![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() Post und Telekommunikation Postbank |
|
|
|
Januar - Juni 1997
Post erhält 17,5 Prozent an der Deutschen Postbank07.05.1997
Nachdem sich die beiden Bundespost-Unternehmen bis zu diesem Termin nicht einigen konnten, erklärte der Staatssekretär im Bundesministerium für Post und Telekommunikation, Gerhard O. Pfeffermann, am 11. April 1997 in Bonn: „Es ist völlig unverständlich, dass die Unternehmen die Zeit nicht genutzt haben, sich in den wesentlichen Fragen der Inanspruchnahme des Schalternetzes der Deutschen Post AG durch die Deutsche Postbank AG und der hierfür zu zahlenden Vergütung zu einigen.” Er kündigte an, die Bundesanstalt für Post und Telekommunikation (BAnstPT) werde nun bis 21. April 1997 einen Entwurf für einen Kooperationsvertrag fertigstellen und den beiden zerstrittenen Schwestern vorlegen. Den Unternehmen werde dann eine Erklärungsfrist bis zum 30. April 1997 eingeräumt. Am 7. Mai 1997 haben schließlich die beiden Schwester-Unternehmen den von der BAnstPT vorgelegten Kooperationsvertrag unterzeichnet. Für die Deutsche Post AG unterzeichneten Vorstandsvorsitzender Dr. Klaus Zumwinkel und Vorstandsmitglied Dr. Hans-Dieter Petram, für die Deutsche Postbank AG die Vorstandsmitglieder Achim Scholz und Rainer Neumann das Vertragswerk. Bundespostminister Wolfgang Bötsch dazu: „Es ist sichergestellt, dass die Deutsche Postbank und die Deutsche Post selbstständige Unternehmen bleiben und die Post die Postbank nicht beherrscht.” Gegenstand des Kooperationsvertrages ist der Vertrieb von Leistungen und Produkten der Postbank in der Bundesrepublik Deutschland über das stationäre Vertriebsnetz der Post. Die bisherige Zusammenarbeit beruhte auf der Rahmenvereinbarung zwischen Post und Postbank vom 23. August 1993 nebst Nachtrag vom 6. Juni 1994 über ein gemeinsames Vertriebskonzept, der Abgeltungsvereinbarung vom 19. April 1994 sowie weiteren Sondervereinbarungen. Zur Regelung ihrer künftigen Zusammenarbeit hatten beide Unternehmen am 4. November 1996 einen Grundlagenvertrag für die Kooperation geschlossen. Mit dem nun geschlossenen Vertrag werden die im Grundlagenvertrag niedergelegten Grundsätze konkretisiert und ergänzt. Danach vertreibt die Postbank auch künftig exklusiv Finanzdienstleistungen über das Vertriebsnetz der Post. Geregelt sind mit dem Vertrag auch die Abgeltungszahlungen der Postbank an die Post sowie die künftige Ausgestaltung des Vertriebsnetzes der Post. Die Finanzdienstleistungen sollen durch neue Produkte ergänzt werden. Die Postbank ist berechtigt, Produktpartnerschaften einzugehen. Die Auswahl der Partner bedarf der Zustimmung der Post. Auf Basis der Transaktionsmengen von 1996 zahlt die Postbank für die Inanspruchnahme des stationären Vertriebsnetzes der Post 1,14 Milliarden DM. Dieser Betrag verringert sich jährlich bis zum Jahr 2000 um eine Rationalisierungsvorgabe von je 8 Prozent und im Jahr 2001 von 13 Prozent. Über die jährliche Abgeltungssumme hinaus zahlt die Postbank einen jährlichen Beitrag in Höhe von 37,5 Millionen DM. Die Ausgestaltung des Filialnetzes obliegt der Post. Dabei hat sie auf die Belange der Postbank Rücksicht zu nehmen. Zugesichert wird eine Mindestzahl von stationären Vertriebspunkten: Bis zum Jahr 2000 wird die Post mindestens 12.000 und bis zum Ablauf der Exklusivlizenz und darüber hinaus mindestens 10.000 solcher Vertriebspunkte unterhalten. Aus Protest gegen die Unterzeichnung des Vertrages durch seine beiden Vorstandskollegen hat der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Postbank AG, Dr. Günter Schneider, sein Vorstandsamt niedergelegt. ZinsänderungenMärz 1997 Postbank legt neuen Investmentfonds aufMärz 1997 „Postbank Dynamik DAX” ist der 11. Investmentfonds, den die Postbank seit 1993 anbietet. Die Postbank konnte bisher 106.000 Depots mit einem Fondsvolumen von 1,7 Milliarden DM eröffnen. Luxemburger Postbank Tochter steigert GewinnJuni 1997 Schneider tritt zurück07.05.1997 Mit seinem Rücktritt protestiert Schneider gegen den Vertrag mit der Deutschen Post AG über die gemeinsame Schalternutzung, den seine beiden Vorstandskollegen gegen seine Stimme unterzeichnet hatten. Dieter Boening neuer Postbank Chef10.04.1997 Boening war bisher Vorstandsvorsitzender der DSL Bank Bonn/Berlin. Postbank-BarometerApril 1997
Postbank-Bilanz 199621.05.1997 Ohne eine Rückstellung für die Schalterabgeltung an die Deutsche Post AG in Höhe von 1,55 Milliarden DM hätte die Postbank ein Betriebsergebnis von 308 Millionen DM erwirtschaftet (1995: 234 Millionen DM). Finanzvorstand Joachim Sperbel: „Investmentbanken bestätigen uns, dass wir fit sind für den Gang an die Börse.” Mit der Unterschrift unter den Kooperationsvertrag mit der Post hat die Postbank nach Sperbels Aussage einen wichtigen Schritt auf dem Weg an die Börse hinter sich gebracht. Die Entscheidung, wann und mit welchem Konzept die Postbank an die Börse geht, liege letztendlich beim Eigentümer Bund. Die Personalaufwendungen lagen mit 1,489 Milliarden DM 19,2 Prozent unter dem Vorjahr (1,843 Milliarden DM). Die Postbank beschäftigte Ende 1996 14.778 Mitarbeiter, 8,9 Prozent weniger als 1995 (16.224). Finanzvorstand Sperbel zum Thema „Rückstellung”21.05.1997 Sperbel: „Entscheidend für die Postbank war die Frage, welchen angemessenen Preis wir für die Leistungen an die Post zahlen müssen oder welcher Preis dafür bei einem anderen Anbieter gezahlt werden müsste. Obwohl kein vergleichbarer Anbieter am Markt vorhanden ist, wäre der 'angemessene Preis' für 1997 nach unseren Berechnungen bei 633 Millionen DM gelegen und hätte sich in den nächsten 4 Jahren auf 514 Millionen DM reduziert. Die Differenz zwischen der tatsächlich zu zahlenden Abgeltung und dem von uns als angemessen angesehenen Preis ergibt in der Addition einen Betrag von 1,554 Milliarden DM. Wir haben deshalb in Übereinstimmung mit den Wirtschaftsprüfern und dem Aufsichtsrat im Geschäftsjahr 1996 eine Rückstellung in dieser Höhe gebildet.” Bundesverdienstkreuz für Günter Schneider25.06.1997 ◊
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||