Telekommunikation Juli - Dezember 1993

Deutsch-russische Kooperation bei Post und Telekommunikation

Juli 1993
Die Minister für Post und Telekommunikation der Bundesrepublik Deutschland und der Russischen Föderation, Dr. Wolfgang Bötsch und Dr. Wladimir B. Bulgak, unterzeichneten im Juli 1993 in Moskau eine Vereinbarung über die weitere Zusammenarbeit im Bereich des Post- und Fernmeldewesens.

Sie streben damit u.a. eine weitere Qualitätsverbesserung des Postverkehrs, insbesondere eine Verkürzung der Laufzeiten, die Befriedigung des wachsenden Bedarfs an modernen Telekommunikationsdiensten, eine Koordinierung der Funkfrequenzen und eine verstärkte Zusammenarbeit bei Fragen der Standardisierung an.

Rundfunktechnologie der Zukunft: Digitaler Hörfunk (DAB)

23.08.1993
Bundespostminister Wolfgang Bötsch will zusätzlich zu den bisher vorgesehenen Frequenzbereichen auch den 1,5 GHz-Bereich in die Planung für DAB-Ausstrahlungen einbeziehen. Eine am 23. August 1993 eingesetzte Arbeitsgruppe soll einen Vorschlag erarbeiten, inwieweit und bis wann sich die bestehende UKW-Rundfunk-Landschaft den Wünschen der Bundesländer entsprechend auch in der neuen DAB-Technik nachbilden lässt.

Das Digital Audio Broadcasting, kurz: DAB, bringt eine Hörqualität, die mit der einer Compact Disc vergleichbar ist und ohne Qualitätsverlust auch störungsfrei beim Autofahren und in tragbaren Geräten empfangen werden kann.

Europa legt Grundstein für das digitale Fernsehen

10.09.1993
80 Institutionen aus 12 europäischen Ländern haben am 10. September 1993 im Bundespostministerium eine Übereinkunft für das europäische Projekt „Digitales Fernsehen” unterzeichnet. Damit verpflichten sich Vertreter von Satelliten- und Netzbetreibern, Geräteherstellern, Programmanbietern und Verwaltungen, alle Anstrengungen zu unternehmen, um das Europäische Digitale Fernsehen im Markt ab 1995 einzuführen.

Bundespostminister Dr. Wolfgang Bötsch betonte, die neue Technik werde eine gewaltige Erweiterung der verfügbaren Kanalkapazität bei Satellit und Kabel ermöglichen und zu neuen Anwendungsformen des Fernsehens auch im Industrie- und Computerbereich führen.

Ausschreibung für ein Datenfunknetz

13.10.1993
Das Bundesministerium für Post und Telekommunikation hat am 13.Oktober 1993 die Ausschreibung einer bundesweiten Datenfunklizenz veröffentlicht. Mit der Lizenzierung wird nach dem digitalen zellularen Mobilfunk und dem Bündelfunk ein weiterer Bereich des Mobilfunkmarktes in Deutschland dem Wettbewerb geöffnet.

Durch den mobilen Datenfunk können z.B. Außendienstmitarbeiter mit den Rechenzentren ihrer Zentrale kommunizieren. Weitere mögliche Anwendungen: Es können Fahrzeugflotten gesteuert und Umweltdaten aus entlegenen Messstationen übermittelt werden.

Forschungsinitiativen zur Elektromagnetischen Umweltverträglichkeit (EMVU)

Dezember 1993
Bundespostminister Wolfgang Bötsch und der TELEKOM-Vorstandsvorsitzende Helmut Ricke unterstützen die Initiativen der Forschungsgemeinschaft Funk (FGF), die Erforschung von möglichen biologischen Wirkungen hochfrequenter elektromagnetischer Felder (HF), wie sie z.B. von Rundfunk- und Mobilfunksendern erzeugt werden, voranzutreiben.

Schwerpunkt der Untersuchungen sind die von Dr. Leberecht von Klitzing angeführten Phänomene niederfrequent gepulster HF-Felder (D-Netze), die seiner Meinung nach biologische Effekte auf das menschliche Gehirn haben könnten.

Weitere Forschungsziele: Erkenntnisse zur Beeinflussung von Herzschrittmachern durch niederfrequent gepulste elektromagnetische Wellen und über mögliche Wirkungen auf einzelne menschliche Zellen.

1 Million Teilnehmer im C- und D1-Netz

Juli 1993
Die Deutsche Bundespost TELEKOM registrierte Mitte 1993 im C- und D1-Netz über 1 Million Teilnehmer. Damit verfügt die TELEKOM über das größte Funktelefon-Netz in Europa.

