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KEP Oktober - Dezember 2004
Bund brüskiert EU beim Briefmonopol / Auch Bundeskartellamt nimmt die Deutsche Post aufs KornOktober 2004 Damit droht nun eine Anordnung aus Brüssel zur Änderung des Postgesetzes. Die Kommission hatte die Bundesregierung bereits im Frühjahr 2004 aufgefordert, die sogenannten postvorbereitenden Dienstleistungen schnellstmöglich für Konkurrenten der Post zu öffnen. Die bisherige Praxis, die der Deutschen Post das Exklusivrecht an dem milliardenschweren Markt gewährt, entspreche nicht den EU-Wettbewerbsvorschriften, hieß es. Die ablehndende Haltung des Bundesregierung begründete das Bundeswirtschaftsministerium mit einem Verfahren, das derzeit vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) verhandelt wird. Dies soll klären, inwieweit das Vorsortieren unter EU-Recht fällt. Eine Entscheidung ist jedoch nicht vor 2006 zu erwarten. Ende 2007 soll das Briefmonopol ohnehin europaweit fallen. Sollte der Bund von der EU zu einer vorzeitigen Lockerung des Briefmonopols gezwungen werden, drohen der Deutschen Post lukrative Geschäftsfelder verloren zu gehen. Branchenexperten schätzen die postvorbereitenden Dienstleistungen im deutschen Markt auf 15 Prozent des mehr als 12 Milliarden Euro schweren Briefgeschäfts. Nach der EU-Kommission will auch das Bundeskartellamt gegen die Deutsche Post vorgehen. Anfang November 2004 mahnte die Behörde die Post wegen der „Diskriminierung privater Postdienstleister” ab. Diese würden bei den postvorbereitenden Leistungen behindert. Die Prüfungen des Bundeskartellamts führten zu dem Ergebnis, dass die Post großen Unternehmen für vorsortierte und in den Briefzentren angelieferte Massensendungen Rabatte zwischen 3 und 21 Prozent einräumt. Privaten Postdienstleistern verweigere aber die Post solche Rabatte, sofern die angelieferten Briefe nicht von einem einzigen Absender stammen. Mit diesem Verhalten würden konkurrierende Postdienstleister blockiert und diskriminiert. Zudem benachteilige die Post damit kleine Unternehmen mit geringem Briefaufkommen. Denn diese würden daran gehindert, ihre Portokosten zu vermindern, während größere Unternehmen in den Genuss der Rabatte kämen. Nach Auffassung des Amtes kann sich die Post nicht auf die Exklusivlizenz berufen, die ihr das Gesetz für Briefe mit einem Gewicht von weniger als 100 Gramm einräumt. Bundesländer kritisieren Umsatzsteuer-Befreiung der Deutschen PostDezember 2004 Reg TP genehmigt Briefporti 200523.11.2004 Im Price-Cap-Verfahren hat die Reg TP Briefdienstleistungen in 3 Körben zusammengefasst: Korb M für Postdienstleistungen im Monopol, Korb W für Postdienstleistungen im Wettbewerbsumfeld und Korb T für postalische Teilleistungen. Für diese Körbe wurden in der ersten Price-Cap-Entscheidung 2002 die Maßgrößen für die Entgeltänderungen festgelegt. Dabei ergeben sich die Preisänderungen aus der Differenz zwischen der Inflationsrate und der Produktivitätsfortschrittsrate. Die Deutsche Post muss der Reg TP jährlich die Preise für die einzelnen Produkte zur Genehmigung vorlegen. 