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Postbank: Oktober bis Dezember 2008
Postbank Konten beim Kaffeeröster TchiboOktober 2008 Über die Internetplattform www.tchibo.de vermarktete die Postbank im Herbst 2008 das Giro plus Konto und die SparCard direkt zu speziellen Konditionen. In bestimmten Verkaufsphasen wurden beide Produkte deutschlandweit auch in den rund 1.000 Tchibo-Filialen angeboten. Ab November 2008 löst die Postbank VISA Motivkarte das Angebot der Postbank SparCard direkt ab. Ab Dezember 2008 wird das Postbank Angebot noch um den Raten- und Autokredit erweitert. Postbank rechnet mit Verlustjahr / Kapitalerhöhung27.10./28.11.2008 Außer Wertkorrekturen auf ihre Aktienbestände wegen der signifikanten Kursrückgänge an den Aktienmärkten im 3. Quartal wurde das Finanzanlageergebnis durch Wertberichtigungen in Höhe von 317 Millionen Euro auf das Engagement der Postbank bei der unter Gläubigerschutz gestellten US-Investmentbank Lehman Brothers belastet. „Zu Buche schlugen beim Handelsergebnis insbesondere Belastungen aus der Bewertung eingebetteter Derivate aus dem strukturierten Kreditersatzgeschäft in Höhe von 398 Millionen Euro.” Positiv verlief das operative Kerngeschäft. Bis Ende September 2008 wurden knapp 420.000 neue Girokonten bei der Postbank eröffnet. Bei den privaten Spareinlagen verbuchte die Postbank in den ersten 9 Monaten 2008 mit 8,3 Milliarden Euro noch stärkere Zuflüsse als in den ersten 9 Monaten 2007. Postbank-Chef Klein: „Die Postbank ist im operativen Geschäft weiter erfolgreich unterwegs. Der Quartalsverlust resultiert aus den Folgen der Kapitalmarktkrise, auf die wir kaum Einfluss haben. Die Postbank wird ein Bündel strategischer und finanzieller Maßnahmen ergreifen, um ihre Kunden und sich selbst vor den Auswirkungen der Finanzmarktkrise wirksam zu schützen.” Eckpfeiler der Strategie bleibt - so Klein - die konsequente Ausrichtung auf weiteres Wachstum im operativen Kerngeschäft. Dieses soll in Zukunft noch stärker forciert werden, u.a. durch den geplanten Aufbau einer engen Kooperation mit der Deutschen Bank, dem künftigen Großaktionär. Der Postbank-Vorstand hat beschlossen, noch im 4. Quartal 2008 eine Kapitalerhöhung durchzuführen. Der Bezugspreis pro Aktie wurde auf 18,25 Euro festgelegt. Die Mehrheitsaktionärin der Postbank, die Deutsche Post AG, hat sich gegenüber der Postbank unbedingt und unwiderruflich verpflichtet, den gemäß ihrer Beteiligung in Höhe von 50 Prozent plus eine Aktie auf sie entfallenden Anteil der Emission zum Bezugspreis zu zeichnen und darüber hinaus sämtliche Aktien aus der Kapitalerhöhung, die nicht anderweitig platziert werden können, zum Bezugspreis von 18,25 Euro je Aktie aufzunehmen. Die Kernkapitalquote der Postbank lag per 30. September 2008 nach Basel II bei 5,5 Prozent nach 6,3 Prozent zum 30. Juni 2008. Ronny Rhen, Bankenanalyst bei Morgan Stanley äußerte Zweifel, ob die Kapitalerhöhung ausreiche, um die Kernkapitalquote ausreichend zu erhöhen. Andere internationale Retailbanken kämen, das Hybridkapital herausgerechnet, auf 7 bis 8 Prozent Kernkapital. Zur Festigung der Kapitalbasis plant der Vorstand, den Aktionären bei der nächsten Hauptversammlung vorzuschlagen, für 2008 keine Dividende auszuschütten. „Der Vorstand strebt in einem normalisierten Umfeld mittelfristig und nachhaltig eine Eigenkapitalrendite von 13 bis 15 Prozent nach Steuern an”, erklärte Klein. An der Börse wurden die Zahlen mit Enttäuschung aufgenommen. Die Postbank-Aktie stürzte um 24 Prozent auf 13,78 Euro ab und war größter Verlierer im DAX. Die Aktie der Konzernmutter Deutsche Post AG rangierte mit einem Minus von mehr als 16 Prozent auf 8,11 Euro gleich dahinter. Der Kurs der Deutsche Bank Aktie fiel um über 13 Prozent auf 25,87 Euro. Am 28. November 2008 meldete die Postbank den Abschluss der Kapitalerhöhung. Da der Kurs der Postbank-Aktie mit ca. 14 Euro weit unter dem Bezugspreis von 18,25 Euro lag, war