|
KEP Oktober - Dezember 2006
„Vorruhestandsgesetz” für Beamte der Bundespost-Unternehmen in Kraft16.11.2006 Nach dem Gesetz können nun Beamtinnen und Beamte der Eisenbahn und der Bundespost-Unternehmen, die das 55. Lebensjahr vollendet haben, ihre vorzeitige Versetzung in den Ruhestand beantragen. Die Regelungen des Gesetzes sind bis zum 31. Dezember 2010 befristet. Das Gesetz verpflichtet alle beteiligten Unternehmen zur Übernahme der durch den Vorruhestand entstehenden Kosten. Die Deutsche Telekom, die das Gesetz initiiert hatte, hat ein Budget von 3,3 Milliarden Euro bereitgestellt, um die Kosten für vorzeitig gezahlte Pensionen und Beihilfezahlungen für ihre ehemaligen Beamten zu übernehmen. Laut Gesetz dürfen der Bundeshaushalt und damit der Steuerzahler nicht durch die Kosten für den Vorruhestand belastet werden. Während die Deutsche Telekom mithilfe des Gesetzes ihren Personalabbau auch im Kreis ihrer Beamten voranbringen will, sieht die Deutsche Post derzeit keinen Bedarf. Dazu der Personalvorstand der Deutschen Post AG, Walter Scheurle, am 17. Oktober 2006 in einem Gespräch mit dem Verbandsvorstand des Bundesverbandes von Fach- und Führungskräften bei Post und Telekom - Deutsche Postgilde e.V. (BFPT): „Die Deutsche Telekom hat das Gesetzesvorhaben aufgrund eines großen Personalüberhangs initiiert. Die Personalsituation der Deutsche Post AG unterscheidet sich grundlegend. Der Vorruhestand ist für uns die ultima ratio, d.h. vorher müssen alle anderen Möglichkeiten der Verwendung der Beamten einschließlich des vorübergehenden Einsatzes auf Personalposten von geringerer Bewertung nach § 6 Postpersonalrechtsgesetz ausgeschöpft worden sein. Eine Vorruhestandsregelung für Beamte wird daher bei der Deutschen Post AG in absehbarer Zeit keine Anwendung finden.” Postbeamte können allerdings von sich aus Vorruhestand nach Vollendung des 55. Lebensjahres beantragen. Nach den Gesetzesbestimmungen gilt aber das Prinzip der doppelten Freiwilligkeit. Das bedeutet: Solchen Anträgen muss in jedem Einzelfall die Deutsche Post zustimmen. Halbzeit beim Bau des DHL-Luftdrehkreuzes17.10.2006 Zumwinkel betonte die wirtschaftliche Bedeutung des neuen Luftdrehkreuzes für den Postkonzern. „Neben Hongkong in Asien und Wilmington in den USA wird Leipzig einer der 3 wichtigsten Knotenpunkte im weltweiten DHL-Netz”, sagte Zumwinkel. Bis 2012 wird DHL 3.500 Arbeitsplätze schaffen. „Weitere 7.000 Arbeitsplätze kommen in der Region erfahrungsgemäß im Umfeld eines so großen Projekts durch Dritte und Dienstleister dazu. Mit der Investition von 300 Millionen Euro leisten wir auch einen bedeutenden Beitrag zur Stärkung der neuen Bundesländer.” Fast 40.000 Interessierte hatten sich bis Oktober 2006 um einen Arbeitsplatz bei DHL in Leipzig beworben. Bis Oktober 2006 hatte DHL bereits 330 neue Mitarbeiter eingestellt. Insgesamt arbeiteten 400 DHL-Mitarbeiter am Standort Flughafen Leipzig. Die Arbeitslosenquote in der Messestadt lag im September 2006 bei 17,7 Prozent. Die Bundesregierung und der Freistaat Sachsen fördern die Post-Investition mit 70 Millionen Euro. DHL-Flugbetrieb in Leipzig erweitert17.10.206 DHL setzt neben Turbopropmaschinen vor allem Frachtflugzeuge vom Typ Boeing 757 ein. Gegenüber der Vorgängerin ist die Boeing 757 um 77 Prozent leiser. Der Treibstoffverbrauch ist um 20 Prozent niedriger, der CO2 Ausstoß wird stark reduziert. Seit Ende Oktober 2006 schlägt DHL in Leipzig pro Tag 150 Tonnen Fracht um. Nach dem Vollausbau des Drehkreuzes will