![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() Post und Telekommunikation Kurier-, Express-, Postdienste |
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Oktober - Dezember 2007
Mindestlohn für Briefdienste bestimmt die öffentliche Diskussion im 4. Quartal 2007 Die Einführung eines Mindestlohns für Briefdienste bestimmte die öffentliche Diskussion im 4. Quartal 2007. Der im September 2007 gegründete Arbeitgeberverband Postdienste, in dem die Deutsche Post AG eine dominierende Rolle spielt, schloss im September mit der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di, der Kommunikationsgewerkschaft DPV (DPVKOM) und der Christlichen Gewerkschaft Postservice und Telekommunikation (CGPT) einen Tarifvertrag über Mindestlöhne im Bereich der Briefdienstleistungen ab. Für die an der Bundesregierung beteiligte SPD war damit die Voraussetzung für die Aufnahme der Branche Briefdienste in das Arbeitnehmer-Entsendegesetz und damit für die verbindliche Einführung von Mindestlöhnen in der Branche geschaffen. Die Koalitionsparteien SPD und CDU/CSU stritten sich zunächst aber über die Frage, ob der Arbeitgeberverband Postdienste tatsächlich wie behauptet die Mehrheit der in der Branche beschäftigten Arbeitnehmer vertrete und der Tarifvertrag damit als allgemeinverbindlich für die Branche betrachtet werden könne. Dies ist Voraussetzung für die Aufnahme der Sparte Briefdienstleister in das Entsendegesetz. Der Streit über die Einführung von Post-Mindestlöhnen ging aber weit über den Bereich der Politik hinaus. In den Streit involviert waren die Gewerkschaften, die Deutsche Post AG und ihre Wettbewerber, und auch Zeitungsverlage, Spediteure, Kurierdienste und die Werbebranche mischten mit. Sie alle haben in unterschiedlicher Weise und unterschiedlichem Umfang mit der Verteilung von Zeitungen, Paketen, Briefen und anderer Post zu tun. Sie alle befürchteten, in irgendeiner Weise von der Einführung des Mindestlohns betroffen zu werden. Zudem hielten viele die mit ver.di ausgehandelte Lohnmindestgrenze von 8 bis 9,80 Euro pro Stunde für zu hoch. In den folgenden Meldungen sind die wichtigsten Ereignisse zu diesem Thema chronologisch eingereiht. Verleger attackieren in ganzseitigen Anzeigen Zumwinkel und die Bundesregierung08.10.2007 Bereits in den Tagen zuvor waren in ganzseitigen Anzeigen auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Vizekanzler Franz Müntefering (SPD) angegriffen worden, weil sie den von der Post begrüßten einheitlichen Mindestlohn für Postboten in Deutschland befürworten. Als Auftraggeber ist den Anzeigen lediglich „Eine Initiative deutscher Zeitungen” genannt. An der Kampagne sind vor allem die Verlage beteiligt, die Teilhaber am Post-Konkurrenten PIN sind, allen voran der Mehrheitsanteilseigner Axel-Springer-Verlag (Die Welt, BILD), aber auch der Stuttgarter Holtzbrinck-Verlag, die Essener WAZ und der Kölner Verlag DuMont Schauberg. Allerdings beteuerten sie, nicht Urheber der Kampagne zu sein. Sowohl der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) als auch Springer dementierten ausdrücklich, federführende Kraft hinter den Anzeigen zu sein. „Es geht hier nicht um eine Springer-spezifische Betroffenheit. Alle Verlage sind beteiligt”, sagte eine Sprecherin des Berliner Verlagshauses. Springer sei nicht der Initiator. „Ich bin erstaunt über das Niveau dieser Angriffe”, sagte Post-Chef Klaus Zumwinkel vor Journalisten in Moskau zu den Anzeigen. Er fühle sich und die Post diffamiert. Kurz zuvor hatte die Deutsche Post Anzeigenbuchungen im Wert von 800.000 Euro bei einer Reihe von Zeitungsverlagen gestoppt. Besonders betroffen war der Axel-Springer-Verlag mit 600.000 Euro. Zumwinkel wollte aber den Konflikt mit den Verlagen nicht verbal verschärfen. „Das ist keine Gegenreaktion”, beteuerte er. Zum Jahresende würden regelmäßig die Mediaetats überprüft. „Da haben wir aus Kostengründen entweder was abgeschnitten, oder Werbung bei Springer ist nicht so effizient.” Ein Post-Sprecher kommentierte den Anzeigen-Stopp: „Die Anzeigen sind eine wirtschaftliche Aktion, auf die wir wirtschaftlich reagieren. Den Kakao, durch den wir gezogen werden, müssen wir nicht noch austrinken.” Zumwinkel machte deutlich, die Post werde zum Gegenangriff übergehen. Er kündigte „einen gnadenlosen Kampf” gegen die Post-Konkurrenten an. „Wir werden sie bluten lassen. Wir wären schlechte Kaufleute, wenn wir keine Produkte erfinden, welche die Konkurrenz schwächen.” Warum sollte die Post nach dem Ende der Exklusivlizenz keine Tochter gründen, die Großkunden günstiger bedient, so wie es die niederländische Post mache, fragte Zumwinkel. Genau an diese lukrative Klientel wollten die Post-Konkurrenten schließlich heran. Denkbar wäre für Zumwinkel auch die Herausgabe und Verteilung einer Gratiszeitung. Er verwies auf kürzlich erfolgreich eingeführte Gratiszeitungen in Ländern wie der Schweiz. Es lägen bereist Anfragen und Angebote von Verlagen vor, eine solche Zeitung für die Post zu schaffen. Wie die Financial Times Deutschland aus Postkreisen erfahren haben will, haben mehrere renommierte Verlage, u.a. der Burda-Verlag und ein Schwesterunternehmen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung - die Frankfurter Societäts-Druckerei -, Interesse bekundet, für die Deutsche Post eine kostenlose überregionale Tageszeitung als Boulevardblatt zu produzieren. Währenddessen ging im politischen Bereich der Streit um die Einführung des Mindestlohns für Postboten und die Mehrwertsteuerbefreiung weiter. In einer ersten Stellungnahme erhob der Bundesrat in seiner Sitzung am 12. Oktober 2007 gegen einen Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Einbeziehung der Briefdienstleister in das Arbeitnehmer-Entsendegesetz keine Einwendungen.
