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Telekommunikation Juli - Dezember 1994
CB-Funk noch attraktiver
01.10.1994
Seit dem 1. Oktober 1994 dürfen CB- Funkgeräte mit beliebigen Antennen betrieben werden. Befristet bis 31. Dezember 1995 dürfen außerdem auf den Kanälen 24 und 25 digitale Daten für nichtkommerzielle Zwecke übertragen werden. Damit wird es möglich, dem bislang hauptsächlich im Nahbereich einsetzbaren CB-Funk ein weiterreichendes Datenkommunikationsnetz und neue Anwendungsmöglichkeiten zu öffnen.
Netzunabhängige Telekommunikation mit persönlicher Rufnummer künftig europaweit
November 1994
Großbritannien und Frankreich haben sich im November 1994 einer deutschen Initiative angeschlossen, technische Standards für eine „Persönliche Mobile Telekommunikation” zu entwickeln und einzuführen. Mit der Unterzeichnung eines Memorandum of Understanding (MoU) ist der Grundstein für die Schaffung europaweiter Standards gelegt.
Während es bisher lediglich möglich ist, einen Teilnehmer über Mobilfunknetze an beliebigen Orten unter derselben Rufnummer zu erreichen, beabsichtigen die Unterzeichner des MoU, künftige Satelliten-, Kabel- und Festnetze mit einzubeziehen. Damit wäre jeder Teilnehmer von jedem Telefon oder Faxgerät aus unter einer persönlichen Rufnummer an jedem Ort über das Festnetz und über die Mobilfunknetze erreichbar.
Aktiengesellschaften aus der Taufe gehoben
20.12.1994
Mit einem Festakt wurde am 20.Dezember 1994 in Köln die Deutsche Bundespost mit ihren Teilsondervermögen POSTDIENST, POSTBANK und TELEKOM in die unternehmerische Wettbewerbswirtschaft entlassen.
„Wir haben es uns als Gesetzgeber nicht leicht gemacht und die Deutsche Post AG, die Deutsche Postbank AG und die Deutsche Telekom AG einfach durch Gesetz geschaffen, sondern das ganz normale Gründungsverfahren durchlaufen lassen”, sagte Bundespostminister Dr. Wolfgang Bötsch in seiner Festrede.
So waren zunächst mit der Ausfertigung der Gründungsurkunden die neuen Aufsichtsräte bestellt worden. Die bereits mit der Postreform II (Postneuordnungsgesetz) ergangenen Satzungen wurden verlesen und vom Postminister ein Gründungsbericht abgegeben. Nach Überprüfung und Bestätigung der Ordnungsmäßigkeit der Gründungsunterlagen sowie der Bescheinigung der „Werthaltigkeit” durch die Vorstände, Aufsichtsräte und Gründungsprüfer wurde die Gründung der 3 Aktiengesellschaften, die bis zur Eintragung ins Handelsregister noch als Vorgesellschaften, also als „AG in Gründung”, firmieren, unter Aufsicht der Kölner Notarin Dr. Ingrid Doye förmlich vollzogen. Das Postneuordnungsgesetz selbst - Grundlage des Gründungsaktes - wird am 1. Januar 1995 gültiges Recht.
Aktiengesellschaften ins Handelsregister eingetragen
02.01.1995
Die Aktiengesellschaften Deutsche Post AG, Deutsche Postbank AG und Deutschen Telekom AG wurden am 2. Januar 1995 beim Amtsgericht Bonn in das Handelsregister eingetragen:
- Deutsche Post AG unter HRB Nr. 6792,
- Deutsche Postbank AG unter HRB Nr.6793,
- Deutsche Telekom AG unter HRB Nr.6794.
Telefon-Fernnetz komplett digitalisiert
Juli 1994
Mit der Inbetriebnahme der digitalen Technik in der Knotenvermittlungsstelle Wolfratshausen in Bayern im Juli 1994 sind nunmehr alle 624 Fernvermittlungsstellen im Telefonnetz der Deutschen Bundespost TELEKOM mit modernster Digital-Technik ausgestattet. Nach den Plänen des TELEKOM-Vorstandes sollen bis zum Jahr 2000, also 6 Jahre früher als vorgesehen, auch alle Ortsvermittlungsstellen vollständig von analoger auf digitale Technik umgestellt sein.
Mit der Digitalisierung des Fernnetzes ist nun auch die Voraussetzung für die digitale Anschließung der 5.200 Ortsnetze in Deutschland geschaffen.
