erhält. Bundesregierung will die Deutsche Post vollständig privatisierenJuli 2001 Seit dem ersten Börsengang der Post im Herbst 2000 verfügt der Bund direkt noch über 50 Prozent plus 26 Aktien und indirekt über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) über 19 Prozent. Nach dem geltenden Postumwandlungsgesetz, mit dem die Deutsche Bundespost POSTDIENST zum 1. Januar 1995 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt wurde, muss der Bund während einer mindestens 5-jährigen Übergangszeit wenigstens 50 Prozent plus einer Aktie an der Deutschen Post AG halten. Damit soll der Bund als Mehrheitsaktionär die Möglichkeit haben, im „Postwesen flächendeckende angemessene und ausreichende Dienstleistungen” zu garantieren - z.B. die Deutsche Post zu verpflichten, Briefe auch in dünn besiedelten Regionen zuzustellen. Diese Infrastrukturaufgaben seien inzwischen - so der Bundesfinanzminister - mit dem Erlass des Postgesetzes und der Verordnung über Post-Universaldienstleistungen gewährleistet. „Damit sind keine Gründe für eine weitere Kapitalmehrheit des Bundes an der Deutsche Post AG ersichtlich”, betonte Eichel in der Begründung zur Gesetzesvorlage. Nachfrage nach Briefbeförderungslizenzen ungebrochenSeptember 2001 Dramatisch gewachsen ist die Zahl der Marktaustritte. Während bis Dezember 2000 lediglich 87 Lizenznehmer aufgegeben haben, hat sich diese Zahl bis Ende August 2001 mehr als verdoppelt (188). Nach Einschätzung von Marktbeobachtern gibt es für diese Entwicklung eine Vielzahl von Gründen. Zum einen wird eine zu geringe Kapitaldecke angeführt, zum anderen gravierende organisatorische Mängel bei den Unternehmen. Auch die Klagen, mit denen die Deutsche Post private Wettbewerber überziehe, seien einer der Gründe für den Rückzug von Wettbewerbern. Deutsche Post muss Wettbewerbersendungen zurückgebenSeptember 2001 Betroffene Wettbewerber hatten sich darüber bei der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post beschwert, die darauf hin Vorermittlungen zu einem Missbrauchsverfahren einleitete. Behörde und Deutsche Post einigten sich auf eine halbjährige Testphase, während der die Deutsche Post ihr Verhalten ändern und den Beanstandungen der Behörde folgen will. Seit September 2001 verfährt die Deutsche Post wie folgt:
Die von manchen Wettbewerbern gewünschte Zusendung der fehlgeleiteten Sendungen durch die Deutsche Post stufte die Regulierungsbehörde als unverhältnismäßig ein. EU-Einigung über mehr Post-Wettbewerb ab 2003Oktober 2001 Nach kontroverser Diskussion einigten sich die Minister schließlich überraschend auf einen Kompromissvorschlag der belgischen EU-Ratspräsidentschaft. Danach werden ab 2003 Briefsendungen ab 100 Gramm Gewicht vom Monopol befreit. Von 2006 an soll die Gewichtsgrenze auf 50 Gramm sinken. Damit würden 25 Prozent des Briefverkehrs liberalisiert. Die 1. Stufe der EU-Post-Liberalisierung von 1997 setzte die Wettbewerbsgrenze bei 350 Gramm fest. Die Bemühungen über eine weitere Liberalisierung in den Folgejahren scheiterten. Auch diesmal schien ein Durchbruch zunächst unwahrscheinlich, nachdem Frankreich, Großbritannien, Griechenland und Luxemburg erneut angekündigt hatten, ihre Postmärkte nicht aus der Hand geben zu wollen. Deutschland, die skandinavischen Länder und die Niederlande drängten jedoch gemeinsam mit der belgischen EU-Präsidentschaft auf eine Mindestlösung. Die Einigung von Luxemburg bedeutet für Deutschland, dass das Postmonopol - die Exklusivlizenz - für Briefsendungen bis 200 Gramm früher als erwartet den neuen EU-Bestimmungen angepasst werden muss. Erst im Juni 2001 hatte der Bundestag ein Gesetz zur Verlängerung der Exklusivlizenz für die Deutsche Post (bis Ende 2007) verabschiedet. 