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Telekommunikation Juli - Dezember 1998
Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post zieht HalbjahresbilanzJuli 1998 Die neuen Anbieter kamen gegen Ende des 1. Halbjahr auf ein Gesprächsvolumen von knapp 30 Millionen Minuten pro Tag. Bei den Angeboten handelte es sich überwiegend um Ferngespräche. In diesem Marktsegment erreichten die neuen Anbieter um die Jahresmitte einen Anteil am Gesamtaufkommen der täglichen Gesprächsminuten von 12 Prozent. Trotz des Wettbewerbs ist auch das Gesprächsminutenvolumen der Deutschen Telekom AG weiter gestiegen. Nach Meinung der Regulierungsbehörde erreicht das Marktvolumen des deutschen Telekommunikationsmarktes bis Ende 1998 100 Milliarden DM. Nach Branchenangaben sollen bis Ende 1998 noch 91.000 neue Arbeitsplätze dazukommen. Mittelfristig wird nach Einschätzung der Regulierungsbehörde der Arbeitsplatzabbau bei der Telekom durch Beschäftigungszuwächse bei den neuen Wettbewerbern überkompensiert. Entgeltregulierungsantrag zur Teilnehmeranschlussleitung zurückgenommenNovember 1998 Startschuss für Einführung des digitalen terrestrischen Tonrundfunks (T-DAB)Juli 1998 Pensionen sind sicher23.07.1998 „...In letzter Zeit ist die finanzielle Lage der Unterstützungskassen der 3 Post-Aktiengesellschaften in der Presse mehrfach kritisch angesprochen worden... Ich möchte Sie ... über die Haltung der Bundesregierung wie folgt informieren: Die Finanzierung der Post-Pensionen sollte nach dem ursprünglichen Konzept ohne Belastung des Bundeshaushalts erfolgen. Entgegen den Gutachten und Prognosen und den daraus abgeleiteten Finanzierungsbeiträgen der 3 Bundespost-Nachfolgeunternehmen in den Jahren 1995 bis 1999 sind die Unterstützungskassen bereits in 1998 und 1999 auf weitere Einnahmen angewiesen, weil die von den Post-Nachfolgeunternehmen zu leistenden Jahresfestbeträge zur Deckung der Aufwendungen für Pensionen und Beihilfen nicht ausreichen. Trotzdem sind die Pensionen der ehemaligen Postbediensteten und ihre Beihilfeleistungen sicher! Der Bund ist nach dem Postpersonalrechtsgesetz verpflichtet, die Zahlungsfähigkeit der Unterstützungskassen jederzeit zu gewährleisten. Es ist daher beabsichtigt, die Unterdeckungen in den Jahren 1998 und 1999 insbesondere durch Dividendeneinnahmen und teilweise Veräußerung von Beteiligungsrechten an den Bundespost-Nachfolgeunternehmen zu decken, d.h. ohne Belastung des Bundeshaushaltes. Der Bund wird damit vorzeitig auf Vermögenswerte zurückgreifen, die im Konzept der Postreform II ab dem Jahr 2000 ohnehin der Finanzierung der Unterstützungskassen dienen sollten. Die Ursachen für diese Entwicklung liegen ... vor allem in der unerwartet hohen Inanspruchnahme des Vorruhestandes und der großen Zahl der Zurruhesetzungen wegen Dienstunfähigkeit...” Scheurle zieht positive Bilanz der Öffnung des TelekommunikationsmarktesDezember 1998 Auch wenn die Deutsche Telekom Marktanteile verliere, profitiere sie doch von dem insgesamt höheren Gesprächsaufkommen, so Scheurle. Er schätzt, dass die Telekom ihre Gesprächsminuten einschließlich der Ortsgespräche 1998 um 5,5 