23. Weltpostkongress in BukarestOktober 2004 Seit der Gründung der UPU im Jahre 1874 auf Initiative des deutschen Generalpostmeisters Heinrich von Stephan hat sich das Postwesen weltweit grundlegend gewandelt. Liberalisierung und Wettbewerb bestimmen zunehmend das Bild. Die Deutsche Post World Net wird jedoch auch künftig als deutscher Marktführer ihre internationale Verantwortung wahrnehmen, bei der Weiterentwicklung internationaler Standards mitwirken und den Entwicklungsländern beim Aufbau eines effizienten Postwesens helfen. Das machte der Vorstandsvorsitzende der Deuschen Post AG, Dr. Klaus Zumwinkel, beim UPU-Kongress in Bukarest deutlich. Die Zukunft sah er in einer Vernetzung der Postunternehmen und der Nutzung von Synergien. Dabei könne man sich an den Allianzen im Luftverkehr orientieren. Der nächste Kongress findet 2008 in Nairobi/Kenia statt. Statt FREEWAY PAKETMARKE nun DHL PAKETMARKE DEUTSCHLAND und DHL PAKETMARKE EXPRESSOktober 2004 Gleichzeitig führte DHL das neue Vorausbezahl-Produkt DHL Paketmarke Express ein. Damit können Express-Paketsendungen bis 5 kg freigemacht werden. Diese Sendungen holt dann der DHL-Kurier zu Hause ab. Ein 3er Pack kostet 55 Euro. DHL Global Mail: Neue Marke für internationale BriefdiensteOktober 2004 Die neue Marke führte der Konzern am 18. Oktober 2004 in Amerika und im asiatisch-pazifischen Raum ein. Die Einführung in Europa folgt im Januar 2005. In Deutschland wird das nationale und internationale Briefgeschäft weiter unter der Marke Deutsche Post geführt. In den USA firmiert die neue Marke unter der Bezeichnung DHL Smart&Global Mail. Die Kombination aus Smart und Global verbindet die nationalen Dienste der in den USA etablierten Marke SmartMail mit dem Know-how der Global Mail im internationalen Briefversand. Erst im Mai 2004 hatte die Deutsche Post Smartmail Services, den führenden privaten Anbieter für nationale Briefdienste in den USA, übernommen. Filialbereich wird Deutsche Post Retail GmbHDezember 2004 Mit der Neuorganisation will die Post ihre Personalausgaben in diesem Bereich senken. Die am 31. Dezember 2004 im Filialbereich Beschäftigten genießen Bestandsschutz. Für neue Mitarbeiter der neuen Gesellschaft gilt aber nicht mehr der derzeitige Post-Tarifvertrag. Ihre Vergütung richtet sich nach dem Tarifvertrag für den Einzelhandel. Auch Versetzungen zwischen den rund 6.000 posteigenen Filialen werden nun für die Post leichter. Bislang gehörten die 21.000 Mitarbeiter im Filialbereich 20 Gesellschaften an. Die neue Gesellschaft besteht aus 13 Betrieben und wird von einem 4-Personen-Vorstand geführt. Im Filialnetz bleibt es bei der Struktur aus unternehmenseigenen Filialen und den etablierten Partnerfilialen (Postagenturen). Zu den 13 Betrieben zählen die bestehenden 10 Vertriebsdirektionen (früher Niederlassungen Filialen) Hamburg, Hannover, Berlin, Essen, Dortmund, Frankfurt am Main, München, Nürnberg, Stuttgart und Erfurt, außerdem ein Betrieb „Management” (bisherige Zentrale), ein Betrieb Partnermanagement und ein Betrieb für Service, Personal, Prozesse, IT-Systeme. Deutsche Post schließt ihren E-Mail-Dienst ePostDezember 2004 Mitverantwortlich für den geringen Erfolg der E-Mail-Idee machen Branchenkenner kundenunfreundliche, nicht marktgerechte Konditionen. So kündigten Nutzer, als ePost an Internet-Funktionen, wie die Weiterleitung von E-Mails, Bedingungen knüpfte. Wer diese Dienste kostenlos nutzen wollte, musste seine Daten der Werbewirtschaft preisgeben. Die Alternative wäre ein Bezahldienst gewesen. Zudem klagten viele Nutzer über Störungen und einen schwer erreichbaren Kundenservice. DHL bleibt im Irak aktivDezember 2004 Schon im Mai 2003, kurz nach Aufhebung der UN-Wirtschaftssanktionen, nahm DHL als erstes Logistikunternehmen im Irak Luftkurierdienste und Lkw-Transporte auf. Die Luftkurierdienste starteten mit 3 Maschinen pro Woche vom Emirat Bahrein nach Bagdad. Ende 2004 bot DHL 