Einige der Anzeigen aus der Kampagne von „Eine Initiative Deutscher Zeitungen”: PIN-Zusteller demonstrieren für „Hungerlöhne”10.10.2007 Wie der Berliner Kurier am 12.10.2007 berichtete, haben seit der Demonstration die Redaktion Anrufe und E-Mails von Mitarbeitern der PIN erreicht, „die darauf hindeuten, dass viele von ihrem Arbeitgeber für dessen Zwecke eingespannt worden sind”. Der Marsch sollte die kurz bevorstehende Debatte über die Einführung des Mindestlohns im Bundesrat beeinflussen. Wie die Zeitung erfahren haben will, stellten PIN-Chefs professionell gedruckte Plakate bereit und bezahlten Auslagen für selbst gebastelte Banner. Zudem habe PIN eine Agentur angeheuert, die sich um die Organisation kümmerte. Nach Auskunft des Berliner Polizeipräsidiums sei die Demonstration vom Unternehmen PIN angemeldet worden. Berlins Wirtschaftssenator Harald Wolf (Die Linke) kritisierte im Abgeordnetenhaus diese „offensichtlich bezahlte Demo, bei der offenbar Druck ausgeübt wurde”. Post-Chef Zumwinkel bleibt mindestens bis Ende 200816.10.2007 DHL eröffnet Campus für Versender11.10.2007 Das neue Distributionszentrum umfasst eine Lager- und Kommissionierfläche von 35.000 qm und ist auf ein jährliches Umschlagsvolumen von 900.000 Packstücken ausgerichtet. DHL bedient im neuen Zentrum Distanzhandels- und E-Commerce-Kunden und sorgt für die Transportkette vom Hersteller bis zum Endkunden. Zu den Firmenkunden in Ludwigsau gehören Quelle, Amazon.de, Zooplus.de, Neckermann.de und Tchibo. In Ludwigsau werden u.a. Möbel, Weiße und Braune Ware, Fahrräder, Matratzen, Motorroller und Teppiche umgeschlagen. Noch im Herbst 2007 wird DHL einen 2. Campus in Unna in Betrieb nehmen. Hier werden Körper- und Haushaltspflegeprodukte auf 60.000 qm umgeschlagen. Zu den Kunden in Unna gehören Colgate-Palmolive und Johnson & Johnson, demnächst auch der Konsumgüterhersteller Reckitt Benckiser. Investition: 46 Millionen Euro. Verbände machen gegen Post und Mindestlohn mobil17.10.2007 Die Wettbewerber akzeptieren Mindestlöhne allenfalls in einer Höhe 6 bis 7,50 Euro. „Ein gesetzlich verordneter und unrealistisch hoher Mindestlohn von bis zu 9,80 Euro ersetzt das staatliche Briefmonopol durch ein De-facto-Lohnmonopol”, hieß es in der Erklärung der Verbände. Initiator war der Arbeitgeberverband Neue Brief- und Zustelldienste (NBZ), der 38 Konkurrenzunternehmen der Deutschen Post vertritt. Nicht nur sie seien von den hohen Mindestlöhnen bedroht, sondern auch Unternehmen anderer Branchen mit Mitarbeitern, die nur hin und wieder Briefe transportieren, etwa Taxifahrer oder Zeitungszusteller. Insgesamt betroffen seien 350.000 Jobs. Scott Davis wird neuer Chef des Paketversenders UPS17.10.2007
Der Chefwechsel folgt der gängigen Übung bei UPS, alle 5 Jahre den Spitzenmann auszutauschen. Davis ist in der 100-jährigen Firmengeschichte der erste Unternehmenschef, der nicht als Fahrer, Packer oder Teilzeitarbeiter seine UPS-Karriere begonnen hat. Scott Davis kam 1986 nach der Übernahme des Technologieunternehmens Il Morrow, dessen Chef er war, zu UPS. Scott Davis In den vergangenen Jahren arbeitete Davis eng mit CEO Eskew als „Architekt der UPS-Strategie” zusammen und half, das Unternehmenswachstum durch Akquisitionen und Investitionen in neue Produkte und Technik zu beschleunigen. Allein seit 2002 gab UPS 2 Milliarden US-Dollar für Zukäufe aus. Post-Konkurrenten setzen auf eine eigene Gewerkschaft12.10.2007 Florian Gerster, der Präsident des im September 2007 gegründeten Arbeitgeberverbandes der Neuen Brief- und Zustelldienste e.V. (AGV-NBZ), begrüßte die Neugründung der Gewerkschaft. Die Gewerkschaft ver.di zeigte sich weniger erfreut. Sie vermutete die Interessen der Arbeitgebervertreter hinter der neuen Konkurrenz. Die mit ver.di kooperierende Kommunikationsgewerkschaft DPV (DPVKOM) sprach von einer „arbeitgebernahen Pseudogewerkschaft”. Post-Tochter DHL baut Autositze und montiert Türverkleidungen für Autos20.10.2007 Partner für das neue Geschäft mit Autositzen ist der renommierte Sitzhersteller Recaro aus Kirchheim/Teck. Beide Unternehmen haben einen Rahmenvertrag über die Zusammenarbeit bei Fertigung und beim Transport von Autositzen abgeschlossen. Eine eigene Fertigung lohnt sich für Recaro erst - so Recaro-Chef Horst Kespohl -, wenn mit den Sitzen 30.000 bis 40.000 Autos pro Jahr auszurüsten sind. Mit DHL will der Sitzehersteller künftig auch kleinere Serien anbieten und zwar in unmittelbarer Nachbarschaft der Autohersteller. „Und DHL” - so Kespohl - „ist ja weltweit vertreten.” So kämen für die Zusammenarbeit mit den Autoherstellern nicht nur Karmann in Osnabrück infrage, sondern auch BMW in den USA. Die Zusammenarbeit mit DHL bietet für Recaro Kostenvorteile, weil eine bestehende Infrastruktur genutzt werden und das Logistikunternehmen die gesamte Kette von der Beschaffung der Einzelteile über die Montage bis hin zur Auslieferung der Sitze optimieren kann. Zudem seien die Löhne in der Logistikbranche niedriger als die Löhne nach den Tarifverträgen der Automobilzulieferer. In Offenau bei Neckarsulm arbeiten schon seit 1999 rund 130 DHL-Mitarbeiter an Elementen für die Audi-Modelle A6 und A4. Sie setzen Teile für Türverkleidungen, Spiegel und die Front zusammen. Für Volkswagen versenden 600 DHL-Mitarbeiter in Kassel Ersatzteile an die Lager in ganz Deutschland. Auch für Volvo ist DHL tätig: Im Rhein-Ruhr-Gebiet sorgen Mitarbeiter seit Februar 2007 für zeitnahen Nachschub von Ersatzteilen. Eine Zusammenarbeit DHL/Volvo in Schweden und Großbritannien läuft schon länger. Mercedes vertraute DHL Express weltweit den Ersatz für verloren gegangene Autoschlüssel an. Künftig will DHL auch Armaturenbretter für Autohersteller montieren. Mit dieser Kooperation - so DHL - kann die Autoindustrie ihre Wettbewerbsfähigkeit verbessern. Hersteller und Zulieferer könnten sich auf ihre Kernkompetenzen wie Entwicklung und Vertrieb konzentrieren, während Produktions- und Logistikaufgaben an einen Dienstleister ausgelagert würden. Deutsche Post baut Filialnetz für Geschäftskunden aus22.10.2007 Die 100 Geschäftspostannahmen ergänzen die bestehenden rund 120 Großannahmestellen in ganz Deutschland, die schon seit Jahren größere Mengen Briefe und Pakete von Geschäftskunden annehmen. Im Juni 2007 hatte die Post den Test von 600 neuen Postpoints angekündigt, die sie als Angebot vorrangig für Privatkunden bis Ende 2007 eröffnen will. Insgesamt ist die Deutsche Post dann an mehr als 13.700 Standorten in Deutschland für ihre Kunden erreichbar. Dazu kommen rund 900 Packstationen für die Annahme und Ausgabe von Päckchen und Paketen rund um die Uhr. Bis Ende 2009 will die Deutsche Post 2.400 Packstationen installieren. DHL will 250 Millionen Euro in Russland investieren22.10.2007 „Schwerpunkte werden wohl auch in Zukunft St. Petersburg und Moskau und in Asien Wladiwostok sein”, ergänzte Hermann Ude, Leiter der Frachtsparte bei DHL. Schon jetzt habe das Unternehmen über 13.000 Kunden im Land, u.a. liegen in Puschkino etwa 80.000 verschiedene Ersatzteile für VW. DHL ziele auch auf Kunden aus der Ölförder-Branche und Rohstoffverarbeitung. DHL setzt vor allem auf einheimische Fachkräfte. Derzeit hat DHL 3.000 Mit-arbeiter in Russland, die einen Umsatz von 200 Millionen Euro erwirtschaften. Befristeter Paketversand bei Tchibo23.10.2007 PIN MAIL bietet kundenindividuelle Briefmarken für den bundesweiten Versand24.10.2007 „Wir arbeiten ständig an neuen Produkten, um den Bedürfnissen unserer Kunden Rechnung zu tragen”, sagte Günter Thiel, CEO der PIN Group AG. DHL muss wie UPS mit kräftigem Lohnanstieg in den USA rechnen24.10.2007 FedEx, der zweitgrößte Paketzusteller und Logistiker auf dem US-Markt, braucht keine teuren Tarifverträge zu fürchten. Die Gewerkschaften haben es bisher nicht geschafft, die FedEx-Mitarbeiter zu organisieren. Viele FedEx-Fahrer sind formal selbstständig. Marktanteile der Paketdienste in den USA 2006:
