Deutsche Post AG Briefzustellung in Berlin, 2006UPS AirlinesPostbank Centerfiliale Berlin-Charlottenburg, Goethestr. 2-3, 2006PIN Briefzustellung in Leipzig, 2005DHL Paketzustellung, Post in neuem DHL-Design, 1.4.2003Deutsche Telekom, Gebäudekennung, Digi Park Flughafen Köln/Bonn, 2006Vodafone Gebäude Am Seestern Düsseldorf, 2004
Post und Telekommunikation
Postbank


Juli - Dezember 1996

Kooperationsvertrag zwischen Post und Postbank abgeschlossen

Dezember 1996
Am 4. November 1996 haben die Deutsche Post AG und die Deutsche Postbank AG einen „Grundlagenvertrag” für die Kooperation zwischen den beiden Unternehmen abgeschlossen. Die Deutsche Post AG hat den Vertrag unter dem Vorbehalt der Anwartschaft für die Übertragung eines Paketes von 25 Prozent der Aktien des Bundes an der Deutschen Postbank AG unterzeichnet.

Wegen dieses Vorbehalts müssen noch die Modalitäten der Übertragung einer Anwartschaft auf Postbankaktien an die Deutsche Post AG geklärt werden. Bundespostminister Wolfgang Bötsch (CSU) konnte bis Jahresende den Koalitionspartner F.D.P. nicht zu einer Zustimmung zur Aktienübertragung auf die Post bewegen.

Ein wesentlicher Punkt der langwierigen Verhandlungen zwischen Post und Postbank war die Frage der von der Postbank an die Post zu entrichtenden Vergütung für die Schalternutzung. Die beiden Partner einigten sich grundsätzlich auf eine Abgeltung auf Basis der Vollkosten plus Gewinnzuschlag. Die tatsächlich zu entrichtende Summe wird zunächst durch Vorgabe eines fiktiven Ausgangsbetrags von 1,2 Milliarden DM um fest vereinbarte Rationalisierungsvorgaben reduziert. Diese beziffern sich in den Jahren 1997 bis 2000 auf jährlich 8 Prozent und im Jahr 2001 auf 13 Prozent.

Weitere Übereinkunft: Bis zum Jahr 2000 wird die Deutsche Post mindestens 12.000 und danach mindestens 10.000 stationäre Vertriebsstellen betreiben, in denen auch die Produkte der Postbank angeboten werden.

Bundespostminister Bötsch sieht in dem Grundlagenvertrag einen wichtigen Beitrag für die erfolgreiche Zukunft beider Unternehmen. „Damit ist ein Weg aufgezeigt, der sowohl den Infrastrukturauftrag als auch ein höchstmögliches Maß an Arbeitsplätzen sichert.”

Personalentwicklung mit frischem Wind

September 1996
Wie die Deutsche Postbank AG in ihrem Geschäftsbericht für 1995 darlegt, hat die junge Aktiengesellschaft in ihrem Jahr 1 (1995) ihren Mitarbeitern eine Reihe von Verbesserungen beschert.

So sind die starren Regelungen des Laufbahnrechts für die Postbank-Beamten gelockert worden. Sie können nun im Wege der Insichbeurlaubung mit dem Arbeitgeber ein privatrechtliches Arbeitsverhältnis begründen und damit die dienst- und beamtenrechtlichen Regelungen ausschalten. Der Beamtenstatus bleibt erhalten, aber er ruht. Das System ermöglicht eine leistungsgerechte Bezahlung.

1995 bot die Postbank 200 Ausbildungsplätze für die Berufsbilder Kauffrau/Kaufmann für Bürokommunikation. Für diese Plätze interessierten sich 3.200 Bewerber.

Im vergangenen Jahr schlossen die letzten 25 Postassistentenanwärter ihre Ausbildung ab. Im gehobenen Dienst waren noch 89 Mitarbeiter in der 3-jährigen Ausbildung.

Das 1994 gemeinsam mit der Bankakademie begonnene Fernstudium „Training Bankausbildung” fand auch 1995 beachtliche Resonanz. Die Teilnehmer können im Anschluss an das Studium die Externenprüfung zur Bankkauffrau oder zum Bankkaufmann bei den Industrie- und Handelskammern ablegen.

Aufsichtsrat wiedergewählt

12.07.1996
Auf der Hauptversammlung der Deutschen Postbank AG wurde am 12. Juli 1996 der Aufsichtsrat der Bank wiedergewählt. Vorsitzender wurde erneut Bundesminister a.D. Dr. Hans Friderichs. Sein Stellvertreter ist Albert Stegmüller, stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Postgewerkschaft. Beide haben diese Ämter seit 1990 inne.

Postbank darf Scientology-Konten kündigen

06.09.1996
Das Stuttgarter Landgericht hat am 6. September 1996 ein Urteil von erheblicher politischer Brisanz gefällt: Die Deutsche Postbank darf Girokonten der Scientology kündigen. Die Richter hoben mit ihrem Spruch eine anderslautende einstweilige Verfügung auf, die die „Scientology Mission Ulm e.V.” erwirkt hatte. Danach hatte die Postbank zunächst 4 Girokonten des Sektenkonzerns weiterführen müssen. Die Bank hatte in einem als Musterverfahren eingestuften Rechtsstreit unter Berufung auf mögliche geschäftsschädigende Auswirkungen die Konten gekündigt.

