Postbank Januar - Juni 1999

Zumwinkel ist Aufsichtsratsvorsitzender der Postbank

13.01.1999
Am 13. Januar 1999 hat die Hauptversammlung der Deutschen Postbank AG 4 neue Aktionärsvertreter in den Aufsichtsrat des Unternehmens berufen. Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Post, Dr. Klaus Zumwinkel, wurde vom Postbank-Aufsichtsrat zum Vorsitzenden des Gremiums gewählt. Die Deutsche Post hatte am 1. Januar 1999 die Postbank zu 100 Prozent vom bisherigen Eigentümer Bund übernommen.

Die weiteren neuen Mitglieder des Postbank-Aufsichtsrates sind die Vorstände der Deutschen Post, Dr. Hans-Dieter Petram und Dr. Edgar Ernst, sowie der Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Dr. Alfred Tacke. Die übrigen 6 Aktionärsvertreter bleiben im Amt.

Ausgeschieden aus dem Gremium sind der bisherige Vorsitzende, Ex-Bundeswirtschaftsminister Dr. Hans Friedrichs, Dr. Thea Brünner, die Vorsitzende der Verbraucherzentrale Berlin, Klaus Bünger, ehemaliger Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, sowie Prof. Dr. Paul Laufs, ehemaliger Staatssekretär im Bundesministerium für Post und Telekommunikation.

Keine Veränderungen gab es bei den Arbeitnehmer-Vertretern. Stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender bleibt Michael Sommer, stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Postgewerkschaft.

Am 3. Dezember 1998 hatten Bundesfinanzminister Oskar Lafontaine und der Vorstandsvorsitzende der Bundesanstalt für Post und Telekommunikation, Hans-Gotfried Bernrath, bekanntgegeben, dass die Deutsche Post zunächst 100 Prozent des Postbank-Kapitals übernehmen und später einen Teil der Aktien an Produktpartner und über die Börse veräußern soll.

von Schimmelmann neuer Vorstandsvorsitzender der Postbank

Januar 1999
Der Aufsichtsrat der Deutschen Postbank AG hat Prof. Dr. Wulf von Schimmelmann ab 1. Februar 1999 zum neuen Vorstandsvorsitzenden des Geldinstituts bestellt. Er löst den bisherigen Vorstandsvorsitzenden Dr. Dieter Boening ab, der zum 31. Januar 1999 „im gegenseitigen besten Einvernehmen” - so die Pressemitteilung der Deutschen Post vom 25. Januar 1999 - aus der Postbank ausschied. Er leitete die Postbank seit Juli 1997. Mit ihm schied auch Vorstandsmitglied Joachim Sperbel aus der Postbank aus.

Der 51-jährige Wulf von Schimmelmann hat jahrzehntelange Erfahrung im Privatkunden- und Systemgeschäft in Vorstandspositionen verschiedener Bankinstitute. Er begann seinen Berufsweg als Berater bei McKinsey und war dort in den USA, der Schweiz und Deutschland in der Beratung des Top Managements von Bankinstituten tätig. 1978 trat er in den Vorstand der Landesgirokasse Stuttgart ein. Ab 1984 war von Schimmelmann Vorstand bei der DG Bank in Frankfurt. Danach war er Geschäftsinhaber und Vorstand bei der BHF-Bank in Frankfurt. Er ist Honorarprofessor an der Universität Konstanz.

Im Vorstand der Postbank sind demnach seit 1. Februar 1999 neben dem neuen Vorsitzenden noch Rainer Neumann, Achim Scholz und Volker Mai.

Erfolgreiches Bauspargeschäft

April 1999
Bereits 15 Monate nach Beginn der Kooperation mit der Bausparkasse Wüstenrot hat es die Postbank geschafft, die Milliardengrenze bei der Vermittlung von Bausparverträgen zu überschreiten. So wurden in dieser Zeit 35.000 Bausparverträge mit einer Bausparsumme von 1 Milliarde DM abgeschlossen.

PB Versicherung ging an den Start

19.04.1999
Seit 19. April 1999 hat die Postbank ihre Produktpalette erweitert. Seit diesem Tag bietet die PB Versicherung, Partner von Postbank und Deutscher Post, auch bei den Postfilialen eine Unfall-, eine Rentenversicherung und in Verbindung mit Privatkrediten eine Kreditlebensversicherung an.

Postbank-Chef von Schimmelmann: „1999 ist das Jahr des Aufbruchs”

27.04.1999
Gemeinsam mit der Deutschen Post will die Postbank in die Offensive gehen. „Durch den Wechsel des Eigentümers haben wir nun den Rücken frei für eine echte Vorwärtsstrategie. 1999 ist das Jahr des Aufbruchs”, betonte Vorstandsvorsitzender Wulf von Schimmelmann bei der Bilanzpressekonferenz am 27. April 1999 in Bonn. Mit neuen Produkten und Vertriebskonzepten will die Postbank möglichst viele Arbeitsplätze sichern.

  • Das Wachstum der Privatkredite und Baufinanzierungen soll forciert werden.
  • In einer gemeinsamen Offensive wollen Deutsche Post und Postbank den negativen Trend bei den Girokonten umkehren. So bietet die Postbank seit April 1999 ihren Kunden mit „Postbank Giro plus” das Konto zum Nulltarif an.
  • Die dritte Herausforderung ist die Verbesserung der Kostenstruktur. Deshalb arbeitet die Postbank an der Weiterentwicklung der Organisation. So sollen in den 14 Postbank Niederlassungen vertriebliche und betriebliche Funktionen getrennt werden.

Spitzenreiter in der Kundengunst war auch 1998 das Sparbuch 3000plus. Dort haben die Kunden 46,3 Milliarden DM angelegt.