UPS wächst im Auslandsgeschäft24.10.2007 Das US-Paketgeschäft, die mit Abstand größte UPS-Sparte, trat praktisch auf der Stelle. Der operative Gewinn stagnierte bei 1,2 Milliarden Dollar. Im internationalen Paketgeschäft erwirtschaftete UPS aus 2,5 (2,3) Milliarden Dollar Umsatz ein operatives Ergebnis von 428 (387) Millionen US-Dollar. Deutsche Post will Bauspargeschäft in Indien ausweiten29.10.2007 Die Postbank ist in Indien mit dem Baufinanzierer BHW Home Finance Ltd mit Sitz in Neu-Delhi vertreten. Mit 40 Hauptniederlassungen und Büros ist die Postbank-Tochter in fast allen Ballungszentren des Subkontinents vertreten. Die Postbank möchte das Netz noch enger spannen. Und wieder Thema Mindestlohn: Offener Krach in der Berliner Koalition26.10.2007 Führende Vertreter der Unionsfraktion im Bundestag hatten zuvor den Zeitplan für eine Aufnahme der Briefzusteller in das Arbeitnehmer-Entsendegesetz in Frage gestellt und „eine saubere Lösung” angemahnt. Der wirtschaftspolitische Sprecher der CDU, Laurenz Meyer, nannte das tarifpolitische Gerangel in der Postbranche „pervers”. Der Mindestlohn werde missbraucht, um mittelständische Konkurrenten der Deutschen Post wegzudrücken, sagte er im Deutschen Bundestag bei der 1. Lesung des Gesetzentwurfs, den Arbeitsminister Franz Müntefering (SPD) vorgelegt hatte. Umstritten war im Oktober noch immer, ob der vorliegende Tarifvertrag, den der von der Deutschen Post dominierte Arbeitgeberverband Postdienste im September mit der Gewerkschaft ver.di und 2 anderen Kommunikationsgewerkschaften geschlossen hatte, die Bedingung für die Aufnahme der Briefzusteller in das Entsendegesetz erfüllt. Dazu muss er mindestens 50 Prozent der Arbeitnehmer der Briefbranche abdecken, bevor er als allgemeinverbindlich erklärt werden kann. „Der mit ver.di abgeschlossene Tarifvertrag zum Mindestlohn für 173.000 Beschäftigte deckt auf jeden Fall mehr als 50 Prozent der Beschäftigten im Briefzustelldienst ab. Wenn es einen Punkt gibt, bei dem ich vollkommen sicher bin, dann ist es dieser”, erklärte Post-Chef Klaus Zumwinkel in einem Gespräch mit der Frankfurter Rundschau. Wenn jetzt von interessierter Seite die Zahl der Branchenbeschäftigten sogar auf über 400.000 „aufgepumpt” werde, sei dies in höchstem Maß unseriös. Die Bundesnetzagentur gehe von knapp 50.000 Beschäftigten bei den neuen Brieflizenznehmern in Deutschland aus. „Wer soll denn glauben, dass für deren Marktanteil von rund 10 Prozent so viel mehr Beschäftigte im Einsatz sind als bei der Deutschen Post, die 90 Prozent Marktanteil hat?” Bundesnetzagentur: Zwischenergebnis der Abfrage zu Arbeitsbedingungen im lizenzierten Postdienst31.10.2007 Nach dem Zwischenstand der Auswertung liegen die gewichteten Durchschnittsstundenlöhne der bei den Wettbewerbern der Deutschen Post beschäftigten Arbeitnehmer je nach Region zwischen 6 und 10 Euro (Bundesdurchschnitt 8,30 Euro). Bei den Briefzustellern liegen sie ebenfalls in diesem Bereich. Der Bundesdurchschnitt ist aber mit 7,33 Euro niedriger. Die Bundesnetzagentur hatte im Juni 2007 ihre Abfrage an 1.500 Lizenznehmer gerichtet, um die Daten zu Lohnhöhe, Wochenarbeitszeit und Urlaub empirisch zu erfassen. Während es zunächst rechtliche Auseinandersetzungen um den Umfang des Fragebogens gab, waren bis Ende Oktober 1.321 Fragebögen beantwortet, das sind 87 Prozent der Unternehmen, die rund 85 Prozent der bei den Wettbewerbern beschäftigten Arbeitnehmer repräsentieren. Bei den Postwettbewerbern sind nach dem vorläufigen Erhebungsstand ca. 40.000 Arbeitnehmer beschäftigt. „Da noch rund 200 Fragebögen ausstehen, deren Beantwortung wir jetzt im Wege von Zwangsgeldern durchsetzen, wird sich diese Zahl noch erhöhen”, erklärte Kurth. Bei der Deutschen Post seien 162.938 Arbeitnehmer beschäftigt, davon 122.437 im Betriebsbereich als Zusteller, Sortierer oder Fahrer. „Die Bundesnetzagentur kann allerdings nur die Beschäftigtenzahl bei den Postlizenznehmern erheben. Da sich die Lizenznehmer allerdings auch Dritter als Erfüllungsgehilfen bedienen, die keiner Lizenz bedürften, gibt es bei der Bundesnetzagentur über die Zahl der in diesem Bereich tätigen Arbeitnehmer keine Daten”, so Kurth. Williams Lea startet auf dem deutschen Markt mit Dokumenten- und Kommunikationsmanagement30.10.2007 Anfang 2006 hatte die Deutsche Post World Net das britische Unternehmen Williams Lea, einen weltweit führenden Anbieter von Corporate Information Solutions, übernommen. 2007 erwartet Williams Lea einen Gesamtumsatz von 1,2 Milliarden Euro. Zu den Kunden zählen u.a. Microsoft, Norwich Union, British Telecom und BMW. Das Unternehmen optimiert den Austausch von sämtlichen gedruckten oder elektronischen Informationen zwischen Unternehmen und ihren internen und externen Empfängern. Dazu gehören alle Arten von Dokumenten, Informationsbroschüren, Werbebriefe oder auch Präsentationen. Williams Lea entwickelt für ihre Kunden Lösungen, die auf die individuellen Kundenanforderungen zugeschnitten sind, um deren Profitabilität zu erhöhen, die Endkundenorientierung zu verbessern und betriebliche Risiken zu reduzieren. Das kann die Auslagerung von nicht zum Kerngeschäft gehörenden Dienstleistungen wie Druck-, Scan- und Kopierdienste oder das Poststellen-Management umfassen und vieles mehr. Mit dem Markteintritt in Deutschland übernimmt Williams Lea Deutschland das Dokumentenmanagement der Deutschen Post mit über 2.500 Mitarbeitern an über 60 Standorten in Deutschland. Mit den bisherigen Kunden, zu denen die Deutsche Bank, die Deutsche Telekom, Siemens und die Zürich Financial Services AG gehören, will Williams Lea Deutschland 2007 einen Umsatz von über 200 Millionen Euro erzielen. Der Markteintritt in Deutschland fällt zusammen mit dem Abschluss einer mehrjährigen Exklusivpartnerschaft mit der Readers Digest Association, Inc., dem weltweit größten Verlags- und Direktmarketingunternehmen. Die Partnerschaft hat ein Volumen von mehr als 700 Millionen Euro. Dabei ist Williams