Deutsche Post AG Briefzustellung in Berlin, 2006UPS AirlinesPostbank Centerfiliale Berlin-Charlottenburg, Goethestr. 2-3, 2006PIN Briefzustellung in Leipzig, 2005DHL Paketzustellung, Post in neuem DHL-Design, 1.4.2003Deutsche Telekom, Gebäudekennung, Digi Park Flughafen Köln/Bonn, 2006Vodafone Gebäude Am Seestern Düsseldorf, 2004
Post und Telekommunikation
Postbank


Juli bis September 2008

Postbank bietet Online-Kredit für Geschäftskunden an

02.07.2008
Als eine der ersten Banken in Deutschland offeriert die Deutsche Postbank seit Juli 2008 einen Online-Kredit für Geschäftskunden. Der „Postbank Business Kredit” ist ein Investitionskredit für Freiberufler, Selbststständige und kleinere Unternehmen, der über das Internet angefragt werden kann. Die Postbank bietet ihn ab 5.000 Euro mit einem bonitätsabhängigen Zinssatz ab 4,49 Prozent effektiv. Der Kredit kann für geschäftliche und private Investitionen genutzt werden.

Nach der Online-Anfrage reicht der Kunde noch einige Unterlagen zur geschäftlichen oder persönlichen Finanzlage per Post nach. Auf eine individuelle Kreditprüfung und persönliche Rücksprache mit dem Kunden verzichtet die Postbank jedoch auch in Zukunft nicht.

Postbank: 9 von 10 Auszubildenden bekommen eine Stelle

04.07.2008
Die Postbank wird 2008 den meisten ihrer Auszubildenden ein Beschäftigungsangebot machen. Von den 170 Azubis, die zur Prüfung angemeldet sind, will sie rund 90 Prozent übernehmen. Der Schwerpunkt der Angebote liegt in den vertriebsorientierten Aufgabenfeldern.

Die Ausbildung eigener Nachwuchskräfte hat für die Postbank zunehmend an Bedeutung gewonnen. Bot die Postbank 2005 noch 110 jungen Leuten einen Ausbildungsplatz an, so sind es 2008 bereits 354 Ausbildungsplätze in der Deutschen Postbank, bei ihren Tochterunternehmen, auch am Standort Luxemburg.

Postbank-Kunden tanken Geld bei Shell

19.08.2008
Voraussichtlich ab Mitte 2009 können Kunden der Postbank mit ihrer Girocard an zunächst bis zu 1.300 teilnehmenden Shell-Tankstellen bundesweit nicht nur ihre Tankrechnung begleichen, sondern auch kostenlos Bargeld abheben.

Möglich wird dieser Bargeldservice durch eine langfristig angelegte Kooperation zwischen Shell und der Postbank. „Mit einer innovativen Lösung zum Bargeld-Management sollen die Voraussetzungen für die Auszahlung von Banknoten an der Tankstelle geschaffen werden”, teilte die Postbank in einer Pressemitteilung am 19. August 2008 mit. Neben der Bargeldauszahlung bieten die „Geldautomaten” auch eine herkömmliche Kassenfunktion. Nach dem Bezahlvorgang wird das Geld automatisch in einem Tresor eingelagert. Dank dieser Tresorfunktion sorgen die Geräte außerdem für mehr Sicherheit an den Tankstellen und senken den Aufwand für das Bargeldhandling.