2. Tätigkeitsbericht der RegulierungsbehördeDezember 2001 Der deutsche Postmarkt umfasste im Jahr 2000 Umsätze von mehr als 43 Milliarden DM. Das entspricht etwa 35 Prozent des Marktes für Telekommunikationsdienstleistungen. Knapp 2 Drittel entfielen auf die Deutsche Post AG, den Rest teilte sich eine Vielzahl von Kurier-, Express-, Paket- und Briefdienstleistern. Die Umsätze im lizenzierten Bereich - bei der Beförderung von Briefsendungen bis 1.000 Gramm - betrugen im Jahr 2000 rd. 21 Milliarden DM. 98 Prozent entfielen auf die Deutsche Post. Zum Universaldienst stellte Kurth fest, die flächendeckende Grundversorgung entsprechend den Vorgaben der Post-Universaldienstleistungsverordnung (PUDLV) sei sichergestellt. Die Verpflichtung eines Unternehmens sei dazu nicht notwendig gewesen. Die Deutsche Post habe die Universaldienstleistungen in eigener unternehmerischer Entscheidung erbracht - im Briefbereich nahezu allein, im Paketbereich zusammen mit anderen Unternehmen. Die Wettbewerbsentwicklung im lizenzpflichtigen Briefbereich blieb auch während des Berichtszeitraums 2000 - 2001 weit hinter den Erwartungen zurück. Funktionsfähiger Wettbewerb habe sich im liberalisierten Briefbereich auch nicht ansatzweise etablieren können. Weltpostvertrag 1999 angenommenDezember 2001 Regulierungsbehörde kontrolliert RemailingDezember 2001 „Innenvollmacht” ersetzt PostvollmachtJuli 2001 Kostenlose, vorgefertigte Vollmachterklärungen im Scheckkartenformat erhält der Kunde bei allen Brief- und Paketzustellern und bei den Postfilialen. Die Innenvollmacht übergibt der Vollmachtgeber einfach dem Bevollmächtigten als „Ausweis” gegenüber dem Postzusteller oder Filialmitarbeiter und zieht sie wieder ein, wenn er die Vollmacht widerrufen will. Joint Venture zwischen Fiat Auto, DHL Worldwide Express und Deutscher PostbankJuli 2001 Das Joint Venture dient Fiat Auto dazu, durch einen integrierten europäischen Ansatz die Lieferung und Finanzierung von Ersatzteilen („supply chain management”) zu optimieren. Der Konzern Deutsche Post World Net bringt durch DHL und die Postbank seine Erfahrungen in den Bereichen Logistik-Services, Netzwerk-Management und Finanzierung in diese Kooperation ein. Der Jahresumsatz von Ersatzteilen in Europa beläuft sich bei Fiat auf 2,5 Milliarden Euro. Fiat will seinen Händlern damit den bestmöglichen Service bieten bei gleichzeitiger Kosteneinsparung. Der Vorstandsvorsitzende der Postbank AG, Wulf von Schimmelmann betonte, das erfolgreiche internationale Outsourcen von Logistikdienstleistungen müsse heute die Finanzdienstleistungen mit umfassen. Der Vorstandsvorsitzende von DHL Worldwide Express, Uwe Dörken, sieht in dem Projekt „eine deutliche Verbesserung der Position des Post-Konzerns als erstrangiger Anbieter von Express-Lösungen für die Autoindustrie.” Test der PC-Frankierung erfolgreichSeptember 2001 Im November 2001 hat die Deutsche Post den Anwendungsbereich von STAMPIT erweitert: Nun können nicht nur Briefe, Postkarten und Infobriefe, sondern auch Päckchen und Infopostsendungen sowie Briefsendungen ins Ausland mit der PC-Frankierungssoftware freigemacht werden. Um STAMPIT zu nutzen, benötigt der Kunde einen handelsüblichen PC mit Tintenstrahl- oder Laserdrucker und einen Internet-Zugang. Das Porto-Laden und die Frankierung erfolgen ausschließlich über das Internet. Die STAMPIT-Nutzung kostet einen Einmalpreis in Höhe von 83,50 Euro pro genutztem Portokonto. Zusätzlich kommt ab dem 7. Monat ein monatliches Entgelt von 2,30 Euro hinzu. Bis Ende Juli 2001 hatten sich bereits 25.000 Interessenten unter www.deutschepost.de/stampit registriert.
