![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() Post und Telekommunikation Postbank |
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Januar bis März 2009
Postbank verkauft ihren Aktienbestand und rutscht tief in die roten Zahlen10.01.2009 Finanzexperten erklären die Entwicklung der Postbank aus ihrer Vergangenheit. Anders als viele Konkurrenten hatte die Postbank vor ihrem Ausbau zur Vollbank mehr Geld auf den Konten, als sie für ihre Geschäfte, etwa Kredite an Verbraucher und Firmen, benötigte. Die Postbank konnte deswegen hohe Summen an den Kapitalmärkten anlegen, z.B. in Aktien. In der Zeit steigender Kurse brachte dies regelmäßig hohe Gewinne. Bergab ging es, als zusammen mit der Finanzmarktkrise die Aktienkurse in den Keller gingen. Die Postbank musste den Wert ihrer Kapitalanlagen mehrfach nach unten korrigieren. Schon bis Ende September 2008 verbuchte sie deswegen ein Minus von 114 Millionen Euro. Bis Jahresende verkaufte die Postbank alle ihre Aktien mit hohem Verlust und rutschte damit tief in die roten Zahlen. Die Postbank wird aber - wie ein Sprecher betonte - „derzeit keine Staatshilfe beantragen”. Die Commerzbank hat dies getan und eine Beteiligung des Staates in Kauf genommen. Postbank 2008 erstmals mit Verlust / Ergebnis nach Steuern: - 821 Millionen Euro19.02.2009 2008 gelang es der Bank - so Klein - , die Zahl der Stammkunden von 4,6 auf 4,9 Millionen Kunden zu steigern. 780.000 neue Kunden konnte die Bank 2008 hinzugewinnen. Die Gesamtzahl der aktiven Kunden lag Ende 2008 bei 14,1 Millio-nen. Die Zahl der privaten Girokonten erhöhte sich 2008 um netto ca. 100.000 auf knapp 5,0 Millionen. Das Sparvolumen erhöhte sich auf 49,1 Milliarden Euro. Positiv verlief auch das Kreditgeschäft. Im Bereich private Baufinanzierung steigerte die Postbank ihr Volumen um 6,9 Prozente auf 72,7 Milliarden Euro. Im Konsumentenkreditgeschäft stellte die Postbank sogar einen Neugeschäftsrekord auf und weitete den Kreditbestand um ca. 30 Prozent auf 3,0 Milliarden Euro aus. Ihr Marktanteil in diesem Segment stieg damit um fast 30 Prozent auf 2,3 Prozent. Erfreulich entwickelte sich auch das Firmenkundengeschäft mit wachsendem Volumen und höheren Margen. Das Mittelstandskreditvolumen erreichte die 5-Milliarden-Euro-Marke. Das Handels- und Finanzanlageergebnis war als Folge der Auswirkungen der Kapitalmarktentwicklungen hingegen deutlich negativ. Das Handelsergebnis sank insbesondere durch das Ergebnis aus der Bewertung „eingebetteter Derivate aus dem strukturierten Kreditersatzgeschäft” insgesamt von 281 Millionen Euro im Jahr 2007 auf minus 389 Millionen Euro im Berichtsjahr. Das Finanzanlageergebnis lag bei minus 1,25 Milliarden Euro nach 294 Millionen Euro 2007. Das Engagement bei der insolventen US-Investmentbank Lehman Brothers schlug im Gesamtjahr mit 336 Millionen Euro zu Buche. Durch den vollständigen Abbau des Aktienportfolios hat die Postbank stille Lasten in Höhe von 581 Millionen Euro realisiert. Die Bilanzsumme stieg von 202,9 Milliarden Euro am Jahresende 2007 auf 231,3 Milliarden Euro am 31.Dezember 2008. Die Eigenkapitalquote (Tier -1) lag zum 31. Dezember 2008 bei 7,4 Prozent nach 6,9 Prozent Ende 2007. Klein bekräftigte, die Postbank werde ihre Kapitalmarktbestände konsequent abbauen. Aufgrund des inzwischen ausgeglichenen Verhältnisses von Kundeneinlagen und Kundenkrediten wird die Postbank ihre Finanzanlagen bis 2013 gegenüber September 2008 um 35 bis 45 Prozent reduzieren. Ein erster Beitrag war im 4. Quartal 2008 der vollständige Abbau der Aktienbestände („stille Lasten”). Bei Neuanlagen konzentriert sich die Bank noch stärker als bisher auf Staatsanleihen und Pfandbriefe. Klein kündigte Konsequenzen aus dem negativen Jahresergebnis an. So werde der Vorstand für 2008 keinen Bonus erhalten. Die Mitarbeiter sollen nur einen Teil ihrer variablen Vergütung erhalten. Bei Führungskräften mache die variable Vergütung bis zu 50 Prozent des Gehalts aus. Davon sei die Hälfte an den Bankgewinn und die andere Hälfte an individuell vereinbarte Leistungsziele gebunden. Die an den Bankgewinn gekoppelte Vergütung entfällt, die Vergütung für individuell vereinbarte Leistungsziele werde voll ausgezahlt. „Für unsere Führungskräfte möchte ich die gute Gewohnheit beibehalten, geschlossene Verträge einzuhalten”, sagte Klein, offenbar mit Blick auf die Dresdner