![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() Post und Telekommunikation Der Gastbeitrag |
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Der Artikel von Dipl.-Ing. Hans Zerbel ist in der AGF-Rundschau Nr. 121/2007 der Arbeitsgemeinschaft Forschung Deutsche Bundespost im Bund Deutscher Philatelisten e.V. veröffentlicht worden und hier wiedergegeben mit freundlicher Genehmigung des Autors und des AGF-Schriftleiters Walter Schießl. BRIEFMARKENDRUCK IN DEUTSCHLAND -
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| Dauerserie „Sehenswürdigkeiten”: Schloss Celle (Ausgabedatum: 6. November 1987) Alle Abb.: Deutsche Post AG |
Die Serie „Sehenswürdigkeiten” z.B. ist komplett auf einer einzigen Druckmaschine, einem Prototypen, der extra dafür konstruiert wurde, gedruckt worden. Die verwendeten Druckplatten waren Nylonplatten, die mit Wasser entwickelt und ausgewaschen wurden. Deren Herstellung war schon wesentlich umweltfreundlicher, schneller und preiswerter, als die zuvor verwendeten galvanisch hergestellten Buchdruckplatten. Auch die Haltbarkeit war wesentlich größer.
Davor sind nur die Marken der Serie „Burgen und Schlösser” einfarbig auf der neuen Lettersetmaschine seit 1987 hergestellt worden.
Beim Übertragen von 2 Farben auf nur ein Gummituch, sind diese dort gemischt worden, anders gesagt, aus dem Übereinander-Drucken von 2 Farben, sind 3 Farben entstanden, ohne dass diese „aufgerastert”, also in Punkte zerlegt wurden.
Die nach unseren Vorstellungen entwickelte Maschine bot verschiedene Möglichkeiten, die vorher undenkbar waren: mehr Farbigkeit, auch bei Zusammendrucken z. B. für Markenheftchen, eine Kontrollmöglichkeit von Rollenmarken während des laufenden Drucks usw. Die Abbildung feiner Raster - z.B. bei der „Blumenserie”, die der Serie „Sehenswürdigkeiten” nachfolgte - wäre technisch nicht möglich gewesen.
Der Fortschritt hat die Welt - nicht nur die Welt der Briefmarken - „bunter” werden lassen. Denken wir an die Tageszeitung, unseren Fernseher, ja, an das Bild im Ausweis: Der Trend geht zu mehr Buntheit.
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| Dauerserie Sehenswürdigkeiten: Bach-Denkmal Leipzig (Ausgabedatum: 8. Januar 2004) / Erfurter Dom (Ausgabedatum: 5. Februar 2004) |
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Denken wir aber auch an die letzten Ausgaben der „Sehenswürdigkeiten” mit Euro Nominalwert, gedruckt auf gestrichenem DP 2 Papier, hergestellt im Rollenoffset. Denken an die Farbschwankungen, die hier entstanden sind und das Fehlen der „3.” Farbe. Im Rotations-Offsetdruck wird jede Farbe separat auf einzelne Gummitücher übertragen und sofort getrocknet, die Mischung kann nicht mehr entstehen. Die ungerasterten Motive sind längst nicht so gut für dieses Druckverfahren geeignet, seine Stärken liegen woanders.
Letzten Endes ist der Letterset dem Trend zu mehr Buntheit genauso zum Opfer gefallen, wie der Buchdruck, ausgelöst durch technische Entwicklungen, die den Siegeszug des Offsetdrucks befördert haben.
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| Automatenmarke 3: Emblem Deutsche Post (Ausgabedatum: 22. Oktober 1999) |
Mit den anderen Druckverfahren war es ähnlich:
Im Rastertiefdruck z.B. (dem Druckverfahren, das bisher für sämtliche ATM angewandt wurde) sind die Druckzylinder damals in mehreren sehr komplexen Arbeitsgängen hergestellt worden.
Ich will den Leser nicht mit komplizierter Technik befrachten, die heute Vergangenheit ist, nur die Arbeitsschritte grob beschreiben:
Die Arbeitsschritte in der Druckformenherstellung beim Rastertiefdruck sind heute:
Auch die Weiterverarbeitung hat sich gewandelt und ist weitgehend automatisiert worden. Wenn die Rollen und Bogen verpackt sind, werden sie - wie zu erwarten - geliefert. Vor 20 Jahren kam ein gelbes Postauto und hat die Sendungen zur Verteilung auf zunächst 53 Bezirkswertzeichenstellen (später nur noch 23) abgeholt. Heute liefern wir an ein Zentrallager „DHL Fulfilment GmbH” in Braunschweig und die Versandstelle in Weiden.