DHL pro Nacht bis 2.000 Tonnen Fracht umschlagen und pro Tag bis zu 50 Maschinen abfertigen. DHL steigt bei Polar Air Cargo ein17.10.2006 „Diese strategische Partnerschaft stellt sicher, dass wir die rapide steigende Nachfrage nach Luftfrachtkapazitäten zwischen den USA und Zielen in Asien befriedigen können”, betonte John Mullen, im Post-Konzernvorstand zuständig für Express. Erste DHL-Servicepoints in Polen05.10.2006 An den Servicepoints können Kunden ihre Pakete und Expresssendungen einliefern. „In Polen ist dieses System völlig neu”, sagte der Vorstandsvorsitzende von DHL Polen, Aleksander Morozowski, bei der Pressekonferenz am 5. Oktober 2006 in Warschau. Zielgruppen sind vor allem Privatkunden und kleine Unternehmen. „Diese Klientel wird für DHL immer attraktiver, weil die Arbeitslöhne in Polen stetig steigen und die Aktivität der Kleinstunternehmen wächst”, so Morozowski. „Wir werden mit Partnern zusammenarbeiten, die auf Provisionsbasis arbeiten.” Post testet RFID Funk-Chips an Brief- und Paketbehältern19.10.2006 Das Problem der Energieversorgung scheint gelöst: Beim Scannen werden die Tags nicht nur gelesen, sondern zugleich mit Strom versorgt. Außer der Einsparung der bisher verwendeten Papierstreifen als Informationsträger und deren Entsorgung - jährlich 570 Millionen Stück - erhofft sich das Unternehmen ein besseres Behälter- und Zustellmanagement. Die Tags sollen 4 bis 5 Jahre zuverlässig funktionieren. Der Test läuft bis September 2008. Großbritannien: Trotz liberalisiertem Postmarkt noch wenig WettbewerbOktober 2006 Ende 2006 beförderten 18 Lizenznehmer im Wettbewerb zur Royal Mail Briefpost, u.a. auch die Deutsche Post über ihre Tochter DHL Global Mail. Viele Unternehmen haben mit der Royal Mail sogenannte Access Agreements abgeschlossen. Danach darf der Wettbewerber vorsortierte Post an die Royal Mail zur Beförderung und Auslieferung weitergeben. Auffällig ist die Zunahme dieser sogenannten konsolidierten Briefpost. 2005/2006 ist der Anteil auf 1,2 Milliarden Sendungen angewachsen. Im Vorjahr waren es erst 87 Millionen. Trotz der völligen Marktöffnung hatte Royal Mail Ende 2006 immer noch einen Marktanteil von 96 Prozent. Einen entscheidenden Grund für den recht flauen Wettbewerb und die Schwierigkeiten der Konkurrenten sieht Postcomm in den Kosten und zu niedrigen Gewinnmargen. Da Royal Mail von der Mehrwertsteuer ausgenommen ist, Konkurrenten aber 17,5 Prozent Mehrwertsteuer auf ihre Preise aufschlagen müssen, ist der Wettbewerb nach Meinung von Postcomm verzerrt. Die Aufsichtsbehörde schlug deshalb vor, die Befreiung von der Mehrwertsteuer auch auf die Wettbewerber auszudehnen. Zudem - so Postcomm - leiden die Konkurrenten der Royal Mail unter den zu niedrigen Tarifen der Royal Mail”, die die Konkurrenten zu noch niedrigeren Preisen zwingen, um Kunden zu gewinnen. Dies aber führe bei den Wettbewerbern zu geringen Einnahmen und entsprechend niedrigen Gewinnen, sodass sie sich keine hohen Investitionen leisten können. Neue Führungsstruktur bei Deutsche Post World NetOktober 2006 DHL Online-Frankierung02.11.2006 „Nachdem es schon bundesweit über 700 DHL Packstationen gibt, an denen Kunden Tag und Nacht ihre Pakete abholen und verschicken können, komplettieren wir mit dem Online-Angebot unseren 24-Stunden-Service”, erklärte Boris Mayer, Marketingchef für das Privatkundengeschäft von DHL Express Deutschland. Die Sendungen, die mit den online ausgedruckten Päckchen- und Paketmarken freigemacht sind, kann der Kunde an