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Telekommunikation Juli - September 2005
Bund gibt Post- und Telekom-Aktien an KfW ab / Deutsche Post jetzt ohne direkte Bundesbeteiligung18.07.2005 Der Verkauf an KfW, mit dem der Bund die direkte Veräußerung an der Börse umgeht, umfasst jeweils 7,3 Prozent des Aktienkapitals von Post und Telekom. Die KfW hält damit 44,7 Prozent an der Post und 22,1 Prozent an der Telekom. Die Aktien sind bei der KfW im Rahmen eines so genannten Platzhaltergeschäfts nur geparkt. Bei günstigen Bedingungen sollen sie am Kapitalmarkt platziert werden. „Wir begrüßen alle Schritte auf dem Weg der Privatisierung”, sagte eine Post-Sprecherin. „Für die Unternehmen ist die Aussicht auf einen steigenden Streubesitz erfreulich. Durch die Platzierung wächst ihre Gewichtung im Aktienindex DAX.” Bundesnetzagentur senkt Preise für den Zugang zur TeilnehmeranschlussleitungJuli 2005 Auch die Kündigungsentgelte haben sich gegenüber den alten Tarifen bei den meisten Zugangsvarianten erheblich verringert. Für die Kündigung der einfachen Kupferdoppelader Zweidraht mit gleichzeitigem Wechsel zu einem anderen Wettbewerber bzw. Rückkehr zur Deutschen Telekom müssen die Wettbewerber an die Telekom künftig 71 Prozent weniger zahlen, nämlich 5,80 Euro statt bisher 19,95 Euro. Die zweite Entscheidung der Bundesnetzagentur betrifft die Entgelte für den gemeinsamen Zugang zur TAL, das so genannte Line-Sharing. Beim Line-Sharing wird die TAL nach Frequenzbändern in einen niederen und einen höheren Frequenzbereich unterteilt. Damit kann z.B. der untere Frequenzbereich von der Deutschen Telekom weiter für Sprachübertragung und der obere Frequenzbereich von einem Wettbewerber für Datenübertragung - typischerweise für schnelle Internetzugänge auf Basis der DSL-Technologie - genutzt werden. Für die Gewährung des Zugangs zum hochbitratigen Teil der TAL zahlen die Wettbewerber seit 1. Juli 2005 an die Deutsche Telekom monatlich 2,31 Euro. Das sind rund 5 Prozent weniger als bisher. Bundesnetzagentur senkt Entgelt für Teilnehmerdaten / Statt bisher jährlich 49 Millionen Euro erhält die Telekom nur noch rund 1 Million Euro17.08.2005 Teilnehmerdaten, die Telefonnummern mit weiteren Informationen, wie z.B. Name, Adresse usw. verknüpfen, sind das wesentliche Vorprodukt für das Angebot von Auskunftsdiensten und das Verlegen von Telefon- und Branchenverzeichnissen. Das Telekommunikationsgesetz verpflichtet jedes Unternehmen, das Telekommunikationsdienste für die Öffentlichkeit erbringt und Rufnummern an Endnutzer vergibt, Teilnehmerdaten für Auskunfsdienste und Teilnehmerverzeichnisse zur Verfügung zu stellen. Im Prinzip betrifft dies alle Unternehmen, die in eigenem Namen und auf eigene Rechnung öffentlich zugänglichen Telefondienst anbieten, und zwar sowohl im Festnetz als auch im Mobilfunk. De facto betroffen ist aber in erster Linie die Deutsche Telekom, weil sie über die meisten Telefonanschlüsse verfügt und die einzige Datenbank mit stets aktuell gehaltenem Teilnehmerdatenbestand inklusive der Teilnehmerdaten von dritten Unternehmen verfügt. Nach der Entscheidung des EuGH dürfen für die Überlassung von Teilnehmerdaten nur die Kosten der Zur-Verfügung-Stellung verlangt werden, nicht aber Kosten zum Aufbau und zur Pflege von Datenbanken, da die Daten vom Anbieter des Sprachtelefondienstes ohnehin erhoben und gepflegt werden und deshalb die dadurch entstehenden Kosten bereits von den Kunden des Sprachtelefondienstes bezahlt sind. „Während die Deutsche Telekom bisher insgesamt 49 Millionen Euro jährliche Kosten bei allen Abnehmern