![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() Post und Telekommunikation Kurier-, Express-, Postdienste |
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Juni - August 2002
EU-Kommission: Deutsche Post muss 570 Millionen Euro an den Bund zurückzahlen19.06.2002 Die Untersuchung der EU-Kommission geht auf eine Beschwerde des US-Konkurrenten der Deutschen Post, UPS, zurück. Das Unternehmen wertete die EU-Entscheidung als „Sieg für den fairen Wettbewerb” und kündigte an, sie als Referenz für ein Wettbewerbsverfahren in den USA einzusetzen. Dort strengt UPS beim US-Verkehrsministerium eine Untersuchung gegen die Deutsche Post wegen einer angeblich unzulässigen Mehrheitsbeteiligung an DHL Airways an. Die Deutsche Post hält die Brüsseler Entscheidung für ungerechtfertigt und will deswegen vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) Klage erheben. Vorstandsvorsitzender Dr. Klaus Zumwinkel: „Die Entscheidung der Kommission ist so offenkundig angreifbar, dass nichts anderes als ein Urteil im Sinne der Deutschen Post vorstellbar ist.” Er verwies u.a. darauf, die aktuelle Entscheidung sei nicht in Einklang zu bringen mit einem längst abgeschlossenen Wettbewerbsverfahren gegen die Deutsche Post in gleicher Sache. Zudem habe die Kommission weder festgestellt noch nachgewiesen, dass die angebliche Quersubventionierung wirklich aus Beihilfen finanziert wurde. Dazu hätte sie feststellen müssen, dass insgesamt mehr staatliche Zuwendungen geflossen sind als Universaldienstlasten vorlagen. Sie hat auch nicht ermittelt, wie hoch die Mehrkosten der Deutschen Post für den ihr gesetzlich übertragenen Universaldienst waren. „Insofern liegt der Nachweis einer Beihilfe definitiv nicht vor.” Die Post wirft der Kommission aber auch eine Reihe von Verfahrensfehlern und eine Ungleichbehandlung mit anderen europäischen Postunternehmen vor. Als Folge der Entscheidung stellt sich die Deutsche Post bis zu einem EuGH-Urteil darauf ein, mit einem außerordentlichen Aufwand in Höhe von 850 Millionen Euro (Rückzahlung plus Zinsen) belastet zu werden. Bei einem operativen Gewinn in Höhe von 2,5 Milliarden Euro entspricht diese einmalige Zahlung einem Drittel des Jahresgewinns. Briefpreise: Regulierungsbehörde verordnet der Deutschen Post PreissenkungJuli 2002 Beim Price-Cap-Verfahren fasste die Reg TP in einem ersten Schritt die Dienstleistungen, für die eine neue Preisgenehmigung erforderlich ist, in Körben zusammen. Danach stellte sie das aktuelle Preisniveau für die einzelnen Körbe fest und gab vor, wie sich dieses Niveau weiterentwickeln soll. Die Reg TP hat 3 Körbe definiert, in denen die Dienstleistungen zusammengefasst sind:
In den 3 Körben befinden sich rund 80 Prozent der lizenzpflichtigen Postdienstleistungen (Beförderung von Briefsendungen bis 1.000 Gramm). Das Preisniveau soll zum 1. Januar 2003 im Korb M um nominal 7,2 Prozent (real 4,7 Prozent) und im Korb T um nominal um 6,5 Prozent (real 4,2 Prozent) abgesenkt werden. Im Korb W kann die Deutsche Post das Preisniveau um real 0,7 Prozent anheben. Ab 2004 kann sich das Preisniveau in allen Körben um die Inflationsrate abzüglich 1,8 Prozent ändern. Die Entscheidung der Reg TP gilt grundsätzlich bis zum 31. Dezember 2007, dem Zeitpunkt des Auslaufens der Exklusivlizenz und der vollständigen Öffnung des Postmarktes für den Wettbewerb. Reg TP-Präsident Kurth begründete die Entscheidung: „Die Preise der Deutschen Post werden sich durch die Price-Cap-Entscheidung stärker den Kosten annähern.” Nach seiner Einschätzung dürfte dies die Verbraucher jährlich um 250 bis 300 Millionen Euro entlasten. Mit dieser Entscheidung der Reg TP wird in Deutschland erstmals das Preisniveau für Postdienstleistungen abgesenkt. Damit - so Kurth - partizipieren die deutschen Verbraucher an den Effizienzsteigerungen, die die Deutsche Post in den vergangenen Jahren erreicht habe. „Gleichzeitig erhalten