allen Packstationen oder bei der Postfiliale einliefern. Per Mausklick kann der Kunde seine Sendung aber auch zu Hause für 3 Euro abholen lassen. Deutsche Post senkt Preise für Postzustellungsaufträge31.10.2006 „Mit unseren neuen Konditionen geben wir unseren Kunden die Kostenvorteile dank verbesserter Arbeitsabläufe und einer veränderten Gesetzeslage weiter. Wir wollen auch beim Postzustellungsauftrag in Zukunft Marktführer in Deutschland bleiben”, erläuterte Jürgen Gerdes, Vorsitzender des Bereichsvorstands Brief bei der Deutschen Post, die Preissenkung. Postzustellungsaufträge werden zur förmlichen Zustellung amtlicher Schriftstücke vor allem von Gerichten und Verwaltungsbehörden genutzt und müssen den Vorgaben der Zivilprozessordnung (ZPO) entsprechen. Beförderung und Empfang müssen danach genau beurkundet werden. Die Beurkundung hat Rechtswirkung. Für Versender größerer Mengen von Postzustellungsaufträgen, z.B. zentrale Bußgeldstellen, bietet die Deutsche Post den ePZA an. Mit ihm stellt die Post die Daten der Zustellungsurkunde elektronisch bereit. Der Absender des Auftrags kann so die Daten der Urkunde jederzeit intern weiterverarbeiten und damit die internen Arbeitsabläufe vereinfachen. Die Originalurkunden leitet die Post als Sammelsendung an den Kunden weiter. Wettbewerber beklagten bei der Bundesnetzagentur die Preissenkung als Dumping. Die PIN AG hat nach eigenen Angaben im Dezember 2006 gegen die Genehmigung der Preissenkung durch die Bundesnetzagentur Klage beim Verwaltungsgericht Köln eingereicht. Die Post hat die Preissenkung gegenüber der Bundesnetzagentur als marktgerecht verteidigt. Die an den Kunden weitergegebenen Kostensenkungen wurden möglich - so die Deutsche Post -, weil durch verstärkte Automatisierung bei der Prüfung der Zustellungsurkunden die bisherige manuelle Prüfung ersetzt werden konnte. Außerdem erlauben inzwischen wirksam gewordene Änderungen der ZPO Einsparungen. Nach § 180 ZPO können nämlich PZA auch in den Briefkasten des Empfängers eingeworfen werden, wenn der Briefzusteller weder den Empfänger noch einen Ersatzempfänger antrifft. Dadurch wiederum sinkt die Zahl der sogenannten Niederlegungen bei einer Postfiliale. 2005 wurden in Deutschland nach Angaben der Bundesnetzagentur mehr als 63 Millionen PZA versandt, davon mehr als 36 Millionen Stück über die Deutsche Post. Österreichische Post greift nach trans-o-flex31.10.2006 trans-o-flex betreibt ein deutschlandweites Speziallogistiknetz von 39 Distributionsgesellschaften zur Beförderung von Business-to-Business-Paketen und -Paletten und ist Marktführer in Deutschland für die Belieferung von Apotheken und Krankenhäusern. Zu den trans-o-flex-Kunden zählen die Pharma-Hersteller Roche, Merck, Pfizer, Beiersdorf und Aventis. Jahresumsatz 2005: 460 Millionen Euro mit 49 Millionen Sendungen. Der Finanzinvestor Odewald & Compagnie hatte trans-o-flex im Frühjahr 2005 von der zur BayernLB gehörenden BayernFinanz (75,2 Prozent) und der Deutschen Post (24,8 Prozent) übernommen. Ursprünglich wollte die Deutsche Post trans-o-flex komplett übernehmen, nachdem sie sich 1997 mit 24,8 Prozent an dem Unternehmen beteiligt hatte. Das Bundeskartellamt untersagte jedoch die Übernahme. Die Deutsche Post klagte gegen diese Entscheidung, unterlag aber vor dem Bundesgerichtshof. Eine Beteiligung der Post oder gar die Übernahme durch den Postkonzern verstoße gegen das Wettbewerbsrecht, urteilte der Bundesgerichtshof. Bereits mit der Minderheitsposition könnte die Deutsche