Auch bei Transport und Verteilung der Ware ist die Zeit nicht stehen geblieben. Die Marken werden ja auch nicht mehr an Postämter geliefert. Die „Logistikkette” hat sich geändert, unsere Sprache auch - nicht nur die Rechtschreibung. Jetzt bringt DHL die Pakete und nicht mehr die Post, dafür gibt es keine „Wertpakete” mehr. Heute fahren extra Sicherheitstransporte, keine Postautos mehr. Die Welt hat sich in diesen 20 Jahren rasant geändert, ob wir wollen oder nicht.
Mit der Einführung der selbstklebenden Marken (ich meine hier nicht den ja eher gescheiterten Versuch, mit MH 27 aus dem Mai 1991) im Jahr 2000 in Form von
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| Dauerserie „Bedeutende Deutsche”: Annette von Droste-Hülshoff (Ausgabedatum: 18. September 1961) |
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| Dauerbriefmarkenserie „Blumen”: Margerite (Ausgabedatum: 7. April 2005) |
Diese Entwicklung hat zur Substitution der Dauermarken geführt. Die einfach aufzuklebenden, bunten Marken, sind beliebter als noch so bedeutende „Frauen der deutschen Geschichte”. Diese 2. Dauerserie ist einfach ausgelaufen. Vergleicht man „Droste-Hülshoff” (aus der Serie „Bedeutende Deutsche”) mit „Margerite”, entscheidet sich eine große Mehrheit für die bunte Blume.
Das Ende der Frauen-Serie hat die Einstellung des Stichtiefdrucks in der Bundesdruckerei zur Folge gehabt. Wenn mal wieder, nach jahrelanger Abstinenz, eine Stichmarke erscheint - wie jetzt -, druckt eben die Österreichische Staatsdruckerei. Sind ja nicht die ersten deutschen Marken, die in Wien gedruckt werden. Die neuen österreichischen ATM kommen dafür aus Berlin, werden aber im Offsetdruck hergestellt.2 Jetzt finden wir nur noch ein Druckverfahren - den Rollenoffsetdruck - und wenig Personal bei der Herstellung.
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| Museumsinsel Berlin |
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| Dauerbriefmarkenserie „Frauen der deutschen Geschichte”: Marie Juchacz |
Die „Quantz-Maschine” machte den Anfang: MiNr. 2274 „Museumsinsel Berlin”, erschienen am 8. August 2002, war die letzte im kombinierten Stichtief- und Offsetdruck gedruckte Sondermarke. Danach wurde die Maschine verschrottet.
Nach Auslaufen der Serie „Frauen der deutschen Geschichte” und deren ersatzlosem Wegfall ist die Stichtiefdruckmaschine ebenfalls verschrottet worden. Die letzte Marke der Serie, die mit ihr gedruckt wurde, war „Marie Juchacz” (MiNr. 2305, am 16. Januar 2003).
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| „50. Jahrestag des Volksaufstandes in der DDR am 17. Juni 1953” |
Das letzte Sonderpostwertzeichen im Rastertiefdruck erschien am 12. Juni 2003 zum „50. Jahrestag des Volksaufstandes in der DDR am 17. Juni 1953”. Danach sind bis zur Verschrottung der Maschine im Jahre 2005 mit ihr nur noch ATM-Vordrucke produziert worden.
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| Dauerbriefmarkenserie „Sehenswürdigkeiten”: Böttcherstraße Bremen / Heidelberger Schloss (Ausgabedatum: 8. November 2001) |
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Der Letterset ist - wie beschrieben - mit den Doppelnominalen „Böttcherstraße Bremen” und „Heidelberger Schloss”, erschienen am 8. November 2001, zu Ende gegangen und im Jahr 2002 verschrottet worden.
Ebenso ist die alte Heftchenmaschine nach MH 42 (Markenset Verkaufspreis 11 DM, 10x „Steinerne Brücke”), Ausgabedatum 28.9.2000, verschrottet worden.
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| Markenheftchen 42 Sehenswürdigkeiten: Steinerne Brücke Regensburg (Ausgabedatum: 28. September 2000) |
Neu hinzugekommen ist eine Rollendruck-Maschine mit „500. Geburtstag Leonhart Fuchs” (MiNr. 2161, vom 11. Januar 2001) als erster Marke. Sie verfügt über 6
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| „500. Geburtstag Leonhart Fuchs” (Ausgabedatum: 11. Januar 2001) |
Der Flexodruck des eben erwähnten Flexodruckwerks, erstmals eingesetzt bei „Schloss Bellevue” (MiNr. 2601 und 2604, selbstklebend, vom 3. Mai 2007), ist nicht zu vergleichen mit dem Flexodruck der sehr groß gerastert erschienenen Plusbriefe mit „Dahlien”. Im vorliegenden Fall ist die goldene Schrift in diesem Verfahren hergestellt.
