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Postbank Juli - Dezember 1999
Postfilialen und Postbank rücken zusammen
Dezember 1999
Die Kooperation der Filialen der Deutschen Post und Postbank wurde organisatorisch und personell verbessert: Beide sind dem Vorstandsbereich FINANZ DIENSTLEISTUNGEN (Vorstand: Prof. Dr. Wulf von Schimmelmann) zugeordnet, bilden dort aber eigene Einheiten. Die Neuordnung schafft bei Führungskräften z.T. übergreifende Zuständigkeiten. So ist der Geschäftsbereichsleiter Lothar Rogg Sprecher für die Geschäftsbereiche Filialen der Deutschen Post, zugleich fungiert er als Generalbevollmächtigter der Postbank, dort zuständig für den stationären Vertrieb im Bereich Privatkunden.
Wulf von Schimmelmann bleibt wie bisher Vorstand FINANZ DIENSTLEISTUNGEN der Deutschen Post AG und in Personalunion Vorstandsvorsitzender der Deutschen Postbank AG.
Postbank bietet Aktien und Wertpapiere an / Brokerage-Partner vorgestellt
September 1999
Im Jahr 2000 wird die Postbank den Handel mit Aktien und Wertpapieren aufnehmen. In Zusammenarbeit mit der WPS WertpapierService Bank AG und der Netlife AG steigt sie in das Direkt-Brokerage per Internet und Telefon ein.
Vor Journalisten zeigte sich Prof. Dr. Wulf von Schimmelmann am 1. September 1999 zuversichtlich, dass die Postbank mit geplanten 250.000 Depots im ersten vollen Geschäftsjahr von Anfang an zu den Großen der Branche zählen wird. Pünktlich zum Börsengang der Deutschen Post soll das Angebot im Herbst 2000 für alle Kunden stehen.
Netlife liefert die Software als Schnittstelle zu allen weiteren Funktionen. U.a. können die Postbank Kunden künftig auf Kursinformationen zugreifen, Depots verwalten, Wertpapierkäufe und -verkäufe am selben Tag durchführen sowie online Charts abrufen.
Dem Wertpapierserviceleister WPS Bank kommt nach Aussage von Schimmelmanns die ganz entscheidende Rolle zu, ab Anfang 2000 den Full-Service im Backoffice zu übernehmen, also die Orderabwicklung sowie die Verwaltungs- und Verwahrungsprozesse.
Die Postbank hat bereits im Juli 1999 eine Tochter als Vorratsgesellschaft gegründet, die als neue Brokerage-Marke den Postbank Konzern bereichern wird. Die Postbank selbst kümmert sich um die Callcenter, bearbeitet die Interessentenanfragen und erledigt den Versand von Informationen. Dort angesiedelt werden aber auch der Kommissionshandel, die Schnittstellenfunktion zu den Providern, die Führung der Verrechnungskonten und bestimmte Stabstätigkeiten wie Rechnungswesen, Controlling u.ä.
5 Sterne für Postbank Dynamik Global Fonds
05.10.1999
Die Deutsche Postbank konnte am 5. Oktober 1999 im Berliner Hotel Adlon zum wiederholten Mal eine Auszeichnung für ihren erfolgreichsten Investmentfonds, den PB Dynamik Global, in Empfang nehmen. Die Zeitschrift „Capital” setzte den von der Luxemburger Tochter Postbank International verwalteten Fonds in der Rubrik „Weltweit anlegende Aktienfonds” auf den ersten Platz. Zusätzlich erhoben die „Capital”-Juroren den Fonds in den Investment-Adelsstand, indem sie ihn mit der höchsten Bewertung von 5 Sternen bedachten. Von 1.400 getesteten Zertifikaten erhalten in 14 Kategorien nur ganze 22 das Gütesiegel „5 Sterne”. Auf der Internet-Seite „capital.de” werden die Bestenlisten monatlich aktualisiert.