Es liege ein normaler Geschäftsbesorgungsvertrag zwischen Postbank und Scientology vor, der jederzeit gekündigt werden könne, sagte der Vorsitzende Richter Hans-Jürgen Voigt in seiner Urteilsbegründung. Nach der Umwandlung in eine Aktiengesellschaft unterliege die Postbank auch nicht mehr der Pflicht, für jedermann ein Girokonto führen zu müssen (Kontrahierungszwang).

Die Deutsche Postbank wird nun sämtliche Scientology-Konten bei allen 14 Niederlassungen auflösen. Andere Banken folgen dem Beispiel. Die Commerzbank hat bereits Firmenkonten im Zusammenhang mit Scientology gekündigt. Auch der Bundesverband der Volks- und Raiffeisenbanken hat allen genossenschaftlichen Instituten empfohlen, keine Konten für Scientologen zu eröffnen.

Über die Aktivitäten der Scientology, die sich selbst als Kirche bezeichnet, wird derzeit in Deutschland heftig debattiert. Laut einem Beschluss der Innenministerkonferenz der Länder vom 6. Mai 1994 stellt sich die „Scientology-Organisation den für die Gefahrenabwehr und Strafverfolgung zuständigen Behörden als eine Vereinigung dar, die unter dem Deckmantel einer Religionsgemeinschaft Elemente der Wirtschaftskriminalität und des Psychoterrors gegenüber ihren Mitgliedern mit wirtschaftlichen Betätigungen und sektiererischen Einschlägen vereint.”

Postbank-Barometer

Oktober 1996
Daten ausgewählter Produkte Dezember 1995 - September 1996

31. Dezember 1995 30. September 1996 Veränderung
Einlagengeschäft
Sparkonten (Millionen Stück) 20,5 20,4 - 0,5 Prozent
Spareinlagen (Milliarden DM) 58,1 60,7 + 4,5 Prozent
Depotkonten (Stück) 76.631 106.479 + 39,0 Prozent
Depoteinlagen (Milliarden DM) 1,18 1,67 + 41,5 Prozent
Girokonten (Millionen Stück) 4,35 4,22 - 3,0 Prozent
Sichteinlagen (Milliarden DM) 25,0 22,8 - 8,8 Prozent
Kreditanzahl (Stück) 694 4.881 + 603,3 Prozent
Kreditvolumen (Millionen DM) 8,8 65,9 + 648,9 Prozent
Sparbuch 3000plus (Milliarden DM) 31,1 36,2 + 16,4 Prozent
Sparen mit festem Zins (Milliarden DM) 9,2 8,2 - 10,9 Prozent
Sparen mit 3-monatiger Kündigungsfrist (Milliarden DM) 10,8 10,0 - 7,4 Prozent
Sparbriefe, Einlagen gesamt (Milliarden DM) 1,3 1,8 + 38,5 Prozent
Festgeld (neu seit Ende 1995, Millionen DM) 21,9 440,0 + 1.909,1 Prozent
Btx-Konten (T-Online, Stück) 401.360 420.755 + 4,8 Prozent
Telefon-Service-Teilnehmer 682.553 689.715 + 1,0 Prozent
ec-Karten (Millionen Stück) 1,18 1,21 + 2,5 Prozent
EUROCARD (Stück) 219.731 224.053 + 2,0 Prozent
VISA CARD 56293 77982 + 38,6 Prozent

GeldKarte gewinnt an Bedeutung

Oktober 1996
Seit Oktober 1996 bietet die Postbank bundesweit die ec-Karte und die Postbank Card mit multifunktionalem Chip an. Mit diesem Chip wird die Karte zur GeldKarte. Damit kann der Kunde auch kleinere Beträge bargeldlos bezahlen, z.B. Busfahrkarten.

Derzeit akzeptieren nur Händler in Ravensburg / Weingarten und im Raum Hannover die GeldKarte. Schrittweise wird die Postbank aber bundesweit weitere Stellen schaffen, wo man die Karte einsetzen und aufladen kann.

Postbank und BHW wollen kooperieren

25.11.1996
In der Aufsichtsratssitzung am 25. November 1996 stellte der Vorstand der Deutschen Postbank AG die Pläne für das weitere Vorgehen in Bezug auf die Kooperationspartner vor. So beabsichtigt die Postbank, eine Produktpartnerschaft mit der BHW-Gruppe einzugehen.

Die Partnerschaft soll durch gegenseitige Kapitalbeteiligungen beider Unternehmen gefördert werden. Das BHW will mindestens 10 Prozent der Postbank Aktien vom Eigentümer Bund erwerben. Im Gegenzug beabsichtigt die Postbank ebenfalls mindestens 10 Prozent vom Grundkapital des BHW zu kaufen.

Die Postbank will damit in das Bauspargeschäft einsteigen. Unter der Bezeichnung „Postbank Bauspar-Service” will die Bank künftig Bausparverträge vermitteln und an das BHW weitergeben. Möglicher Starttermin für die Kooperation ist das Frühjahr 1997.

Schneider-Vertrag verlängert

25.11.1996
Ebenfalls am 25. November 1996 hat der Postbank-Aufsichtsrat beschlossen, den Vertrag mit Günter Schneider als Vorstandsvorsitzenden um ein halbes Jahr zu verlängern. Schneider (66) steht seit 1990 an der Spitze der Postbank.

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