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Telekommunikation Januar - Mai 2002
Markt für Telekommunikationsdienstleistungen wuchs 2001 um 15 ProzentFebruar 2002 Ende 2001 waren im TK-Dienstleistungsmarkt 241.800 Menschen beschäftigt, 0,46 Prozent mehr als 2000, davon 63.500 bei den Wettbewerbern der Deutschen Telekom. Ende 2001 waren bei der Reg TP über 2.000 Anbieter registriert. Über 240 Unternehmen boten Ende 2001 Sprachdienste an, davon gut 90 Anbieter mit eigenen Verbindungs- und Teilnehmernetzen Sprachtelefondienst per Call-by-Call, Preselection oder Direktanschluss. Die übrigen Unternehmen agierten als reine Wiederverkäufer (Reseller). Telefongespräche - so die Reg TP - werden heutzutage oft unter Beteiligung mehrerer Netzbetreiber auf der Basis von Netzzusammenschaltungen (Interconnection) aufgebaut. 104 Wettbewerber hatten Ende 2001 Interconnection-Verträge mit der Deutschen Telekom. Ende 2001 waren in Deutschland 52,3 Millionen Telefonkanäle geschaltet: 30,6 Millionen Analoganschlüsse einschließlich der öffentlichen Telefonstellen, 9 Millionen ISDN-Basisanschlüsse und 121.000 ISDN-Multiplexanschlüsse. Die Wettbewerber der Telekom konnten ihren Bestand an Telefonkanälen gegenüber 2000 auf 1,58 Millionen (3 Prozent) verdoppeln. Der Bestand an Münz- und Kartentelefonen hat sich infolge der Verbreitung von Mobiltelefonen bis zum Jahresende 2001 auf 112.000 (davon 2,8 Prozent Wettbewerberanteile) reduziert. Auf der Grundlage der Verträge über den Zugang zur Teilnehmeranschlussleitung (TAL) der Deutschen Telekom und auf Basis eigener TAL boten über 60 Lizenznehmer 2001 neben der Telekom einen analogen bzw. ISDN-Anschluss an. Auch die Zahl der Internetnutzer in Deutschland nahm 2001 deutlich zu. Nach Schätzungen der Reg TP waren über 30 Millionen Menschen am Arbeitsplatz, zu Hause oder in Internetcafés im Netz. Etwa 5 Prozent der Haushalte nutzten einen breitbandigen Internetanschluss, d.h. xDSL-Zugänge, Kabelfernsehzugänge oder den Internet-Zugang über die Steckdose (Powerline). Der enorme Teilnehmerzuwachs und die gestiegene Nutzungsdauer resultieren nach Meinung der Reg TP nicht zuletzt aus den gesunkenen Internettarifen. Die Kosten für Internet-by-Call sind seit Februar 1999 um bis zu 74 Prozent gesunken. Die Preise für Telefonferngespräche sind seit der vollständigen Liberalisierung des Sprachtelefondienstes am 1. Januar 1998 deutlich gesunken, so Präsident Kurth. „Für inländische Ferngespräche an Werktagen zahlt der Verbraucher heute bis zu 90 Prozent weniger.” Verbilligungen auch bei Auslandsgesprächen: Auf den 10 wichtigsten Auslandsstrecken sind Gespräche um 95 Prozent billiger geworden. In den deutschen Mobilfunknetzen (D1, D2, E1, E2) waren Ende 2001 56,3 Millionen Teilnehmer registriert. Damit dürfte nach Einschätzung des Reg TP-Präsidenten der Sättigungsgrad erreicht sein. Grünes Licht für digitales Fernsehen in DeutschlandApril 2002 Deutsche Telekom vergibt Internet-AdressenJanuar 2002 Um als Anbieter im Internet gefunden zu werden, spielt die Internet-Adresse, der Domainname, eine entscheidende Rolle. Mit dem