Lea verantwortlich für den Einkauf von Druckleistungen und Direktmarketingservices in 19 Ländern. In dem Zusammenhang übernimmt Williams Lea Deutschland 100 Mitarbeiter von Readers Digest. Deutsche Post World Net präsentiert Kapitalmarktprogramm „Roadmap to Value”08.11.2007 Mit einem spartenübergreifenden Programm zur Untermauerung des Gewinnwachstums will die Deutsche Post World Net bis Ende 2009 1 Milliarde Euro generieren. Das Nettoumlaufvermögen will der Konzern in den nächsten 2 Jahren um 700 Millionen Euro reduzieren und mindestens 1 Milliarde Euro durch die Veräußerung von Immobilien und anderer nicht-strategischer Vermögenswerte freisetzen. Außerdem wird der Vorstand - so Zumwinkel - der Hauptversammlung eine Anhebung der Dividende für das Jahr 2007 um 20 Prozent von 75 Cent pro Aktie auf 90 Cent vorschlagen. Verbessert werden soll auch die Transparenz. Dazu will der Konzern den Bereich SERVICES entflechten und in Zukunft grundsätzlich auf Änderungen in der Berichtsstruktur verzichten. Um die Wertorientierung im gesamten Unternehmen zu verankern, wird die Deutsche Post World Net eine neue Steuerungsgröße einführen. Die Größe EBIT after Asset Charge wird künftig Richtschnur für Manager sein, im Rahmen ihres täglichen Geschäfts zusätzlichen Wert zu generieren. In Zukunft wird der Konzern einen konkreten Ergebnisausblick nur noch für das folgende Jahr geben. „Dadurch lässt sich die Unsicherheit aufgrund von unkalkulierbaren regionalen Wirtschaftsflauten reduzieren”, so John Allan, Finanzvorstand der Deutschen Post World Net. „Die Investoren fordern von uns klare, transparente und realistische Ziele und möchten wissen, wie wir diese Ziele erreichen werden.” Für 2008 erwartet der Vorstand ein EBIT von rund 4,2 Milliarden Euro. Der BRIEF-Bereich geht von einem EBIT von 1,90 Milliarden Euro aus. Der Unternehmensbereich EXPRESS strebt ein EBIT von 650 Millionen Euro an, der LOGISTIK-Bereich erwartet ein EBIT von 1,05 Milliarden Euro, der Bereich FINANZ DIENSTLEISTUNGEN ein EBIT von mindestens 1,15 Milliarden Euro. „Die Einführung der neuen Steuerungsgröße EBIT after Asset Charge wird das zentrale Instrument sein, um alle Unternehmensbereiche nachhaltig auf Wertsteigerung auszurichten”, betonte Zumwinkel. Eines der wesentlichen Ziele der „Roadmap to Value” ist laut Zumwinkel die Erhöhung der Liquidität (Cash). „Der künftige Cash-Flow beeinflusst entscheidend die Rendite einer Anlage.” Während der Wettbewerber UPS zwischen 2001 und 2006 bezogen auf den Umsatz im Schnitt 14,6 Prozent Cash erwirtschaftet hat, waren es bei der Deutschen Post World Net nur 6,8 Prozent, von denen der größte Teil für Übernahmen verwendet wurde. Vom 1. Januar 2008 an wird sich die Höhe der variablen Managervergütung nach der neuen Kenngröße richten. Im Gegensatz zum EBIT berücksichtigt EBIT after Asset Charge (EAC) die Kosten, die sich aus dem im Geschäft gebundenen Kapital ergeben, und spiegelt so den Gewinn wider, der über die Kapitalkosten hinaus erwirtschaftet wird. Zur Erhöhung der Transparenz seiner Finanzberichterstattung wird der Konzern seine Berichtsstruktur anpassen und eine bessere Vergleichbarkeit schaffen. Dazu soll eine Entflechtung des Unternehmensbereiches SERVICES und eine Zuordnung aller Kosten des Bereichs Global Business Services zu den operativen Einheiten beitragen. Der Konzern wird seine Bilanz rückwirkend der neuen Struktur anpassen und 8 Quartale neu bilanzieren. Hermes übernimmt Zustellung der Quelle-Pakete in Österreich08.11.2007 Zum Leistungsumfang gehören außer den Quelle-Paketen auch die Sendungen für zahlreiche Primondo-Spezialversender und die Sendungen des Teleshopping-Senders HSE 24. Anfang 2008 soll auch der gesamte Paketversand von Neckermann Versand Österreich dazukommen. „Die erfreuliche Geschäftsentwicklung der Hermes Logistik Gruppe in Österreich wird durch die Sendungsvolumina von Quelle und Neckermann weiter abgesichert. Unser Ziel, 2008 20 Prozent des österreichischen B-to-C-Paketmarktes abzudecken, haben wir bereits übertroffen und nahezu verdoppelt”, sagte Hanjo Schneider, Vorsitzender der Geschäftsführung der Hermes Logistik Gruppe. Zum Serviceangebot von Hermes gehören u.a. bis zu 4 Zustellversuche an die Haustür, die Lieferung an eine Alternativadresse oder die Nachbarschaftsabgabe auf Wunsch, die Samstagzustellung, der 24-Stunden-Service und die Paketabholung gegen Entgelt. Am 8. November 2007 gab der Chef der Österreichischen Post, Anton Wais, bei der Präsentation der Quartalsergebnisse bekannt, der Vorstand plane nach dem Verlust der Versandhauspakete 700 der 24.000 Arbeitsplätze zu streichen. Mit dem Wechsel der Versandhaus-Kunden zu Hermes verliert die Österreichische Post ein Drittel ihrer Erlöse im Paketgeschäft. Springer-Verlag will offenbar aus PIN aussteigen / PIN AG bringt Springer Verlust08.11.2007 Die PIN Group AG, an der der Springer-Verlag mit 63 Prozent beteiligt ist, hat offensichtlich erhebliche Probleme mit der Integration der zuletzt zugekauften 30 regionalen Briefzustellfirmen. Dazu belastet der geplante Mindestlohn in der Briefzustellbranche das Geschäftsmodell schwer. Wie Döpfner erklärte, werde der PIN-Umsatz 2007 mit 350 Millionen Euro höher als erwartet ausfallen und damit maßgeblich zum Umsatzwachstum des Springer-Konzerns beitragen. Allerdings ist der Umsatzanstieg auch mit wachsenden Verlusten verbunden. Erst im Juni 2007 hatte Springer für die Mehrheit und die operative Führung bei PIN 510 Millionen Euro bezahlt. Der Quartalsbericht des Springer-Konzerns weist sogar Anschaffungskosten von 618 Millionen Euro aus, weil eine Put- und Call-Option von 100 Millionen Euro mit PIN-Chef Günter Thiel vereinbart wurde. Oberverwaltungsgericht Münster: Postdienste müssen ihre Löhne offenlegen07.11.2007 Die Bundesnetzagentur hatte im Juni 2007 ca. 1.500 lizenzierte Briefdienstleister u.a. nach Personalstruktur, Lohn- und Gehaltshöhe, Art der Arbeitsverhältnisse, Urlaubsansprüchen und beförderten Sendungsmengen, Anzahl der Betriebsstätten und Art der Zustellung befragt. Mehr als 40 der befragten Unternehmen legten dagegen Widerspruch ein. Vor dem Verwaltungsgericht Köln hatten sie damit zunächst Erfolg. Die Bundesnetzagentur legte gegen die Kölner Entscheidung Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht Münster ein. Die Richter in Münster betonten, die beanstandeten Fragen nach den Sendungsmengen, den Betriebsstätten und der Art der Zustellung seien erforderlich, damit die Bundesnetzagentur wegen der bevorstehenden weiteren Liberalisierung des Postmarkts ihre Aufgaben erfüllen könne. So lasse die Frage nach Sendungsmengen Rückschlüsse auf die Zahl der Beschäftigten zu. Brief-Mindestlohn wieder auf der Kippe13.11.2007 Der Unionsfraktionsführer Volker Kauder sagte dagegen, die Union habe angeboten, diejenigen in das Entsendegesetz aufzunehmen, die überwiegend als Postdienstleister tätig seien. Dies habe die SPD abgelehnt. Daher würde für diese