Postbank-Personal kann zu Mutter Post wechseln
September 1999
Die enge Verzahnung und Kooperation zwischen der Deutschen Post und ihrer Tochter Postbank im Filialbereich wird in der neuen Filialstruktur sichtbar: Die bisher von der Postbank mit eigenem Personal betriebenen „Blauen Schalter” in größeren Postfilialen werden in die Center-Filialen der Deutschen Post integriert. Darüber haben sich die Deutsche Post/Deutsche Postbank, Deutsche Postgewerkschaft und die Beteiligungs- und Mitbestimmungsgremien im September 1999 geeinigt, ebenso über die Übernahme des betroffenen Postbank-Personals durch die Deutsche Post. Motto des Vorstandsvorsitzenden der Postbank Wulf von Schimmelmann: „Zusammenführen, was zusammen gehört.” Danach bleiben alle 14 Niederlassungsstandorte der Postbank erhalten.
Die Postbank-Mitarbeiter erhalten die Möglichkeit, freiwillig und ohne Nachteile zur Deutschen Post überzuwechseln. Sie haben für den Zeitraum von 5 Jahren ein Rückkehrrecht. Für den Verlust des Arbeitsplatzes bei der Postbank erhalten die betroffenen Beschäftigten eine Entschädigung in Form einer Abfindung. Damit werden alle materiellen Unterschiede in den Arbeitsbedingungen bei Postbank und Post abschließend ausgeglichen.
Auch der Postbank Immobilien-Bereich geht in den Bereich der Deutsche Post Immobilien-Gesellschaften über.
Neues Corporate Design
Oktober 1999
Seit Oktober 1999 macht die Deutsche Postbank ihre neu (wieder) gewonnene Nähe zur Deutschen Post mit einem neuen Corporate Design augenfällig: Das eingeführte Markenzeichen der Deutschen Postbank mit den 3 Segeln in Blau und Rot bleibt zwar bestehen. Diese Leistungsmarke steht aber jetzt in einem gelben Feld wie bei der Mutter Deutsche Post. Das Blau ist etwas dunkler geworden, um besser mit dem „Postgelb” - HKS 4 - zu harmonieren. Die bisherige Postbank-Hausschrift Formata wurde durch die Hausschrift der Post, Frutiger, ersetzt.
Postbank Barometer: Erfolgreiche Geschäftsentwicklung
Oktober 1999
Die Deutschen entdecken die Börse. Vor allem Investmentfonds haben es der deutschen Bevölkerung angetan. Das spürt auch die Deutsche Postbank mit ihrem inzwischen breiten Sortiment von Fonds. So konnte die Postbank auch im 3. Quartal 1999 mit einem Zuwachs von 36,6 Prozent bei den Konten Rekorde schreiben.
Besonders erfolgreich war im 3. Quartal 1999 der Dynamik Global Fonds. So brachte ihm die Vermarktung des Gewinns des Micropal-Award einen Zuwachs von mehr als 100 Prozent.
Auch die Geschäftsentwicklung bei Privatkrediten und in der Baufinanzierung verlief im 3. Quartal 1999 wie in den Vormonaten sehr erfolgreich. Allein zwischen Juli und September 1999 konnten 5.724 Postbank Privatkredite mit einem Volumen von 67,9 Millionen DM und 2.399 Baufinanzierungen mit einem Volumen von 523,9 Millionen DM verkauft werden.
