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Telekommunikation Juli - Dezember 1995
Bundespostminister Bötsch: „Neuer Nummerplan erfordert hohes Maß an Sensibilität”Dezember 1995 Zur Erarbeitung eines Konzeptes hat Bundespostminister Dr. Wolfgang Bötsch ein Expertenteam berufen. Unter Leitung von Prof. Dr. Eberhard Witte hat die Gruppe am 5. Juli 1995 ihre Arbeit aufgenommen. In der konstituierenden Sitzung betonte Bötsch, bei der Erarbeitung von Vorschlägen für ein neues Nummerierungskonzept komme es nicht nur auf die Bereitstellung von Nummernressourcen für die künftigen Anbieter von Telekommunikationsleistungen an. Es gehe besonders darum, inwieweit das heutige Nummerierungssystem möglichst sorgsam und unter Vermeidung gravierender Nummern-Änderungen für die Verbraucher in das System der Zukunft überführt werden kann. Am 7. Dezember 1995 stellte der Postminister die Ergebnisse der Expertenberatungen der Öffentlichkeit vor. Die vielfach befürchtete Änderung aller Rufnummern in Deutschland findet demnach nicht statt. Zusammenfassung der einstimmig beschlossenen Experten-Empfehlungen:
Digitaler terrestrischer RundfunkJuli 1995 Bei der Eröffnung der Tagung unterstrich Staatssekretär Gerhard O. Pfeffermann die Dimension des digitalen Radios: „1997 wollen wir in Deutschland mit der Einführung von T-DAB beginnen. Dies wird für den Rundfunk ein ähnlicher Meilenstein sein wie die Einführung des UKW-Rundfunks und des Stereo-Empfangs.” Ein weiterer Schritt zur Umsetzung der Postreform II11.12.1995 Die Telekommunikations-Kundenschutzverordnung bringt u.a. Neuerungen und Verbesserungen für den Kunden. So ist z.B. der Kunde künftig bereits bei erheblichen Zweifeln an der Richtigkeit seiner Telefonrechnung berechtigt, nur den durchschnittlichen Rechnungsbetrag der letzten Monate zu zahlen. Es muss also nicht mehr feststehen, dass die Rechnung fehlerhaft ist. Die Post-Kundenschutzverordnung legt Mindestqualitäten für Laufzeiten sowie die Ausstattung mit Postfilialen und Briefkästen fest. Kernpunkte der Qualitätsvorgaben sind:
Der neuen Datenschutzverordnung, die das Kabinett ebenfalls verabschiedet hat, muss noch der Bundesrat zustimmen. Sie regelt den Umfang der zulässigen Erhebung, Verarbeitung und Nutzung personenbezogener Daten der am Postverkehr Beteiligten. Der Geltungsbereich wurde über die bisherigen Regelungen hinaus auf sämtliche Anbieter von Postdienstleistungen aus Gründen der Wettbewerbsgleichheit ausgedehnt. Neu im Telekom-Vorstand: Dr. Herbert MayJuli 1995 12 Jahre TelefonkartenAugust 1995 1986 fiel die endgültige Entscheidung für die Chipkarte. Das Netz der Kartentelefone wuchs. Die flächendeckende Versorgung war 1989 mit 4.500 Geräten erreicht. Womit niemand gerechnet hatte: Die Telefonkarte wurde als Sammelobjekt entdeckt. Der Bedarf stieg explosionsartig: 1990 auf 6 Millionen Karten, 1991 auf 20 Millionen, 1995 auf 85 Millionen Stück. Die Telefonkarte ist zu einem Werbeträger ersten Ranges geworden. Sie soll noch attraktiver werden: Inzwischen gibt es duftende Karten, Hologrammkarten, 1995 hatten die durchsichtige Karte und die silberne Karte Premiere. Die Karten mit Euro-Chip haben Speicherplätze für 4 Telefonnummern. Sie sind in Europa grenzüberschreitend einsetzbar. Wilhelm Pällmann verabschiedetAugust 1995 Divisionalisierung wird fortgesetzt11.07.1995 Preisrutsch bei Nordamerika-Gesprächen01.08.1995 Multimedia-Joint VentureAugust 1995 Eine wesentliche Zielsetzung der MMBG ist die Schaffung einer einheitlichen Decoder-Infrastruktur im Interesse einer schnellen Markterschließung und im Interesse des Endverbrauchers bei der Einführung neuer Anwendungsformen des Fernsehens wie Pay per channel, Pay per view, Near Video on demand oder Teleshopping. T-Online geht an den StartSeptember 1995 Im August 1995 nutzten 840.000 Kunden Btx. Mit über 12 Millionen Anrufen im Monat ist T-Online der größte Online-Dienst in Deutschland. Telekom-Konzernabschluss 1994September 1995 Der Konzern-Personalbestand wurde im Jahresdurchschnitt um 2.200 Kräfte auf 231.700 Mitarbeiter reduziert. „Das Unternehmen geht in bester Form an die nationalen und internationalen Börsenplätze”, so Aufsichtsratsvorsitzender Leister. Detlev Buchal zum Privatkunden-Vorstand