14 Flüge pro Tag mit einer Kapazität von je 250 - 300 Tonnen an. „Profitabel sind die DHL-Dienste wegen der nötigen Investitionen in Sicherheitsvorkehrungen noch nicht”, so Paul Gillet, DHL-Country Manager Irak. Das Potenzial im Irak sei aber enorm. „In 1 bis 2 Jahren wollen wir profitabel sein.” Zu Beginn - 2003 - hatte DHL im Irak 7 Angestellte, Ende 2004 arbeiteten 138 Mitarbeiter im Land für das Post-Unternehmen. Davon sind 120 Iraker, 18 sind Experten aus dem Westen. Während DHL anfangs vor allem Briefe und Pakete für die im Irak stationierten US-Soldaten transportierte, sind es inzwischen unterschiedliche Güter wie Mobiltelefone, Wasser und Materialien für die Ölindustrie. Für ihre Expressdienste greifen die Mitarbeiter meist auf gepanzerte, unmarkierte Fahrzeuge zurück. Nur an wenigen sicheren Orten liefern sie im gelben DHL-Fahrzeug aus. DHL Global Mail kooperiert mit japanischer Yamato TransportNovember 2004 „Die nationale Stärke von Yamato Transport und die internationale Präsenz von DHL Global Mail werden den Anstieg von internationalen Briefsendungen von und nach Japan vorantreiben. Wir werden aber gleichzeitig die traditionell gute Zusammenarbeit mit der japanischen Post weiter fortsetzen”, erklärte Klaus Knappik, Vorsitzender des Bereichsvorstandes Mail International der Deutschen Post World Net. Premiere für den Depotservice in Münster: Betriebsversuch der DHLOktober 2004 Deutsche Post World Net übernimmt Mehrheit an indischem ExpressdienstNovember 2004 Leipzig/Halle bevorzugte Option für zentrales DHL-Hub09.11.2004 Die Betriebsaufnahme in Leipzig könnte nach erfolgreichem Abschluss aller Verhandlungen und Vorbereitungen Anfang 2008 erfolgen. Der Post-Konzern plant, auf einer Fläche von 200 Hektar rund 300 Millionen Euro in den neuen Standort zu investieren und bis zum Jahr 2012 rund 3.500 Arbeitsplätze zu schaffen. Weitere 7.000 Arbeitsplätze würden erfahrungsgemäß im Umfeld eines solchen global tätigen Wirtschaftsunternehmens in der Region Leipzig hinzukommen. „Mit 10.000 Arbeitsplätzen wird unser Unternehmen bei einer Ansiedlung einen bedeutenden Beitrag zur Stärkung der neuen Bundesländer und zum Aufbau Ost leisten”, sagte Dr. Klaus Zumwinkel, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Post World Net. Die Umschlagmenge im Vollbetrieb läge bei 2.000 Tonnen Fracht täglich. Das entspricht 60.000 Paketsendungen und mehr als 40.000 Expresssendungen pro Stunde. In puncto Lärmschutz würden - so Zumwinkel - in den kommenden Jahren die notwendigen Bedingungen geschaffen, um die gesetzlichen Auflagen zu erfüllen. Schon jetzt sei bei DHL eine Flugzeugflotte im Einsatz, die den strengsten internationalen Lärmschutzverordnungen entspricht. Zudem sind für Lärmschutzmaßnahmen in der Nähe des Flughafens 60 Millionen Euro veranschlagt. Entscheidendes Argument für Leipzig als bevorzugte Option ist die große Kapazität bezüglich der Flugbewegungen und der sonstigen Infrastruktur. Der Flughafen Leipzig läuft im 24-Stunden-Betrieb und erfüllt damit die Anforderungen hinsichtlich der Nachtflüge. Wenn der Postkonzern dieses Projekt realisieren kann, wird Leipzig neben Hongkong und Wilmington (USA) eines von 3 zentralen DHL-Luftdrehkreuzen weltweit und Drehscheibe für das europäische Luftexpressnetz. Verluste in den USA kosten Vorstandsmitglied Dörken den JobNovember 2004 Dörkens Posten übernimmt am 1. Januar 2005 der 49-jährige Australier John Mullen, DHL-Verantwortlicher für die Region Asien/Pazifik. Damit ist erstmals ein ausländischer