EUNETCOM eröffnet in Frankfurt globales Zentrum für Netzmanagement
11.07.1994
EUNETCOM, die gemeinsame Tochtergesellschaft der Deutschen Bundespost TELEKOM und France Telecom, hat am 11. Juli 1994 in Frankfurt am Main ihr weltweites Netzbetriebszentrum eröffnet. EUNETCOM bietet Telekommunikationsnetze und -dienste an, die speziell auf die Bedürfnisse multinationaler Unternehmen zugeschnitten sind.
Deutsches Kreditgewerbe kauft Chipkarten- Konzept
Oktober 1994
Die im Zentralen Kreditausschuss (ZKA) zusammengeschlossenen Verbände der deutschen Kreditwirtschaft haben sich auf ein Konzept für eine multifunktionale Chipkarte (MFC) geeinigt. An ihrer Entwicklung war auch die Deutsche Bundespost TELEKOM beteiligt. Ab 1995 sollen alle 50 Millionen ec- und Bankkarten mit einem multifunktionalen Chip ausgestattet werden. Die Karte ermöglicht im Rahmen eines von der Bank bereitgestellten Verfügungsrahmens eine Vielzahl von Einsatzmöglichkeiten, so für electronic cash, elektronischen Erwerb von Telefonguthaben an den 70.000 Kartentelefonen oder als Kleingeldbörse für die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel und Parkhäuser.
Service 0180: ein neuer Telekom-Service
November 1994
Service 0180 - ab sofort ein Standardangebot der Deutschen Bundespost TELEKOM - bringt Unternehmen ihren Kunden näher. Unabhängig vom Standort ist das gesamte Unternehmen einschließlich aller Niederlassungen von jedem Ort im In- und Ausland unter einer einzigen bundeseinheitlichen Rufnummer erreichbar. Die Anrufe können je nach Wochentag und Tageszeit verschiedenen Zielanschlüssen zugeordnet werden. Service 0180 garantiert die Erreichbarkeit rund um die Uhr, gleichgültig wo sich der Inhaber der 0180-Nummer aufhält - im Büro, im Auto oder zu Hause.
3 Telefon-Entgelt-Varianten stehen zur Auswahl:
- Ruf-Nr. 01802 = Anrufer zahlt das Entgelt für ein Orts-/Nahgespräch,
- Ruf-Nr. 01803 = Anrufer zahlt eine Tarifeinheit pro Minute,
- Ruf-Nr. 01805 = Anrufer zahlt das Entgelt für ein Ferngespräch (Normaltarif).
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Telefonkarten bald auch in der Schweiz nutzbar
Dezember 1994
Nachdem bereits im April 1994 die Deutsche Bundespost TELEKOM und die niederländische PTT eine grenzüberschreitende Nutzung der Telefonkarten vereinbarten hatten, unterzeichnete jetzt auch die Schweizer PTT einen entsprechenden Vertrag mit der Deutschen Bundespost TELEKOM. Spätestens Anfang 1996 können Reisende alle nationalen Chiptelefonkarten der 3 Telekom-Gesellschaften in allen 3 Ländern nach Belieben verwenden.
Mit zahlreichen europäischen Ländern - darunter Frankreich, Schweden und Dänemark - verhandelt derzeit die Deutsche Bundespost TELEKOM, um in Europa einen einheitlichen Standard zu erreichen.
Einzelverbindungsnachweis auch für analoge Telefonanschlüsse
01.11.1994
Ab 1. November 1994 führt die Deutsche Bundespost TELEKOM den Einzelverbindungsnachweis auch für Telefonanschlüsse an analogen Vermittlungsstellen ein. Damit können nun alle 37 Millionen TELEKOM-Kunden ihre Telefonrechnung auf korrekte Rechnungsstellung prüfen.
Digitale Anschlüsse: Mehr Komfort für weniger Geld
01.11.1994
Für Telefonanschlüsse an digitalen Vermittlungsstellen bietet die Deutsche Bundespost TELEKOM seit einem Jahr die Leistungsmerkmale Anklopfen, Rückfragen/Makeln, Dreierkonferenz, Anrufweiterschaltung und Sperre an. Eine neue Preisgestaltung ab 1. November 1994 macht diese Dienste noch attraktiver.
Tarif „Ausland Spezial Plus”: bis zu 42 Prozent billiger
Dezember 1994
Das Spezialangebot der Deutschen Bundespost TELEKOM für Kunden mit starkem Telefonverkehr ins Ausland wird durch den Tarif „Ausland Spezial Plus” um bis zu 42 Prozent billiger.
T-Card - der ganz persönliche Anschluss
29.09.1994
Spätestens zum 1. Januar 1995 will die Deutsche Bundespost TELEKOM die sogenannte T-Card einführen. Dies beschloss der Aufsichtsrat am 29. September 1994. Die neue Kartengeneration erlaubt es dem Kunden, weltweit von jedem beliebigen Telefon aus auf eigene Rechnung zu telefonieren oder zu faxen.
