![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() Post und Telekommunikation Telekommunikation |
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Januar - Juni 1996
Kabinett verabschiedet Telekommunikationsgesetz30.01.1996 Das Gesetz legt die ordnungspolitischen Rahmenbedingungen für einen liberalisierten Telekommunikationsmarkt fest und verschafft zukünftigen Marktteilnehmern die notwendige Rechts- und Planungssicherheit. Ziel ist ein chancengleicher und funktionsfähiger Wettbewerb in der Telekommunikation und die Vorsorge für ein flächendeckend ausreichendes Angebot von Telekommunikationsdienstleistungen. Künftig bedürfen Unternehmen, die Übertragungswege für Telekommunikationsdienstleistungen betreiben oder in eigenen Netzen den Sprachtelefondienst für die Öffentlichkeit anbieten wollen, einer Lizenz. Zur Durchsetzung der Regulierungsziele soll eine Regulierungsbehörde im Geschäftsbereich des Bundeswirtschaftsministers errichtet werden. Kabinett schließt Datenschutz-Verordnung für Telekommunikationsdienstleistungen30.01.1996 Die neue Datenschutzverordnung regelt im Wesentlichen den Umfang der zulässigen Erhebung, Verarbeitung und Nutzung personenbezogener Daten im Fernmeldeverkehr. Im Interesse des Verbrauchers dürfen bis zum Ablauf der Einwendungsfrist gegen Rechnungen die Verbindungsdaten - Zielrufnummer, verkürzt um die letzten 3 Ziffern - zu Beweiszwecken für die Richtigkeit der berechneten Entgelte gespeichert werden. Auf Wunsch des Kunden können die Verbindungsdaten vollständig gespeichert oder spätestens nach Rechnungserstellung vollständig gelöscht werden. Die Kunden können ihrer Eintragung in elektronische (z.B. CD-ROM) oder gedruckte Verzeichnisse jeweils gesondert widersprechen. Im Gegensatz zur bisherigen Rechtslage darf die Fernsprechauskunft jetzt auch die in den Telefonbüchern veröffentlichten Anschriften mitteilen. Die Kunden können dagegen allerdings Widerspruch einlegen. Verschärft wurden die Voraussetzungen für Fangschaltungen, mit denen belästigende oder drohende Anrufer ausfindig gemacht werden können, um möglichen Missbrauch zu verhindern. Startschuss zur Vorbereitung des Telekom-Börsengangs20.03.1996 Bundespostminister Wolfgang Bötsch: „Heute beginnt die bedeutendste Privatisierungsaktion, die jemals in Deutschland stattgefunden hat.” Bis zum 31. Dezember 1999 ist die Telekom berechtigt, ihr Grundkapital in Höhe von 10 Milliarden DM durch Ausgabe neuer Aktien zu erhöhen. Durch eine Platzierung von Aktien im Nennwert von zusätzlichen 2,5 Milliarden DM, die nicht vom Bund erworben werden, verringert sich die Beteiligung der öffentlichen Hand von 100 auf 80 Prozent. Im November 1996 sollen Aktien im Nennwert von 2,5 Milliarden DM ausgegeben werden. Die Aktien haben einen Nennwert von 5 DM. Der Emissionskurs kann erst im November festgelegt werden, nachdem bei potenziellen Anlegern die gewünschte Menge und der erzielbare Preis abgefragt sind. Leister steht für den Aufsichtsrat nicht mehr zur VerfügungJuni 1996 Nachdem die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft abgeschlossen ist und die Weichen für einen erfolgreichen Börsengang gestellt sind, will sich Leister (55) wieder verstärkt auf seine Aktivitäten als selbstständiger Wirtschaftsberater und auf neue Aufgaben konzentrieren. Seine persönliche und berufliche Lebensplanung - so Leister - lasse sich mit einer vollen Amtszeit von 5 Jahren als Aufsichtsratsvorsitzender nicht vereinbaren. Postministerium schlägt Helmut Sihler für den Telekom-Aufsichtsrat vorJuni/Juli 1996 Am 10. Juli 1996 hat die Bundesregierung auf Vorschlag des Bundespostministers beschlossen, den Geschäftsführer der Brauerei Beck & Co, Josef Hattig, als Nachfolger von Prof. Sihler im Vorsitz des Aufsichtsrats der Deutschen Post AG zu bestellen. Prof. Sihler wurde in der konstituierenden Sitzung des Telekom-Aufsichtsrats am 1. Juli 1996 zum neuen Vorsitzenden gewählt. Immobilien-Aktivitäten in Tochtergesellschaft zusammengefasst: DeTeBau heißt nun DeTeImmobilienJanuar 1996 Seit Januar 96 werden das Telekom-interne Immobilien- und Servicemanagement (ISM) schrittweise mit der DeTeBau zusammengeführt, die jetzt DeTeImmobilien heißt. Die Telekom-Tochter arbeitet als kundenorientiertes Unternehmen für den Konzern und für Dritte. Sie ist in 3 Sparten organisiert: Flächenbewirtschaftung / Projektentwicklung und Verkauf / Planung und Baumanagement. Das Leistungsspektrum reicht von der Beratung bis zum Angebot schlüsselfertiger Bauwerke. T-Online hat jetzt über 1 Million KundenJanuar 1996 Inländisches Bankenkonsortium für den Telekom-Börsengang vervollständigtFebruar 