Abrechnungsdienst für die TelekommunikationsbrancheJuli 2001 Als erste Großkunden nutzen Arcor und o.tel.o, Talkline und RSL COM diese Outsourcinglösung. Post Com profitiert von den Änderungen im Abrechnungsverfahren der Deutschen Telekom mit ihren Wettbewerbern. Bisher hat die Telekom für ihre Konkurrenten das Reklamations- und Mahnwesen übernommen. Jetzt muss sie auf Wunsch der Wettbewerber lediglich deren Rechnungsstellung über die Telekom-Telefonrechnung übernehmen. Zum Leistungsumfang von Post Com gehören die Massenverarbeitung von Kommunikations- und Kundendaten, das Debitorenmanagement und das Erzeugen und Versenden von Rechnungen und Mahnungen, die Beitreibung (Inkasso) sowie die Reklamationsbearbeitung. Dazu übernimmt Post Com die Callcenter-Leistungen und die Buchhaltung. Hewlett-Packard liefert die notwendigen Computersysteme und sorgt für die Informationstechnik und die IT-Infrastruktur. Juli 2001 Auch in anderen Gegenden Deutschlands engagierte die Post Subunternehmer, meistens Taxiunternehmen, als Briefkastenleerer, so in Ostholstein. Halbjahresbericht: Deutsche Post World Net weiter auf ErfolgskursSeptember 2001 Im 1. Halbjahr 2001 erwirtschaftete der Unternehmensbereich BRIEF 5,8 Milliarden Euro Umsatz (+0,8 Prozent), der Bereich EXPRESS 3,1 Milliarden Euro (+8,6 Prozent), der Bereich LOGISTIK brachte es auf 4,7 Milliarden Euro (+24 Prozent) und der Bereich FINANZ DIENSTLEISTUNGEN auf 3,9 Milliarden Euro (-0,9 Prozent). Beim Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit spiegeln sich ebenfalls die deutlichen Zugewinne bei EXPRESS und LOGISTIK wider. Während das BRIEF-Ergebnis mit 1,15 Milliarden Euro (-1 Prozent) in etwa auf Vorjahresniveau blieb, konnten EXPRESS mit 114 Millionen Euro (+533 Prozent) und LOGISTIK mit 74 Millionen Euro (+64 Prozent) deutlich zulegen. Das Ergebnis bei den FINANZ DIENSTLEISTUNGEN lag mit 245 Millionen Euro 3 Prozent über dem des 1. Halbjahres 2000. Die Zahlen zeigen den fortschreitenden Strukturwandel beim Postkonzern: EXPRESS, LOGISTIK und FINANZ DIENSTLEISTUNGEN erzielten bereits 67 Prozent des Umsatzes (1. Halbjahr 2000: 65 Prozent). Eine ähnliche Entwicklung zeigte sich auch beim Gewinn: Der Anteil des Briefbereiches am Ergebnis aller Unternehmensbereiche sank von 80 auf 73 Prozent. Ansteigende Tendenz weist auch der Auslandsumsatz auf: Er stieg von 28 Prozent im Vorjahr auf 31 Prozent. 1998 erwirtschaftete der Konzern lediglich 2 Prozent der Umsätze im Ausland. Statt 83 künftig nur 49 Niederlassungen Produktion BRIEFNovember 2001 Im ersten Organisationsschritt fasst der Konzern vor allem bei kleineren Brief-Niederlassungen Managementfunktionen zusammen. Beispiel: die Niederlassungen Bonn und Köln Ost werden künftig von einem Niederlassungsleiter geführt. Im zweiten Schritt sollen 2004 dann die Niederlassungen organisatorisch zusammen gelegt werden. Es entstehen dann größere Niederlassungen wie Bonn/Köln Ost. Die Zahl der zu den Niederlassungen gehörenden bundesweit 83 Briefzentren - die eigentlichen Produktionsstätten - ändert sich durch diese Neuorganisation nicht. Die Niederlassungen BRIEF ab 1. Januar 2004 (der erstgenannte Ort ist Sitz der Verwaltung): Dresden/Bautzen, Leipzig/Chemnitz, Zwickau/Gera, Halle, Magdeburg, Berlin Zentrum, Berlin Südost/Cottbus, Berlin Nord/Südwest, Hamburg Zentrum, Hamburg