Manager in das Führungsgremium der Deutschen Post bestellt worden. Zumwinkel, Petram, Ernst: Verträge verlängertNovember 2004 Den Vertrag des BRIEF-Vorstandes, Dr. Hans-Dieter Petram (61), verlängerte der Aufsichtsrat um 2 Jahre bis Ende 2007. Auch den Vertrag des Finanzvorstands des Post-Konzerns, Dr. Edgar Ernst (52), hat der Aufsichtsrat verlängert und zwar bis Ende 2010. Früherer Post-Vorstand Dieter Seegers-Krückeberg gründet eigenen Paketdienst Red Parcel Post AGNovember 2004 Die Vorbereitungen laufen weithin im Verborgenen. Laut Nachrichtendienst „Firmenwissen” (Creditreform/Handelsblatt) von Mitte Dezember 2004 will Red Parcel Post 250 Millionen Euro investieren und 2006 mit einem eigenen Beförderungsnetz starten. Im Handelsregister sind als Vorstandsmitglieder eingetragen: der Dresdner Softwareentwickler Dr. Bernhard Brönner und der Hamburger Finanzberater Bernd Müller. Brönner besitzt ein Patent auf ein neuartiges System der „Dynamisch optimierten Tourenplanung” für Paketzusteller. Weitere Vorstandsmitglieder sollen nach den Recherchen des Dienstes 2 ostdeutsche Unternehmer werden, die im sächsischen Döbeln eine Fahrzeugfabrik betreiben und Patente für Spezialfahrzeuge und für neuartige Paketboxen besitzen. Kern und Ziel der Strategie sind offenbar niedrige Produktionskosten. Sie sollen etwa 20 Prozent unter denen der Konkurrenz liegen. Dies will Red Parcel Post erreichen mit wenigen Umschlagzentren, standardisierten Transportsystemen, flexiblen Touren und modernster Informationstechnik. Vorgesehen sind deutschlandweit nur 4 Umschlagzentren in den Großräumen Hannover, Leipzig, Würzburg und Hagen. Die Ersparnis bei der Zustellung sollen neuartige Paketboxen bringen, die sich ohne großen Aufwand vom Fernlaster auf spezielle niedrige Zustellfahrzeuggestelle umladen lassen. Die Pakete werden in die Boxen vorsortiert, sodass der Fahrer ohne Vorbereitung sofort losfahren kann. Dabei sollen Funketiketten eingesetzt werden, die sich per Sender aus der Ferne beschriften lassen. Außerdem soll eine neue Steuerungssoftware dazu beitragen, dass die Zusteller nur die erforderliche Tour statt immer eine feste Strecke abfahren. Der für das Paketgeschäft zuständige Post-Vorstand Dr. Peter Kruse zu dem neuen Konkurrenten: „Wir nehmen jeden Wettbewerber ernst, haben aber keine schlaflosen Nächte...” Teilzeitarbeit in der Briefzustellung stößt auf WiderstandNovember 2004 Die Arbeitnehmervertreter befürchten, dass die Post künftig nur noch aus Teilzeitbeschäftigten besteht. Denn sollte der Konzern bei Neueinstellungen nur noch Teilzeitverträge anbieten, würde das Unternehmen bei einer jährlichen Fluktuation von 6.000 bis 7.000 Kräften in einem Jahrzehnt keine Vollzeitarbeitnehmer mehr beschäftigen, kritisierte der stellvertretende Gesamtbetriebsratschef Dirk Marx. Die 65.000 Briefzusteller kann die Post nicht zu Teilzeitarbeit zwingen, da ihre Verträge Bestandsschutz genießen. Der Vorstand will dagegen den Konzern mit mehr Teilzeitarbeit auf das 2007 endende Briefmonopol vorbereiten. Dies bestätigte ein Postsprecher. Betriebsbedingte Kündigungen hat der Konzern in einer Vereinbarung mit den Gewerkschaften bis 31. März 2008 ausgeschlossen. Messung nationaler Brieflaufzeiten nach EU-Norm zertifiziert03.11.2004