alle Marktteilnehmer Planungssicherheit für die nächsten 5 Jahre und können sich somit auf die Öffnung des Postmarktes für den Wettbewerb besser einstellen.” Die Reg TP versicherte, sie habe bei den Vorgaben zur Entwicklung des Preisniveaus u.a. die Universaldienstverpflichtung der Deutschen Post, nicht-wettbewerbsübliche Löhne und Gehälter sowie Sozialleistungen und andere Lasten, die bei den Wettbewerbern der Post nicht anfallen, berücksichtigt. Der Kurs der „Aktie Gelb” rutschte nach Bekanntgabe der Reg TP-Entscheidung auf ein Allzeittief von 11,11 Euro und bis Ende Juli 2002 sogar auf unter 9,50 Euro ab. Ab 2003 Monopolbereich im Briefdienst eingeschränkt12.07.2002 Die Deutsche Post World Net sieht in der gleichzeitigen Öffnung der Briefmärkte in Europa neue Marktchancen. So begrüßte Post-Chef Dr. Klaus Zumwinkel die Gesetzesänderung: „Die weiteren Schritte auf dem Weg zu einer vollständigen Liberalisierung des Briefmarktes sind vernünftig und werden sich positiv für die Deutsche Post als starkem europäischen Marktteilnehmer auswirken.” Kritik an der neuen Regelung übten dagegen die Wettbewerber der Deutschen Post. Der Bundesverband Internationaler Express- und Kurierdienste (BIEK) sprach von einer „Scheinliberalisierung”, weil die Deutsche Post das Exklusivrecht für die „lukrative Beförderung von Katalogen” behalte und Wettbewerber „keinen ausreichenden Spielraum für eine wirtschaftliche Betätigung im Briefmarkt” hätten. Der Vorsitzende des Bundesverbandes der Kurier-Express-Postdienste (BdKEP), Rudolf Pfeiffer, bedauerte, das neue Gesetz verbessere die Rahmenbedingungen für private Postdienste in keiner Weise, und verwies auf die deutlich gestiegene Zahl von Insolvenzen privater Konkurrenten der Post, weil das Briefvolumen im Wettbewerbsbereich zu gering sei. Bund zahlt für Post-, Postbank- und Telekom-Pensionäre bis 2075Juli 2002 Europaweit einheitliche Produktpalette bei Euro ExpressJuli 2002 Mit dem Eigenaufbau und Erwerb einheimischer Unternehmen hat die Deutsche Post World Net ihr europaweites Netzwerk für Paket- und Expressdienste in über 20 Ländern aufgebaut. Unter der gemeinsamen Marke Euro Express bieten die Unternehmen ihren Geschäftskunden ein durchgängig einheitliches Serviceangebot einschließlich der Sendungsverfolgung bis zur Aushändigung an den Empfänger. Derzeit gehören folgende Partner zum Euro Express-Netzwerk: Ducros Euro Express in Frankreich, Guipuzcoana Euro Express in Spanien und Portugal, Securicor Omega Euro Express in Großbritannien und Irland, Servisco Euro Express in Polen, Van Gend & Loos Euro Express in den Beneluxländern, Danzas in Dänemark, Finnland, Norwegen und Schweden sowie Deutsche Post Euro Express in Tschechien, Ungarn, Österreich, der Schweiz, Italien und Deutschland. Servisco Euro Express wird 100-prozentige Post-TochterJuli 2002 3,5 Prozent mehr für die Arbeitnehmer bei Post und PostbankJuli 2002 PACKSTATIONEN auch in den NiederlandenJuli 2002 Seit Mitte 2002 richten die Deutsche Post-Töchter Van Gend & Loos Euro Express und Selectvracht auch in den Niederlanden PACKSTATIONEN ein. Partner für die Aufstellung der Ausgabeautomaten sind die Fast-Food-Kette McDonalds und der Mineralölkonzern BP. UPS will Geschäft mit Privatkunden massiv ausbauenJuli 2002 Deutsche Post World Net übernimmt Lufthansa-Anteil an DHLJuli 2002 Drastische Einsparungen wegen verordneter Portosenkung angekündigtJuli 2002 Für Zumwinkel ist die Reg TP-Entscheidung wirtschaftlich nicht nachvollziehbar. „Als erstes europäisches Postunternehmen wird die Deutsche Post trotz europaweit führender Qualität und eines Platzes im Mittelfeld der EU-Briefpreise zu einer Portosenkung aufgefordert”, sagte er. Die daraus resultierenden Ertragseinbußen veranschlagte er auf jährlich 300 Millionen Euro und damit kumuliert bis 2007 auf 1,5 Milliarden Euro. „Wir haben immer betont, dass die Kostenentwicklung der letzten Jahre und