Seit 1. Juli 1993 hat die Deutsche Bundespost TELEKOM alle Mobilfunk-Aktivitäten in ihrer Tochtergesellschaft Deutsche Mobilfunk GmbH (DeTeMobil) zusammengefasst. Mit der neuen Tochter will das Unternehmen schneller auf Marktbedürfnisse reagieren. Stammkapital: 1 Milliarde DM. Die Mutter TELEKOM stellte ein Gesellschafterdarlehen von bis zu 2,5 Milliarden DM bereit. Für 1994 ist ein Umsatz von 3,5 Milliarden DM mit 3.500 Mitarbeitern geplant.

Neue Dienstleistungen im handvermittelten Telefondienst

01.07.1993
Seit 1. Juli 1993 hat die Deutsche Bundespost TELEKOM ihr Angebot im handvermittelten Telefondienst erweitert. Angeboten werden u.a.:

  • handvermittelte Inlandsverbindungen, auch als R-Gespräch (bei dem der Angerufene das Entgelt zahlt),
  • Verbindungen zu einer bestimmten Zeit,
  • Serienverbindungen, die nach der Anmeldung in der gewünschten Reihenfolge hergestellt werden,
  • Weltverbindungen: Kunden im Ausland können sich über den Deutschland Direkt- Dienst zu Anschlüssen in Drittländer weitervermitteln lassen.

Erstes Mobilfunknetz in Kiew in Betrieb / Deutsche Bundespost TELEKOM beteiligt

01.07.1993
Am 1. Juli 1993 nahm der ukrainische Präsident Krawtschuk in Kiew das erste Mobilfunknetz seines Landes in Betrieb. An dem Joint Venture sind 17 regionale ukrainische Telefongesellschaften sowie Telecom Denmark, die Deutsche Bundespost TELEKOM und die PTT Telecom Nederland beteiligt. Demnächst soll das Mobilfunknetz in weiteren Städten der Ukraine zur Verfügung stehen.

Neugründung: Deutsche Telekom Systemlösungen GmbH (DeTeSystem)

09.07.1993
Der TELEKOM-Aufsichtsrat hat am 9. Juli 1993 die Gründung der Tochtergesellschaft Deutsche Telekom Systemlösungen GmbH (DeTeSystem) zum 1. Januar 1994 beschlossen. Stammkapital: zunächst 100 Millionen DM. Die DeTeSystem wird mit 600 Mitarbeitern starten.

Im Mittelpunkt der Geschäftsaktivitäten stehen umfassende und komplexe Telekommunikationsleistungen aus einer Hand für Großkunden mit besonderen Anforderungen.

Digitales Overlay-Netz in der russischen Föderation

Juli 1993
Die Deutsche Bundespost TELEKOM und die russische Fernmeldegesellschaft Intertelekom haben im Juli 1993 eine Vereinbarung über eine Beteiligung beim Aufbau eines öffentlichen digitalen Telefon-Overlay-Netzes unterzeichnet. Im Rahmen dieses Projektes ist die Einrichtung von 50 digitalen Fernverrnittlungsstellen, die Installation modernster Richtfunkstrecken und die Verlegung von 50.000 Kilometern Glasfaserkabeln vorgesehen.

Im 1. Halbjahr 1993 Zuwachs von 430.000 Telefonanschlüssen in den neuen Bundesländern

Juli 1993
Die Zahl der Telefonanschlüsse in den neuen Bundesländern stieg im 1. Halbjahr. 1993 um 430.000. Die Nachfrage ist weiter ungebrochen. Derzeit verfügt durchschnittlich jeder 2. Haushalt im Bereich der früheren DDR über ein Telefon. Zur Zeit der Wende hatte nur jeder 4. Haushalt Telefon.

Mobiles Telefonieren - jetzt auch in Frankreich und Portugal

August 1993
Der D1-Kunde der Deutschen Bundespost TELEKOM kann seit August 1993 auch in Frankreich und Portugal mit seiner D1-Telekarte mobil telefonieren. In diesen Ländern ist er auch unter seiner D1-Funktelefonnummer erreichbar.

Außer in Frankreich und Portugal kann ein D1-Telekom-Kunde bereits in folgenden Ländern mit seiner D1-Karte telefonieren: Schweiz, Finnland, Schweden, Dänemark, Norwegen, Italien, Großbritannien und Luxemburg.

TELEKOM-Bilanz 1992: Umsatz steigt auf 54 Milliarden DM

September 1993
Die Deutsche Bundespost TELEKOM bleibt weiter auf Wachstumskurs. 1992 erzielte Europas größtes Telekommunikationsunternehmen einen Umsatz von 54 Milliarden DM (1991: 47,2 Milliarden DM), davon rd. 3,5 Milliarden DM in den neuen Bundesländern (Vorjahr: 3 Milliarden DM).