Prozent auf 183 Milliarden steigern konnte. Die neuen Wettbewerber hätten 11 Milliarden Minuten verkauft. Ende 1998 boten 51 Unternehmen Sprachtelefondienste in Deutschland an. Im Telekommunikationsmarkt Deutschland waren 219.000 Menschen bei Dienstleistern beschäftigt und 100.000 bei den Geräteherstellern. Bei den Mobilfunkanbietern arbeiten 22.000 Beschäftigte, 16.400 Menschen haben Arbeit bei den neuen Telefongesellschaften mit Lizenz, einige Tausend weitere bei den 1.098 Anbietern im lizenzfreien Bereich. Damit schaffen die Telekom-Konkurrenten direkt nicht so viele Arbeitsplätze, wie bei der Telekom abgebaut werden. Allerdings seien die indirekten Arbeitsplatzeffekte, etwa durch neue Callcenter, erheblich: 150.000 neue Stellen seien dort entstanden, führte Scheurle aus. Neben dem Markt für Ferngespräche im Festnetz boomte der Mobilfunk. Scheurle erwartet, dass bis Ende 1998 rd. 13,5 Millionen Menschen mobil telefonieren. Das wäre ein Zuwachs von 65,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Am schnellsten wachse derzeit der Markt für Internet- und Online-Dienste. 1998 ist die Zahl der Internet-Nutzer in Deutschland auf 7 Millionen gestiegen. Etwa 1 Million nutzen Online-Dienste wie T-Online, AOL und CompuServe. Die meisten Online-Kunden nutzen diese Dienste geschäftlich. Erst 8 Prozent der Haushalte sind am Netz. Die Anbieter am Telekommunikationsmarkt haben 1998 wieder kräftig investiert: die Mobilfunknetzbetreiber insgesamt 2,6 Milliarden DM, die neuen Festnetzbetreiber 1,6 Milliarden DM und die Telekom 10 Milliarden DM. EU-Kommission: Telekom muss Ortsnetz öffnenJuli 1998 Die privaten Kabelnetzbetreiber wollen das TV-Kabel zum Multimedia-Anschluss aufrüsten. Die Kunden könnten dann über einen Kabelanschluss nicht nur Fernsehprogramme empfangen, sondern auch telefonieren und im Internet surfen. In einem Schreiben an Telekom-Vorstandsmitglied Gerd Tenzer verlangte Van Miert, dass die Kabelnetze in mindestens 6 Regionalnetze aufgeteilt werden. Danach darf die Telekom nicht mehr als 49,9 Prozent an TV-Kabelnetzen halten. Tenzer hatte schon im Mai 1998 der EU die Ausgliederung des Kabelgeschäfts in eine Breitbandkabel GmbH, aufgeteilt in 6 Landesgesellschaften, zugesichert. Aufbruch zur MarktführerschaftAugust 1998 Telekom führt Telearbeit einJuli 1998 Telekom führt WDM-Technologie einJuli 1998 Eine Weltpremiere fand Anfang Juli 1998 auf der ersten mit WDM-Technologie ausgestatteten Strecke München - Erlangen statt. Hier wurden erstmals im Probebetrieb Datenübertragungsraten von 2,34 Gigabit pro Sekunde (Gbit/s) erfolgreich über das ATM-Netz (Asynchronous Transfer Modus) der Telekom übertragen. Durch den generellen Einsatz von WDM-Komponenten können die heute üblichen Übertragungsraten je Glasfaser von 2,5 Gbit/s auf 20 bzw. 80 Gbit/s erhöht werden (80 Gbit = 80 Milliarden Bit = 80.000.000.000 Bit). Forschungsprojekt PHOTON: High-Speed rein optischAugust 1998 Dieses Wellenlängenmultiplexsystem (WDM) ermöglicht in Zukunft eine Übertragungskapazität von 80 Gbit/s je Glasfaser. Telekom-Zentrale mit neuer OrganisationsstrukturJuli 1998 Die Konzernzentrale soll künftig