Post die trans-o-flex-Geschäfte beeinflussen und damit ihre marktbeherrschende Stellung absichern. Nach dem BGH-Urteil musste sich die Deutsche Post deshalb auch von ihrer Minderheitsbeteiligung trennen. Die Österreichische Post AG steht bereits in Geschäftsbeziehungen zu trans-o-flex: Sie befördert deren Pakete und Paletten und übernimmt die Zustellung in Österreich. In Deutschland ist die Österreichische Post bereits im Direktmarketing-Geschäft tätig und betreibt dazu eine Tochtergesellschaft in Köln. Mit dem Zukauf steigert die Österreichische Post ihren Umsatz auf 2,2 Milliarden Euro. Mitte Dezember 2006 genehmigte die EU-Kommission die Übernahme des Mehrheitsanteils im sogenannten vereinfachten Verfahren. Hierbei wird die Transaktion automatisch genehmigt, wenn nicht innerhalb eines Monats eine dritte Partei Einspruch einlegt. Deutsche Post präsentiert ersten marktreifen Paketroboter02.11.2006 „Der Paketroboter ist weltweit die erste voll autonome Anlage, die selbstständig Container mit losen Stückgütern entlädt”, sagte Dr. Keith Ulrich, Leiter des Technologie- und Innovationsmanagements bei der Deutschen Post World Net. „Damit ist nun eine Automatisierung des bislang noch manuellen und körperlich hoch belastenden Ladegeschäfts an der Rampe möglich.” Der Roboter greift - gesteuert von einer speziell entwickelten Software und einem Laserscanner - die Pakete im Container, hebt sie an und legt sie auf ein Rollband, das die Sendungen ins Logistikcenter transportiert. Bei der Entwicklung des automatisierten Entladesystems handelt es sich um ein Gemeinschaftsprojekt der Deutschen Post World Net, dem Bremer Institut für Betriebstechnik und angewandte Arbeitswissenschaft (BIBA) der Universität Bremen sowie der Astrium Space Transportation GmbH. Das auf Montagetechnik spezialisierte Unternehmen ThyssenKrupp Krause, eine Tochter der ThyssenKrupp AG mit Sitz in Bremen, wird den Paketroboter in Lizenz weltweit vertreiben. Namhafte Unternehmen haben bereits Kaufinteresse bekundet. Bundesnetzagentur genehmigt Briefporti 2007 / Aerogramm fällt weg09.11.2006 Aufgrund der Price-Cap-Formel hätte die Deutsche Post die Porti für 2007 um 0,2 Prozent erhöhen können. Sie hat jedoch auf die Ausschöpfung der möglichen Preiserhöhungen verzichtet. Die Price-Cap-Formel wurde 2002 festgelegt und gilt bis Ende 2007, dem Zeitpunkt des Auslaufens der Exklusivlizenz der Deutschen Post im Briefbereich. Im Price-Cap-Verfahren hat die Bundesnetzagentur Briefdienstleistungen in 3 Körben zusammengefasst: Für diese Körbe hatte die Bundesnetzagentur die Maßgrößen für Preisänderungen festgelegt. Dabei wird die Preisänderung im Wesentlichen durch die Inflationsrate und die Produktivitätsfortschritte bestimmt. Deutsche Post testet erneuerbare Kraftstoffe in der Briefzustellung09.11.2006 „Mit dem Einsatz der Pflanzenölfahrzeuge setzen wir unsere Umweltleitlinien konsequent in die Tat um, indem wir Transporte so umweltverträglich wie möglich gestalten”, sagte Dr. Monika Wulf-Mathies, Leiterin des Zentralbereichs Politik und Nachhaltigkeit der Deutschen Post World Net.” Die Fahrzeuge fahren nahezu CO2-neutral, da bei der Kraftstoffverbrennung nur so viel Kohlenstoff freigesetzt wird, wie die Pflanzen bei ihrem Wachstum gebunden haben. Zudem werden die Ruß-Emissionen im Vergleich zum Diesel um etwa 50 Prozent reduziert. Und ein weiterer Vorteil: Pflanzenöl ist um über 30 Cent preisgünstiger als Diesel und kostet derzeit durchschnittlich 0,69 Euro pro Liter. Alternative