Woche die Ausweitung des Entsendegesetzes von der Tagesordnung des Bundestages genommen. Die Deutsche Post wollte vorerst keinen neuen Versuch unternehmen, in Deutschland einen Mindestlohn für Briefzusteller durchzusetzen. Nach dem Scheitern der Koalitionsgespräche sagte ein Konzernsprecher: „Wir müssen feststellen, dass das Vernünftige politisch nicht gewollt war. Wir werden die jetzigen Rahmenbedingungen akzeptieren.” Alles Weitere werde der Markt entscheiden. Der Präsident des Arbeitgeberverbandes Neue Brief- und Zustelldienste, Florian Gerster, erklärte, für den Wettbewerb im deutschen Briefmarkt sei das Scheitern der Mindestlohn-Pläne ein positives Signal. „Dies ist ein Sieg der Vernunft.” Der Verband der Kurier-, Express- und Postdienste betonte, sozialverträgliche Löhne seien im Interesse aller Beteiligten. Nun sollten schnellstmöglich Tarifverhandlungen zwischen allen Beteiligten aufgenommen werden. Die Gewerkschaft ver.di sah das anders. „Die Kanzlerin will staatliche Hungerlöhne für die Briefzusteller verordnen. Das ist eine eiskalte Politik gegen die Menschen und für die Unternehmen, die ihre Geschäfte auf dem Rücken der Allgemeinheit machen”, sagte Andrea Kocsis vom Bundesvorstand von ver.di. Briefportobuch - Nachschlagewerk zu BriefdienstleisternNovember 2007 Briefportobuch, Ausgabe 2007 Niederländische Tochter der Deutschen Post hält sich angeblich nicht an Mindestlöhne02.11.2007 Diesen Vorwurf erhob Anneke Stevens, Tarifexpertin der niederländischen Gewerkschaft Abvakabo. Ihre Kritik richtete sich gegen die Firma „Selekt Mail”, die mehrheitlich zum Konzern Deutsche Post World Net gehört und 12.000 Briefzusteller beschäftigt. „Allerdings nicht zu den üblichen Bedingungen, sondern als Subunternehmer”, so Stevens. „Die Leute bekommen zwischen 6 und 8 Euro in der Stunde, obwohl in den Niederlanden ein gesetzlicher Mindestlohn von 9 Euro gilt.” Eingerechnet seien Leistungen wie Urlaubsgeld und Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. „Beides bekommen die Mitarbeiter von Selekt Mail nicht.” Konkurrent TNT honoriere die Leistungen seiner Zusteller sogar mit 15 Euro pro Stunde. Ein Sprecher der Deutschen Post erklärte, die Darstellungen seien „unrichtig”. „Wir zahlen im Durchschnitt über Mindestlohn und werden versuchen, die Briefzusteller nach und nach in Festanstellungen zu übernehmen.” Rückt die Deutsche Post von Postbank ab?08.11.2007 Einige Teilnehmer vermuteten hinter der „Klarstellung” Zumwinkels am 8. November allerdings doch ein langsames Abrücken von der Postbank. Aktuell - berichtete das Handelsblatt am 9. November - hege Zumwinkel zwar keine Verkaufsabsichten. „Aber wenn der Briefmarkt im nächsten Jahr dereguliert wird, dann ist mehr Zeit, darüber nachzu-denken”, erklärte der Postchef vor Analysten wenige Stunden, nachdem die Posttochter Postbank ihre Quartalszahlen vorgelegt hatte. Seit dem Börsengang der Postbank 2004 hatte Zumwinkel bereits mehrfach die Märkte mit ähnlichen Äußerungen verwirrt, wurde aber nie so konkret wie am 8. November. Insider des Postkonzerns rechnen damit, dass sich die Post durch einen Verkauf der Postbank spätestens nach Zumwinkels Vertragsablauf im November 2008 Geld für den Ausbau des Kerngeschäfts beschaffen könnte. Interessenten stehen bereits Schlange: Nicht nur die Deutsche Bank hat schon seit Jahren „ein Auge” auf die Postbank mit ihren fast 15 Millionen Kunden geworfen. Auch bei der Commerzbank war zu hören: „Klar wäre die Postbank eine Option, wenn sie denn nur zum Verkauf stünde.” Auch internationale Häuser wie Société Générale, Citigroup und die Royal Bank of Scotland könnten mit einem Kauf der Postbank voll in den deutschen Markt einsteigen. Deutsche Post und PIN MAIL mit Sondermarke und Numisblatt zum 800. Geburtstag der Heiligen Elisabeth von Thüringen08.11.2007
Die PIN Group AG hat damit nach dem Numisblatt „50 Jahre Römische Verträge” ihren 2. „Numisbrief” herausgegeben, gemeinsam mit der Staatlichen Münze Berlin, die die Elisabeth-Gedenkmünze geprägt hat. Außer der Gedenkmünze enthält der PIN-Numisbrief eine bundesweit gültige PIN MAIL-Sondermarke in der Wertstufe 142 Cent (Porto für den PIN-Großbrief). Der Numisbrief hat eine Auflage von 1.000 Stück, die Sondermarke von 3.000 Stück. Der Numisbrief kostet 27,50 Euro.
Mit ihrem Numisblatt zum 800. Geburtstag der Heiligen Elisabeth feiert die Deutsche Post ein Jubiläum: Es ist das 50. Numisblatt seit Erscheinen der 1. Ausgabe 1997. Das Post-Numisblatt enthält die beiden hoheitlichen Symbole, die das Bundesministerium der Finanzen zu Ehren der Heiligen Elisabeth herausgegeben hat: die 10 Euro-Silbergedenkmünze und das Sonderpostwertzeichen (Nennwert 55 Cent) in einem Zehnerblock. Das Blatt verkauft die Versandstelle für Postwertzeichen in Weiden für 19,50 Euro.
TNT droht mit Rückzug vom deutschen Markt09.11.2007 Bakker erwägt einen totalen Rückzug vom deutschen Postmarkt, wenn ein zu hoher Mindestlohn eingeführt wird und die Deutsche Post auch in Zukunft von der Umsatzsteuer befreit bleibt. Bakker kritisiert in seinem 4-seitigen Brief, in Deutschland würden Wettbewerbsbarrieren die positiven Effekte der Liberalisierung des Postmarktes zunichtemachen. Briefpreise bleiben 2008 stabil19.11.2007 Das Porto für den Standardbrief in Deutschland beträgt somit nach einer Preissenkung 2003 im 6. Jahr stabil 55 Cent. In der inflationsbereinigten Betrachtung europäischer Briefmärkte über die vergangenen 10 Jahre zeigt sich: Die Deutsche Post gehört zu einer Gruppe von nur 4 Ländern, in denen die Briefpreise in diesem Zeitraum gesunken sind. Der reale europäische Durchschnittspreis für den Standardbrief Inland stieg dagegen in dieser Zeit um 37 Prozent. Beim Europabrief ins europäische Ausland haben 2006 allein 13 Länder ihre Preise erhöht, während in Deutschland der Preis mit 70 Cent stabil blieb. Entgelte für Massensendungen, also für Beförderungsleistungen, die ab einer Mindesteinlieferungsmenge von 50 Briefsendungen erhoben werden, unterliegen nach Wegfall der Exklusivlizenz der Deutschen Post ab 1. Januar 2008 nur noch der nachträglichen Missbrauchskontrolle durch die Bundesnetzagentur. Das Preisniveau für die Jahre 2008 bis 2011 ergibt sich aus der Differenz der Inflationsrate und der Produktivitätsfortschrittsrate. In der sogenannten Price-Cap-Runde 2008, in der die Bundesnetzagentur ihre Regulierungsentscheidung getroffen hat, waren beide Maßgrößen annähernd gleich. Damit blieb das Entgeltniveau unverändert, teilte die Bundesnetzagentur am 20. November 2007 mit. Bundesnetzagentur: Keine Änderung der Postlizenzen21.11.2007 Innerhalb der Bundesregierung streiten Wirtschafts- und Arbeitsministerium darüber, wie die Sozialklausel des Postgesetzes auszulegen sei. Nach dem Postgesetz sind Lizenzen zu verweigern, wenn die üblichen „wesentlichen Arbeitsbedingungen” im Briefsektor nicht unerheblich unterschritten werden. Der Parlamentarische Staatssekretär im Arbeitsministerium, Gerd