maximal 490 Arbeitsposten umfassen, die alle in Bonn eingerichtet werden. Sie wird nur noch Aufgaben wahrnehmen, die auf Festlegung, Steuerung, Kontrolle und Koordination der Konzerneinheiten gerichtet sind, u.a. Geschäftsstrategie, Marktaktivitäten, Management Personal und Finanzen und die Darstellung des Konzerns nach außen. Alle anderen Bereiche und Funktionen, die bisher in der Zentrale angesiedelt waren, werden auf neu zu gründende Betriebe übertragen. Die ausgelagerten Geschäfts- und Zentralbereiche werden mit den bestehenden Zentren und anderen Organisationseinheiten zu diesen Betrieben zusammengefasst. Die Betriebe werden ausschließlich als ergebnisorientierte Profit- und Servicecenter geführt. Statt der heute 68 Zentren und vergleichbaren Organisationseinheiten wird es künftig maximal 35 Betriebe geben. Die Neuorganisation soll bis zum 31. Oktober 1999 abgeschlossen sein. Neues Seekabel Europa - USA02.09.1998 Das Ringnetz wird 13.500 km lang sein und besteht aus 4 Glasfaserpaaren. Jedes Paar hat eine Übertragungskapazität von 160 Gbit/s. Insgesamt können also 640 Gbit/s übertragen werden. Damit können gleichzeitig mehr als 7 Millionen Gespräche übertragen werden. Das ist das 64fache des TAT-12/TAT-13-Kabelnetzes, das 1996 in Betrieb ging. Die Seekabelendstelle der Deutschen Telekom ist in Norden, weitere Endpunkte liegen in Manasquan und Tuckerton (New Jersey, USA), Widemouth (Großbritannien), St. Valéry-en-Caux (Frankreich), Katwijk (Niederlande) und Blaabjerg (Dänemark). Josef Brauner: Wechsel im Telekom-Vorstand16.09.1998 Den neuen Vorstandsbereich Produktmarketing übernimmt Detlev Buchal. Frerich Görts verlässt DeTeImmobilien18.09.1998 Frerich Görts (54) hatte 1996 den Vorsitz der Geschäftsführung der Ende 1995 gegründeten 100-prozentigen Telekom-Tochter übernommen. Zuvor leitete er den Vorstandsbereich Personal und Recht der Deutschen Telekom. Am 23. September 1998 bestellte der Aufsichtsrat den Telekom-Vorstand Personal und Recht, Dr. Heinz Klinkhammer (52), zum stellvertretenden Mitglied der Geschäftsführung und bestimmte ihn zum kommissarischen Vorsitzenden der Geschäftsführung. Telekom legte Grundstein für Einführung der digitalen SignaturSeptember 1998 Die Telekom hat bereits im März 1998 einen Antrag auf Zulassung zur Ausgabe von Zertifikaten nach dem SigG gestellt und rechnet damit, in nächster Zeit als erstes Unternehmen digitale Signaturen ausgeben zu können. Die digitale Signatur schafft die Voraussetzung für einen sicheren Datenaustausch in der Computer-Kommunikation und über das Internet. Damit kann beim Datentransport in offenen Telekommunikationsnetzen erstmals festgestellt werden, von wem ein Dokument stammt und ob es bei der Übermittlung verfälscht wurde. Anwendungsgebiete sind elektronische Steuererklärungen, Online-Banking, Telemedizin, Datenarchivierung, Vertragsübermittlungen und der elektronische Behördenverkehr. Erste direkte Glasfaserverbindung Deutschland - China eröffnet14.10.1998 TAE ist das längste Landkabelsystem der Welt. Es entwickelt sich mittlerweile von einem einzelnen 17.000 km langen Glasfaserkabel hin zu einem Netzwerk durch 