anhaltenden Boom des Netzes wird die Auswahl immer knapper. Neben den bekannten Top-Level-Domains wie „.com”, „.org” oder „.de” soll es deshalb künftig weitere Endungen wie „.coop”, „.pro” oder „.name” geben. Internet-Adressen mit diesen Endungen können nun bei der Telekom unter der Internet-Adresse „www.registrar.telekom.de” reserviert werden. Deutsche Telekom startet Aufbau des UMTS-NetzesFebruar 2002 Kabelnetzbetreiber Callahan sagt der Deutschen Telekom den Kampf anMai 2002 Callahan will mindestens einen von 3 Haushalten für neue Dienste gewinnen und damit der Telekom Marktanteile abtrotzen. „Strategisch hat die Telekom, die noch immer Minderheitseigentümer der Kabelnetze ist, kein Mitspracherecht”, sagte ein Callahan-Sprecher im Februar 2002. Bundeskartellamt untersagt Verkauf von KabelnetzenFebruar 2002 T-Systems International schließt richtungsweisenden TarifvertragApril 2002 Der ver.di-Bundesvorstand sieht in dem neuen Tarifvertragswerk ein Stück moderner Tarifpolitik: „Das neue Vergütungssystem entspricht einerseits den Anforderungen der Mitarbeiter, indem ihre persönliche Leistung widergespiegelt wird, andererseits bildet es die Anforderungen des Unternehmens ab, die gesteckten Ziele im Markt zu erreichen.” Das tarifliche Jahreszielgehalt besteht künftig aus einem Jahresfestgehalt und einem variablen Vergütungsanteil, der je nach Zielerreichung variieren kann. In den meisten Vergütungsgruppen beträgt die Relation zwischen Jahresfestgehalt und variabler Vergütung 90 zu 10 Prozent. Auf Wunsch des Arbeitnehmers kann der variable Vergütungsanteil von 10 auf 15 oder 20 Prozent ausgeweitet werden. Ihre Jahreszielgehälter können die Mitarbeiter damit bei Erreichen von Unternehmens- und persönlichen Zielen deutlich nach oben ausbauen. Mit dem neuen Tarifvertrag wirken sich die Tariferhöhungen aus den Tarifrunden nur auf das tarifliche Jahreszielgehalt und auf die Obergrenze des Individualgehalt-Korridors aus. Die individuelle Arbeitszeit der Mitarbeiter lässt sich nach dem neuen Tarifvertrag sowohl dem Bedarf des Unternehmens - etwa bei der Realisierung von Kundenprojekten - wie den Wünschen der Mitarbeiter flexibel anpassen. Im Tarifvertrag ist eine nach Lebensalter gestaffelte Arbeitszeit zwischen 40 und 35 Wochenstunden festgeschrieben. Bis zum Erreichen des 50. Lebensjahres beträgt die Wochenarbeitszeit 40 Stunden, danach kann sie auf 35 Stunden verringert werden. Entscheidet sich der Mitarbeiter, ab dem 50. Lebensjahr die 40-Stundenwoche beizubehalten, erhält er pro Woche eine Zeitgutschrift von maximal 5 Stunden auf dem Langzeitkonto seiner individuellen Arbeitszeit. Mit ihren Langzeitkonten können die Mitarbeiter ihre persönliche Arbeitszeitgestaltung flexibel realisieren. So kann Mehrarbeit wahlweise dem Langzeitkonto gut geschrieben oder in Geld ausgeglichen werden. Das Zeitguthaben lässt sich auch in Form von Blockfreizeit in Anspruch nehmen, um sich beispielsweise für einen definierten Zeitraum stärker der Familie zu widmen. Das Arbeitszeitkonto lässt sich aber auch mit der betrieblichen Altersversorgung verknüpfen, indem statt