von Teilnehmerdaten geltend machen konnte, verringert sich dieser Betrag nunmehr auf jährlich unter 1 Million Euro”, sagte der Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth. Forsa: Deutsche Telekom ist der Verlierer der MarktöffnungAugust 2005 So hat sich laut Forsa inzwischen bereits jedes zweite mittelständische Unternehmen als Kunde von der Telekom verabschiedet und sich einem privaten Anbieter zugewandt. Vor allem größere Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mehr als 2 Millionen Euro hätten die Wechselmöglicheiten in Anspruch genommen. Die Abkehr von der Telekom war aber nicht immer auf Dauer. Etwa 22 Prozent seien nach einiger Zeit wieder zurückgekehrt. 93 Prozent der von Forsa befragten Unternehmen bezeichneten finanzielle Vorteile als ausschlaggebend, die ihnen der Wechsel zu einem konkurrierenden Anbieter gebracht habe. Für die 44 Prozent der Unternehmen, die nicht an einen Wechsel denken, sprechen in erster Linie die inzwischen gesunkenen Preise der Telekom für das Verbleiben beim ehemaligen Monopolisten. Im Unterschied zur Telekom haben im Briefdienst der Deutschen Post erst 36 Prozent der mittelständischen Unternehmen schon einmal auf Angebote von Wettbewerbern zurückgegriffen. Auch bei einem Wechsel von der Deutschen Post zu einem ihrer Konkurrenten steht für die Firmen der Preisvorteil im Vordergrund ihrer Überlegungen. 47 Prozent der Befragten stuften die Servicequalität der Post-Konkurrenten besser ein als die der Deutschen Post. Nur 4 Prozent gaben an, dass ihnen der Weggang von der Post keinerlei Vorteile gebracht habe. Bundesnetzagentur bereitet Abschaltung der (0)190er Rufnummern zum Jahresende 2005 vorSeptember 2005 Der Wechsel auf die (0)900er Rufnummern hat für die Verbraucher mehrere Vorteile, so die Bundesnetzagentur am 22. September 2005. An der ersten Ziffer nach der (0)900 ist die Art des Dienstes zu erkennen. Die „1” steht für „Information”, die „3” für „Unterhaltung” und die „5” für „Dienste für Erwachsene”. Mit dieser Systematik lassen sich bestimmte Inhalte gezielt sperren. Der Preis für jeden Dienst kann der Anbieter individuell festlegen. Der Preis muss in der Werbung angegeben und bei einem Anruf kostenlos angesagt werden. Er ist aus allen Festnetzen gleich. Der Zuteilungsnehmer kann über die Homepage der Bundesnetzagentur www.bundesnetzagentur.de Stichwort „Nummernverwaltung” einfach ermittelt werden. T-Mobile-Chef: US-Tochter bleibtSeptember 2005 Ende September 2005 meldete T-Mobile USA, sie habe einen Kundenstamm von mehr als 20 Millionen. Die Deutsche Telekom hatte VoiceStream 2001 für 50,7 Milliarden US-Dollar (ca. 50 Milliarden Euro) übernommen. Der US-Mobilfunkanbieter VoiceStream hatte zu Beginn der Übernahmeverhandlungen Ende März 2000 erst 2,3 Millionen Kunden. Dem damaligen Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Telekom, Ron Sommer, wurde vor allem aus dem Kreis der Wirtschaftsanalysten vorgeworfen, der Kauf sei überteuert. Nach Bekanntgabe der Einigung bei den Übernahmegesprächen im Juli 2000 fiel der Kurs der Telekom-Aktie um 11,5 Prozent auf 49 Euro. T-Online baut Internet-Telefonie ausJuli 2005 Seit August 2005 bietet T-Online auch Internet-Telefonie mit einer Video-Komponente an. Wer über einen schnellen Internet-Zugang, ein Headset sowie eine Webcam verfügt, kann damit unkompliziert und ohne Fachkenntnisse Video-Anrufe tätigen. Die notwendige Software kann der Nutzer kostenlos von der T-Online-Internetseite herunterladen. Die leicht zu bedienende Benutzeroberfläche des Software-Telefons ist der eines herkömmlichen Mobiltelefons