Postbank Juli - Dezember 1997

Post und Postbank gemeinsam in die Zukunft

20.10.1997
Deutsche Post und Deutsche Postbank haben nach jahrelangem Streit eine enge Kooperation vereinbart. Am 20. Oktober 1997 haben die beiden Vorstandsvorsitzenden Dr. Klaus Zumwinkel (Post) und Dr. Dieter Boening (Postbank) ihr gemeinsames Konzept vor der Presse umrissen. Mit 26 Detailvereinbarungen auf Basis des abgeschlossenen Kooperationsvertrages wurde die Zusammenarbeit besiegelt.

Besserer Service und mehr Wirtschaftlichkeit sind die Säulen des neuen Konzeptes. Vor allem der Kostendruck belaste derzeit die Filialen, so der Geschäftsbereichsleiter Marketing/Vertrieb Postfilialen in der Post-Generaldirektion, Lothar Rogg. Von den über 15.000 Filialen haben ca. 9.000 weniger als 50 Kunden pro Tag.

Künftig gelte „Wo Post draufsteht, ist auch Postbank drin”, so Postbank-Chef Boening. Damit die Produkte des Partners professionell und bankgemäß in den Filialen vertrieben werden können, ist eine Offensive mit Blick auf Beratungskompetenz, Produkt-Know-how und Verkaufsfähigkeiten der Mitarbeiter geplant. Über 1 Milliarde DM wollen Post und Postbank in das neue Filialkonzept investieren. Bis 2002 soll es realisiert sein.

Postbank bildet aus

September 1997
Die Deutsche Postbank AG wird 1998 ihr Ausbildungsplatzangebot gegenüber dem Vorjahr auf 250 Plätze aufstocken. Seit 1996 bildet sie wieder selbst für den Beruf Kauffrau/Kaufmann für Bürokommunikation aus. Ein Übernahmeangebot für die Zeit nach der Ausbildung kann die Postbank den Azubis allerdings nicht geben.

Neue strategische Ausrichtung sichert Zukunft

Oktober 1997
Der Vorstand der Postbank sieht vor dem Hintergrund der Veränderung der deutschen Kreditwirtschaft und des neu beschlossenen Vertriebsverbundes mit der Deutschen Post AG Handlungsbedarf für eine neue strategische Ausrichtung und umfassende Restrukturierung. Als „Bank für das Wesentliche” will die Postbank dem Kunden keine unüberschaubare Vielfalt von Produkten, sondern eine transparente Angebotspalette bieten, die an den Kernbedürfnissen der Kunden ausgerichtet ist.

Unabdingbar ist nach Ansicht des Vorstandes eine zweite umfassende Restrukturierung und Neuorganisation der Postbank. Gegenüber ihren Wettbewerbern habe die Postbank noch erhebliche Struktur- und Effizienzdefizite, die sich in überhöhten Kosten niederschlagen.

Die Niederlassungsstandorte sollen als Vertriebsstandorte erhalten bleiben. Der Vorstand ist der Meinung, dass der Personalbedarf in den Niederlassungen kurzfristig um 1.000 Einheiten abgesenkt werden kann.

Postbank und Wüstenrot kooperieren

Oktober 1997
Die Deutsche Postbank AG und die Bausparkasse Wüstenrot haben eine Kooperation im Bausparen vereinbart. Dies ist mit der Deutschen Post AG und der Bundesanstalt für Post und Telekommunikation abgestimmt. Ein Vertrag soll demnächst unterzeichnet werden. Wüstenrot hat erklärt, sich an der Postbank zu beteiligen, umgekehrt will sich die Postbank an der Wüstenrot-Gruppe beteiligen.

„Postbank Zins plus” ersetzt „Sparen mit wachsendem Zins”

01.11.1997
Zum 1. November 1997 führt die Postbank ein neues Sparprodukt ein: Postbank Zins plus. Es wird das Sparen mit wachsendem Zins ersetzen.

Postbank Zins plus ist ein Sparkonto mit 3-monatiger Kündigungsfrist. Die Mindestspareinlage beträgt 5.000 DM. Die Verzinsung erfolgt in einer festen, jährlich steigenden Zinsstaffel über 5 Jahre. Derzeit liegt der Zinssatz zwischen 3 Prozent im 1. Jahr und 6,5 Prozent im 5. Jahr. Nach Ablauf einer neunmonatigen Sperrfrist kann der Kunde jederzeit über sein Guthaben verfügen.

Vorteil der neuen Sparform sind hohe Flexibilität und eine niedrige Mindesteinlage. Unterschiede zum bisherigen Sparen mit wachsendem Zins:

  • Einzahlungen: Die Vertragssumme muss bereits bei Vertragsbeginn vollständig eingezahlt werden. Zuzahlungen während der Laufzeit sind nicht möglich.
  • Rückzahlungen: Abgesehen von den Zinsauszahlungen sind keine Teilrückzahlungen möglich. Jede Rückzahlung über den Zinsbetrag hinaus bedeutet die Auflösung des Sparvertrages.
  • Zinsauszahlungen: Die Zinsen werden jeweils am Ende des Sparjahres ausgezahlt. Beginnt ein Sparvertrag z.B. am 15. Juni, so erhält der Kunde seine Zinsen in der Mitte des Folgejahres.