Zeitguthaben Kapital zur Alterssicherung aufgebaut wird. Die frühere Telekom-Erdfunkstelle in Fuchsstadt betreibt jetzt der US-Konzern IntelsatMärz 2002 T-DSL 1500 Doppelturbo fürs InternetMai 2002 Mobilfunktöchter künftig unter dem einheitlichen Markennamen T-MobileApril 2002 2001: 18 Prozent Umsatzzuwachs und 3,5 Milliarden Euro Verlust28.05.2002 Er verwies auch auf die überdurchschnittliche Entwicklung der Tochterunternehmen. T-Mobile steigerte den Umsatz um 40 Prozent, begünstigt durch die Erstkonsolidierung von VoiceStream (7 Millionen Kunden). Die Kundenzahl stieg um 20 Millionen auf 67 Millionen (+ 40 Prozent). In Deutschland hat T-Mobile die Teilnehmerzahl gegenüber 2000 um 4 Millionen auf über 23 Millionen gesteigert und damit die Marktführerschaft ausgebaut. T-Com: Mit T-DSL schaffte die Deutsche Telekom 2001 den Durchbruch zum Massenmarkt. Allein 2001 konnte sie 1,6 Millionen neue Kunden gewinnen (Ende 2001 insgesamt 2,2 Millionen Verträge). Die Zahl der ISDN-Kanäle wuchs um 20 Prozent auf über 20 Millionen Dies ist eine weltweite Spitzenposition. Auf dem hart umkämpften deutschen Markt Festnetzgeschäft konnte die Telekom ihren Marktanteil halten. T-Systems mit dem inzwischen integriertem debis-Systemhaus steigerte den Umsatz um 29 Prozent. T-Online konnte die Kundenzahl um 35 Prozent auf 10,7 Millionen steigern. Die Zahl der Verbindungsminuten erhöhte sich um 84 Prozent. Der Gesamtumsatz betrug 1,4 Milliarden Euro (+ 28,5 Prozent). Der EBITDA-Verlust konnte sukzessiv verringert werden. Für 2002, ein Jahr früher als geplant, erwartet der T-Online-Konzern ein positives EBITDA. Nach der akquisitionsstarken Wachstumsphase der letzten Jahre haben nun - so Sommer bei der Hauptversammlung der Telekom am 28. Mai 2002 - die Integration der erworbenen Unternehmen und der Abbau der Netto-Finanzverbindlichkeiten höchste Priorität. Nachdem das Bundeskartellamt den Verkauf des Kabelnetzes an Liberty Media untersagt hatte, beschlossen Vorstand und Aufsichtsrat ein Maßnahmenpaket zum Schuldenabbau mit 3 Schwerpunkten: Dividendenkürzung um 40 Prozent von 0,62 Euro auf 0,37 Euro, weniger Investitionen in Sachanlagen und allgemeine Kostensenkung. Außerdem ist es das erklärte Ziel Sommers, nicht mehr benötigte Immobilien zu verkaufen und intensiv nach einem anderen Interessenten für das Kabelnetz zu suchen. Damit will die Telekom ihre Schulden bis Ende 2003 von 62,1 Milliarden Euro auf 50 Milliarden Euro reduzieren. Die Zahl der Beschäftigten im Telekom-Konzern stieg bis Ende 2001 einschließlich der konsolidierten Gesellschaften VoiceStream (16.665 Kräfte), Hrvatske telekommunikacije (11.053 Kräfte) und RadioMobil (2.479 Kräfte) um 13,2 Prozent auf 257.058. Der Aktienkurs der Telekom war nach der Veröffentlichung des Jahresberichts 2001 rapide gesunken. Ende Mai rutschte er auf ein Allzeittief unter 11 Euro (Ausgabekurs am 18.11.1996: 28,50 DM = 14,57 Euro, Schlusskurs am 28. Dezember 2001: 19,30 Euro). Auf der Hauptversammlung wurden Sommer und der Aufsichtsratsvorsitzende Hans-Dieter Winkhaus bei ihren Reden mehrfach durch Pfiffe unterbrochen. ◊ |