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Telekommunikation Juli - Dezember 1996
Auf dem Weg zu „Tele-Bonn”11.09.1996 Auch die künftige Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post werde in Bonn errichtet. Der Begriff „Tele-Bonn” werde nicht zuletzt dadurch mit Leben erfüllt, dass sich immer mehr der Telekommunikation artverwandte Hochtechnologieorganisationen in Bonn ansiedeln, meinte Bötsch. Das Netzmonopol der Deutschen Telekom wurde zum 1. August 1996 aufgehoben01.08.1996 Im Telekommunikationsgesetz sind die ordnungspolitischen Rahmenbedingungen für den dann vollständig liberalisierten Telekommunikationsmarkt festgelegt. Bereits mit der Aufhebung des Netzmonopols wird das Betreiben von Übertragungswegen liberalisiert. Über diese Übertragungswege können nun auf Basis einer Lizenz alle Telekommunikationsdienstleistungen mit Ausnahme des Telefondienstes für die Öffentlichkeit angeboten werden. Die Anzahl der Lizenzen ist grundsätzlich nicht beschränkt. BAPT und BZT zusammengelegt01.09.1996 Bundeskabinett verabschiedet Entwurf für ein neues Amateurfunkgesetz25.09.1996 Bundespostminister Bötsch eröffnet ISDN-Verbindung zwischen Tunesien und Deutschland30.09.1996 International verfügt die Deutsche Telekom AG mit 49 direkten und 8 indirekten ISDN-Verbindungen auf allen Kontinenten über das größte ISDN-Netz weltweit. 7 Lizenzen für Übertragungswege erteilt15.10.1996
Damit ist der Wettbewerb in diesem Bereich voll eröffnet. Das Ministerium kündigte für die nächste Zeit die Erteilung weiterer Lizenzen an. Mit der Erteilung der 4 genannten Lizenzen konnte das Bundespostministerium die der Kommission der Europäischen Gemeinschaft gegebene Zusage erfüllen, noch vor dem 31. Oktober 1996 mindestens 2 Lizenzen für sogenannte alternative Netzstrukturen zu erteilen. Der Deutschen Telekom AG wurde ebenfalls eine die Lizenzklassen 3 und 2 (Betreiben von Übertragungswegen für Satellitenfunkdienstleistungen für die Öffentlichkeit) zusammenfassende Lizenz erteilt. Bundesrat gibt grünes Licht für Universaldienstleistungsverordnung08.11.1996 Bundespostminister erteilt erste Lizenzen für den Sprachtelefondienst19.12.1996
Die Lizenzen werden zum 1. Januar 1998 wirksam.Mit den erteilten Lizenzen können diese Unternehmen vom 1. Januar 1998 an bundesweit Sprachtelefondienst für die Öffentlichkeit anbieten. Beim Bundespostministerium liegen weitere 8 Lizenzanträge für Sprachtelefondienst vor. Bund belohnt treue Telekom-AktionäreNovember 1996 Jeder Privatanleger erhält demnach auf je 10 zugeteilte und bis zum 30. September 1999 ununterbrochen gehaltene Aktien jeweils eine Treueaktie. Diese Vergünstigung gilt nur für die ersten 300 zugeteilten Aktien pro Anleger. Kabelanschluss - die Infobahn für neue TV-AngeboteOktober 1996 Für den Start des Digitalfernsehens wurde im Kabelnetz das Hyperband (Frequenzbereich 300 - 450 MHz) freigehalten. Damit steht schon zu Beginn eine Kapazität von bis zu 150 Programmen (15 digitale Kanäle mit je bis zu 10 Programmen) zur Verfügung. ISDN boomt weiterJuli 1996 Neue Online-Tochter mit ehrgeizigen Zielen01.09.1996 In den nächsten Jahren soll die Zahl der T-Online-Kunden um jeweils mindestens 25 Prozent steigen. Von Januar bis Juli 1996 wuchs die Kundenzahl um mehr als 200.000 auf 1,2 Millionen. Mehr als 600.000 T-Online-Kunden nutzen den Zugang ins globale Internet. Damit ist T-Online der größte europäische Internet-Access-Provider. Erfolgreich im MobilfunkDezember 1996 Digitalisierung und InnovationenDezember 1996 Mit dem digitalisierten Telefonnetz eröffnen sich für die Kunden ganz neue Möglichkeiten mit mehr Service und Komfort. Dazu zählen die detaillierte Standard-Telefonrechnung und der Anrufbeantworter im Netz, den die Telekom seit Herbst 1996 für 4 DM/Monat anbietet. Seit 1. November 1996 neue Komfortauskunft bundesweit01.11.1996 Der erweiterte Service umfasst zusätzlich zur Standard-Auskunft (0 11 88) z.B. die