bestelltSeptember 1995 Software-Tochter der Telekom AG in DresdenSeptember 1995 Telekom Konzern 1995 mit 67 Milliarden Mark UmsatzOktober 1995 „Die Maßnahmen zur Kostensenkung greifen.” Sommer verwies dabei auf die Reduzierung des Personalbestandes. Bis Ende Juli 1995 habe sich der Personalbestand seit Jahresbeginn um fast 13.000 Mitarbeiter auf weniger als 210.000 Beschäftigte reduziert. Bis zum Jahr 2000 soll die Zahl der Beschäftigten auf 170.000 sinken. Über die Notwendigkeit der Personalabbau-Maßnahmen vor dem Hintergrund der künftigen Markt- und Wettbewerbssituation stimmen Telekom und Postgewerkschaft überein. Der Personalabbau soll sozialverträglich gestaltet werden. Beide Partner haben im November 1995 vereinbart, den Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 1997 zu verlängern. Mit der Unterzeichnung des neuen Tarifvertrages werden gleichzeitig die bislang bestehenden Beschränkungen hinsichtlich der örtlichen Mobilität der Beschäftigten aufgehoben. Demnach kann überzähliges Personal jetzt bundesweit auf freigewordenen Arbeitsplätzen eingesetzt werden. ISDN-BoomSeptember 1995 Allein im Juli und August 1995 konnte die Telekom 74.000 Neukunden gewinnen. Seit März 1995 (bis Anfang 1996) erhalten Telekom-Kunden bei Bestellung eines ISDN-Anschlusses Zuschüsse von bis zu 700 DM. Mit 785.000 ISDN-Basisanschlüssen verfügt die Deutsche Telekom über das mit weitem Abstand dichteste ISDN-Netz der Welt. DeTelmmobilien18.10.1995 15,5 Millionen KabelanschIuss-TeilnehmerOktober 1995 Börsengang der Deutschen Telekom AGOktober 1995 Die eigentliche Platzierungskampagne beginnt zur Jahresmitte 1996 und soll mit der Aufnahme der Börsennotierung im November 1996 abgeschlossen sein. Die Aktien werden auf 5 Platzierungsregionen (Deutschland, Großbritannien, übriges Europa, Amerika, Asien/übrige Welt) aufgeteilt, womit die optimale globale Streuung der Aktien gewährleistet wird. Der Gegenwert der Aktien, die aus einer Kapitalerhöhung stammen, fließt der Deutschen Telekom AG zu und dient der Stärkung ihrer Eigenkapitalbasis. Online Allianz stärkt Europa im globalen Wettbewerb / Neue Tochter: T-Online GmbH12.12.1995 Mit ihrem Service T-Online (1 Million Kunden) ist die Telekom in Deutschland absoluter Marktführer. Sie beabsichtigt den Einstieg als Gesellschafter bei America Online, Marktführer in den USA, die zusammen mit Bertelsmann noch 1995 ihren Online-Dienst AOL in Deutschland starten will. Damit wird die Position der Telekom im globalen Wettbewerb entscheidend verbessert. Der Axel-Springer-Verlag plant, seine Mulitmedia- und Online-Aktivitäten durch eine Beteiligung sowohl an T-Online als auch an AOL Deutschland abzusichern. Die Zustimmung der zuständigen Gremien sowie die kartellrechtliche Genehmigung stehen noch aus. Um die rechtliche Voraussetzung für die geplante Kooperation zu schaffen, hat der Telekom-Aufsichtsrat am 12. Dezember 1995 die Ausgliederung der Online-Aktivitäten der Telekom in die T-Online GmbH beschlossen. Die neue Tochtergesellschaft soll noch vor dem 31. Dezember 1995 gegründet werden. Telekom forciert PersonalabbauDezember 1995 Über eine Beurlaubung und einen sich anschließenden Arbeitsvertrag kann dann ein Auflösungsvertrag geschlossen werden. Im 2. und 3. Quartal 1996 erhalten Mitarbeiter des einfachen und mittleren fernmeldetechnischen Dienstes bis zur Vollendung des 36. Lebensjahres ein „Veränderungsgeld” in Höhe von 100.000 DM, wenn sie freiwillig ausscheiden. Beamte ab 36 Jahre können 130.000 DM erhalten. Beamte des gehobenen Dienstes erhalten bis zum vollendeten 36. Lebensjahr ebenfalls 100.000 DM, ältere Kräfte 150.000 DM. Mitarbeitern des mittleren nichttechnischen Dienstes winkt 1996 ohne Altersunterschied ein „Veränderungsgeld” in Höhe von 60.000 DM. Die Empfänger müssen die Gelder versteuern. Alle Beamte, die das Angebot annehmen, werden in der gesetzlichen Rentenversicherung nachversichert. US-Regulierungsbehörde genehmigt die Allianz von Deutscher Telekom, France Telecom und SprintDezember 1995 Die Partner werden für Geschäftskunden und multinationale Unternehmen Sprach-, Daten- und Videodienste und internationale Telefonkarten für Privatkunden anbieten. Hinzu kommen Dienstleistungen für andere Telekommunikationsunternehmen. ◊ |