Die Bilanzsumme des Postbank Konzerns stieg im Geschäftsjahr 1998 auf 114,08 Milliarden DM. „Der Jahresüberschuss von 16 Millionen DM zeigt, dass noch viel zu tun ist”, so der Postbank-Chef. Bis 2002, das Jahr, in dem der Börsengang geplant ist, hofft die Postbank - so von Schimmelmann - ihr Betriebsergebnis auf 500 Millionen DM steigern zu können.

Postbank will Mehrheit an DSL-Bank erwerben

30.06.1999
Die Postbank beabsichtigt - wie sie in einer Presseerklärung am 30. Juni 1999 bekanntgab -, allen Aktionären der DSL Holding AG ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot für den Erwerb sämtlicher Aktien der DSL Holding, mindestens jedoch 70 Prozent der Anteile an der Holding zu unterbreiten.

Das Übernahmeangebot sieht vor, nennwertlose DSL-Inhaber-Stammaktien zu einem Preis von 16,20 Euro (= 31,68 DM) zu erwerben. Das ist ein Aufschlag von 2,93 DM auf den amtlichen Kassakurs vom 30. Juni 1999. Das Angebot erfolgt vorbehaltlich der kartellrechtlichen und bankenaufsichtsrechtlichen Zustimmung.

In einer Presseerklärung des Bundesfinanzministeriums und der Postbank heißt es: Die Deutsche Postbank und das Bundesministerium der Finanzen haben bindend vereinbart, dass die Postbank die Anteile des Bundes an der DSL Bank übernimmt. Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) erklärte dazu: „Mit dieser Transaktion wird die erfolgreiche Privatisierungspolitik des Bundes fortgesetzt.” Mit dem Zusammenschluss entsteht ein Institut mit einer Bilanzsumme von 260 Milliarden DM. Während die Postbank sich als Retailbank insbesondere auf den Bereich Privatkunden konzentriert, ist die DSL Bank ein Spezialinstitut für private und gewerbliche Baufinanzierungskredite und die Emission von Wertpapieren.

Grundsätzlich ist geplant, die DSL Bank mit der DSL Holding AG und danach mit der Postbank zu verschmelzen. Durch den Zusammenschluss soll es in beiden Häusern keine betriebsbedingten Kündigungen geben.

Die DSL Bank (Anstalt des öffentlichen Rechts) muss zunächst in eine Aktiengesellschaft umgewandelt werden.

Post-Chef Dr. Klaus Zumwinkel begrüßte für den Deutsche Post Konzern die Entscheidung als „wichtigen Schritt zur Abrundung der Konzernstrategie mit Blick auf den Börsengang im nächsten Herbst.”

Neue Vorstandsorganisation

Juni 1999
Der Postbank-Aufsichtsrat hat einer neuen Vorstandsorganisation zum 1. Oktober 1999 zugestimmt. Künftig werden Unternehmensbereiche mit eigener Ergebnisverantwortung für klar definierte Marktsegmente eingerichtet: Privatkunden, Firmenkunden und Financial Markets. Darüber hinaus wird es die Querschnittsbereiche Operations, IT und Personal geben.

Der Vorstandsvorsitzende übernimmt kommissarisch den Bereich Privatkunden, Achim Scholz wird die Operations verantworten und kommissarisch für den Unternehmensbereich Financial Markets zuständig sein. Vorstand Rainer Neumann wird wie bisher den Bereich IT leiten, und Volker Mai ist weiter Personalvorstand und zusätzlich kommissarischer Leiter des Bereichs Firmenkunden.

Postbank-Barometer

April 1999
Daten ausgewählter Produkte Dezember 1998 / März 1999

31. Dezember 1998 31. März 1999 Veränderung
Einlagengeschäft
Sparkonten - gesamt - (Millionen Stück) 19,96 19,89 - 0,4 Prozent
Spareinlagen - gesamt - (Milliarden DM) 67,44 68,16 + 1,1 Prozent
Investmentfonds Konten (Stück) 199.613 219.955 + 10,2 Prozent
Investmentfonds Einlagen (Milliarden DM) 3,29 3,62 + 10,0 Prozent
Girokonten (Millionen Stück) 4,008 3,971 - 0,9 Prozent
Sichteinlagen (Milliarden DM) 27,47 24,85 - 9,5 Prozent
Postbank Investmentfonds (Millionen DM) - Auswahl -
Rendite Laufzeiten (Einlagen Rücknahmewert Millionen DM) 660,5 647,3 - 2,0 Prozent
DM Cash 296,4 296,0 - 0,14 Prozent
Rendite Global 218,8 230,8 + 5,5 Prozent
Dynamik Global 360,6 439,7 + 22,0 Prozent
2000 Extra 520,0 499,9 - 3,9 Prozent
Dynamik DAX 669,3 627,9 - 6,2 Prozent
Online-Banking-Konten (Stück) 561.228 585.847 + 4,4 Prozent
Telefonbanking-Kunden (Tsd.) 1.003 1.010 + 0,7 Prozent
ec-Karten (Tsd. Stück) 1.437 1.491 + 3,82 Prozent
EUROCARD (Tsd. Stück) 218,9 256,3 + 17,1 Prozent
VISA CARD (Tsd. Stück) 122,1 175,9 + 44,1 Prozent
Kreditgeschäft (Millionen DM)
Privatkredite (Millionen DM) 643,9 683,2 + 6,1 Prozent
Baufinanzierung (Millionen DM) 1.407,5 1.546,2 + 9,91 Prozent
SB-Automaten
Geldausgabeautomaten (Stück) 1.575 1.641 + 4,2 Prozent
Kontoauszugsdrucker (Stück) 484 538 + 11,2 Prozent