Süd/Celle, Kiel/Elmshorn, Lübeck/Schwerin, Neubrandenburg/Rostock, Oldenburg, Bremen, Hannover, Herford, Düsseldorf/Mönchengladbach, Dortmund/Hamm, Essen, Duisburg, Münster/Osnabrück, Hagen/Wuppertal, Köln West/Aachen, Bonn/Köln Ost, Braunschweig/Göttingen, Kassel/Fulda, Gießen/Siegen, Frankfurt am Main/Offenbach, Wiesbaden/Darmstadt, Mainz/Ludwigshafen, Koblenz/Trier, Saarbrücken, Mannheim, Karlsruhe/Pforzheim, Stuttgart, Göppingen/Heilbronn, Reutlingen/Villingen-Schwenningen, Freiburg/Offenburg, München, Rosenheim/Starnberg, Freising/Landshut, Augsburg/Kempten, Ravensburg/Ulm, Nürnberg, Straubing/Regensburg, Bayreuth/Amberg, Würzburg/Bamberg, Suhl/Erfurt. ec-cash in allen PostfilialenAugust 2001 Gleichzeitig nahm die Deutsche Post ein online-Zahlungssystem in Betrieb, das auf modernster Sicherheitstechnik basiert. Der Zentrale Kreditausschuss der deutschen Kreditwirtschaft hat beschlossen, dass alle Netzbetreiber bis zum Jahr 2005 auf diese neue Sicherheitstechnik umgerüstet haben müssen. Die Postbank als Betreiber des online-Netzes für das electronic-cash-Verfahren in den Postfilialen hat diese Forderung bereits erfüllt. Bereits im vorigen Jahr hat die Deutsche Post alle 13.000 Filialen und knapp 22.000 Schaltersystemplätze mit neuer Hard- und Software ausgestattet. Innovative Paketzustellung in AutomatenNovember 2001 Dabei testet die Post 2 Automatentypen und verschiedene Standortvarianten. Der Empfänger einer Sendung bestimmt individuell bei jeder Bestellung, in welchem Automaten er sein Paket abholen möchte. Via SMS oder E-Mail benachrichtigt die Post den Empfänger, dass das Paket abholbereit ist. Standorte für die ersten Automaten sind der 24-Stunden-Bereich in Center-Filialen, Aral-Tankstellen sowie öffentliche, stark frequentierte Plätze in Absprache mit den Kommunen und der Deutschen Bahn. Stromverträge bundesweit in PostfilialenSeptember 2001 Weltposttag am 9. OktoberOktober 2001 Allein innerhalb der nationalen Grenzen der Mitgliedstaaten des Weltpostvereins werden täglich mehr als 1 Milliarde Briefe und fast 10 Millionen Pakete versandt. Statistisch entfallen auf jeden Einwohner der USA 703 Briefsendungen pro Jahr. In Deutschland sind es nur 265 Briefsendungen pro Einwohner und Jahr. Eine halbe Million Fahrzeuge sorgt für den sicheren und schnellen Transport der Postsendungen weltweit. Die Deutsche Post unterhält hierbei mit 57.000 Fahrzeugen international die zweitgrößte Flotte hinter dem US Postal Service. Parcel-Intercity-Netz ausgebautOktober 2001 2 weitere Verbindungen kamen im Oktober 2001 dazu: eine zwischen Köln und München und eine weitere zwischen Köln und Berlin. Die Berliner Strecke endet in Wustermark, wo die Container aus Köln auf Lkw umgeladen und weitertransportiert werden. In den bis zum Jahr 2002 geplanten Ausbaustufen sollen 100.000 Lkw-Ladungen pro Jahr von der Straße auf die Schiene verlagert werden. Verdächtige Sendungen mit Milzbranderregern legen Briefzentren lahmOktober 2001 Entsprechend alarmiert reagierte die deutsche Öffentlichkeit, als verdächtige Briefsendungen auch in Deutschland entdeckt wurden. Mehrere Briefzentren, in denen solche Sendungen auftauchten, wurden vorübergehend geräumt. Alle verdächtigen Sendungen entpuppten sich allerdings als Objekte von Trittbrettfahrern. Die Deutsche Post sah sich aber Mitte Oktober 2001 veranlasst, die Öffentlichkeit zu beruhigen. Sie betonte in einer Pressemitteilung, sie sehe keinen Anlass für Befürchtungen, die aktuelle Furcht vor Krankheitserregern könnte ihre Umsätze im Briefbereich nachhaltig beeinflussen. Auch die Betriebsstörungen konnten - so die Post-Zentrale - minimiert werden. Liegengebliebene Sendungen konnten auf benachbarte Briefzentren umgeleitet und „durch vermehrten Personaleinsatz vollständig bearbeitet und zugestellt werden”. Der Deutschen Post sind dabei durch Überstunden 150.000 Euro Zusatzkosten entstanden. Klage gegen BriefmonopolOktober 2001 E-Bike erleichtert die BriefzustellungNovember 2001 Deutsche Post Immobilien betreut Dorint-HotelsOktober 2001 Die Verträge umfassen jeweils die Instandhaltung der Haustechnik - von der Elektrotechnik über Raumluft und Heizung bis zum Brandschutz. Wagner verlässt den Post-Vorstand19.11.2001 Deutsche Post soll trans-o-flex-Anteile abgebenDezember 2001 Die Deutsche Post kündigte an, gegen die Kartellamtsentscheidung vor Gericht zu ziehen. Ihrer Meinung nach stärke die Übernahme nicht die marktbeherrschende Position der Deutschen Post, weil beide Unternehmen auf unterschiedlichen Märkten tätig seien. Das Kartellamt untersagte sowohl den bereits im Juli 1997 vollzogenen Erwerb einer 24,8-prozentigen Beteiligung der Post an dem Weinheimer Schnell-Lieferdienst als auch die im Juli 2001 angemeldete Aufstockung der Beteiligung auf 100 Prozent. Im September 2001 hatte das Kartellamt allerdings die Unternehmen unter strengen Auflagen vom Vollzugsverbot befreit, sodass die Post trans-o-flex vorläufig als Tochterunternehmen weiterführen kann. Allerdings müsse die Eigenständigkeit von trans-o-flex gewahrt bleiben. eFiliale - die virtuelle Postfiliale im InternetDezember 2001 Ihr Internetangebot hat die Deutsche Post auch 2001 kontinuierlich ausgebaut: Im Info-Center von eFiliale kann der Kunde auch kostenfreie Serviceangebote wie die Filial-, Geldautomaten- und Postleitzahlensuche nutzen, Post-Formblätter auf seinen PC herunterladen oder in das Postbank-Angebot oder zur PC-Frankierung STAMPIT wechseln. Auch der Umzugsservice mit Online-Nachsendeauftrag per Mausklick gehören zum Post-Internet-Angebot. Wettbewerber stoßen sich an den Früh-Pensionierungen der Deutschen PostDezember 2001 Aus dem Versorgungsbericht der Bundesregierung ergebe sich, dass seit 1995 lediglich ein Prozent der Ruheständler durch das Erreichen der Altersgrenze in Pension ging, während 66 Prozent wegen Dienstunfähigkeit und weitere 33 Prozent durch Anwendung von Vorruhestandsregelungen pensioniert wurden. Der BIEK habe deshalb die EU-Kommission gebeten, im Rahmen des vom Verband angestrengten Verfahrens gegen die Bundesrepublik Deutschland wegen der Gewährung unzulässiger Beihilfen den Sachverhalt zu prüfen. Dagegen argumentierte die Deutsche Post, von einer Belastung der Allgemeinheit wegen Frühpensionierungen könne nicht die Rede sein, denn sie habe von 1995 - 1999 pro Jahr 4 Milliarden DM in die Pensionskasse für die Postbeamten einbezahlt. Seit 2000 liegt der Postbeitrag für die Pensionskassen nach den Gesetzesvorgaben bei jährlich 33 Prozent der Bezüge der aktiven Beamten. Von 278.999 Beschäftigten seien Ende 2000 82.500 Beamte gewesen. Der BIEK beruft sich bei seiner Kritik auf den Jahresbericht 2002 des Bundesrechnungshofes. Dort heißt es, von den Beamten, die in den Jahren 1998 und 1999 wegen Dienstunfähigkeit in den Ruhestand gingen, waren mehr als 90 Prozent Angehörige der Deutschen Post, der Deutschen Telekom und der Deutschen Bahn. Allein bei der Post sei 1999 die Zahl der Frühpensionierungen wegen Dienstunfähigkeit gegenüber dem Vorjahr um 60 Prozent auf 11.937 Fälle angestiegen. Über 40 Prozent der Frühpensionierten seien jünger als 50 Jahre und 20 Prozent jünger als 45 Jahre gewesen. Nach Angaben der Bundesanstalt für Post und