Daten ausgewählter Produkte Dezember 1998 / September 1999
| Daten ausgewählter Produkte Dezember 1998 / September 1999 |
| |
31.12.1998 |
30.09.1999 |
Veränderung |
| Einlagengeschäft |
|
|
|
| Sparkonten (Sparbuch/SparCard), gesamt (Millionen Stück) |
18,80 |
18,67 |
- 0,7 Prozent |
| Sparen (Sparbuch/SparCard), gesamt (Milliarden DM) |
54,1 |
54,1 |
0,0 Prozent |
| Kapital plus - Konten (Millionen Stück) |
1,10 |
1,04 |
- 5,6 Prozent |
| Kapital plus - Einlagen (Milliarden DM) |
13,15 |
12,32 |
- 6,3 Prozent |
| Investmentfonds Konten (Stück) |
199.613 |
272.567 |
+ 36,6 Prozent |
| Investmentfonds Einlagen (Milliarden DM) |
3,29 |
4,43 |
+ 34,7 Prozent |
| Girokonten (Millionen Stück) |
4,0 |
4,0 |
0,0 Prozent |
| Sichteinlagen (Milliarden DM) |
27,47 |
25,43 |
- 7,4 Prozent |
| Postbank Investmentfonds (Millionen DM) - Auswahl - |
|
|
|
| Rendite Laufzeiten (Einlagen Rücknahmewert Millionen DM) |
660,5 |
597,1 |
- 9,6 Prozent |
| Rendite Global |
218,8 |
241,0 |
+ 10,2 Prozent |
| Dynamik Global |
360,6 |
778,8 |
+ 116,0 Prozent |
| Dynamik Select |
--- |
490,1 |
--- |
| 2000 Extra |
520,0 |
469,9 |
- 9,6 Prozent |
| Dynamik DAX |
669,3 |
613,7 |
- 8,3 Prozent |
| Online-Banking-Konten (Stück) |
561.228 |
627.368 |
+ 11,8 Prozent |
| Telefonbanking-Kunden (Millionen) |
1,0 |
1,17 |
+ 17,0 Prozent |
| ec-Karten (Tsd. Stück) |
1.437 |
1.621 |
+ 12,8 Prozent |
| Euro CARD (Tsd. Stück) |
218,9 |
222,9 |
+ 1,8 Prozent |
| VISA CARD (Tsd. Stück) |
122,1 |
140,0 |
+ 14,7 Prozent |
| Kreditgeschäft |
|
|
|
| Privatkredite (Millionen DM) |
643,9 |
809,0 |
+ 25,6 Prozent |
| Baufinanzierung (Millionen DM) |
1.407,5 |
2.568,6 |
+ 82,5 Prozent |
| SB-Automaten |
|
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| Geldausgabeautomaten (Stück) |
1.575 |
1.799 |
+ 14,2 Prozent |
| Kontoauszugsdrucker (Stück) |
484 |
620 |
+ 28,1 Prozent |
Auslaufmodell Euro-Scheck
Dezember 1999
Zunehmend unattraktiver wird für die meisten Verbraucher der Einsatz des Euro-Schecks. Dafür setzt sich das Zahlen mit der ec-Karte mehr und mehr durch (electronic cash). Damit sind die Tage des klassischen Euro-Schecks gezählt, den die Banken 1968 in Deutschland eingeführt hatten. In 34 Ländern wurde der Euro-Scheck akzeptiert. Bereits seit Anfang 1999 gelten Euro-Schecks in Schweden und Norwegen nicht mehr. Die Versorgung mit Bargeld übernehmen Geldautomaten. Frankreich und Italien wollen dem skandinavischen Beispiel folgen.
Postbank Pensionsservice mit mehr als 10.000 Pensionären
Juli 1999
Der Deutsche Postbank Pensionsservice e.V. betreut über 10.000 Pensionäre. Dies gab der Vorstandsvorsitzende des Vereins, Gerd Hartwig, bei der Mitgliederversammlung am 10. Juni 1999 bekannt. Mit dem starken Zugang an Pensionären sind die Aufwendungen des Vereins für Versorgungsbezüge und Beihilfen von 1997 auf 1998 um 29 Millionen DM auf 427 Millionen DM gestiegen, sagte Vorstandsmitglied Dr. Hans Molnar bei der Vorstellung des Jahresabschlusses 1998. Wie im Vorjahr erzielte der Pensionsservice aufgrund der Zuwendungen durch die Postbank auch im Geschäftsjahr 1998 wieder ein ausgeglichenes Ergebnis. Im laufenden Jahr 1999 werden die Aufwendungen wegen weiterer Zurruhesetzungen voraussichtlich auf über 470 Millionen DM steigen.
Erstmals hat der Bund im Rahmen seiner gesetzlichen Gewährleistungspflicht im Jahr 1999 Zahlungen an den Verein zur Abdeckung seiner finanziellen Verpflichtungen gegenüber den Versorgungsempfängern geleistet. In den Vorjahren waren die Ausgaben des Vereins, die nicht durch die gesetzlichen Zuwendungen des Trägerunternehmens Postbank gedeckt waren, von der Postbank zwischenfinanziert worden.