Bank. Die Commerzbank, die die Dresdner Bank Anfang 2009 übernommen hat, hatte tags zuvor mitgeteilt, ihre Belegschaft bekomme für 2008 keine Boni. Deutsche Post und Deutsche Bank schließen Transaktion zum Verkauf von Postbank-Aktien ab25.02.2009 Die Übernahme der 50 Millionen Postbank-Aktien, entsprechend einem Anteil von 22,9 Prozent, im Rahmen der ersten Tranche erfolgt mit Eintragung der Sachkapitalerhöhung von 50 Millionen Deutsche Bank-Aktien zugunsten der Deutschen Post in das Handelsregister. Mit der Eintragung der Kapitalerhöhung wird die Deutsche Post mit rund 8 Prozent an der Deutschen Bank beteiligt sein. Diese Aktien sind wie vorgesehen über Kurssicherungsmechanismen im Wert teilweise abgesichert. Über die eine Hälfte dieser Aktien kann der Konzern ab Ende April frei verfügen, die andere ist ab Mitte Juni veräußerbar. Für eine Veräußerung sind marktschonende Mechanismen vereinbart worden. Im Rahmen der oben genannten Transaktion hat die Deutsche Bank in einer 2. Tranche eine Pflichtumtauschanleihe der Deutschen Post zu 100 Prozent gezeichnet, die nach Ablauf von 3 Jahren inklusive der aufgelaufenen Zinsen vollständig in 60 Millionen Aktien - oder 27,4 Prozent der Postbank-Aktien - getauscht wird. Entflechtung Postbank - Deutsche PostFebruar 2009 „Wir bleiben den Kollegen aus dem Post Tower natürlich immer freundschaftlich verbunden und werden weiterhin partnerschaftlich zusammenarbeiten. Wir kennen unsere Wurzeln und werden diese nie verleugnen können”, betont Ralf Stemmer, Vorstand Ressourcen der Postbank, der die Entflechtung vom Post-Konzern verantwortet. „Die Deutsche Post ist zukünftig nicht mehr Mehrheitsgesellschafterin und damit nicht mehr die Konzernmutter. Die Postbank ist als eigenständiges Unternehmen allen Aktionären verpflichtet und muss diesen auch die gleichen Informationen bereitstellen. Das heißt für alle Mitarbeiter, beim gewohnten Informationsaustausch mit der Deutschen Post künftig diese neue Situation im Blick zu haben und die Weitergabe von Auskünften, insbesondere Finanzdaten, zunächst mit dem Vorgesetzten abzusprechen.” Im Übrigen bleibe die Deutsche Post ein „überaus wichtiger Partner der Postbank”, z.B. bei der Kooperation im Filialnetz oder als Dienstleister bei der Lohn- und Gehaltsabrechnung und im Immobilienmanagement. Eine Veränderung im Außenauftritt ergibt sich durch den Wegfall des DPWN-Logos auf Broschüren und Briefen der Postbank. Die Farbe Gelb ist weiterhin ein wichtiger Bestandteil der Markenwelt und signalisiert die Partnerschaft mit der Deutschen Post und DHL.” Postbank-Vorstände erhielten hohe Halteprämien10.03.2009 Den Sonderbonus (11,9 Millionen Euro) hat im Mai 2008, wenige Tage vor dem Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers und der danach folgenden Talfahrt der weltweiten Finanzwirtschaft, der Aufsichtsrat mit Post-Chef Frank Appel an der Spitze, genehmigt, um die Vorstände trotz des Teilverkaufs an die Deutsche Bank zum Bleiben zu bewegen. Dem Aufsichtsrat gehören auch 2 Vertreter der Bundesregierung aus dem Finanz- und Wirtschaftsministerium und der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Michael Sommer, an. Die Sonderzahlung stieß auf heftige Kritik bei Politik und in der Öffentlichkeit. Die Sonderzahlungen passen unabhängig von der Rechtslage „nicht in die Landschaft”, so Otto Bernhardt (CDU), finanzpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Auf den Einwurf, dass Vertreter aus der Bundesregierung im Aufsichtsrat säßen, meinte der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Joachim Poß: „Das macht die Sache auch nicht besser.” Wie am 14. März die BILD-Zeitung und „Der Spiegel” meldeten, will Postbank-Chef Wolfgang Klein Konsequenzen aus den negativen Medienberichten ziehen und 2009 auf sein Gehalt verzichten. Er will dazu dem Aufsichtsrat anbieten, 2009 für nur 1 Euro zu arbeiten. Postbank steigt aus dem DAX in den MDAX ab23.03.2009 Gelber Strom am Postbank Schaltern31.03.2009 „Unser Ziel ist es, zusätzlich zu Bankprodukten neue, alternative Dienstleistungen anzubieten. Zudem lässt sich der Verkauf von Yello Strom gut an unsere bestehenden Verkaufsprozesse anbinden, etwa wenn uns der Kunde einen Nachsendeauftrag erteilt oder sein Konto wechselt”, sagte Hans-Peter Schmid, Vorstand Filialbetrieb der Postbank. ◊
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