1996 Die Deutsche Bank, die Dresdner Bank und Goldman Sachs führen das globale Konsortium an. Die beiden erstgenannten Banken sind zugleich Lead Manager für das deutsche Konsortium. Um das Publikum auf die Emission anzusprechen, wurde im Februar 1996 das deutsche Konsortium auf insgesamt 35 Banken aufgestockt. Mobilfunklizenz in PolenFebruar 1996 Veränderungen im Telekom-VorstandApril 1996 Zum neuen Vorstandsmitglied für den Bereich International berief der Aufsichtsrat ebenfalls zum 1. April 1996 Erik Jan Nederkoorn. Er ist Nachfolger von Carl-Friedrich Meißner, der Ende 1995 aus dem Vorstand ausgeschieden ist. Aufbau Ost: Jetzt 7 Millionen TelefonanschlüsseJuni 1996 Die Zwischenbilanz des Aufbauprogramms Ost ist beeindruckend:
Multimedia erobert die TelekommunikationsmärkteMärz 1996 Ab März 1996 erweitert die Telekom auch ihre Internetaktivitäten und offeriert ihren Kunden als vollwertiger Internet Service Provider den Zugang in das weltumspannende Datennetz. Auch das Glasfasernetz baut die Deutsche Telekom zügig aus. Mit mehr als 120.000 Kabelkilometern verfügt die Telekom über eines der modernsten und dichtesten Netze weltweit. Startschuss für Börsengang / Programm für Mitarbeiter der Telekom20.03.1996 Die Telekom-Mitarbeiter können sich über ein Mitarbeiter-Beteiligungsprogramm an der Emission beteiligen. Dieses Programm beinhaltet: Personalabbau leichter gemachtApril 1996 Der ausscheidungswillige Beamte wird zunächst beurlaubt und arbeitet dann noch einen Monat als tariflicher Angestellter oder Arbeiter (Insichbeurlaubung). Mit einem Auflösungsvertrag scheidet er dann aus und erhält anschließend das Veränderungsgeld. Parallel erfolgt die Entlassung aus dem Beamtenverhältnis. In der gesetzlichen Rentenversicherung wird er nachversichert. Telefonkarten der Telekom gelten bald auch in UngarnMai 1996 Telekom führt kostenlose detaillierte Rechnung einMai 1996 Ein ergänzendes Angebot zur detaillierten Rechnung ist die Einzelverbindungsübersicht. Dies ist eine Aufstellung der Verbindungsdaten wie Datum, Beginn, Dauer und Betrag für jedes einzelne Gespräch. Auch das angewählte Ortsnetz und die Zielnummer (aus Datenschutzgründen bleiben die letzten 3 Ziffern weg) werden aufgelistet. Wer diese Auflistung wünscht, zahlt einmalig 19 Mark. Anrufbeantworter im NetzJuni 1996 Deutsche Telekom legt weiter zu04.06.1996 Nach Abzug von Steuern in Höhe von 0,7 Milliarden DM und der letztmaligen Ablieferung an den Bund von 3,1 Milliarden DM verbleibt ein Konzernjahresüberschuss von 5,3 Milliarden DM. Davon werden 4 Milliarden DM den Gewinnrücklagen zugeführt. Die Gesamtinvestitionen (17,7 Milliarden DM) konnten vollständig aus dem Cashflow finanziert werden. Die Verschuldung konnte um 15 auf 110 Milliarden DM abgebaut werden. Dank der konsequenten Neustrukturierung der Telekom und des sozialverträglichen Personalabbaues stieg die Pro-Kopf-Produktivität von 279.000 DM (1994) um 9 Prozent auf 300.000 DM. Der Personalabbau verlief planmäßig: 1995 nutzten 16.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter das Angebot, über Vorruhestands- und Abfindungsregelungen das Unternehmen zu verlassen. Am 31. Dezember 1995 waren noch 213.000 Mitarbeiter beschäftigt. Der Umsatz des Telefondienstes Inland stieg überdurchschnittlich um 5,8 Prozent auf 75 Prozent des Gesamtumsatzes. Die Zahl der Telefonanschlüsse einschließlich ISDN stieg um 1,6 Millionen auf 40,4 Millionen. Auf Erfolgskurs bleibt auch T-Online. 1995 stieg die Zahl der T-Online-Nutzer um 43 Prozent auf 965.000 Kunden. Ende Mai 1996 waren es bereits 1,1 Millionen. Im Mobilfunkbereich stieg der Umsatz um 12,6 Prozent auf 3,1 Millionen DM. Beim Kabelanschluss nahm die Teilnehmerzahl um 1,2 Millionen zu. Stand Ende 1995: 15,8 Millionen Haushalte. Digitalisiert sind inzwischen über 60 Prozent der Ortsnetze bundesweit. 5 Monate vor dem Börsengang im November 1996 haben bereits 1,2 Millionen Bundesbürger der Telekom ihr generelles Interesse an einer Geldanlage in Telekom-Aktien bekundet. Die Eigenkapitalausstattung stieg gegenüber 1994 von 19,3 auf 24,7 Milliarden DM. Einigung im Tarifstreit21.06.1996 Wesentliches Ergebnis: Im Osten sollen die Löhne und Gehälter der 40.000 Telekom-Mitarbeiter bis zum 1. Oktober 1999 stufenweise an das Westniveau angeglichen und ab 1. Januar 1997 die Arbeitszeit auf 38,5 Wochenstunden reduziert werden. 1996 erhalten die Mitarbeiter im Westen eine Einmalzahlung von 300 DM. Für 1997 wurde für Ost und West eine Lohnerhöhung von 1,3 Prozent vereinbart. Generaldirektion heißt jetzt ZentraleJuni 1996 ◊
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