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Juli - Dezember 1993
Ende des Schalterstreites zwischen POSTDIENST und POSTBANK
02.09.1993
Die beiden Schwesterunternehmen POSTDIENST und POSTBANK haben sich am 2. September 1993 auf eine Rahmenvereinbarung über ein gemeinsames Vertriebskonzept geeinigt. Dazu Bundespostminister Bötsch: „Beide Unternehmen verpflichten sich, eine ausreichende postalische Infrastruktur sicherzustellen und den Vertriebsverbund ... beizubehalten.”
Hauptpunkt der Vereinbarung: Beide Unternehmen wollen ihre Konzepte „Postagenturen” und „Blaue Schalter” aufeinander abstimmen. Von Januar 1994 an wird die POSTBANK zunächst 50 und bis Ende 1996 bis zu 350 eigene „Blaue Schalter” für die Abwicklung von Bankgeschäften in Postämtern einrichten. Die POSTBANK ist außerdem bereit, sich am Betriebsversuch „Postagenturen” der Deutschen Bundespost POSTDIENST zu beteiligen. Damit werden auch die Postagenturen Bankdienstleistungen anbieten.
4. Novelle zum Kreditwesengesetz
Juli 1993
Statt 2.000 DM können Deutschlands Sparer nun 3.000 DM abheben und das nicht wie bisher innerhalb von 30 Zinstagen sondern monatlich. Diese Verbesserung ist einer Reihe von Gesetzen und Rechtsverordnungen zu verdanken, die Mitte 1993 in Kraft getreten sind.
Mit der 4. Novelle des Kreditwesengesetzes (KWG) wird die „Deutsche Bundespost” aus dem Katalog der nicht als Kreditinstitute geltenden Institute gestrichen. Damit wird die Deutsche Bundespost POSTBANK bankaufsichtlich den Kreditinstituten gleichgestellt. Diese Gleichstellung soll jedoch erst ab dem 1. Januar 1996 gelten.
POSTBANK Tochter in Luxemburg eröffnet
01.07.1993
Am 1. Juli 1993 hat die Deutsche Postbank International S.A. in Luxemburg ihre Geschäftstätigkeit aufgenommen. Im Mittelpunkt der Finanztätigkeit des POSTBANK-Ablegers steht zunächst das Firmenkundengeschäft. Die Präsenz auf dem Euromarkt ist für die POSTBANK ein unerlässliches Erfordernis der Wettbewerbsfähigkeit.
Mit Blauen Schaltern aus den roten Zahlen
02.09.1993
Die Deutsche Bundespost POSTBANK hat 1992 „die Fesseln des Bundes mehr denn je zu spüren bekommen”. Bei der Bilanzpressekonferenz am 2. September 1993 beklagte POSTBANK-Chef Dr. Günter Schneider, dass höhere Schalterkosten, der Abfluss von Spareinlagen, Verluste im Zahlungsverkehr und die Ablieferung an den Bund ein positives Ergebnis verhindert hätten.
Vor Steuern ergab sich 1992 zwar ein positives Ergebnis in Höhe von 216 Millionen DM. Unter dem Strich schloss die POSTBANK allerdings mit einem Minus, denn sie musste 338 Millionen DM als gesetzlich vorgeschriebene Ablieferung (10 Prozent der Einnahmen) an den Bund überweisen.
Die Vereinbarung über die Einrichtung von Blauen Schaltern sieht Schneider „als ersten Schritt in Richtung auf einen Kooperationsvertrag mit dem Schwesterunternehmen POSTDIENST”. Ziel der POSTBANK bleibt es, in allen größeren Postämtern mit eigenen Schaltern präsent zu sein. Dies bedeute eine erhebliche Verringerung der Zahlung von Transaktionspreisen an den POSTDIENST und öffne den Weg in die schwarzen Zahlen.
POSTBANK Card mit Telefon-Chip
September 1993
Seit September 1993 bietet die Deutsche Bundespost POSTBANK ihre POSTBANK Card auch mit Telefon-Chip an. Damit können Postbank-Kunden nicht nur an Geldautomaten Geld abheben, sondern auch an über 50.000 Kartentelefonen in Deutschland bargeldlos telefonieren. Die POSTBANK Card mit Telefon-Chip kostet 18 DM im Jahr, jede Telefon-Einheit wird mit 30 Pfennig berechnet. Die Telefon-Entgelte bucht die POSTBANK vom Girokonto des Kunden ab.
Demnächst sollen auch die POSTBANK ec-Karte und die Eurocard mit Telefon-Chip angeboten werden.
Postbank Barometer
September 1993
|
Dezember 1992 |
September 1993 |
Veränderung |
| Einlagengeschäft |
|
|
|
| Konten insgesamt (Millionen Stück) |
24,0 |
24,1 |
+ 0,4 Prozent |
| Spareinlagen(Milliarden DM) |
42,1 |
47,1 |
+ 11,9 Prozent |
| Sparen mit festem Zins |
9,1 |
9,9 |
+ 8,8 Prozent |
Sparen mit vereinbarter Kündigungsfrist |
3,6 |
3,1 |
- 13,9 Prozent |
| Sparen mit dreimonatiger Kündigungsfrist |
22,0 |
15,1 |
- 31,4 Prozent |
| Sparbuch 3000 plus |
0,9 |
12,9 |
+ 1333,3 Prozent |
| Sparbriefe (Millionen DM) |
249,0 |
342,4 |
+ 37,5 Prozent |
| Zahlungsverkehr |
|
|
|
| Konten (Millionen Stück) |
5,04 |
4,89 |
- 3,0 Prozent |
| Sichteinlagen (Milliarden DM) |
23,5 |
25,3 |
+ 7,7 Prozent |
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