Die Methode, nach der die Deutsche Post ihre Brieflaufzeiten innerhalb Deutschlands misst, erfüllt alle Anforderungen der europäischen Norm EN 13850. Das ist das Ergebnis eines unabhängigen Zertifizierungsverfahrens durch die TÜV InterTraffic GmbH. Die EN 13850 beschreibt ein einheitliches System für die Überwachung und Vergleichbarkeit der Qualität bei der Briefbeförderung innerhalb der Europäischen Union. Entsprechend der Norm wurde im Mai dieses Jahres mit Zustimmung der Regulierungsbehörde für Post und Telekommunikation die TÜV InterTraffic GmbH mit der Auditierung des Messverfahrens beauftragt. Dazu gehörte ein Audit der tatsächlichen Sendungsströme, der Methode, der Datenerfassung und eine Plausibilitätsprüfung der Ergebnisse. Das am Ende ausgestellte TÜV-Zertifikat bescheinigt der Deutschen Post, dass das angewandte Verfahren korrekt ist und die tatsächlichen Verhältnisse wiedergibt. Die überprüfte Messmethode wendet die Deutsche Post bereits seit 1991 an. Seit 2003 ist das externe Qualitätsforschungsinstitut Quotas GmbH mit der Messung der Brieflaufzeiten nach diesem Verfahren beauftragt. Bei der Messmethode selbst handelt es sich um ein Stichprobenverfahren, in dem Testsendungen zwischen Testkunden in Deutschland versandt und empfangen werden. Derzeit nehmen rund 2.300 Haushalte und Firmen an dem Messverfahren teil, jährlich werden etwa 660.000 Testsendungen verschickt. Das Verfahren betrachtet bei den Messungen der Brieflaufzeit die Zeitspanne zwischen der letzten Briefkastenleerung und der Zustellung an den Empfänger. Dabei gelten Briefsendungen, die nach der letzten Briefkastenleerung eingeworfen werden, als am nächsten Tag eingeliefert. Dies gilt analog für die Einlieferung in einer Filiale, wenn die Annahme der Sendung nach der jeweiligen täglichen Annahmeschlusszeit der betreffenden Filiale erfolgt. Bei Anwendung dieser Messmethode betrug im ersten Halbjahr 2004 die durchschnittliche Laufzeit eines Briefes innerhalb Deutschlands 1,05 Tage; 95 von 100 Briefen konnten dem Empfänger bereits nach nur einem Tag zugestellt werden; nach 2 Tagen waren über 99 Prozent aller Sendungen ausgeliefert. Kompaktbrief billigerDezember 2004 Neuauflage des Postleitzahlenbuchs 2005Dezember 2004 DHL Marktführer im Raum Asien/PazifikDezember 2004 Noch vor Japan ist China derzeit der wichtigste deutsche Exportmarkt in Asien. DHL hat dort Wachstumsraten von jährlich 40 Prozent. 200 Millionen US-Dollar wird DHL Express daher bis 2008 allein in China investieren. Damit werden bestehende Produktionszentren ausgebaut, bestehende Standorte erweitert, das Personal und die Fahrzeugflotte aufgestockt. 75 weitere Standorte (bisher rund 200 DHL-Standorte) und mehr als 2.000 neue Arbeitsplätze (bisher 3.500) wird DHL in China schaffen. In Hongkong werden 100 Millionen US-Dollar in einen Asien-Hub und gemeinsam mit der Airline Cathay Pacific noch einmal 400 Millionen US-Dollar in das Luftfrachtnetz investiert. Auch in Japan, Malaysia und Indien setzt DHL zur Stärkung seiner Position auf weitere Investitionen. Mit 125 Millionen US-Dollar wird die Deutsche Post ihre Netz-Infrastruktur in Japan verbessern. 50 Millionen US-Dollar wurden in ein neues IT-Zentrum für Asien bei Kuala Lumpur in Malaysia investiert, das im August 2004 eröffnet wurde. Petram: Strukturelle Verschiebungen im Briefdienst; starke Konkurrenz durch E-MailNovember 2004 Petram räumte aber ein, dass es strukturelle Verschiebungen geben werde. „Brief wird immer mehr ein Thema für Geschäftskunden.” Der Anteil der Privatbriefe sinke. Doch auch bei der Geschäftspost komme es zu Veränderungen. „Viel bedrohlicher als der Wettbewerb ist die Substitution durch E-Mail.” Dies solle unter anderem durch den Ausbau des Werbegeschäfts aufgefangen