Für die Postbank ist dies „ein weiterer Schritt zur optimalen flächendeckenden Versorgung ihrer fast 5 Millionen Girokunden mit Bargeld”, wie Dr. Michael Meyer, Produktmarketingvorstand der Postbank, erklärte. „Für Shell ist dies ein weiterer Baustein, das Serviceangebot für Kunden noch attraktiver zu machen und dabei gleichzeitig die Sicherheit an Shell Tankstellen zu erhöhen”, sagte Michael Dopheide, Chef des Shell Tankstellengeschäftes in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

25 Jahre Online-Banking in Deutschland

29.08.2008
Online-Banking ist heute so selbstverständlich wie der Einkauf im Internet, das Herunterladen von Musik oder der Informationsaustausch durch E-Mails. Vor 25 Jahren begann seine Erfolgsstory. Den Anfang machte 1983 in Deutschland das Vorläufer-Medium Bildschirmtext (Btx). Den offiziellen Startschuss gab am 1. September 1983 der damalige Postminister Christian Schwarz-Schilling auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin. Die Postbank - als Pionier von Anfang an dabei - hat seitdem die Entwicklung des Online-Bankings geprägt. Noch heute setzt sie dabei Maßstäbe - insbesondere in punkto Sicherheit. Btx-Logo

Der Fernsehbildschirm bringt die Bank ins Wohnzimmer
Was heute wie Stoff aus einem veralteten Science Fiction-Streifen anmutet, war damals für den privaten Kunden eine revolutionäre Technologie: Erstmals wurden Daten per Telefonleitung mit einer Geschwindigkeit von 1.200 Bit pro Sekunde übermittelt und auf dem heimischen Fernsehbildschirm sichtbar gemacht. Damals erfreuten sich 3 Bereiche bei den „Btx-Teilnehmern” besonderer Beliebtheit: Das Informationsangebot der Presse, die Bestellmöglichkeiten des Versandhandels und der Reiseveranstalter und das Homebanking der Postbank. Damit konnten die Kunden bequem von zu Hause Überweisungsaufträge erteilen, Kontostände abrufen und Daueraufträge erledigen, für damalige Verhältnisse revolutionär. Denn bis zu diesem Zeitpunkt war es notwendig, einen Überweisungsbeleg auszufüllen oder persönlich eine Bankfiliale aufzusuchen. Btx-Seite

Um die Kunden vor unbefugten Dritten zu schützen, wurde seinerzeit von allen Banken und Sparkassen das PIN/TAN-Verfahren ins Leben gerufen, das - mittlerweile weiterentwickelt - noch heute die Grundlage für flexibles und sicheres Online-Banking in Deutschland darstellt. Mit Kontonummer und persönlicher Identifikationsnummer (Online-PIN) erhält der Kunde Zugang zu seinem Konto. Statt mit der früher nötigen Unterschrift auf dem Papierbeleg muss jeder Online-Auftrag mit einer nur einmal gültigen Transaktionsnummer (TAN) freigegeben werden.

Die Öffentlichkeit nahm die Btx-Technologie jedoch aufgrund der Kosten - monatlich 8 DM Grundgebühr, dazu Entgelt für Seitenabruf von 0,00 bis 9,99 DM -, der komplizierten Technik und der eingeschränkten Darstellung nur sehr zurückhaltend auf. In 11 Jahren stieg zum Beispiel die Zahl der Kunden, die das Btx-Angebot der Postbank nutzten, auf lediglich 300.000. Dennoch war und ist die Postbank immer vom Online-Banking überzeugt gewesen und hat das Angebot konsequent ausgebaut.

Der Durchbruch kam mit dem Internet
Mit der rasanten Verbreitung des Internets sowie des PC in den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts erlebte auch das Online-Banking seinen Durchbruch. Wer wie die Postbank seine Kunden bereits über Jahre hinweg mit dem Homebanking vertraut gemacht hatte, konnte nun im Internet durchstarten. Die Zugangsdaten und die Abläufe waren gleich, zusätzlich mussten jedoch auch die Daten hoch verschlüsselt werden. Dabei setzte die Postbank 1998 als erste Bank in Deutschland auf die hohe 128-Bit-Verschlüsselung des Browsers, bei der Kunden keine weitere Zusatzsoftware installieren mussten. Aus den Erfahrungen früherer Jahre wusste die Postbank, dass nur einfache und sichere Technik vom Kunden verstanden und akzeptiert wird. Nun stieg die Zahl der Online-Kunden rasant: Kaum 6 Monate später begrüßte die Postbank den 500.000. Online-Kunden. Heute sind es rund 3,7 Millionen. Nach wie vor ist die Postbank damit als Einzelinstitut Marktführer im Online-Banking in Deutschland. Heute führen rund 35% aller Deutschen ihr Girokonto via Internet, so das Europäische Statistikamt Eurostat. Damit liegt Deutschland auf dem 7. Platz in der EU. Die www.postbank.de ist mit rund 2,9 Millionen Besuchern im Monat Deutschlands meistbesuchte Finanzseite (Unique User, Quelle: Nielsen Online Juli 2008).