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| Schloss Bellevue Berlin, Amtssitz des Bundespräsidenten |
Es sei zum Schluss noch erwähnt, dass auch die Wertpapierdruckerei Leipzig bald nach der Wiedervereinigung ihren Stich- und Rastertiefdruck zugunsten des Offsetdrucks abgeschafft hat.
1 Die Bezeichnung „Quantz-Maschine” wurde seinerzeit von der Arbeitsgemeinschaft „Forschung Deutsche Bundespost” e.V. im Bund Deutscher Philatelisten (AGF) geprägt, denn die AGF hat als erste philatelistische Arbeitsgemeinschaft darüber in AGF-Runschau Nr. 14 und Nr. 17/1974 berichtet. Diese Druckmaschine war damals das „Non-plus-ultra”.
2 Daher musste unlängst der Druckauftrag für den „Zeppelin”-Block 2007 an die österreichische Staatsdruckerei vergeben werden, die noch im Kombinationsdruckverfahren produzieren kann.
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| Der Autor, Dipl.-Ing. Hans Zerbel, ist bei der Bundesdruckerei GmbH Ansprechpartner für philatelistische Beratung. | Zur Geschichte der Bundesdruckerei: Die Bundesdruckerei wurde am 6. Juli 1879 unter dem Namen „Reichsdruckerei” gegründet. Der Generalpostmeister Heinrich von Stephan fand vor mehr als 100 Jahren bei Reichskanzler Fürst Otto von Bismarck ein offenes Ohr für seine weitsichtigen Pläne. Er vereinigte, gegen den heftigen Widerstand des Reichstages und des privaten Druckgewerbes, die „Geheime Oberhofbuchdruckerei” Decker mit der „Königlich Preußischen Staatsdruckerei”. „Bis auf Weiteres” wurde sie dem Generalpostmeister unterstellt. (Anmerkung des Chronisten: Das „bis auf Weiteres” galt bis zur Postreform. Bis zur Auflösung des Bundespostministeriums Ende 1997 gehörte die B. zum Bereich des Bundespostministers, danach des Bundesfinanzministers. 2000 verkaufte der Bundesfinanzminister die B. an den Private Equitiy Fonds Apax.) Von der traditionsreichen staatlichen Wertdruckerei hat sich das Unternehmen in den vergangenen Jahren zu einem der weltweit führenden Anbieter innovativer Hochsicherheitstechnologien entwickelt, wobei der Geschäftsbereich des Wertdrucks, mit der eigenen Banknotendruckerei, auch heute noch einen der wesentlichen Kompetenzbereiche unseres Unternehmens darstellt. Banknoten, Postwertzeichen und Steuerzeichen sind ein fester Bestandteil der Alltagsorganisation unseres Gemeinwesens. Wir sind stolz darauf, sagen zu können, dass der Initiator des Weltpostvereins und Erfinder der Postkarte auch der Gründer unseres Hauses ist. Jährlich rund 600 Millionen Freimarken produzierten die königlichen Drucker in der Gründungsphase mit preußischer Akribie. Per Hand versteht sich. Heute liefern die hochmodernen Druckmaschinen Jahr für Jahr um die 4 Milliarden kleiner Kunstwerke aus. Nummeriert und perforiert, Marken von makelloser Qualität. Und sollten die Argusaugen der Kontrolleure einmal eine minimale Farbabweichung auf den frischgedruckten Wertmarkenbögen feststellen oder gar eine Unregelmäßigkeit an den Rändern bemerken, wandern die kleinen Kunstwerke auf direktem Weg in den Reißwolf, zum Leidwesen mancher Briefmarkensammler. Der Perfektionsbetrieb lässt keinen Platz für die begehrten Fehldruckraritäten. Internationale Postwertzeichen Seit Jahren pflegt der Geschäftsbereich Postwertzeichen der Bundesdruckerei enge Kontakte zu zahlreichen internationalen Postverwaltungen. Mit Unterstützung der Bundesdruckerei ist es u.a. den Postverwaltungen von Moldawien, Malta, Kasachstan sowie der palästinensischen Postverwaltung gelungen, über ihre Ausgabenprogramme attraktive Ländersammlungen aufzubauen und die Ansprüche ambitionierter Philatelisten bestens zu erfüllen. Quelle: Homepage der Bundesdruckerei (2008) |
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