Kraftstoffe setzt auch DHL im Paket- und Frachtgeschäft ein. Ende 2006 waren 170 Erdgasfahrzeuge vor allem bei der Paketzustellung in 19 Städten im Einsatz. Aufholjagd im US-Expressgeschäft07.11.2006 Der missglückte Betriebsstart auf dem Flughafen Wilmington, wo es im Herbst 2005 erhebliche Anlaufschwierigkeiten gegeben hatte, dürfte die Post nach eigenen Schätzungen mit 300 Millionen Euro Verlust fast so viel gekostet haben wie die gesamten Investitionen in den hochmodernen Airport. Auch wenn die Wilmington-Panne das US-Expressgeschäft wahrscheinlich bis 2009 mit roten Zahlen belasten werde, habe DHL inzwischen wieder beim Wachstum zu seinen großen Wettbewerbern UPS und FedEx aufgeschlossen, betonten Zumwinkel und Express-Vorstand John Mullen. Zu keinem Zeitpunkt habe ein Rückzug aus den USA zur Debatte gestanden, denn ohne starke Präsenz in den USA würde dem globalen DHL-Geschäft ein wichtiges Standbein fehlen. „Schließlich hat rund ein Drittel der größten Konzerne ihren Sitz in den USA, wo Entscheidungen über riesige Logistik- und Transportaufträge getroffen werden.” Den Rückschlag im amerikanischen Express-Geschäft, der von den Kapitalmärkten zeitweise äußerst negativ bewertet worden war, kann DHL nach Einschätzung Zumwinkels um so leichter verkraften, als alle übrigen US-Aktivitäten des Postkonzerns - von der Kontraktlogistik über das Global Forwarding (Luft- und Seefracht) bis hin zum Briefgeschäft der Tochter Global Mail - auf vollen Touren liefen. Zumwinkel: 32.000 Jobs in Gefahr07.11.2006 Der Briefmarkt, den die Post noch mit einem Anteil von 92 Prozent beherrscht, wachse insgesamt nicht mehr, sondern nehme seit einigen Jahren durch die neuen elektronischen Formen der Kommunikation - E-Mail vor allem - jährlich um 3 Prozent ab. Zumwinkel: „Das sind bei uns schon jedes Jahr 5.000 Stellen.” Dies habe bisher durch natürliche Fluktuation wie vorzeitiger Ruhestand aufgefangen werden können. Eine zusätzliche und größere Gefahr bringe die Liberalisierung, betonte Zumwinkel. Deren Ziel sei es, der Post Briefmengen wegzunehmen und sie der Konkurrenz zu geben. „Wenn es 10 Prozent weniger Menge gibt, dann sind es bei insgesamt jetzt 160.000 Arbeitsplätzen im nationalen Briefdienst rund 16.000 Stellen, die überflüssig würden. Da die Konkurrenz nach eigenen Angaben anstrebe, der Post 20 Prozent Marktanteil abzunehmen, wären rein rechnerisch 32.000 Stellen davon betroffen.” Nach dem Fall des Briefmonopols 2008 dürfen die deutschen Verbraucher nach den Worten Zumwinkels nicht auf deutliche Preisnachlässe hoffen. Dramatische Briefpreissenkungen seien nicht zu erwarten, sagte er. Dazu seien die Lohnkosten der Post zu hoch. Sollten Wettbewerber indes etwa durch Lohn-Dumping versuchen, Preise zu drücken, werde die Deutsche Post reagieren: „Es kann sich keiner darauf verlassen, dass wir, wenn wir bei den Briefpreisen unterboten werden, untätig bleiben.” Post fordert Mindestlöhne für den Briefmarkt06.11.2006 Mit seiner Kritik unterstützt Zumwinkel die Forderungen der Gewerkschaften, das „Lohndumping” der Post-Wettbewerber zu beseitigen. Ein Briefzusteller mit 2-jähriger Berufserfahrung bezieht bei der Deutschen Post nach Gewerkschaftsangaben für eine 38,5-Stunden-Woche ein Bruttogehalt von knapp 1.700 Euro. Dazu kommt ein Basisbetrag von 110 Euro und etwa 474 Euro im Jahr Weihnachts- und Urlaubsgeld. Bei der PIN AG würden für eine 40-Stunden-Woche maximal 1.430 Euro im Monat gezahlt, davon bis zu 410 Euro als jederzeit widerrufbare „freiwillige Prämie”. Die Gewerkschaft DPVKOM fordert einen branchenspezifischen Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde. Navigationshilfe bei der PaketzustellungNovember 2006 Neben den Fahrtfolgedaten sind zusätzliche, für die Auslieferung relevante Informationen über das Filialnetz, den Standort von Packstationen und der Zustellbasen des Bereichs hinterlegt. Vollzeit-, Teilzeit- und geringfügig Beschäftigte bei den Postdienstleistern im Jahr 2004April 2006