werden. Petram warnte davor, die Liberalisierung auf die leichte Schulter zu nehmen. Sie habe dramatische Folgen für die Arbeitsplätze in Deutschland. Wer mehr Wettbewerb wolle, müsse sich darüber im Klaren sein, dass mehr Hausfrauen- und Studentenjobs auf Kosten sozial abgesicherter Arbeitsplätze entstehen werden. Ein „kleines Bundesland” habe beispielsweise einen privaten Briefdienst beauftragt, nur weil der ein paar Cent billiger als die Deutsche Post sei. Dies sei nur möglich, weil dieses Unternehmen im Gegensatz zur Deutschen Post keine Filialen betreibe, keine Briefkästen unterhalte, keine Lehrlinge ausbilde und keine sozial abgesicherten Arbeitsplätze anbiete. „In so einem Bundesland fehlen die Aufträge und damit können wir dort zum Beispiel keine Lehrlinge mehr ausbilden.” Ziel dieser Attacke war nach Vermutung des Handelsblattes das Land Berlin. Dort sitzt mit der PIN AG einer der größeren Post-Konkurrenten. Die PIN AG wies die Vorwürfe zurück. Aus Lizenzgründen dürfe PIN keine Briefkästen aufstellen. 80 bis 90 Prozent der PIN-Jobs seien sozialversicherungspflichtig. „Bei der Bezahlung liegen wir auf Augenhöhe mit der Post”, sagte ein PIN-Sprecher. Springer und Holtzbrinck übernehmen Briefdienst PIN AGNovember 2004 Zuvor waren Gespräche von Holtzbrinck und Springer über einen Einstieg beim Konkurrenten EP Europost gescheitert. Dieser habe den Verlagen eine operative Mitsprache verweigert, hieß es in Branchenkreisen. PIN ist bislang in Berlin, Leipzig und Köln präsent und verteilt dort vor allem Behördenpost. Täglich stellt PIN nach eigenen Angaben mit 900 Mitarbeitern in Berlin und Leipzig 250.000 bis 400.000 Briefsendungen zu. Der Umsatz lag 2003 bei 23,5 Millionen Euro. Die neuen Partner wollen PIN zum bundesweiten Briefdienst ausbauen. Die Verlage wollen dabei auch auf ihre vielen tausend Zeitungszusteller zurückgreifen. Neue Preise bei DHL und neuer Service für PrivatkundenDezember 2004 Ab Januar 2005 kostet ein Päckchen 4,30 Euro (+ 4,9 Prozent), das Standardpaket bis 5 kg 7 Euro (+ 4,5 Prozent). Deutsche Post verkauft Papierhändler McPaperDezember 2004 Die Fortführung eines Einzelhandelsunternehmens gehöre nicht mehr zum Kerngeschäft des Konzerns, begründete die Post den Verkauf. McPapier beschäftigt in seinen 280 Filialen 1.200 Mitarbeiter. Der Umsatz liegt bei 100 Millionen Euro. Die Post hatte McPapier 1998 vom Berliner Schreibwarenhersteller Herlitz übernommen. Danach wurden 300 der 580 zumeist innerstädtischen Standorte in Postfilialen umgewandelt und in den Konzern integriert. Deutsche Post wird Beteiligung an trans-o-flex abgebenDezember 2004 1997 hatte die Deutsche Post die Geschäftsanteile an trans-o-flex erworben. Die geplante Übernahme weiterer 75,2 Prozent von der BayernFinanz wurde 2001 beim Bundeskartellamt angemeldet. Das Kartellamt hat diesen Erwerb damals formal untersagt. Gegen diese Entscheidung hat die Deutsche Post geklagt und nun verloren. Deutsche Post übernimmt französischen Briefdienstleister KobaDezember 2004 Koba ist in Frankreich einer der führenden Spezialisten für Direkt Marketing und Briefkommunikation. Dazu gehört die Bearbeitung von Geschäftspost - angefangen von der Datenübernahme bis zu Druck, Kuvertierung und Vorsortierung - sowie ein auf die Kunden zugeschnittenes Direkt Marketing und Adressmanagement. Koba ist Kooperationspartner der französischen Post, arbeitet eng mit großen Firmen der werbetreibenden Wirtschaft zusammen und liefert seine Briefsendungen bei der französischen Post ein, die die Briefdistribution übernimmt. 