Das Angebot im Online-Banking umfasst heute längst nicht mehr nur Kontostandsabfrage und Überweisungen. Seit der Einführung des Postbank Online-Brokerages zur Jahrtausendwende können Kunden Aktien, Anleihen und Investmentfonds kaufen und verkaufen oder Neuemissionen zeichnen. SMS-Signale bei Gehaltseingang oder bei gewählten Schwellenwerten im Depot runden den Service ab.

Auch ihre Online-Produkte hat die Postbank in den vergangenen Jahren konsequent entwickelt. Zuletzt wurde der Postbank Privatkredit direkt als bester Online-Ratenkredit vom Deutschen Institut für Service-Qualität ausgezeichnet (Juli 2008).

Sicherheit hat Priorität
Der Schlüssel zum Erfolg war neben der Benutzerfreundlichkeit der sichere Zugang zum Internet. Die stark fortschreitende Entwicklung des Internets rief 2004 erstmals Cyberkriminelle auf die Bildfläche, die es in Deutschland auf die geheimen Zugangsdaten zum Online-Banking abgesehen hatten. Das englische Kunstwort „Phishing” (von „Passwort fischen”) war in aller Munde, und die Banken mussten sich mit der neuen Betrugsmasche auseinandersetzen.

Die Postbank reagierte sofort auf diese Bedrohung aus dem Netz, schnürte ein umfangreiches Sicherheitspaket und startete erste Gegenmaßnahmen. Mit der kostenlosen mTAN - der mobilen TAN -, der Einführung des kundenindividuellen Auftragslimits, der digitalen Signierung der Postbank E-Mails konnten die Phishingmails eingedämmt werden.

Auch den neuen Bedrohungen durch Trojaner begegnet die Postbank offensiv. So bestätigt der TÜV Rheinland, dass die mobile TAN sicher ist, da sie via SMS über einen separaten Kanal zum Kunden kommt und nach kurzer Zeit bereits verfällt. Zudem ist sie nur für die angeforderte Überweisung gültig. Da in der SMS auch die Empfängerkontonummer und der Betrag wiederholt werden, erkennt der Kunde eventuelle Manipulationen sofort und kann abbrechen.

Aber auch in Zukunft müssen Kunde und Bank gemeinsame Sache gegen die Betrüger machen. Dazu gehört die Absicherung des eigenen PCs mit Virenscanner, Firewall und Update des Betriebssystems. Mails mit unbekannter Herkunft sollte man nicht öffnen, Software nur aus vertrauenswürdigen Quellen herunterladen und installieren.

„Online-Banking heute nicht mehr wegzudenken”
Online-Banking ist heute in Deutschland so beliebt, dass niemand mehr darauf verzichten möchte. Auch von unterwegs checken heute schon Kunden mittels Mobile-Banking ihren Kontostand auf dem Blackberry oder PDA. Mit dem iBanking hat die Postbank 2007 als erste Bank in Deutschland auch das iPhone banktauglich gemacht.

Mittlerweile planen Yahoo und Intel, die Webdienste auch auf den heimischen Fernseher zu bringen. Damit schließt sich der Kreis der technischen Entwicklung beim Online-Banking, denn genau dies war der Ausgangspunkt des Homebankings im Jahr 1983.