nachempfunden. Bevor der Benutzer anruft, öffnet er über die Schaltfläche „Video” ein Vorschaufenster. Anschließend kann er wie gewohnt sein Video-Telefonat aufbauen. Akzeptiert der Gesprächspartner, der ebenfalls über eine Webcam verfügen muss, die Video-Anfrage, kommt der Anruf mit Videoübertragung zustande. Bis 2010 werden laut einer Studie „Deutschland Online 2” 17 Millionen Deutsche über einen DSL-Anschluss verfügen, allein bis 2008 rechnen Analysten mit 1,4 Millionen VoIP-Nutzern. Mitte 2005 telefonierten bereits 840.000 Deutsche via Internet. Für Internet-Gespräche ins deutsche Festnetz berechnet T-Online 2,9 Cent pro Minute und in die nationalen Mobilfunknetze 22 Cent pro Minute. Die Preise für Auslandsgespräche via Internet variieren je nach Länderkategorie, z.B. USA/Kanada 4,9 Cent pro Minute, Europa zwischen 4,9 und 19 Cent pro Minute. Gespräche mit anderen T-Online-Nutzern sind kostenlos. Überdurchschnittliche DSL-Versorgung in DeutschlandSeptember 2005 Auch beim Tempo haben die deutschen DSL-Nutzer laut Studie die Nase vorn: Während in Deutschland, den Niederlanden und Schweden vor allem DSL-Verbindungen mit bis zu 1 Mbit/s genutzt werden, sind die meisten Anschlüsse in Frankreich, Spanien und Italien nur mit bis zu 512 kbit/s in Betrieb. Mit den seit 1. Juli 2005 angebotenen DSL-Anschlüssen mit Übertragungsraten von bis zu 6 Mbit/s und den Pilotversuchen der Telekom zu ADSL2+ und VDSL, die Übertragungsgeschwindigkeiten bis 16 bzw. 25 Mbit/s ermöglichen, gehört Deutschland auch hinsichtlich der maximal verfügbaren Geschwindigkeiten bei der Breitbandversorgung über die Telefonleitung zur Spitzengruppe in Europa. Die Studie hat auch die Bedeutung alternativer Zugangstechnologien - wie Breitband via TV-Kabel - untersucht. Während z.B. in Frankreich rund 91 Prozent der Bevölkerung über die Telefonleitung und rund 26 Prozent über das TV-Kabel einen breitbandigen Internetanschluss realisieren können, spielen alternative Zugangstechnologien in Deutschland mit rund 10 Prozent eine untergeordnete Rolle. Dabei sind laut Studie die Möglichkeiten durchaus gegeben. Denn neben dem Festnetz stehen in 22,1 Millionen Haushalten über TV-Kabel-Anschlüsse und in 12,8 Millionen Haushalten Satelliten für den Ausbau alternativer Breitbandtechniken zur Verfügung. Pilotversuch in Hamburg und Stuttgart: Surfen mit 25 Mbit/sSeptember 2005
Das monatliche Grundentgelt beträgt für T-DSL 25000 28,99 Euro und für T-DSL 16000 24,99 Euro. Mit den neuen Techniken können z.B. Filme in bester Qualtität per Internet übertragen werden. Bereits Mitte Mai 2005 startete T-Com einen Pilotversuch mit der ADSL2+-Technik in Hannover. Technik-Informationen: Erdfunkstelle Fuchsstadt wächstSeptember 2005 Der Antennenpark wuchs seit 2003 von 4 auf 22 Antennen-„Schüsseln” an. Dank des technischen Fortschritts werden seit Inbetriebnahme der Anlage 1984 die „Schüsseln” immer kleiner. Einen 2-stelligen Millionenbetrag habe man in die Aktualisierung der Anlage investiert, erläuterte Franz Russ, Geschäftsführer der Intelsat Kommunications GmbH bei einer Feierstunde zum 20-jährigen Jubiläum der Erdfunkstelle im Saaletal. Fuchsstadt ist mit seinen inzwischen 33 Beschäftigten die größte der 6 Erdfunkstellen von Intelsat und damit bedeutsamer als Riverside, Mountainside (beide USA) und Hongkong. Bahnbrechend im Saaletal ist unter anderem die Notstromversorgung. 2 Schwungräder mit je 2 Tonnen rotieren ständig, um bei einem Netzausfall für jene 12 Sekunden Energie zu liefern, bis 2 Dieselturbinen angelaufen sind. Russ schloss die Schaffung weiterer Arbeitsplätze 2006 nicht aus.