2003 hat Koba mit 500 Mitarbeitern einen Umsatz von 50 Millionen Euro erzielt. Immer mehr Zeitungsverlage werden Post-KonkurrentenDezember 2004 Am 3. Januar 2005 startet zudem der Briefdienst DK Logistik GmbH des „Donaukurier” in Ingolstadt. Seit Dezember 2004 hat die Deutsche Post mit dem Briefdienst Brief24 einen neuen Konkurrenten in Nürnberg. Dahinter steht das Unternehmen Müller Medien Nürnberg, zu dem auch der Telefonbuchverlag Müller gehört. Brief24 hat eine bundesweite Lizenz erhalten. Nach eigenen Angaben kostet bei Brief24 ein Standardbrief 0,45 Euro plus Mehrwertsteuer (Deutsche Post: 0,55 Euro). Ein 2. Konkurrent tritt ab 1. Januar 2005 in Nürnberg auf den Plan: Die Firmengruppe „Nürnberger Nachrichten” gehen mit ihrem Postzustelldienst PZD Nordbayern GmbH ins Rennen um die Briefkunden. Zielgruppe des PZD - wie im Wesentlichen auch der anderen Post-Konkurrenten - sind Geschäftskunden. Das PZD-Zustellgebiet umfasst die Postleitzahlbereiche 90400 bis 91399, das sind das Städtedreieck Nürnberg/Fürth/Erlangen und angrenzende Bereiche bis Schwabach im Süden, Forchheim im Norden und Pegnitz im Osten. Zudem kooperiert auch der PZD „mit weiteren Zeitungsverlagen” und kann „die Briefe auch in den Postleitzahlgebieten 86, 87, 92, 93, 96 und 97 zustellen”. Wie Brief24 berechnet auch der PZD für einen Standardbrief 0,45 Euro plus Mehrwertsteuer. Deutsche Post an Übernahme der Logistik von KarstadtQuelle interessiertDezember 2004 Wie die „Nürnberger Nachrichten” berichteten, plant KarstadtQuelle im Rahmen des Sanierungskonzeptes den Verkauf u.a. der Immobilien in Leipzig, des Retourenbetriebes in Fürth/Bayern, der Neckermann-Immobilie in Frankfurt am Main, der Großgut- und Stückgutläger sowie der Gebäude der Spezialversender im Konzern. Daneben prüft der Konzern den Verkauf der Callcenter, der gesamten Logistik und des Kundendienstes Profectis. Deutsche Post Joint Venture gewinnt Großauftrag in HollandDezember 2004 Neckermann hat seine Entscheidung nach einer ausführlichen Testphase getroffen. Ausschlaggebend waren die Kriterien Qualität, Zuverlässigkeit, Flexibilität und Kundendienst. Das vorgesehene Volumen liegt bei mindestens 50 Millionen Sendungen pro Jahr. DHL stärkt Infrastruktur in JapanDezember 2004 Deutsche Post startet Güterzug über die AlpenDezember 2004 DHL wies bei der Bekanntgabe der neuen Zugverbindung auch auf die reduzierten Umweltbelastungen hin. Mit der Verlagerung von der Straße auf die Schiene werden die Kohlendioxid-Emissionen um 70 Prozent verringert. Dies entspricht - so DHL - einer Verringerung um 15.000 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr. DHL hilft Opfern des Tsunamis: Logistische Unterstützung und humanitäre Hilfe / Gemeinsame Versteigerungsaktion von eBay und DHLJanuar 2005 Am 5. Januar 2005 riefen Deutsche Post World Net und das Internet-Auktionshaus eBay zu einer gemeinsamen Spendenaktion auf. Zusätzlich kündigte der Postkonzern eine Spende von 1 Million Euro an. Das Besondere an der gemeinsamen Spendenaktion: Nicht nur Barspenden wurden erbeten, auch neuwertige Waren. Spender konnten die gespendeten Waren als Postpaket verpackt bei den Postfilialen einliefern. Diese Pakete beförderte DHL kostenlos zu einer Sammelstelle der DHL Fulfilment. Dort wurden die Waren fotografiert und mit entsprechender Beschreibung über eBay versteigert. Schlusskurs der Postaktie: 16,90 EuroAm letzten Börsentag 2004 lag der Schlusskurs der Postaktie bei 16,90 Euro (Xetra). ◊ |