Ob SMS-Nachrichten zu Kontobewegungen, Statusmeldungen über Produktanträge oder Terminvereinbarungen zur persönlichen Beratung: Das ursprünglich eher transaktionsorientierte Online-Banking wird mehr und mehr zu einem Cockpit zur einfachen Verwaltung der gesamten Bankbeziehung und leistet damit einen immer wichtigeren Beitrag zur Kundenbindung. „Das Online-Banking ist heute aus der Kunde-Bank-Beziehung nicht mehr wegzudenken”, so Dr. Michael Meyer, Vorstand Produktmarketing bei der Postbank. „65 Prozent unserer Stammkunden nutzen bereits unser Online-Banking. Dies belegt, wie wichtig dieser Kommunikationsweg für die Kunden im Alltag heute ist. Er ist Teil unserer Multikanalstrategie, bei der der Kunde immer frei wählen kann zwischen Internet, Filiale und mobilem Vertrieb.”

Deutsche Post verkauft Aktienpaket der Postbank an die Deutsche Bank

12.09.2008
Nur 2 Wochen nach der Übernahme der Dresdner Bank durch die Commerzbank erlebte Deutschland die zweite große Bankenfusion: Die Deutsche Post verkauft eine Minderheitsbeteiligung von 29,75 Prozent an der Postbank zum Preis von 2,79 Milliarden Euro oder 57,25 Euro je Aktie an die Deutsche Bank. Der Aufsichtsrat der Deutschen Post stimmte dem Verkauf am 12. September 2008 zu. Der Verkauf des Aktienpakets erfolgt vorbehaltlich der Zustimmung der zuständigen Aufsichts- und Kartellbehörden sowie der Bundesregierung und wird im 1. Quartal 2009 vollzogen. Den Preis für die Beteiligung bezahlt die Deutsche Bank in bar. Zur Finanzierung plant die Deutsche Bank eine Kapitalerhöhung von bis zu 2,0 Milliarden Euro durchzuführen.

Postbank-Verkauf_Pressekonferenz Pressekonferenz am 12. September 2008 anlässlich des Verkaufs eines Postbank-Aktienpakets an die Deutsche Bank: (von links) Dr. Wolfgang Klein, CEO Deutsche Postbank AG, Dr. Josef Ackermann, CEO Deutsche Bank AG, Dr. Frank Appel, CEO Deutsche Post AG
Foto: Deutsche Post World Net

Für die Deutsche Post ist der Verkaufserlös ein zentraler Bestandteil in ihren Überlegungen zur Ausschüttung an die Aktionäre. Darüber soll noch 2008 entschieden werden, wie Postchef Frank Appel bei der Pressekonferenz erklärte.

Zusätzlich zu der Minderheitsbeteiligung erhält die Deutsche Bank von der Deutschen Post die Option, ein weiteres Aktienpaket in Höhe von 18 Prozent an der Postbank für 55,00 Euro je Aktie zu erwerben. Diese Option kann zwischen 12 und 36 Monaten nach dem Abschluss des Erwerbs der Beteiligung von 29,75 Prozent ausgeübt werden. Zudem räumt die Deutsche Post der Deutschen Bank ein Vorkaufsrecht für ihre verbleibenden Aktien an der Postbank ein.

Gleichzeitig erhält die Deutsche Post eine Verkaufsoption: Sie kann den verbleibenden Anteil an der Postbank von 20,25 Prozent plus einer Aktie zum Preis von 42,80 Euro je Aktie an die Deutsche Bank veräußern. Diese Option kann sie zwischen 21 und 36 Monaten nach dem Abschluss des Verkaufs der Minderheitsbeteiligung an die Deutsche Bank ausüben.