Red Parcel Start vermutlich später02.11.2006 Red Parcel erwartet in nächster Zeit die Baugenehmigung für das Grundstück in der Region Magdeburg. Die 3 anderen Grundstücke seien bereits gekauft. In Magdeburg soll eine Pilotanlage gebaut werden. Dort werden die Abläufe unter Praxisbedingungen getestet. Erst wenn diese Tests abgeschlossen seien, werde die Technik auch an den anderen Standorten eingebaut. „Mir persönlich wäre sogar ein Start in 2009 am liebsten gewesen, weil dann die Deutsche Post andere Dinge zu tun hat, als sich um einen kleinen Paketdienst zu kümmern.” Das sei aber mit den Finanzinvestoren nicht zu machen gewesen. US-Logistikkonzern FedEx macht DHL auch in China Konkurrenz / „Gutes Wachstum auch in Deutschland”06.11.2006 Auf dem deutschen Markt meldet FedEx „gutes Wachstum”. Die Bedeutung der Luftfrachtverbindungen von Köln und Frankfurt werde vor allem mit dem Wachstum Osteuropas weiter zunehmen. FedEx beschäftigt in Deutschland 1.300 seiner weltweit 275.000 Mitarbeiter. Deutsche Post will Lohnbuchhaltung nach Osteuropa verlagern12.11.2006 Der Konzern will von 2009 an jährlich 500 Millionen Euro einsparen. Die Veränderungen betreffen mit Ausnahme Deutschlands alle Länder Europas. Dort arbeiten 4.500 Kräfte der Post-Tochter DHL in der Buchhaltung. Wie viele Stellen davon nach Osteuropa gehen, ist noch offen. Die Arbeit soll an einem Standort konzentriert werden. UPS will in das Frachtgeschäft in Europa einsteigen13.11.2006 Zuletzt litt das Ergebnis der Sparte Supply Chain Solutions. UPS erwirtschaftete im 3. Quartal 2006 mit 2 Milliarden US-Dollar dank der Übernahmen zwar ein Viertel mehr Umsatz als im Jahr zuvor, musste aber einen Verlust von 19 Millionen US-Dollar hinnehmen nach 70 Millionen US-Dollar im Vorjahr. Die Renditen des Paketgeschäfts von über 15 Prozent seien von Fracht und Logistik nicht zu erwarten, sagte Kuehn. Immerhin erhofft er aber auch in diesen Sparten „hohe einstellige Margen”. Eigenes Firmenlogo als Briefmarke29.11.2006 TNT darf „Post” im Namen führen01.12.2006 Das Gericht hatte gegen die Deutsche Post geurteilt, da es im konkreten Fall keine Verwechslungsgefahr gesehen habe. Der Sprecher kündigte an, der Konzern werde um die Marke „Post” weiterhin kämpfen. TNT tritt in Deutschland mittlerweile unter dem Namen „TNT Post” auf. Die Deutsche Post hat bereits eine ganze Reihe von Gerichtsverfahren geführt, um Verwechslungen des eigenen Namens mit dem von Konkurrenten zu verhindern. Die Gerichte haben in der Vergangenheit unterschiedlich geurteilt. So hat die Deutsche Post erreicht, dass Wettbewerber nicht unter den Namen „Der Postbote”, „Neue Post”, „Ulmer Post” oder „Deutsche Briefpost” antreten dürfen. Dagegen haben deutsche Gerichte die Firmenbezeichnung „Blaue Post” als zulässig befunden. 