20 Staaten mit 27.000 km Gesamtlänge. Jedes beteiligte Land hat sein Segment selbst gebaut und finanziert. Gesamtkosten: 1 Milliarde DM. Die Haupttrasse des TAE entspricht dem Verlauf der früheren „Seidenstraße” von Schanghai/China über Kasachstan, Usbekistan, Turkmenistan, Iran, Türkei, das Schwarze Meer, Ukraine und Polen bzw. Rumänien, Ungarn und Österreich nach Frankfurt am Main. Übertragungskapazität: Zweimal 155 Megabit pro Sekunde. Dies entspricht 4.000 gleichzeitig geführten Telefongesprächen. Telefonkarten künftig 3 Jahre gültigOktober 1998 „Kräfte bündeln”November 1998 Ergebnissteigerung bei der Deutschen TelekomOktober 1998 Im 3. Quartal 1998 blieb der Umsatz im Vergleich zum gleichen Vorjahres-Quartal stabil. Der gleichbleibende Umsatz im 3. Quartal 1998 (ohne Berücksichtigung der Fakturierungsumsätze von Wettbewerbern) ist auf die Marktanteilsverluste bei Fern- und Auslandsgesprächen zurückzuführen. Die Telekom erklärt dies als „direkte Folge der asymmetrischen Regulierungsmaßnahmen und der daraus resultierenden einseitigen Bevorzugung der Wettbewerber”. Sie kündigte deshalb „aggressive Tarifsenkungsmaßnahmen” an. Der Personalbestand wurde planmäßig weiter verringert. Ende September 1998 beschäftigte der Konzern (ohne die ungarische Beteiligungsgesellschaft Matav) 184.100 Mitarbeiter (- 6 Prozent oder 11.200 unter dem Stand 30. September 1997). Der Personalaufwand wurde um knapp 300 Millionen DM auf 13,45 Milliarden DM abgebaut. Zuwachs an ISDN-Kanäle: 27 Prozent auf 9,3 Millionen, Zuwachs bei T-Online: 26 Prozent auf 2,4 Millionen Kunden. Insgesamt betrieb die Telekom Ende September 1998 46,0 Millionen Telefonanschlüsse. Kräftig stieg die Zahl der Kunden im T-D1- und T-C-Netz um 36 Prozent auf 5,2 Millionen gegenüber 3,8 Millionen am Jahresende 1997. Startschuss für Einführung der Vanity-NummernOktober 1998 In den USA hatte die Einführung der Buchstaben-Rufnummern eine Steigerung der Anrufzahlen bei den Anbietern von bis zu 30 Prozent zur Folge. Beispiele in Deutschland: ein Taxiruf in Berlin ist unter der Buchstabenwahl 0-800-CABCALL kostenlos erreichbar; die Kunden des süddeutschen Reifen-Unternehmens Feneberg im Allgäu, Oberschwaben und Oberbayern wählen die Firma unter der Rufnummer 0-800-FENEBERG (0-800-33632374) an. Für die Zuteilung einer Vanity-Nummer an den Kunden ist die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post zuständig. Experten gehen davon aus, dass bereits im Laufe 1999 jedes 2. Telefon eine Tastatur für die Buchstabenwahl hat. Im Mobilfunk unterstützen bereits seit Jahren nahezu alle Handys die Buchstabenwahl. Einspeisung eines digitalen Fremdsprachenpaketes ins BreitbandkabelnetzOktober 1998 Die neuen Programme werden verschlüsselt im Kabelnetz ausgestrahlt. Zum Empfang benötigt man einen Decoder sowie eine Smartcard, über die eine einmalige Freischaltung erfolgt. 