Das Geschäftsergebnis blieb mit 7 Milliarden DM etwa auf Vorjahresniveau. Allerdings wurde der Gewinn durch Steuern, Ablieferung an den Bund und Finanzausgleich an die Schwesterunternehmen POSTDIENST und POSTBANK wiederum vollständig aufgezehrt.

Vorstandsvorsitzender Helmut Ricke betonte bei der Bilanzpressekonferenz, die eingeleiteten Kostensenkungsprogramme müssten forciert vorangetrieben werden. Kurz- und mittelfristig solle im Personalbereich eingespart werden. Um mit der Personal-Produktivität der Wettbewerber bis Ende des Jahrzehnts konkurrieren zu können, müsse der Personalbestand um 30.000 auf 200.000 Mitarbeiter gesenkt werden.

Weitere Wirtschaftsdaten 1992: Eigenkapitalquote 24 Prozent (1991: 27 Prozent), gesetzlich vorgeschrieben sind 33 Prozent.

Nettokreditaufnahme (also Schuldenzunahme): 17 Milliarden DM. Damit überstieg der Schuldenstand erstmals die 100 Milliarden-DM-Grenze.

Umsatzträger Nr. 1 blieb das Telefon mit 38,3 Milliarden DM (1991: 32 Milliarden). Überdurchschnittlich wuchsen auch der Mobilfunk (2 Milliarden DM) und die ISDN-Technik (von 271 Millionen DM 1991 auf über 1,1 Milliarden DM).

Deutsche Bundespost TELEKOM Schrittmacher in Osteuropa

September 1993
Seit 2 1/2 Jahren beteiligt sich die Deutsche Bundespost TELEKOM in über 30 Fernmelde-Projekten am Aufbau der Infrastrukturen in Osteuropa. Im September 1993 vereinbarte die TELEKOM-Tochter DeTeMobil zusammen mit der Siemens AG ein Joint Venture mit der Moskauer Telefongesellschaft MGTS und anderen russischen Partnern. Das neue Unternehmen mit Namen Mobile Telesystems (MTS) soll ein digitales Mobilfunknetz nach paneuropäischem Standard im Großraum Moskau aufbauen. Bereits Mitte 1994 soll es in Betrieb gehen.

Ein weiteres Joint Venture mit russischen Partnern - InfoTel - hat der TELEKOM-Aufsichtsrat am 9. September 1993 beschlossen. Damit beteiligt sich die Deutsche Bundespost TELEKOM am Aufbau eines innerrussischen flächendeckenden Daten-Übermittlungsnetzes für Datex-P, schnelle Fax-Dienste und elektronische Post.

Flächendeckender Glasfaser-Serieneinsatz in den neuen Bundesländern

Oktober 1993
Als erster Netzbetreiber der Welt hat die Deutsche Bundespost TELEKOM Mitte Oktober 1993 in Quedlinburg und Gera mit Glasfaserkabeln versorgte Teilnehmeranschlüsse in Betrieb genommen ("OPAL-Netze"). OPAL steht für Optische Anschlussleitung.

Bis Ende 1995 wird die TELEKOM 1,2 Millionen Haushalte in den neuen Bundesländern mit allen nachgefragten Telekommunikationsdiensten über OPAL-Glasfaser-Systeme versorgen. Dazu Vorstandsmitglied Gerd Tenzer: „Mit dem verstärkten Einsatz der Glasfasertechnologie in Verbindung mit der Digitalisierung der Vermittlungs- und Übertragungstechnik wird in den nächsten Jahren in Ostdeutschland eines der modernsten Übertragungsnetze der Welt entstehen.”

Deutsche Bundespost TELEKOM baut Führung bei ISDN aus

September 1993
Als erster ISDN-Netzbetreiber der Welt hat die Deutsche Bundespost TELEKOM im September 1993 die magische Grenze von 1 Million verkaufter B-Kanäle überschritten. Damit setzt sich die stürmische Entwicklung von ISDN seit Einführung im März 1989 fort.

Kabelanschluss voll im Trend: Über 13 Millionen Teilnehmer

Oktober 1993
Am 30. September 1993 nutzten im Bundesgebiet fast 13,2 Millionen Haushalte (von insgesamt 33,4 Millionen) den Kabelanschluss, das sind knapp 1,84 Millionen Teilnehmer oder 16,3 Prozent mehr als zum gleichen Vorjahresstichtag.

Besonders eindrucksvoll sind die Steigerungsraten in den neuen Bundesländern: Waren dort zum 30. September 1992 erst 286.000 Wohnungen angeschlossen, nutzten ein Jahr später schon 750.000 Wohneinheiten das Kabelangebot.