Erdfunkstelle Fuchsstadt, Grundriss (Quelle: Wikipedia/Rainer Lippert, 28.04.2007) Stand der Entwicklung der Erdfunkstelle Mitte 2007 (Quelle: u.a. Presseberichte Intelsat vom Oktober 2006 und 30. Januar 2007 und Beschreibung in Wikipedia): Ausbaustand Anfang 2007: mehr als 40 Parabolantennen, darunter 2 Antennen mit einem Durchmesser von 32 Metern und 17 weitere mit jeweils mehr als 9,3 Metern.
Erdfunkstelle Fuchsstadt, Luftaufnahme (Quelle: Wikipedia/Rainer Lippert, 28.04.2007) Zur Geschichte: Ende der 70er Jahre begann die Deutsche Bundespost mit ihren Planungen zum Bau einer 3. Erdfunkstelle neben Raisting in Oberbayern und Usingen im Taunus. Die Pläne der Deutschen Bundespost stießen auf heftigen Widerstand und Protest der Fuchsstädter Einwohner. Erst nach intensiver Information und Diskussion konnten die Bauarbeiten beginnen. Am 1. Juli 1985 konnte die Deutsche Bundespost die Antenne 1 (32 Meter Durchmesser) in Betrieb nehmen. Dazu kamen in den Folgejahren (bis 1994) 3 weitere Antennen. Die für die 90er Jahre geplante 5. Antenne wurde wegen der inzwischen beschlossenen Schließung von der Deutschen Telekom nicht mehr gebaut.
Erdfunkstelle Fuchsstadt, Antennenfeld 2 (Quelle: Wikipedia/Rainer Lippert, 28.04.2007) Am 26. Juli 1985 nahm die Deutsche Bundespost über die Antenne 1 die erste Verkehrsverbindung über Satellit mit der Erdfunkstelle Ceduna in Australien auf. Antenne 2 ging am 11. November 1985 in Betrieb, am 18. Juni 1991 Antenne 3 und am 7. Juni 1994 Antenne 4. Weitere kleinere Antennen folgten. Im Jahr 2000 schloss die Deutsche Telekom den Betrieb der Erdfunkstelle Fuchsstadt. Personalbestand zuletzt: 40 Personen. Einer der letzten Höhepunkte der Aktivitäten der Erdfunkstelle war die Übertragung der Olympischen Spiele in Sidney und die Weitergabe der Signale an die Rundfunkanstalten zur Verbreitung im Fernsehnetz. Neues Leben kam in die Erdfunkstelle am 1. April 2002 mit der Übernahme durch den Konzern Intelsat, des weltgrößten kommerziellen Satellitenbetreibers mit mehr als 50 Satelliten. Die neu dazugekommenen Antennen sind dank der technischen Entwicklung mit 4,3 bis 16,4 Meter Durchmesser erheblich kleiner als die Telekom-Antennen. Text, Zeichnung und Fotos aus Wikipedia. Autor, Zeichner und Fotograf: Rainer Lippert, 2007. Text und Bilder stehen unter der GNU Lizenz für freie Dokumentation. Hochgeschwindigkeits-Breitbandnetz bis 50 Mbit/s via Glasfaser01.09.2005 Highspeed-UMTS geht 2006 an den StartSeptember 2005 Dual Phone - Festnetz und Mobilfunk wachsen zusammenSeptember 2005 TV per HandySeptember 2005 Telekom baut Münztelefon-Netz ausOktober 2005 Die Telekom betrieb Mitte 2005 bundesweit 110.000 öffentliche Telefone. Davon lassen sich 55.000 ausschließlich bargeldlos per Telefonkarte oder Calling-Card bedienen. 35.000 Geräte sind reine Münztelefone und 20.000 sind Kombigeräte für Telefonkarten und Münzen als Zahlungsmittel. An 35.000 Geräten ist der Versand von SMS-Nachrichten möglich. Einige andere Länder sind dabei, öffentliche Telefoneinrichtungen abzubauen. Der finnische Anbieter TeliaSonera hat beispielsweise Mitte 2005 angekündigt, den Betrieb seiner öffentlichen Telefone bis April 2006 komplett einzustellen. ◊ |