Postbank verzichtet auf betriebsbedingte Kündigungen

Oktober 1997
Die Deutsche Postbank will bis zum Jahr 2000 auf betriebsbedingte Kündigungen verzichten. Die Postbank verknüpft mit dieser Zusage an die Gewerkschaften die Erwartung, dass sie einem niederlassungsübergreifenden Personaleinsatz zustimmen. Außerdem sollen die Beschäftigten im Rahmen ihrer Tätigkeit bei der Postbank Tochter „interServ” auch außerhalb des Postbank Konzerns eingesetzt werden dürfen.

Postbank-Barometer

Oktober 1997

Daten ausgewählter Produkte Dezember 1996 / September 1997
  31.12.1996 30.09.1997 Veränderung
Einlagengeschäft       
Sparkonten (Millionen Stück) 20,4       20,3       - 0,5 Prozent
Spareinlagen (Milliarden DM) 62,6        62,8       + 0,3 Prozent
Depotkonten (Stück) 106.214       133.529       + 25,7 Prozent
Depoteinlagen (Milliarden DM) 1,68       2,21       + 31,6 Prozent
Girokonten (Millionen Stück) 4,20       4,12       - 1,9 Prozent
Sichtguthaben (Milliarden DM) 26,3       23,5       - 10,6 Prozent
Privatkundenkredit: Konten (Stück) 7.421       19.181       + 158,5 Prozent
Kreditvolumen (Millionen DM) 126,8       534,8       + 321,8 Prozent
Sparbuch 3000 plus (Milliarden DM) 37,9       40,0       + 5,5 Prozent
Sparen mit festem Zins (Milliarden DM) 8,0       7,3       - 8,8 Prozent
Sparen mit 3-monatiger Kündigungsfrist (Milliarden DM) 10,0       9,2       - 8,0 Prozent
Sparbriefe, Einlagen gesamt (Milliarden DM) 3,0       3,5       + 16,7 Prozent
Festgeld (Millionen DM) 426,2       499,9       + 17,3 Prozent
Postbank Rendite Investmentfonds (Millionen DM)              
Rendite Laufzeiten (Einlagen Rücknahmewert) 425,4       403,5       - 5,2 Prozent
DM Cash 688,5       483,5       - 29,8 Prozent
Rendite Global 73,2       110,9       + 51,5 Prozent
Dynamik Global 79,8       158,8       + 99,9 Prozent
2000 Extra 415,0       592,8       + 42,8 Prozent
Dynamik DAX (seit 14.03.97) --       424,0       ---
Btx-Girokonten (T-Online, Stück) 431.826       457.627       + 6,0 Prozent
Direkt- (bisher:Telefon-)Service-Teilnehmer 698.481       751.392       + 7,6 Prozent
ec-Karten (Millionen Stück) 1,20       1,20       0,0 Prozent
EUROCARD (Stück) 227.982       215.816       - 5,3 Prozent
VISA CARD 72.302       101.734       + 40,7 Prozent
Kreditgeschäft (Millionen DM)                
Privatkredit 101,5       241,7       + 138,1 Prozent
Baufinanzierung 25,3       293,1       + 1058,5 Prozent

Produktstraffung

November 1997
Die Mitte des Jahres 1997 vom Postbank-Vorstand beschlossene Produktstraffung wird in einem ersten Schritt schon vom 1. Januar 1998 an erfolgen. Am 4. November 1997 beschloss der Vorstand den Vertrieb für folgende Produkte einzustellen:

  • Sparen mit wachsendem Zins,
  • Sparbuch mit vereinbarter Kündigungsfrist von 12 bis 48 Monaten,
  • Sparen für vermögenswirksame Leistungen. Für neue vL-Anlagen wird Wüstenrot-Bausparen angeboten.
  • Ratensparen mit Prämie.

Die Sparkonten mit einer Kündigungsfrist von 3 Monaten werden von 1998 an nur noch als 3000plus Konten verkauft.

Postbank Fonds „Dynamik Global” mit hohem Wertzuwachs

November 1997
Der Investmentfonds „Postbank Dynamik Global” rangiert an 1. Stelle der weltweit anlegenden Aktienfonds. Dieses Ergebnis veröffentlichte die Zeitschrift „Finanzen” in Ausgabe 11/97. Vom 1. Januar - 24. Oktober 1997 konnte der Fonds allein in diesem Jahr einen Wertzuwachs von 43,6 Prozent erzielen. Der Fonds (keine Laufzeitbegrenzung) investiert hauptsächlich in deutsche, US-amerikanische, japanische und britische Aktien.