Neues Vorstandsmitglied: Loukas Rizos
30.11.1999
Der Postbank-Aufsichtsrat hat am 30. November 1999 Loukas Rizos zum neuen Vorstandsmitglied bestellt. Rizos wird Anfang 2000 das neu geschaffene Ressort Financial Markets übernehmen.
Der 43-jährige Diplom-Ingenieur war zuletzt Geschäftsfeldleiter bei der BHF-Bank, Frankfurt am Main.
Der bisherige IT-Vorstand Rainer Neumann ist zum 31. Oktober 1999 in gegenseitigem Einvernehmen als Vorstandsmitglied der Postbank ausgeschieden. Der Postbank-Vorstand besteht damit aus dem Vorsitzenden Wulf von Schimmelmann, Volker Mai, Achim Scholz und Loukas Rizos.
Postbank und DSL-Bank verschmelzen
September 1999
Im 1. Halbjahr 2000 werden die Postbank und die DSL-Bank rückwirkend zum 1. Januar 2000 rechtlich verschmolzen.
Vorher soll die DSL-Bank in eine Aktiengesellschaft umgewandelt werden, damit die Anteile des Bundes auf die Postbank übertragen werden können. Bereits am 30. Juni 1999 hatte sich der Postbank-Vorstand mit dem Finanzministerium über den Verkauf des 51,5-prozentigen DSL-Anteils des Bundes geeinigt. Bis zum 2. September 1999 erwarb die Postbank dann knapp 81 Prozent der Aktien der DSL Holding AG und legte damit den Grundstein für die nun anstehende Verschmelzung der beiden Banken.
Die DSL Bank glänzt als Spezialkreditinstitut mit einer hohen Kompetenz im Baufinanzierungsgeschäft.
Wiener Postsparkasse sucht Käufer
Oktober 1999
Die Österreichische Postsparkasse AG (P.S.K.), Wien, die im Jahr 2000 privatisiert werden soll, wehrt sich gegen die Übernahmegelüste der österreichischen Post. „Das bringt uns keine Synergien”, meinte der stellvertretende P.S.K.-Chef Karl Stoss. Sein Haus, das die landesweit 2.300 Filialen der Post für den Vertrieb von Krediten, Bausparverträgen und Versicherungen nutzt, wünscht sich „eine offene, EU-weite Ausschreibung”.
In Österreich zählt die Bank-Austria-Gruppe, die Bank für Arbeit und Wirtschaft (plus deren Partner Bayerische Landesbank) und die Raiffeisen-Geldgruppe zu den heißesten Bewerbern. Stoss kann sich neben P.S.K.-Interessenten aus der Schweiz und Holland auch die Deutsche Postbank, die Deutsche Bank oder die Dresdner Bank als Käufer vorstellen.
Postbank erfolgreich ins Jahr 2000 gestartet
Januar 2000
Ohne Computer-Crash ist die Deutsche Postbank erfolgreich ins Jahr 2000 gestartet. Auch in der Silvesternacht konnten die Kunden die 1.800 Geldautomaten nutzen. Auch das Telefon-Banking erwies sich als „jahrtausendfähig”.
Für alle Fälle haben 150 Mitarbeiter der Postbank und der Postbank Data in der Silvesternacht für einen erfolgreichen Start ins neue Jahr gesorgt. Das Online-Banking konnte nach einer eingeplanten Pause zwischen 22 Uhr und 2 Uhr planmäßig wieder hochgefahren werden.
Für die Postbank bedeutete die Umstellung auf das neue Jahr wegen der flächendeckenden Präsenz über die 20.000 Schalter in 14.000 Postfilialen, der großen Kundenzahl und der enormen Verkehrsmengen mit bis zu 10 Millionen Transaktionen täglich eine besondere Herausforderung. Sie betreut für ihre 10 Millionen Kunden 4 Millionen Girokonten und 20 Millionen Sparkonten.
Seit 1996 haben mehr als 400 Mitarbeiter an der technischen Umsetzung des „Millenniumwechsels” mitgewirkt. Mehr als 100 Millionen DM hat die Bank dafür aufgewendet.
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