Deutsche Bundespost TELEKOM eröffnet Repräsentanz in Peking

16.11.1993
Im Frühjahr 1994 will die Deutsche Bundespost TELEKOM in Peking eine Repräsentanz eröffnen. Dies kündigte am 16. November 1993 der Vorsitzende des Aufsichtsrates der TELEKOM, Rolf-Dieter Leister, in Peking an. Er besuchte als Mitglied einer hochrangigen Wirtschaftsdelegation in Begleitung des Bundeskanzlers Helmut Kohl die Volksrepublik China.

Damit verstärkt die TELEKOM ihr Engagement in der pazifischen Region: Die Auslandsvertretung in Peking wird neben den Repräsentanzen in Tokio und Singapur das 3. Auslandsbüro der TELEKOM im pazifischen Raum sein. Der chinesische Telekommunikationsmarkt zeichnet sich durch ein langfristig enormes Wachstumspotenzial aus. Während zurzeit den knapp 1,2 Milliarden Chinesen nur 8,5 Millionen Telefonanschlüsse zur Verfügung stehen, sollen bis zum Jahr 2000 100 Millionen Anschlüsse geschaltet sein.

Durchbruch für ISDN in Europa

01.12.1993
ISDN hat auch in Europa den Durchbruch geschafft: Am 1. Dezember 1993 nahm die Deutsche Bundespost TELEKOM den Betrieb des neuen „Euro-ISDN” auf. Bis April 1994 soll es in ganz Deutschland zur Verfügung stehen. Jeder ISDN-Kunde kann entscheiden, ob er mit der nationalen oder europäischen Variante arbeiten will. Insgesamt beteiligen sich 26 Netzbetreiber aus 20 Ländern an diesem Vorhaben, mit dem europaweit im ISDN-Netz ein einheitlicher Standard gewährleistet werden soll.

Postminister Wolfgang Bötsch und TELEKOM-Chef Helmut Ricke übergeben 4-millionsten Telefonanschluss in den neuen Bundesländern

13.12.1993
Bundespostminister Dr. Wolfgang Bötsch und TELEKOM-Vorstandsvorsitzender Helmut Ricke übergaben am 13.Dezember 1993 in Erfurt den 4-millionsten Telefonanschluss in den neuen Bundesländern. In knapp einem Jahr richtete die Deutsche Bundespost TELEKOM dort 1 Million neuer Telefonanschlüsse ein. Das entspricht dem 20-fachen der DDR-Jahresproduktion.

Mehr als 7,3 Milliarden Mark für den Ausbau des ungarischen Telefonnetzes

22.12.1993
TELEKOM-Chef Helmut Ricke und Lou Rutigliano, Vice Chairman von Ameritech, haben am 22. Dezember 1993 in Budapest den Kaufvertrag für eine 30-prozentige Beteiligung ihres Gemeinschaftsunternehmens MagyarCom am ungarischen Telekommunikationsbetreiber MATAV unterschrieben.

MATAV plant in Ungarn bis zum Jahr 2001 Investitionen von mehr als 7,3 Milliarden Mark. Bis dahin soll die Zahl der Telefonanschlüsse in Ungarn von heute 1,5 Millionen auf 3,8 Millionen steigen.

Telekom macht das Telefonieren komfortabler

Dezember 1993
Kontinuierlich führt die Deutsche Bundespost TELEKOM seit Ende 1993 die neuen Leistungsmerkmale für analoge Telefonanschlüsse an digitalen Vermittlungsstellen ein, u.a. Anklopfen, Rückfragen/Makeln, Dreierkonferenz, Anrufweiterschaltung und Sperre. Diese Leistungsmerkmale bietet die TELEKOM sowohl einzeln als auch in preislich attraktiven Paketen an.

Beim Anklopfen handelt es sich um ein akustisches Signal (den Anklopfton), das während eines Telefonates den Gesprächswunsch eines weiteren Anrufers signalisiert.

Beim Rückfragen/Makeln kann der Kunde 2 Verbindungen aufbauen und zwischen beiden hin- und herschalten.

Mit dem Modus Dreierkonferenz kann der 3. Gesprächspartner in das Telefonat eingebunden werden.

Mit der Anrufweiterschaltung ist der Kunde stets unter der Rufnummer seines Anschlusses erreichbar - auch bei Abwesenheit. Jeder Anruf wird automatisch weitergeleitet, wahlweise sofort, bei Besetzt oder bei Nichtmelden.

Mit Hilfe einer persönlichen Identifikationsnummer (PIN) kann der Kunde seinen Anschluss sperren.

Welcher Anschluss an einer digitalen Vermittlungsstelle angeschlossen ist und welche Leistungsmerkmale schon jetzt zur Verfügung stehen, teilt die TELEKOM den Kunden schriftlich mit.