Bei der T-Card wählt der Teilnehmer die kostenfreie Zugangsrufnummer des Netzbetreibers im jeweiligen Land, gibt die Nummer seiner Karte und eine persönliche, nur ihm bekannte PIN-Nummer als Schutz gegen Missbrauch über die Telefontastatur ein und wählt dann die Rufnummer des gewünschten Teilnehmers. Die T-Cards werden in zwei Varianten angeboten - als Inhaber-Karten („Charge Cards”, Abrechnung über Telefonrechnung oder Kreditkartenkonto) oder als Guthaben-Karte („Prepaid Cards”, ähnlich wie bei einer normalen Telefonkarte).
Angestrebtes Preisgefüge: Basispreis je Verbindung zwischen 2,50 (Inland) und 3 Mark (Auslandsverbindungen), außerdem je Minute 0,37 DM (Billigtarif).
Deutsche Bundespost TELEKOM: Vorstandsbereich International eingerichtet
September 1994
Der Aufsichtsrat der Deutschen Bundespost TELEKOM beschloss im September 1994, ab 1. Januar 1995 einen Vorstandsbereich International einzurichten. Grund: die Deutsche Bundespost TELEKOM engagiert sich weltweit in Partnerschaften und Joint Ventures. Der neue Vorstandsbereich soll diese und künftige Kooperationen erfolgreich in den TELEKOM-Konzern integrieren.
„Deutschland Direkt”-Service jetzt auch auf Hawaii und in Österreich
01.10.1994
Seit dem 1. Oktober 1994 bietet die Deutsche Bundespost TELEKOM auch auf Hawaii und in Österreich ihren Service „Deutschland Direkt” an. Auf Hawaii muss der Kunde die Rufnummer 1-800-865-0049, in Österreich 022-903-049 wählen, um kostenlos mit einem Operator der Deutschen Bundespost TELEKOM in Frankfurt am Main verbunden zu werden, der die gewünschte Verbindung in Deutschland sofort herstellt.
Für die Operator-Leistung berechnet die Deutsche Bundespost TELEKOM generell 11 Mark, für die Dauer der Verbindung außerdem den jeweiligen Auslandstarif.
Telekom und Deutsche Welle schließen langfristigen Vertrag
Oktober 1994
Die Deutsche Bundespost TELEKOM und die Deutsche Welle haben im Oktober 1994 einen langfristigen Vertrag über die Bereitstellung von Sendekapazitäten im Kurzwellenrundfunk unterzeichnet. Der Vertrag mit einem jährlichen Volumen von 75 Millionen DM in den nächsten 13 Jahren berücksichtigt u.a. den Wunsch der Deutschen Welle, vorwiegend leistungsstarke 500-kW-Sender zu nutzen.
Als Dienstleister für die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten und die privaten Programmveranstalter in Deutschland betreibt die Deutsche Bundespost TELEKOM rd. 600 UKW-Sender, 450 Fernsehsender größerer Leistung und 6.000 sogenannte Füllsender.
14,5 Millionen Kabel-Teilnehmer bei der Deutschen Bundespost TELEKOM
Oktober 1994
Weiter aufwärts geht es mit dem Kabelanschluss der Deutschen Bundespost TELEKOM. Per 30. September 1994 stieg die Zahl der Teilnehmer auf 14,5 Millionen Haushalte (+ 10,2 Prozent gegenüber 30. September 1993).
Um den Kabelanschluss noch attraktiver zu machen, will die Deutsche Bundespost TELEKOM ab 1995 ein spezielles Programmpaket (zunächst 6 Programme) für ausländische Mitbürger in die Kabelnetze einspeisen.
5-millionster Telefonanschluss in den neuen Bundesländern
24.10.1994
Am 24. Oktober 1994 hat die Deutsche Bundespost TELEKOM in Lutherstadt Wittenberg den 5-millionsten Telefonanschluss in den neuen Bundesländern eingerichtet. Bis Ende des Jahres 1994 wird jeder 3. Einwohner der neuen Bundesländer über einen Telefonanschluss verfügen. Vor 5 Jahren war es nur jeder 10. Zur Zeit des Mauerfalls 1989 gab es im Gebiet der ehemaligen DDR lediglich 1,8 Millionen Telefonanschlüsse.
Längstes Glasfaser-Seekabel der Welt in Betrieb genommen
18.10.1994
Am 18. Oktober 1994 wurde in Paris das längste Glasfaser-Seekabel der Welt in Betrieb genommen. Das Kabel mit der Bezeichnung „SEA- ME-WE 2” verbindet Südostasien (SEA) über den Mittleren bzw. Nahen Osten (ME) mit Westeuropa (WE). Neben der Deutschen Bundespost TELEKOM haben sich 59 Telekommunikationsunternehmen aus 46 Ländern an dem 700-Millionen-Dollar-Projekt beteiligt. Der Anteil der Deutschen Bundespost TELEKOM beträgt 70 Millionen DM.