Andres, hatte die Bundesnetzagentur im September 2007 aufgefordert, die Lizenzvergabe davon abhängig zu machen, dass die Tariflöhne der Deutschen Post um höchstens 10 Prozent unterschritten würden. Wirtschaftsstaatsekretär Bernd Pfaffenbach erklärte jedoch in einem Schreiben an den Präsidenten der Agentur, Matthias Kurth, die Auffassung des Arbeitsministeriums sei nicht mit ihm abgestimmt gewesen. Die Auslegung der Sozialklausel müsse „unter Berücksichtigung der Entstehungsgeschichte des Postgesetzes, der Verfassungskonformität und unter Wahrung der Tarifautonomie” erfolgen. Gewerkschaften lassen Post-Konkurrenten abblitzen21.11.2007 Deutsche Post investiert in Shanghai27.11.2007 Das neue Drehkreuz ergänzt die zentrale Asien-Drehscheibe in Hongkong und die Knotenpunkte in Bangkok, dem südkoreanischen Incheon, Singapur und Sydney. Asien - so die Deutsche Post - ist der wichtigste Wachstumstreiber für ihr Expressgeschäft. „Mit dem neuen Luftdrehkreuz in Shanghai werden wir unsere Transitzeiten und unsere Transportservices innerasiatisch wie interkontinental nochmals verbessern”, umriss John Mullen, CEO bei DHL Express und Vorstandsmitglied der Deutschen Post World Net die Ziele. Tarifvertragsparteien einigen sich über Geltungsbereich des Mindestlohnvertrags29.11.2007 ver.di weiter: „In den vergangenen Tagen hatte es deutliche Signale aus der Bundesregierung gegeben, wonach der bis dato zwischen den Tarifvertragsparteien vereinbarte Geltungsbereich, der auf die Tätigkeit der Briefbeförderung abstellte, nicht konsensfähig sei.” Unionspolitiker hatten bei ihrer ablehnenden Haltung damit argumentiert, der vorliegende Mindestlohn-Tarifvertrag erfasse nicht mindestens 50 Prozent der betroffenen Arbeitnehmer. Dies sei aber zwingend erforderliche Voraussetzung, um den Vertrag für allgemeinverbindlich zu erklären. „Mit dem neuen Vertrag sind alle Bedenken der Union ausgeräumt. Jetzt ist die Kanzlerin am Zug, das Gesetzgebungsverfahren voranzutreiben”, erklärte die stellvertretende ver.di-Vorsitzende Andrea Kocsis. Koalition akzeptiert neuen Tarifvertrag / Post-Wettbewerber drohen mit Stellenabbau30.11.2007 Die FDP will allerdings über den Bundesrat Widerstand leisten. Der baden-württembergische Wirtschaftsminister Ernst Pfister verkündete, er werde sich dafür einsetzen, dass die CDU-FDP-Landesregierung der Ausweitung des Entsendegesetzes nicht zustimmt. Florian Gerster, der Chef des Arbeitgeberverbandes Neue Brief- und Zustelldienste, sagte, die Einigung habe eine verheerende Wirkung, und prophezeite den Abbau von bis zu 20.000 Arbeitsplätze bei den Post-Wettbewerbern. PIN und TNT - so Gerster- haben etwa 60.000 Stellen geschaffen. Er erwägt rechtliche Schritte gegen die Entscheidung. Sie schaffe einen „Schutzzaun für den Ex-Monopolisten Post”. Nach Expertenansicht trifft eine Mindestlohnregelung vor allem die beiden größten Post-Konkurrenten PIN und TNT. Dagegen seien fast alle anderen Postzusteller nicht betroffen, so z.B. die Zeitungsausträger, die nicht im Dienst der Briefdienstleister, sondern im Dienst der Zeitungsverlage stehen. Mit Briefbeförderung sind aber auch Speditionen und Taxibetriebe befasst. Erst wenn deren Mitarbeiter mehr als die Hälfte ihres Umsatzes mit der Beförderung von Brief erzielen, gälten auch für sie die neuen Mindestlöhne. Damit hätte sich die Situation für die regionalen Wettbewerber der Post kaum verändert. TNT Post stoppt Pilotprojekt04.12.2007 TNT Post ist eine Gemeinschaftsfirma des niederländischen Post- und Expresskonzerns TNT, der 71 Prozent hält, und des Einzelhandelskonzerns Otto aus Hamburg, der 29 Prozent besitzt. PIN streicht 1.000 Stellen / TNT: „Nicht am Kauf von PIN interessiert” / Deutsche Post will PIN-Mitarbeiter übernehmen05.12.2007 TNT hat unterdessen am 4. Dezember 2007 dem von Springer-Chef Mathias Döpfner angedachten Verkauf von PIN an die deutsch-holländische TNT Post eine Absage erteilt. „Wir investieren nur dort, wo wir Werte schaffen können”, sagte TNT-Chef Peter Bakker. „Wir haben wegen des drohenden Mindestlohns alle Investitionen in Deutschland eingefroren.” Die Deutsche Post erklärte sich bereit, mit den entlassenen PIN-Mitarbeitern über einen Wechsel in den Postkonzern zu sprechen. Allerdings wehrt sie sich dagegen, „für das Scheitern des Geschäftsmodells haftbar gemacht zu werden”, wie ein Post-Sprecher sagte. Deutsche Post lehnt Produktion von Briefmarken mit dem Dalai Lama ab05.12.2007 Niederlande verschieben wegen des in Deutschland geplanten Post-Mindestlohns die Öffnung ihres Postmarktes06.12.2007 Ursprünglich hatten die Niederlande so wie Deutschland das verbliebene Teilmonopol für Briefe bis 50 Gramm zum Jahresende 2008 aufheben und ihre frühere Staatspost TNT in allen Bereichen privater Konkurrenz aussetzen wollen. Der konservative niederländische Ministerpräsident, Jan Peter Balkenende, hatte stets für eine schnelle Marktöffnung plädiert. Abgeordnete der Regierungsfraktionen hatten die Liberalisierung jedoch davon abhängig gemacht, dass in Deutschland die gleichen Bedingungen geschaffen werden. TNT hatte in Hintergrundgesprächen mit Parlamentariern argumentiert, dies sei nicht der Fall, weil ein überhöhter Mindestlohn und das Mehrwertsteuerprivileg für die Deutsche Post nur zu einer rechtlichen, nicht aber zu einer faktischen Liberalisierung des Marktes führten. „Ziehen Sie die Notbremse”, forderte Bakker. TNT hat am niederländischen Postmarkt einen Anteil von 88 Prozent. Den Rest teilen sich die Deutsche Post-Tochter Selekt Mail und die Firma Sandd. TNT spürt im Inland den Rückgang der Briefumsätze und hat ein Sparprogramm angekündigt, das bis 2015 bis zu 11.000 Arbeitsplätze kosten soll. Um das Geschäft auf dem relativ kleinen Heimatmarkt auszugleichen, hatte TNT der deutschen Tochter TNT Post hohe Wachstumsvorgaben gemacht. Drohende PIN-Insolvenz entzweit Verlage12.12.2007 Springer-Chef Mathias Döpfner will nicht hinnehmen, dass allein sein Konzern für das Scheitern der PIN Group verantwortlich gemacht wird. Als Springer im Sommer seinen Partnern Anteile an PIN für 510 Millionen Euro abkaufte, strichen die WAZ-Gruppe und Holtzbrinck Nettoerlöse von jeweils rund 100 Millionen Euro ein, weil sie ihre PIN-Anteile auf jeweils 5 Prozent reduzierten. Auch der Springer-Aufsichtsrat zeigte sich bei seiner Sitzung am 10. Dezember 2007 „sehr verärgert”, dass die Juniorpartner sogar kleinere Geldspritzen für einen vorläufigen Fortgang der PIN-Geschäfte verweigerten. Er habe Döpfner „nachdrücklich gebeten”, die PIN Group sofort in die Insolvenz zu schicken, verlautete aus dem Unter-nehmen. Damit hat der Aufsichtsrat den Plan Döpfners durchkreuzt, bis zur Bundesratsentscheidung über die Post-Mindestlöhne am 20. Dezember 2007 zu warten. Die rasche Insolvenz sei aus Sicht des Springer-Verlags schon deshalb geboten, um weitere millionenschwere Ansprüche des umstrittenen PIN-Vorstandschefs Günter Thiel abzublocken. Thiel hält über seine