Bekanntgabe beliebig vieler Telefonnummern, Anschriften und Postleitzahlen, auch Branchenauskünfte. Ebenso gehören Informationen wie Bereitschafts- und Notdienste von Ärzten, Apotheken, Schlüsseldiensten, Elektrikern, Fernsehreparaturwerkstätten und Heizungs-/Sanitär-Monteuren zum Angebot. Wer sein Auto verkaufen möchte, kann sich über die Komfortauskunft den Autowert nach der EurotaxSchwacke-Liste ermitteln lassen. Für Sportfans werden alle wichtigen Sportereignisse - viertelstündlich aktualisiert - bereitgehalten. Für Interessenten von Wetterdaten stehen das Biowetter mit der Pollenflugvorhersage und das Freizeitwetter zur Verfügung. Abrufbar sind auch Umweltinformationen z.B. über die Aufschlüsselung von Lebensmittel-Zusatzstoffen und die Testergebnisse der Zeitschrift „Ökotest”. Selbst die Rechtschreibung nach Duden ist im Angebot. Im Jahr 1997 sind weitere Serviceleistungen geplant. Dann sollen beispielsweise Restaurant- und Hotelzimmernachweise abrufbar sein. Deutsche Telekom, France Télécom und Sprint erhalten Zuschlag für Telefonlizenz in IsraelNovember 1996 Telekom startet Pilotprojekt Interaktive Videodienste in Nürnberg04.12.1996 Neues Standort-Konzept für Logistik-ZentrenDezember 1996 Durch die Aufgabe der Innen-Lager in Berlin, Düsseldorf, Göttingen und München sollen jährlich bis zu 80 Millionen DM gespart werden. Die Außenlager und die regionalen Verteilzentren an diesen Standorten bleiben erhalten. Die Umsetzung soll bis Mitte 1998 abgeschlossen sein. Telekom erfolgreich an der Börse platziert18.11.1996 Der Preis der T-Aktie wurde für den Tag der Emission auf 28,50 DM festgesetzt. Darauf hatten sich die Bundesregierung und die Globalen Koordinatoren vor dem Börsenstart geeinigt. Bundesfinanzminister Theo Waigel nannte die größte Teilprivatisierung eines deutschen Unternehmens in der Nachkriegszeit einen „historischen Tag für den Finanzplatz Deutschland”. Bundespostminister Wolfgang Bötsch bezeichnete den 18. November als „einen Meilenstein in der Unternehmensgeschichte der Telekom”. Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Telekom, Ron Sommer, hob hervor, mit dem Börsengang sei auch das Ziel erreicht worden, „das Unternehmen Telekom im internationalen Kontext zu verankern”. Die Nachfrage der privaten Anleger übertraf alle Erwartungen. Allein über das AktienInformationsForum (AIF) orderten 1,4 Millionen Interessenten 550 Millionen Aktien. Davon zugeteilt wurde eine Quote von 43 Prozent oder 235 Millionen Stück. AIF-Teilnehmer erhielten eine doppelt so hohe Zuteilung wie nicht AIF-Registrierte. Außerhalb des AIF orderten rund eine halbe Million Interessenten 330 Millionen Aktien. Zugeteilt wurden hier 15 Prozent oder 50 Millionen Stück. Wegen der fünffachen Überzeichnung hatte die Telekom das Emissionsvolumen um 100 Millionen Aktien auf 600 Millionen Stück aufgestockt. Auch der sogenannte Greenshoe wurde entsprechend von 75 auf 90 Millionen Aktien erhöht. 156.000 Beschäftigte der Deutschen Telekom, das sind 64 Prozent der Belegschaft, wurden im Rahmen des Börsengangs zu Miteigentümern des Unternehmens. Sie zeichneten insgesamt 23 Millionen Aktien. Diese Beteiligung gehe weit über das hinaus, was in Deutschland üblich sei, sagte Telekom-Finanz-Chef Dr. Joachim Kröske. „Wir sehen darin einen Beleg dafür, dass die Telekom-Beschäftigten in weit überdurchschnittlichem Maße hinter ihrem Unternehmen stehen.” Auch die internationale Nachfrage nach Telekom-Aktien war überaus rege. Etwa ein Drittel der Gesamttranche ging an internationale Investoren. Dabei wurde folgende Verteilung festgelegt:
Für 1996 hatte die Telekom schon vor dem Börsengang eine Dividende von 60 Pfennig pro 5-DM-Aktie zugesagt. 1997 wird sie 1,20 DM je Aktie ausschütten. Der Erlös des Börsengangs von ca. 20 Milliarden DM wird die Kapitalausstattung der Telekom deutlich verbessern. Die Eigenkapitalquote steigt von 15 auf 25 Prozent bzw. 45 Milliarden DM. ◊ |