Das Seekabel ist mehr als 18.000 km lang. Zwischen Singapur und Marseille sind 13 Länder miteinander verbunden. Über das Kabel können 60.000 Telefongespräche gleichzeitig übertragen werden, aber u.a. auch Daten und Videokonferenzen.
Deutsche Bundespost TELEKOM: Wirtschaftsplan 1995 beschlossen
03.11.1994
Am 3. November 1994 hat der Aufsichtsrat der Deutschen Bundespost TELEKOM den Wirtschaftsplan 1995 beschlossen. Danach steigt der Umsatz des TELEKOM-Konzerns um knapp 8 Prozent auf 69 Milliarden DM.
Das Ergebnis vor Steuern und Ablieferung an den Bund wird bei 6 Milliarden DM erwartet (+ 15,4 Prozent). Die letztmalig fällige Ablieferung an den Bund beträgt für 1995 rd. 3 Milliarden DM. Die Eigenkapitalquote sinkt auf 19 Prozent (1994: 20,7 Prozent).
Zur Erhöhung der Produktivität wird die Deutsche Bundespost TELEKOM auch 1995 mit natürlicher Fluktuation und Vorruhestandsregelungen Personal abbauen. Der Personalbestand soll 1995 um knapp 6.000 Mitarbeiter auf 224.000 sinken. 23,5 Milliarden DM will die Deutsche Bundespost TELEKOM 1995 investieren.
Superhighway über den Meeresgrund
November 1994
Die Deutsche Bundespost TELEKOM verstärkt ihr Engagement bei internationalen Seekabel-Projekten. Mitte November 1994 wurde das erste Seekabel zwischen Deutschland und Kanada in Betrieb genommen. Weitere Landeländer der insgesamt 7.500 km langen 2,5 Gbit/s-Glasfaserverbindung sind Island, Großbritannien und Dänemark. Die Kosten, an denen sich 30 Unternehmen beteiligen, liegen bei 580 Millionen DM. Mit dem neuen Kabel wird eine Vielzahl von Breitbandanwendungen über Kontinente hinweg möglich. Neben Standard-Sprach- und Datendiensten können auch Videokonferenzen und andere Multimedia-Anwendungen übertragen werden.
Langfristiger Vertrag mit ARD, ZDF und DeutschlandRadio
Dezember 1994
Die Deutsche Bundespost TELEKOM und die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten ARD, ZDF und DeutschlandRadio haben im Dezember 1994 einen Vertrag über die Bereitstellung von Rundfunksendern und Leitungsnetzen geschlossen. Das Vertragsvolumen beläuft sich auf 600 Millionen DM jährlich.
Im Vertrag vereinbarte Telekom-Leistungen:
- die Fernseh-Sendeanlagen für das ZDF und die Dritten Programme,
- die Fernseh-Sendeanlagen für das Erste in Ostdeutschland,
- die Fernseh- und Hörfunkleitungsnetze von ARD und ZDF,
- die Hörfunksender (UKW, Lang- und Mittelwelle) in Ostdeutschland,
- die Hörfunksender für DeutschlandRadio.
Vorstandsvorsitzender Helmut Ricke verlässt die Deutsche Bundespost TELEKOM zum Jahresende
Dezember 1994
Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bundespost TELEKOM, Helmut Ricke, 58, hat Bundespostminister Wolfgang Bötsch und den Aufsichtsratsvorsitzenden Rolf-Dieter Leister darüber informiert, dass er für die Verlängerung seines Vertrages über den 31. Dezember 1994 hinaus nicht zur Verfügung steht. Die Gründe hierfür - so Ricke - sind ausschließlich privater Natur.
Bis zur Berufung eines Nachfolgers durch den neuen Aufsichtsrat der Deutschen Telekom AG übernimmt vorläufig Dr. Wilhelm Pällmann (62) die Geschäfte des Vorstandsvorsitzenden.
Deutsche Bundespost TELEKOM stellt ausländische Ansagedienste auf Handvermittlung um
22.12.1994
Zur Bekämpfung der organisierten Telefonkriminalität werden seit dem 22. Dezember 1994 ausländische Ansagedienste, bei denen der Verdacht auf kriminelle Machenschaften besteht, auf Handvermittlung umgestellt. Damit werden Manipulationen mit automatischen Wählcomputern, wie sie in den vergangenen Monaten bekannt geworden sind, ausgeschlossen.
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