das Interesse der Anleger äußerst gering. Wie die Postbank mitteilte, übernahm entsprechend der vereinbarten Verpflichtung die Deutsche Post 99,3 Prozent aus der Emission. Der Anteil der Deutschen Post am Grundkapital der Postbank stieg damit von 50 Prozent plus 1 Aktie auf 62,3 Prozent. Die Kernkapitalquote stieg damit auf 6,9 Prozent. Postbank ohne Logo der Deutschen Post World NetNovember 2008 Hintergrund: Durch den Einstieg der Deutschen Bank ist die DPWN nicht mehr Mehrheitseigner der Postbank. Deutsche Bank zögert mit Komplettübernahme der Postbank20.11.2008 „Postbank ködert Vorstände mit Sonderboni”03.11.2008 „Die Zahlung war notwendig, um die Vorstände an Bord zu halten”, verteidigte ein Postbank-Sprecher die Boni, die sich laut Vergütungsbericht nach den Zahlungen des Vorjahres auf rund 7 Millionen Euro belaufen. Es habe keinen Zusammenhang mit dem Gelingen des Postbank-Verkaufs gegeben, sondern es sei vielmehr darum gegangen, die massive Belastung durch den etwa 10-monatigen Verkaufsprozess zu honorieren. Der Vorstand habe „angesichts der Finanzkrise und der Spekulationen um den Verkauf eine Doppel- und Dreifach-Belastung zu stemmen” gehabt. Postbank bläst Immobilienverkauf ab12.11.2008 Postbank verkleinert Vorstand von 10 auf 8 Mitglieder / Straffung der Risikosteuerung28.11.2008 Der Aufsichtsrat beschloss auch, die Zuständigkeiten für die Service- und Abwicklungsfunktionen zu bündeln und sie dem bisherigen Vorstand IT/Operations-Vorstand Dirk Berensmann zuzuordnen. Dr. Mario Daberkow scheidet „im gegen-seitigen Einvernehmen” - so die Postbank in ihrer Pressemitteilung - aus dem Vorstand aus. Als Vorsitzender des Vorstands der BCB Betriebs-Center für Banken AG wird er weiterhin die Partnerstrategie der Postbank für ein europäisches Transaction Banking vorantreiben. Dem Postbank Vorstand gehören damit künftig an: Dr. Wolfgang Klein (Vorsitzender), Dirk Berensmann (IT/Organisation), CFO Marc Heß (offiziell ab 1. Januar 2009 Finanzvorstand), Stefan Jütte (Kredit), Horst Küpker (Financial Markets), Dr. Michael Meyer (Retail), Hans-Peter Schmid (Filialen) und Ralf Stemmer (Ressourcen/Personal). Postbank wird 100 Jahre alt22.12.2008 Mit den Postscheckämtern ermöglichte es die Reichspost erstmals jedem Inhaber eines Postscheckkontos, überregional Geld zu überweisen und Gutschriften zu erhalten - eine kleine Revolution im Bankgeschäft der damaligen Zeit. Bis dahin hatten Geldinstitute diesen Service ausschließlich Unternehmen und zahlungskräftigen Kunden vorbehalten. Nach nur 1 Jahr hatte die Reichspost Ende 1909 bereits 29 Millionen Transaktionen durchgeführt und 44.000 Konten eröffnet. Zum Vergleich: Heute führt die Postbank für ihre Kunden rund 5 Millionen Girokonten und erledigt rund 7 Milliarden Transaktionen pro Jahr. Sparen bei der Postbank feiert 70. Geburtstag
Als eigenständiges Institut entstand das Unternehmen erst in Folge der Postreform I im Jahr 1989. Im Zuge der Dreiteilung der Deutschen Bundespost wurde auch die „Deutsche Bundespost POSTBANK” gegründet.Die „Geburtsurkunde” ist Artikel 1 des Poststrukturgesetzes vom 8. Juni 1989, das Postverfassungsgesetz. Bereits 1990 wurde die Postbank der DDR integriert. Eine Banklizenz erhielt die Postbank aber erst mit der Umwandlung in eine Aktiengesellschaft am 1. Januar 1995 mit der Postreform II. Damit konnte die Postbank ihr Leistungsspektrum deutlich erweitern, etwa um Privatkredite, Baufinanzierungen und Investmentfonds. Erst 1991 führte die Postbank das Dispolimit und die Postbank Card ein. Seit 1993 können Postbank Kunden ihre Bankgeschäfte telefonisch und seit 1998 auch im Internet erledigen. Heute ist der Postbank Konzern mit 14,2 Millionen Kunden, rund 21.000 Beschäftigten und einer Bilanzsumme von 219 Milliarden Euro einer der größten Finanzdienstleister Deutschlands. Weitere Meilensteine in der Geschichte der Postbank:
Xetra-Schlusskurs der Postbank-Aktie am 30.12.2008: 15,50 Euro.◊ |