Beteiligungsfirma Rosalia noch 10 Prozent an PIN und kann diesen Anteil nach den Abmachungen vom Sommer 2007 für mehr als 100 Millionen Euro an den Springer-Verlag verkaufen. „Damit ist bei einer Insolvenz dann Schluss”, hieß es im Verlag. Deutsche Post World Net geht mit Post 24/7 an den Start / Post baut 24-Stunden-Service aus13.12.2007 Insgesamt 30 Serviceinseln installierte die Post im Dezember in Berlin, jeweils weitere 15 in Bonn und in Dortmund. Die kleinste der 3 Varianten besteht aus Paketbox, Briefmarkenautomat und Briefkasten. „Moderne Unternehmen müssen heutzutage ihre Dienstleistung nicht nur an 7 Tagen in der Woche 24 Stunden lang anbieten, der Kunde ver-langt auch einen einfachen Zugang”, erklärte Uwe Brinks, Vorsitzender des Bereichsvorstands DHL Paket Deutschland. Bundestag stimmt in 3. Lesung der Änderung des Arbeitnehmer-Entsendegesetzes zu14./20./29.12.2007 Der Bundesrat hat dem Gesetz am 20. Dezember 2007 zugestimmt. Dagegen stimmten Thüringen und die von CDU und FDP gemeinsam regierten Bundesländer Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. Der Bundespräsident hat das Gesetz am 21. Dezember 2007 unterzeichnet. Es wurde im Bundesgesetzblatt I Nr. 68 Seite 3140 am 27. Dezember 2007 verkündet. Nach Artikel 2 des Gesetzes ist es am Tag nach der Verkündung, also am 28. Dezember 2007 in Kraft getreten. Damit war für den Arbeitsminister die Voraussetzung für eine Verordnung geschaffen, mit der er den Tarifvertrag über den Post-Mindestlohn als allgemeinverbindlich erklären kann. Dies geschah in den letzten Dezember-Tagen 2007: Die „Verordnung über zwingende Arbeitsbedingungen für die Branche Briefdienstleistungen” vom 28. Dezember 2007 wurde im Bundesanzeiger Nr. 242/2007, S. 8410 am 29. Dezember 2007 veröffentlicht. Sie tritt laut § 2 der Verordnung am 1. Januar 2008 in Kraft und tritt am 30. April 2010 außer Kraft. Dokumentation:
Sparkassen dementieren PIN Group-Einstieg13.12.2007 Döpfner nennt PIN seine „größte Niederlage”15.12.2007 Der Springer-Konzern hat seine Drohung wahr gemacht und ist unmittelbar nach der Verabschiedung des Mindestlohns für Briefzusteller am 14. Dezember im Bundestag aus dem Briefgeschäft ausgestiegen. Vorstand und Aufsichtsrat beschlossen noch am selben Tag, ihrem Postdienstleister PIN Group kein Geld mehr zur Verfügung zu stellen. Springer begründete seinen Rückzug ausdrücklich mit dem Hinweis auf den Post-Mindestlohn. Damit riskiert Springer die Insolvenz der gesamten PIN Group mit 9.000 Beschäftigten. Der Verlag sei aber bereit, die Mehrheit an seinem Tochterunternehmen abzugeben, „wenn Minderheitsgesellschafter und neue Investoren ausreichend Mittel zur Verfügung stellten, um eine wirtschaftliche Perspektive für die PIN Group zu ermöglichen”. PIN-Chef Günter Thiel bekräftigte laut PIN-Pressemitteilung vom 14. Dezember 2007 sein Angebot an Springer zu einem Management Buy Out. Er wolle aber nur einen symbolischen Preis zahlen und erwarte von Springer auch eine Ausgleichszahlung. Er und das PIN-Management seien bereit, die Anteile von Axel-Springer-Verlag an der PIN Group zu übernehmen und einen hohen 2-stelligen Millionenbetrag in das Unternehmen zu investieren. Springer besteht allerdings darauf, dass Thiel den Schaden für Springer durch die Übernahme von Schulden begrenzt und das Geschäft von PIN fortführt. Arbeitgeberverband Neue Brief- und Zustelldienste legt eigenen Tarifvertrag für Mehrwertdienstleistungen vor14.12.2007 Der Arbeitgeberverband Neue Brief- und Zustelldienste hatte am 11. Dezember 2007 mit der neu gegründeten Gewerkschaft Neue Brief- und Zustelldienste (GNBZ) einen niedrigeren Mindestlohn vereinbart. Er soll nicht für den Universaldienst sondern für spezielle Postdienstleistungen gelten und sieht einen Mindeststundenlohn von 6,50 Euro in den neuen Bundesländern und 7,50 Euro im Westen vor. Die Lohnuntergrenze beschränke sich auf das Segment der sogenannten Mehrwert-Briefdienstleistungen, die die Wettbewerber der Deutschen Post „derzeit ausschließlich anbieten”. Dazu gehöre etwa die Zustellung innerhalb eines Tages oder termingenaue Zustellungen. In ihrer Pressemitteilung vom 17. Dezember 2007 beschreibt die GNBZ die Zielsetzung des neuen Tarifvertrags so: „Inhaltlich bezieht sich der Tarifvertrag auf sämtliche Unternehmen, die Mehrwertdienste nach dem Postgesetz erbringen, also auf Leistungen, die umgangssprachlich nicht nach der Abschaffung des Postmonopols, sondern bereits jetzt erbracht werden. Als Arbeitnehmer werden diejenigen Arbeitnehmer erfasst, die Mehrwertbriefdienstleistungen erbringen. Es wird also nicht der Bereich der Universaldienstleistungen geregelt, die nach dem Postgesetz zum 1. Januar 2008 frei gegeben werden (‚Wegfall des Briefmonopols'), sondern insbesondere die Dienstleistungen mit taggleicher, termingenauer oder Übernacht-Zustellung, Abholung beim Kunden, Dienstleistungen mit Sendungsverfolgung und integrierte Brief- und Logistikdienstleistungen. Ausdrücklich nicht erfasst sind Unternehmen, die sich mit dem Austragen von Druckschriften (Zeitungen und Zeitschriften) beschäftigten.” Das Bundesarbeitsministerium bewertete den vorgelegten Tarifvertrag als Täuschungsmanöver. Es sei nicht davon auszugehen, dass dieser Tarifvertrag das in der Koalition vereinbarte Verfahren tangieren werde, sagte ein Sprecher des Ministeriums. Der Arbeitgeberverband Neue Brief- und Zustelldienste wies die Äußerung aus dem Arbeitsministerium zurück. „Hier geht es um die Absicherung der Einkommensverhältnisse der Beschäftigten in der Branche Mehrwertbriefdienste. Wir wollen, dass unsere Beschäftigten für ihre Dienstleistungen angemessen vergütet werden. Das ist verwirklichte soziale Gerechtigkeit und kein Täuschungsmanöver”, so Bernd Jäger, Stellvertretender Vorsitzender des Verbandes. In einer Pressemitteilung des Verbandes vom 18. Dezember 2007 heißt es: „Bei den Mehrwertbriefdiensten handelt es sich um eine eigene Branche, die sich klar von den allgemeinen Briefdiensten trennt. Zwischen den allgemeinen Briefdiensten und den speziellen Mehrwertbriefdiensten verhält es sich wie beim Bauhauptgewerbe und dem Dachdeckerhandwerk. So gibt es für das Bauhauptgewerbe einen umfassenden Tarifvertrag mit entsprechender Allgemeinverbindlichkeitserklärung, von dem jedoch das speziellere Dachdeckerhandwerk als besondere eigene Branche ausgenommen ist. Für das Dachdeckerhandwerk gilt ein eigener gesonderter Tarifvertrag mit gesonderter Allgemeinverbindlichkeitserklärung. Die in dem Arbeitgeberverband Neue Brief- und Zustelldienste zusammengeschlossenen Unternehmen haben beschlossen, diese Mehrwertbriefdienstleistungen als eigenständige Dienstleistung auch nach Beendigung der Exklusivlizenz weiter zum Wohl der Kunden anzubieten.” TNT Post ignoriert Mindestlohn17.12.2007