Die Deutsche Bank mit ihren 14 Millionen Privat- und Geschäftskunden (davon 9,7 Millionen in Deutschland) und die Postbank mit 14,5 Millionen Kunden in Deutschland vereinbarten, in mehreren Bereichen zu kooperieren. Hierzu zählen der Vertrieb von Immobilienfinanzierungen und Investmentprodukten. In dieser Zusammenarbeit liegt für beide Partner ein beträchtliches Ertragspotenzial.

Grafik_Postbank-Verkauf
Quelle: Deutsche Post AG

In der gemeinsamen Pressemitteilung von Deutscher Post, Postbank und Deutscher Bank heißt es weiter: „Die Angebote von Deutscher Bank und Postbank, die zusammen über das größte Filialnetz in Deutschland verfügen, ergänzen sich hervorragend und bieten attraktive Möglichkeiten zum gegenseitigen Vertrieb von Finanzprodukten. Unabhängig von der Beteiligung werden Deutsche Bank und Postbank ihr eigenes operatives Geschäft weiter stärken. Die Minderheitsbeteiligung der Deutschen Bank wird keine Auswirkungen auf Standorte, Arbeitsplätze und die Marke der Postbank haben.” Um das Angebot für die Kunden weiter zu verbessern, beabsichtigen Deutsche Post und Postbank, den zwischen ihnen bestehenden Filialvertrag über das Jahr 2012 hinaus zu verlängern.

Dr. Frank Appel, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Post World Net, sagte bei der Pressekonferenz: „Diese Transaktion verschafft der Postbank Stabilität und hilft ihr dabei, ihre ambitionierten Wachstumsziele zu erreichen. Mit der Deutschen Bank haben wir einen verlässlichen Partner gefunden, der Teile unserer Beteiligung an der Postbank zu einem passenden Zeitpunkt übernimmt. So können wir uns künftig noch stärker auf unsere weltweite Logistik-Kompetenz konzentrieren.”

Dr. Josef Ackermann, Vorsitzender des Vorstands der Deutschen Bank, sagte: „Die Deutsche Bank hat sich zu attraktiven Konditionen an einer der führenden Privatkundenbanken in Deutschland beteiligt. Dies ist eine gute Finanzinvestition, stärkt unser eigenes Privatkundengeschäft und schafft Wert für unsere Aktionäre. Gleichzeitig eröffnet uns die Option, die Beteiligung an der Postbank in der Zukunft aufzustocken, zusätzliche langfristige Wachstumsmöglichkeiten.”

Dr. Wolfgang Klein, Vorstandsvorsitzender der Postbank, sagte: „Wir heißen die Deutsche Bank als neuen Großaktionär willkommen. Die Postbank mit ihrer einzigartigen Retail-Plattform ist der Schlüssel für profitables Wachstum im deutschen Privatkundenmarkt. Ich bin überzeugt, dass sowohl die Deutsche Bank als auch die Postbank im Rahmen der künftigen Kooperation von den jeweiligen Stärken des Anderen profitieren werden.”

Die Euphorie der Anleger an der Börse hielt sich in Grenzen. Nach der Pressekonferenz am Nachmittag des 12. September gab der Kurs der Postbank-Aktie um 6 Prozent auf 43,09 Euro nach, der Kurs der Deutsche Bank Aktie sank um 3,5 Prozent auf 57,34 Euro. Nur der Kurs der Aktie Gelb der Deutschen Post zog um 1,8 Prozent auf 16,45 Euro an.

Die Deutsche Post, die 50 Prozent plus eine Aktie der Deutschen Postbank hält, und die Deutsche Bank hatten seit Wochen intensiv über eine Fusion der beiden Geldhäuser verhandelt. Zeitweise galten die Gespräche als gescheitert. Die Preisvorstellungen lagen zu weit auseinander. Die Bundesregierung hatte aber auf eine nationale Lösung gedrängt, um den Verkauf ins Ausland zu verhindern. Zuletzt hatten sich noch die spanische Bank Santander und die britische Lloyds Bank um die Postbank bemüht.