Telekommunikation Deutsche Bundespost sei eine der Ursachen für die Frühpensionierungen die nach der Privatisierung eingetretene Wettbewerbssituation, die Umstrukturierungsmaßnahmen erforderlich machte. Das Bundesfinanzministerium hat eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die die Gründe für den Anstieg der Dienstunfähigkeit untersuchen und Lösungsvorschläge erarbeiten soll. Weniger NachtluftpostflügeDezember 2001 In Frankfurt am Main sind somit ab Anfang 2002 nur noch 11 von der Deutschen Post gecharterte Flugzeuge im Nachtluftpostdienst eingesetzt. Möglich wird die Reduzierung der Flüge durch eine optimierte logistische Vernetzung der Briefzentren. So nutzt die Post z.B. einige der Briefzentren nachts als Umschlagzentren für Straßentransporte (sogenannte Straßen-Hubs). Dadurch konnten in den letzten Jahren vermehrt Brieftransporte auf die Straße verlegt werden. Die Laufzeitqualität bei Briefsendungen blieb davon unberührt. Bereits im Jahr 2000 konnte die Post auf 2 Flugbewegungen pro Nacht in Frankfurt verzichten, eine Maschine konnte ersatzlos gestrichen werden. Zusätzlich 300 - 400 PostfilialenDezember 2001 Politische Beobachter sehen in den beschlossenen Regelungen einen politischen Preis für die Verlängerung der Exklusivlizenz für Briefsendungen unter 200 Gramm bis Ende 2007. Nach der neuen Verordnung wird die Deutsche Post zudem verpflichtet, die bisher schon geltende Mindestzahl von 12.000 ortsfesten Filialen bis 2007 zu garantieren. 5.000 davon muss die Deutsche Post in eigener Regie betreiben. Deutsche Post nach wie vor Nummer 1 unter den größten KEP-Unternehmen in DeutschlandDezember 2001 Euro Express: Marketing und Vertrieb ab 2002 als eigenes TochterunternehmenDezember 2001 Zum Geschäftsbereich der neuen Post-Tochter gehört die Gesamtheit der B2B- und B2C-Dienste außerhalb des Schalterbetriebs in Deutschland. Angestrebtes Geschäftsvolumen: 2 Milliarden Euro pro Jahr. In das neue Unternehmen werden aus der Zentrale die Geschäftsbereiche „Marketing EXPRESS Deutschland” und „Vertriebsleitung EXPRESS Deutschland”, die 3 regionalen Geschäftsbereiche Vertrieb und die 28 Niederlassungen Vertrieb EXPRESS Deutschland überführt. Der Konzernvorstand Euro Express, Dr. Peter E. Kruse, verspricht sich von der neuen Struktur mehr Flexibilität, um noch besser auf die Anforderungen gerade der gewerblichen Kunden eingehen zu können. „Wichtigstes Ziel ist es, den Marktanteil im B2B-Geschäft zu erhöhen. Konkret soll das Volumen an B2B-Sendungen, die von der DPEED akquiriert werden, um 50 Prozent steigen.” Auf die Produktion hat die Ausgründung keine Auswirkungen. Die gesamte Paketlogistik von der Abholung über Transport und Sortierung bis zur Zustellung bleibt Aufgabe der Deutschen Post. Andererseits muss die neue Gesellschaft alle Leistungen, die sie von der Deutschen Post in Anspruch nimmt, zu Marktpreisen verrechnen. Auch Mitbewerber können diese Leistungen bei der Deutschen Post einkaufen. Dazu Kruse: „Wir sind natürlich nicht verpflichtet, Kapazitäten zugunsten von Wettbewerbern vorzuhalten. Sollten jedoch für auslastungsschwache Zeiten in den Paketzentren entsprechende Anfragen von Wettbewerbern vorliegen, so werden wir sie sorgfältig prüfen.” Euro auf Briefmarken08.11.2001 Erstausgabetag für die letzte Ausgabe ausschließlich mit Pfennig-Nominal (100. Geburtstag Arnold Bode) war der 9. November 2000. Ab Januar 2002 lauten alle Neuausgaben nur noch auf Euro-Cent. Unter den ersten Sondermarken ist eine 56 Cent-Marke mit dem Euro-Zeichen und dem Titel „Euro-Bargeldeinführung 1. Januar 2002”. ◊ |