Die PIN Group beurteilte die Erfolgsaussichten des Vorstoßes von TNT Post als gering. „Wir können jetzt nicht auf Hoffnungen setzen”, sagte Springer-Chef Mathias Döpfner. PIN-Chef Thiel wiederum will den Mindestlohn umgehen, indem er künftig im großen Stil Zeitungszusteller für den Briefdienst einsetzt, die als Mitarbeiter der Zeitungsverlage nicht den Mindestlohn-Bedingungen unterliegen. Bundesnetzagentur: Kein Grund zur Schwarzmalerei im Postmarkt18.12.2007 Auf dem Postmarkt sind aktuell ca. 750 Lizenznehmer aktiv. Sie konnten mit Umsätzen von über 1 Milliarde Euro inzwischen einen Marktanteil von mehr als 10 Prozent erreichen. Insgesamt lagen die Jahresumsätze im Postmarkt zuletzt bei fast 24 Milliarden Euro. Mehr als 18 Milliarden Euro wurden im Wettbewerbsbereich erzielt. Springer weist PIN-Angebot von Thiel zurück / Thiel tritt zurück18.12.2007
Gleichzeitig hat Thiel - so der Springer-Verlag - zahlreiche Sachwerte und geldwerte Leistungen wie langjährige Darlehensstundungen gefordert, außerdem nahezu kostenlose Logistikleistungen, Exklusivität beim Postversand für Zeitungen und Zeitschriften und stark bezuschusste Werbeleistungen mit dem Gesamtwert eines hohen 2-stelligen Millionenbetrages. „Damit hätte de facto die Axel Springer AG weiterhin die Hauptlast der Finanzierung der Gesellschaft getragen, ohne überhaupt noch Eigentümer zu sein.” Durch eine sogenannte Wohlverhaltensklausel sollte sich Springer zudem verpflichten, „alles zu unterlassen, das der PIN Group in den Medien Schaden zufügen könnte”, eine Forderung, die angesichts der Pressefreiheit nicht umsetzbar sei. Nach verschiedenen Presseberichten sei der Springer-Verlag bereit gewesen, seine PIN-Anteile abzugeben, wenn Thiel bereit wäre, einen sogenannten Besserungsschein zuzugestehen, der den Springer-Konzern nach einer Sanierung oder bei einem späteren Verkauf der PIN Group am Ergebnis beteilige. Springer habe bis Ende 2015 30 Prozent der Gewinne oder 60 Prozent eines Verkaufserlöses gefordert. Thiel zog daraufhin sein Angebot zurück und gab seinen Rücktritt von allen Ämtern bei der PIN Group bekannt. Dies erklärte eine Sprecherin des in Luxemburg ansässigen Unternehmens am 18. Dezember 2007. PIN wird von Sanierungsexperten weitergeführt / Unternehmensberatung Roland Berger sieht Überlebenschance für PIN19.12.2007 Piepenburg wird Unternehmensangaben zufolge auch dem von 14 auf 3 Personen verkleinerten Verwaltungsrat der PIN Group AG angehören und den Vorsitz übernehmen. Wegen des Firmensitzes in Luxemburg unterliegt die PIN Group AG als Mutterkonzern der 91 Einzelfirmen luxemburgischem Recht. Die bisher im Verwaltungsrat vertretenen Verlage stellten ihre Sitze zur Verfügung, teilte PIN mit. Neben Piepenburg sitzt bei PIN Hans-Joachim Ziems im Vorstand. Ziems hatte sich mit der Sanierung der Fernsehsender der Gruppe Pro7/SAT 1 einen Namen gemacht. Die an PIN beteiligten Medienhäuser WAZ, Holtzbrinck, Madsack, Dumont und die Rheinische Post gaben am 19. Dezember 2007 eine gemeinsame Erklärung ab, wonach sie ihre Logistikzentren sichern und möglichst viele Arbeitsplätze erhalten wollen. Die Verlage machen den vom Bundestag beschlossenen Post-Mindestlohn von bis zu 9,80 Euro für das Scheitern von PIN verantwortlich. Bei der PIN-Verwaltungsratssitzung am 19. Dezember 2007 berichteten die Vertreter der Unternehmensberatung Roland Berger über die Zukunftsaussichten für die PIN Group. Sie hatten das Unternehmen 2 Wochen lang begut-achtet und waren zu dem Ergebnis gekommen, das Geschäftsmodell von PIN sei „grundsätzlich tragfähig”. Die Berger-Leute mussten in der Kürze der Zeit bei ihrer Begutachtung auf notwendige Daten verzichten und konnten z.B. die Entwicklung des Eigenkapitals nur oberflächlich betrachten. Nach ihren Erkenntnissen wird PIN 2007 nicht wie prognostiziert 380 Millionen sondern nur knapp 280 Millionen Euro umsetzen. Der Verlust werde voraussichtlich gut 60 Millionen Euro betragen statt der in der Finanzplanung vorgesehenen 10 Millionen. Sie sahen aber eine Chance zur Sanierung: Sollten Vertriebsoffensive, viel effizientere Strukturen und ein neues Zustellkonzept umgesetzt werden können, bestünde die Aussicht, ab 2010 Gewinne in 2-stelliger Millionenhöhe auszuweisen. Dazu müssten aber wichtige Kunden besser betreut, die Kontrolle der 91 Tochterfirmen verbessert, Prozesse standardisiert und Briefe öfter von Zeitungszustellern ausgeliefert werden. Insgesamt müssten aber mehr als 250 Millionen Euro in die Stützung von PIN investiert werden. Bundesnetzagentur: Beschränkungen für Postlizenzen aufgehoben20.12.2007 EU-Postliberalisierung unter Dach und Fach18.12.2007 Demnach sieht ein 2-Stufen-Modell vor, dass die Postmärkte für Briefe unter 50 Gramm in der EU vom 1. Januar 2011 an geöffnet werden. Als Kompromiss war eine weitere Schonfrist von bis zu 2 Jahren zugestanden worden. Diese wollen neben den 9 neuen Mitgliedstaaten auch Griechenland und Luxemburg in Anspruch nehmen. Die 9 neuen EU-Länder sind Polen, die Tschechische Republik, Ungarn, die Slowakei, Rumänien, Litauen, Lettland, Zypern und Malta. Slowenien, Estland und Bulgarien kündigten an, ihre Postmärkte von 2011 an öffnen zu wollen. Eine Reziprozitätsklausel schützt Postgesellschaften mit offenem Postmarkt vor unlauterer Konkurrenz, die im eigenen Land von Monopolen profitiert. So können während der Übergangsfrist zwischen 2011 und 2013 nur die Postgesellschaften auf liberalisierten Märkten aktiv werden, deren Heimatländer ihre Märkte ebenfalls dem Wett-bewerb geöffnet haben. Das EP-Plenum muss das Votum noch bestätigen. Dies gilt aber als reine Formsache. Otto distanziert sich von TNT Post20.12.2007 7 PIN-Töchter melden Insolvenz an21.12.2007 Das Amtsgericht bestellte den Kölner Rechtsanwalt Andreas Ringstmeier zum vorläufigen Insolvenzverwalter. Der wenige Tage zuvor mit der PIN-Sanierung beauftragte Experte Horst Piepenburg und der Unternehmensberater Hans-Joachim Ziems führen den Betrieb uneingeschränkt fort. Beide erklärten, sie sähen die Chancen für die Gesamtgruppe durch die Insolvenzanträge nicht beeinträchtigt. Bei den 7 insolventen Gesellschaften handele es sich um den PPD Privaten Postdienst Bremen, die PIN MAIL GmbH in Kassel, die PIN MAIL Osthessen GmbH, Fulda, TV Medienservice, Trier, PIN MAIL München, PIN MAIL Landshut und PIN Shared Service Center, Köln, so die PIN Group in ihrer Mitteilung an die Presse. US-Konjunktur drückt Ergebnis von FedEx21.12.2007 Für das 3. Geschäftsquartal erwartet FedEx je Aktie ein Ergebnis von 1,15 bis 1,30 US-Dollar gegenüber den Markterwartungen von 1,37 US-Dollar. Der Konzern begründete dies bei der Präsentation der Zahlen mit den hohen Kraftstoffpreisen und der schwachen Wirtschaftsentwicklung in den USA. Während der Heimatmarkt für FedEx schwächer geworden ist, profitiert der Konzern vom internationalen Wachstum. Im zurückliegenden 2. Geschäftsquartal sei das Volumen der beförderten Pakete in den Bereichen Express und Ground um 8 Prozent gestiegen, teilte der Konzern aus Memphis mit. Post Aktie am Jahresende 200728.12.2007 ◊
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