0700 - eine persönliche NummerNovember 1998 Die persönliche Rufnummer vergibt nicht die Telekom. Sie muss vielmehr bei der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post beantragt werden. Ende Oktober 1998 waren dort bereits 11.900 Anträge registriert. Je Rufnummer sind einmalig 150 DM zu zahlen. Ron Sommer „Sprachpanscher des Jahres”November 1998 „Wir empfinden es als zutiefst kundenfeindlich und menschenverachtend, mit sun- und moonshine-Tarifen umworben zu werden”, erklärte Vereinsvorsitzender Prof. Walter Krämer. Dasselbe gelte für Telefonrechnungen in nur spärlich mit deutschen Wörtern durchsetztem Englisch, so der Wirtschaftswissenschaftler aus Steinhude bei Hannover unter Hinweis auf „City-, Free- und GermanCalls”. „Fitnesskur für Fusionen”Dezember 1998 „Bei den Fusionen entscheidet sich die Zukunft der Deutschen Telekom”, so Sommer. Die Telekom müsse andere Firmen aufkaufen und fusionieren, um ein „Global Player” zu werden. Deutsche Telekom und France Télécom gründen „ThinkOne”November 1998 ThinkOne wird sich in erster Linie mit Internet-Technologien, Multimedia-Diensten, Datenkommunikation und Mobilfunkdiensten befassen. Deutsche Telekom und France Télécom bauen Allianz ausDezember 1998 Dazu Sommer: „Die Überkreuzbeteiligung unterstreicht die strategische Partnerschaft zwischen Deutscher Telekom und France Télécom... Von der Zusammenarbeit beider Unternehmen in Europa und auf den internationalen Märkten werden die Kunden durch immer leistungsfähigere Angebote profitieren.” Schon im Frühjahr 1998 wurde Sommer in den Verwaltungsrat von France Télécom gewählt, im Gegenzug der Präsident von France Télécom, Michel Bon, in den Telekom-Aufsichtsrat. Telekom und bayerische Bistümer unterzeichnen Rahmenvertrag10.12.1998 Aggressiver Preiskampf um TelefonkundenOktober 1998 Ein Paradebeispiel für den Werbekrieg lieferten sich Mobilcom und Deutsche Telekom im Oktober 1998. Mobilcom schaltete ganzseitige Anzeigen in Tageszeitungen, in denen sie die magentafarbenen Anzeigen der Deutschen Telekom imitierte, aber für ihr eigenes Produkt warb. Die Telekom konterte mit einer einstweiligen Verfügung gegen den Konkurrenten aus Schleswig und mit einer Anzeige mit der Überschrift „Vorsicht Falle!”. Der Schauspieler Manfred Krug, der in Fernsehspots der Deutschen Telekom seit langem für die Telekom wirbt, zündete sich im folgenden Spot mit der Konkurrenz-Anzeige eine Zigarre an und erklärte den Zuschauern: „Die ist gar nicht von der Telekom sondern von der Mogelcom...äääh” Mobilcom konterte wieder mit einer Anzeige: Eine Nadel sticht in einen magentafarbenen Luftballon. Darüber steht: „Aua, das tut weh, liebe Telekom: Wir lassen die Luft aus Euren Preisen.” Lachender Dritter war zunächst Konkurrent Talkline aus Elmshorn. Der meldete sich mit der Anzeige: „Liebe Telefonkunden, Telekom und Mobilcom streiten sich seit einer Woche. Wenn Sie wollen, kümmern wir uns um Sie.” Auch die Telefonfirma ICO schaltete eine Anzeige: „Wen interessiert's schon, ob Mobilcom oder Telekom billiger ist?” und warb für ein Zusatzgerät zum Telefon, das automatisch die preisgünstigste Telefonverbindung herstellen soll. Der Telefon-Preiskrieg beschäftigte die Medien fast täglich. Die Situation am Telefonmarkt knapp ein Jahr nach dem Wegfall des Monopols schilderte beispielhaft die Tageszeitung „Nürnberger Nachrichten” in ihrer Ausgabe vom 30. Dezember 1998 unter der Überschrift „Preiskrieg auf Hochtouren - Wer muss als erster aufgeben?”