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Januar - Juni 1996
Gutachten zu Postbank
Februar 1996
Im Vorfeld der Privatisierung der Deutschen Postbank AG hat die Bundesregierung im Oktober 1995 die Investmentbank J.H. Schroders & Co Limited beauftragt, Vorschläge für das künftige Verhältnis von Deutscher Post und Deutscher Postbank zu erarbeiten. Diese Vorschläge sollten eine langfristig angelegte, effektive Vertriebskonzeption zwischen der Deutschen Post AG und der Deutschen Postbank AG sicherstellen, die Wettbewerbsfähigkeit der Post und der Postbank fördern und deren Zukunft sichern sowie die Privatisierungserlöse des Bundes optimieren.
Das Institut hat Anfang 1996 das Ergebnis seiner Untersuchungen vorgelegt. Das Gutachten bestätigt die Auffassung der Bundesregierung, dass der rasche Abschluss eines neuen Kooperationsabkommens zwischen den Unternehmen zur optimalen Nutzung des Filialnetzes grundlegend für jede weitere Entwicklung ist. In diesem Kooperationsvertrag sollte den über die Postbank angebotenen Finanzdienstleistungen am Postschalter Exklusivität eingeräumt werden.
Zu Stabilisierung der so gekräftigten Marktchancen beider Unternehmen hält der Bundesminister für Post und Telekommunikation, Dr. Wolfgang Bötsch (CSU), im Einvernehmen mit dem Bundesminister der Finanzen, Dr. Theo Waigel (CSU), eine Kapitalbeteiligung der Deutschen Post AG an der Deutschen Postbank AG, die nicht zu einer Beherrschung führt, d.h. im Umfang von nicht mehr als 25 Prozent + 1 Aktie, für sinnvoll. Mit diesem Konzept sieht Bötsch auch eine wirtschaftliche Voraussetzung dafür gegeben, dass der verfassungsrechtliche Auftrag aus Art. 87f Grundgesetz zur Sicherstellung einer angemessenen Infrastruktur von Postfilialen mit zeitgemäßen Leistungen erfüllt werden kann.
Eckpunkte für die Privatisierung der Postbank
28.06.1996
Am 28. Juni 1996 gab Bundespostminister Wolfgang Bötsch folgende Eckpunkte für die Privatisierung der Postbank bekannt, wie sie vom Bundeskabinett beschlossen wurden:
Der Deutschen Post AG wird der Kauf einer 15 Prozent-Kapitalbeteiligung aus dem Bestand der vom Bund gesetzlich an der Deutschen Postbank AG zu haltenden 25 Prozent + 1 Aktie per 1. Januar 1999 angeboten. Das Angebot steht unter dem Vorbehalt, dass Post und Postbank einen Kooperationsvertrag abschließen.
Ferner erhält die Deutsche Post AG eine Kaufoption über weitere 10 Prozent aus dem Bestand der vom Bund gesetzlich zu haltenden Kapitalanteile. Diese Kaufoption ist am 1. Januar 1999 oder zum späteren Zeitpunkt der Börseneinführung der Deutschen Postbank AG zum dann geltenden Kurs bzw. Emissionspreis auszuüben. Die Kaufoption steht unter dem Vorbehalt, dass mit ihrer Ausübung die Deutsche Post AG keine beherrschende Stellung im Sinne der Rechtsprechung über die Deutsche Postbank erhält. Danach ergäbe sich für die Deutsche Post AG ab 1. Januar 1999 ein Anteilsbesitz von bis zu 25 Prozent, der nicht erhöht werden soll.
Zum Verkauf stehen derzeit bis zu 75 Prozent - 1 Aktie der Anteile der Deutschen Postbank AG.
Eckpunkt Infrastrukturauftrag: Der postalische Infrastrukturauftrag kann mit posteigenen Filialen und Postagenturen erfüllt werden. Zur Kostenreduzierung werden unwirtschaftliche Filialen der Deutschen Post AG abgebaut und/oder in Postagenturen umgewandelt.