die Lasten der Deutschen Post, besonders für die landesweite Infrastruktur, keinen Spielraum für eine Preissenkung hergeben. Diese Politik der Bundesbehörde ist einmalig in Europa und der Welt. Vor dem Hintergrund höherer Lohnkosten steigen die Briefpreise z.B. in den Niederlanden, Großbritannien, Spanien, Irland und den USA.” Zumwinkel will die erzwungenen Preissenkungen beim Briefporto durch Preiserhöhungen in denjenigen Bereichen kompensieren, die nicht der Verpflichtung zur Preissenkung unterliegen. Außerdem wird das Unternehmen prüfen, inwieweit für bisher kostenfreie Dienstleistungen, z.B. das Nachsenden von Briefsendungen bei Umzug, künftig Entgelte verlangt werden. Auf dem Prüfstand steht auch das Filialnetz mit derzeit 13.000 Filialen. „Auch einige tausend Briefkästen, die abgehängt werden können, stehen zur Disposition. Beim Personal entspricht die verordnete Preissenkung einer Rationalisierungsvorgabe bzw. einem Abbau von 10.000 Stellen.” Umsatz steigt im 1. Halbjahr 2002 um 15 Prozent / Konzerngewinn geschrumpftJuli 2002 Der Gewinn - das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (EBITA) - lag im selben Zeitraum mit 1,3 Milliarden Euro um 6 Prozent unter dem Vorjahreswert. Die Brüsseler Entscheidung, 850 Millionen Euro von der Deutschen Post einzufordern, zehrt den Konzerngewinn fast vollständig auf. Er lag im 1. Halbjahr bei 155 Millionen Euro (Vorjahr: gut 1 Milliarde Euro). Post-Chef Klaus Zumwinkel gab bei der Vorstellung der Halbjahreszahlen Ende Juli 2002 ein 5-Punkte-Programm als Reaktion auf die Brüsseler Beihilfe-Entscheidung und die Reg TP-Entscheidung über die Portosenkung bekannt. „Die Beihilfe- und die Porto-Entscheidung haben in den letzten Wochen maßgeblich zu einer Vernichtung von mehr als 6 Milliarden Euro Börsenkapitalisierung des Konzerns beigetragen. Unser Ziel ist es, mit dem 5-Punkte-Programm Werte wieder herzustellen, die aufgrund äußerer Einflüsse vernichtet wurden”, machte Zumwinkel deutlich. Das 5-Punkte-Programm umfasst die Überprüfung der nicht regulierten Preise, Kostensenkungen im Filial- und Personalbereich, ein Wertsteigerungsprogramm zur Realisierung von Kosten- und Synergiepotenzialen im Konzern, die Klage gegen die EU-Entscheidung vor dem EuGH und die Intensivierung der Unternehmensstrategie. So will Zumwinkel in Zukunft noch intensiver die Nicht-Brief-Bereiche gegenüber dem Briefbereich stärken. Eine wichtige Rolle spielt dabei das Engagement beim Express-Weltmarktführer DHL. Mit der Konsolidierung von DHL im 1. Halbjahr 2002 konnte der Unternehmensbereich EXPRESS zum umsatzstärksten Bereich der Deutsche Post World Net aufsteigen. Im Ausland will sich der Konzern verstärkt auf die Briefmärkte konzentrieren. Deutsche Post World Net gründet Joint Venture in den NiederlandenJuli 2002 Wegener ist im Bereich Direktmarketing in den Niederlanden aktiv und erzielte 2001 mit 450 Mitarbeitern und 24.000 Zustellern einen Umsatz in Höhe von 60 Millionen Euro. Selektvracht konnte mit 6.200 Zustellern 52 Millionen Euro umsetzen. In den Niederlanden sind Standardbriefe über 100 Gramm und adressierte Direct Mail für den Wettbewerb offen, das entspricht rund 50 Prozent des Briefmarktes. UPS und FedEx attackieren Deutsche Post in den USAAugust 2002 DHL International Ltd. mit Sitz in Brüssel (Deutsche Post-Anteil nach Übernahme des Lufthansa-Anteils: 75 Prozent) hält ihrerseits 25 Prozent der Stimmrechte bei der DHL Airways Inc., einer Fluggesellschaft mit Sitz in Chicago. Deutsche Post World Net erhält Brief-Lizenz für Großbritannien28.08.2002 Für die Zustellung der Sendungen wird Deutsche Post Global Mail sowohl die britische Post (Consignia) als auch die Netze von Tochterunternehmen des Konzerns Deutsche Post World Net und anderen lizenzierten Zustellorganisationen nutzen. 2001: Noch 77.688 Beamte bei der Deutschen PostAugust 2002 ◊
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