. Hier ein Auszug: „...Seit fast einem Jahr hat die Bundesrepublik den liberalsten Telekommunikationsmarkt in Europa. Nirgendwo sind die Ferngesprächspreise innerhalb eines Jahres derart drastisch gesunken - teilweise um bis zu 70 Prozent. Das hat den Kunden jedoch zugleich ein Tarifgewirr beschert, in dem sich nur noch Menschen mit viel Zeit oder mit einem besonderen Gespür für die Orientierung im Dschungel zurechtfinden. ... Auf die Schwächeren in der Branche kommen im nächsten Jahr nicht nur Billigtarife..zu. Dann wird auch entschieden, welche 'Gebühr für die letzte Meile', also für den Zugang zum Teilnehmer im Ortsnetz, und 'Netzzusammenschaltungspreise' die privaten Wettbewerber an die Telekom zu zahlen haben, wenn sie nicht über eine eigene Infrastruktur verfügen...” Deutsche Telekom senkt Telefon-PreiseDezember 1998 Dazu Telekom-Chef Ron Sommer: „Wir haben seit 1. März schon einige Stufen unseres Innovations- und Tariffeuerwerks gezündet. Dies wollen wir jetzt fortsetzen. Bisher hat sich der Wettbewerb auf einen reinen Preiskrieg bei Ferngesprächen beschränkt, der aus (...) der einseitigen Bevorzugung der Wettbewerber resultierte.” Die Tarifstruktur wird einfacher. Statt der bisher 6 Tarifzeiten gibt es werktags künftig nur noch die Tarifzeiten „Tag” von 9 - 18 Uhr und „Freizeit” von 18 - 2 Uhr und 5 - 9 Uhr und „Nacht” von 2 - 5 Uhr. City-Gespräche bleiben unverändert. Bei ISDN-Anschlüssen kostet ein Ferngespräch „Tag” deutschlandweit tagsüber 24 Pfennige pro Minute. Bei analogen Anschlüssen wird tagsüber zwischen Regional- und Deutschlandgesprächen unterschieden: Von 9 - 18 Uhr kostet ein Regionalgespräch 24 Pfennige/Min., ein Deutschlandgespräch 36 Pfennige/Min. Beim Freizeit-Tarif kostet jedes Ferngespräch pro Minute bei allen Anschlüssen 12 Pfennige und beim Nacht-Tarif 6 Pfennige. Der Freizeit-Tarif gilt auch an Wochenenden und bundeseinheitlichen Feiertagen. Alle Gespräche über 10 Minuten außerhalb des City-Bereiches sind wie bisher ab der 11. Minute billiger: 10 Prozent bei analogen Anschlüssen, 30 Prozent bei ISDN-Anschlüssen. In den letzten Dezember-Tagen 1998 kündigte Sommer weitere Preissenkungen für 1999 an. So soll der Nacht-Tarif (6 Pfennige/Min.) von 2 Uhr nachts auf mindestens 22 Uhr vorgezogen werden. „Norddeich Radio, good by!”31.12.1998 Die moderne Technik hat den Sender überflüssig gemacht. Satellitentelefone bieten längst sicherere und bessere Verbindungen. Seit Anfang der 90er Jahre wird weltweit ein neues satellitengestütztes Seenotfunksystem aufgebaut. Morsefunker und die SOS-Morsezeichen braucht es dazu nicht mehr. Ab Januar 1999 wird die Deutsche Telekom als bisherige Betreiberin des Senders in Norddeich ein Service- und Informationszentrum für Digital-TV einrichten. Kabelgeschäft wird ausgegliedertDezember 1998 Die neuen Töchter sollen die Wettbewerbsfähigkeit der Telekom im Breitbandkabel steigern und den Marktwert des Kabelgeschäftes erhöhen. Weiteres Ziel ist die Regionalisierung. Dazu sollen mit Partnern neue Unternehmungen gebildet werden. Der Euro ist daDezember 1998 ◊ |