Postbank steigert Gewinn
03.06.1996
Die Deutsche Postbank AG hat 1995, im ersten Jahr als Aktiengesellschaft, einen Überschuss in Höhe von 226 Millionen DM erzielt (Vorjahr 51 Millionen DM). Wie die Bank auf der Bilanzpressekonferenz am 3. Juni 1996 mitteilte, ist es gelungen, das Ergebnis in den letzten 6 Jahren - seit der Postreform I - um 600 Millionen DM zu verbessern. Bilanzsumme: 99,22 Milliarden DM (+ 5,9 Milliarden DM gegenüber 1994).
Ende Dezember 1995 waren bei der Deutschen Postbank AG 16.224 Mitarbeiter beschäftigt, davon waren 13.941 vollbeschäftigt.
Neumann neuer Postbank Vorstand
01.04.1996
Seit 1. April 1996 ist Rainer Neumann neues Vorstandsmitglied bei der Postbank. Er übernahm die Ressorts Datenverarbeitung und Bankenorganisation. Bisher war er Vorstandsmitglied bei der Landesbausparkasse Württemberg.
Gutes Jahr für Luxemburger Tochter
Juni 1996
Die Deutsche Postbank International S.A., Luxemburg, konnte im zweiten vollen Jahr ihres Bestehens in allen Bereichen positive Entwicklungen verzeichnen. Die Bilanzsumme wuchs von 6,46 Milliarden DM um 10 Prozent auf 7,1 Milliarden DM. Der Jahresüberschuss nach Steuern beläuft sich auf 9,2 Millionen DM.
Spitzenreiter in der Publikumsgunst beim Privatkundengeschäft war 1995 der geldmarktnahe Fonds „Rendite DM Cash” mit 665 Millionen DM.
Postbank-Barometer
April 1996
Daten ausgewählter Produkte Januar - März 1996
| |
31. Dezember 1995 |
31. März 1996 |
Veränderung |
| Einlagengeschäft |
|
|
|
| Sparkonten (Millionen Stück) |
20,5 |
20,4 |
- 0,5 Prozent |
| Spareinlagen (Milliarden DM) |
58,1 |
59,98 |
+ 3,2 Prozent |
| Depotkonten (Stück) |
76.631 |
104.272 |
+ 36,1 Prozent |
| Depoteinlagen (Milliarden DM) |
1,18 |
1,57 |
+ 33,1 Prozent |
| Girokonten (Millionen Stück) |
4,35 |
4,30 |
- 1,1 Prozent |
| Sichteinlagen (Milliarden DM) |
25,0 |
23,6 |
- 5,6 Prozent |
| Kreditverträge (Stück) |
694 |
893 |
+ 28,7 Prozent |
| Kreditvolumen (Millionen DM) |
8,8 |
22,1 |
+ 151,1 Prozent |
| Sparbuch 3000plus (Milliarden DM) |
31,1 |
34,2 |
+ 10,0 Prozent |
| Sparen mit festem Zins (Milliarden DM) |
9,2 |
9,0 |
- 2,2 Prozent |
| Sparen mit wachsendem Zins (Milliarden DM) |
3,2 |
2,6 |
- 18,8 Prozent |
| Sparen mit dreimonatiger Kündigungsfrist (Milliarden DM) |
10,8 |
10,6 |
- 1,9 Prozent |
| Sparbriefe, Einlagen gesamt (Milliarden DM) |
1,3 |
1,4 |
+ 7,7 Prozent |
| Festgeld (neu seit Ende 1995, Millionen DM) |
21,9 |
177,3 |
+ 709,6 Prozent |
| Btx-Konten (T-Online, Stück) |
401.360 |
409.547 |
+ 12,4 Prozent |
| Telefon-Service-Teilnehmer |
682.553 |
683.683 |
+ 0,2 Prozent |
| ec-Karten (Millionen Stück) |
1,18 |
1,20 |
+ 1,7 Prozent |
| EUROCARD (Stück) |
219.731 |
219.795 |
+ 0,03 Prozent |
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