6.000 Briefzusteller der Deutschen Post sollen nur noch in Teilzeit arbeiten25.11.2006 Die Umstrukturierung, die mit der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di vereinbart wurde, soll von Anfang 2007 bis Ende 2009 umgesetzt werden. Mit dieser Maßnahme will die Deutsche Post vor allem ihr Ziel erreichen, Briefsendungen bis spätestens 13 Uhr beim Empfänger zuzustellen. Sie will sich damit für den Wettbewerb nach Ende des Postmonopols am 1. Januar 2008 wappnen. Mit der Vereinbarung ist laut ver.di auch verbunden, dass es in der Briefzustellung - anders als bei der Paketzustellung - bis Ende 2009 keine Fremdvergabe geben wird. Deutsche Post legt nationales Paket- und Briefgeschäft zusammen12.12.2006 Hintergrund der Entscheidung - so die Deutsche Post in ihrer Pressemitteilung - sind die große gemeinsame Kundenbasis und zahlreiche Synergien der Bereiche Brief und Paket in Deutschland. Dr. Hans-Dieter Petram, Konzernvorstand BRIEF: „Mit diesem Schritt werden wir noch stärker in die Lage versetzt, unsere Qualitätsführerschaft auszubauen und unsere Kostenposition durch sinnvolle Synergien zu verbessern.” Zu den Gemeinsamkeiten der Bereiche gehören - so Petram - die weit verbreitete Verbundzustellung außerhalb von Innenstädten oder auch der gemeinsame Vertriebspunkt Filiale. Der Umbau soll schon Anfang 2007 beginnen. Die 33 Frachtzentren, die einschließlich der zugehörigen Niederlassungen Fracht den Niederlassungen BRIEF unterstellt werden, und die 83 Briefzentren sollen bestehen bleiben. Einige Konkurrenten der Deutschen Post protestierten gegen die Pläne der Post. „Wenn die Post die Bereiche Brief und Paket verschmilzt, ist die Gefahr groß, dass Einnahmen aus dem Monopolbereich Brief missbräuchlich im Wettbewerb eingesetzt werden”, sagte Hans-Peter Teufers vom Bundesverband Internationaler Express- und Kurierdienste (BIEK). Der Verband wandte sich deswegen im Dezember 2006 mit einer Beschwerde an die Bundesnetzagentur. Die Behörde solle dafür sorgen, dass wettbewerbswidrige Quersubventionierungen ausgeschlossen werden. Die Post solle eine getrennte Buchführung der unterschiedlichen Dienstleistungen überzeugend nachweisen. Erst Anfang der 90er Jahre habe die Post den Brief- und Paketbereich „mit hohen staatlichen Zuschüssen” betrieblich getrennt. DHL entwickelt mit Partnern RFID-Sensor-Lösung für Pharmaindustrie20.12.2006 Der neue Sensor-Tag ist eine Kombination aus Temperatursensor und RFID-Funkchip. Mit ihm lässt sich ein definierter Temperaturbereich ununterbrochen überwachen und aufzeichnen, ohne dafür die Sendung öffnen zu müssen. Er lässt sich besonders nah am Produkt anbringen. Der RFID-Sensor-Tag wurde zunächst bei einem Pharmakunden getestet und nun erstmals bei einem Transport von Diagnostika und Impfstoffen nach Übersee erfolgreich in der Praxis eingesetzt. Deutsche Briefzusteller nach Dänemark?17.12.2006 Philatelie: neues Sammelgebiet private Briefmarken / Ab 2008 offizielle Postwertzeichen auch für Wettbewerber der Deutschen Post?30.12.2006 Mit der vollständigen Liberalisierung des Briefmarktes ab 1. Januar 2008 soll das deutsche Postwertzeichen-Ausgabeprogramm unter mehreren Postdienstleistern aufgeteilt werden. Dies will die Tageszeitung „Die Welt” aus dem Bundesfinanzministerium erfahren haben, das für die Ausgabe der offiziellen Postwertzeichen zuständig ist. Die Deutsche Post ist bisher der einzige „Abnehmer” der Postwertzeichen. DHL erhält Multi-Millionen-Dollar Auftrag aus Saudi Arabien28.12.2006 Schwerpunkt des Abkommens ist die Entwicklung der landesweiten logistischen Infrastruktur und die Materialversorgung des Ölgiganten durch DHL - von der Belieferung der Firmenbüros mit Kopierpapier bis zum Transport schwerer Bohrgeräte. Aktie Gelb29.12.2006 ◊ |