Die Gewerkschaft ver.di protestierte gegen den Verkauf. ver.di-Chef Franz Bsirske erklärte, die Arbeitnehmerseite im Aufsichtsrat lehne die Übernahme ab. Die Arbeitnehmervertreter zweifeln an den Zusagen der Deutschen Bank, alle Arbeitsplätze zu erhalten. Solange keine schriftlichen Zusagen vorlägen, gehe die Gewerkschaft von einem Stellenabbau aus. Mahnendes Beispiel sei die Commerzbank, die nach der Fusion mit der Dresdner Bank 9.000 Stellen streichen will. Gerd Tausendfreund, Aufsichtsratsmitglied bei der Postbank und Bundesfachgruppenleiter Postbank bei ver.di, hält es für möglich, dass die Deutsche Bank ihren Anteil an einen Finanzinvestor weiterverkaufen könnte, wenn die Postbank auf Dauer nicht ihren Gewinnvorstellungen entspricht.

Postbank schafft Grundlage für europaweites Insourcing im Zahlungsverkehr

15.09.2008
Die Deutsche Postbank ist ihrem Ziel, einer der großen europäischen Abwickler für Zahlungsverkehr zu werden, einen weiteren Schritt näher gekommen. Anlässlich der internationalen Zahlungsverkehrsmesse SIBOS gab die Bank am 15. September 2008 in Wien bekannt, ihre Tochter Betriebs-Center für Banken (BCB) habe erstmals die neue Software SAP Payment Engine in Betrieb genommen, die Zahlungsverkehrsmengen im industriellen Maßstab ver-arbeiten kann und zugleich voll mandantenfähig ist. Die gemeinsam mit SAP entwickelte Software ist bereits für die europäischen Zahlungsformate im SEPA-Raum (Single Euro Payments Area) vorbereitet.

Dr. Mario Daberkow, Vorstand Services der Postbank: „Mit der neuen Zahlungsverkehrsplattform sind unserem Wachstum als Insourcer von Backoffice-Dienstleistungen auch in Europa jetzt keine technischen Grenzen mehr gesetzt.” Daberkow rechnet ab Ende 2009 mit einem raschen Ansteigen der Zahlungen im SEPA-Format. „Bereits 2010 wird etwa die Hälfte aller europäischen Zahlungen als SEPA-Zahlungen ausgeführt werden.”

Die BCB hat sich zum Ziel gesetzt, einer der großen Zahlungsverkehrs-Anbieter Europas zu werden. Mit 7,4 Milliarden Transaktionen pro Jahr und einem Marktanteil von über 20 Prozent ist BCB bereits der größte Zahlungsverkehrsabwickler in Deutschland. Sie erbringt mit dem Transaction Banking Dienstleistungen für 4 der 5 deutschen Großbanken. Europaweit erreicht BCB einen Marktanteil von 5 Prozent. Mit 2.700 Mitarbeitern ist BCB das größte Tochterunternehmen der Postbank Gruppe nach dem Filialvertrieb.

Infolge der Vereinheitlichung des europäischen Zahlungsverkehrs durch SEPA ergibt sich erstmals die Möglichkeit, Outsourcing von Zahlungsverkehrsdienstleistungen grenzüberschreitend im industriellen Maßstab zu praktizieren. Zugleich erhöht sich der Druck auf Europas Banken, die gesetzlich geforderten Anpassungen kostengünstig zu realisieren. „Das ist die Chance für Zahlungsverkehrsfabriken wie BCB”, erklärte Daberkow. „Sie können dank ihrer hohen Transaktionsmengen die Investitionskosten für moderne Abwicklungstechnologie leichter amortisieren und profitieren stärker von Skaleneffekten. Dadurch können sie ihre Dienstleistungen bei höchster Qualität zu Preisen anbieten, die viele Banken selbst nicht mehr realisieren können.”

Deutsche Bank will Marke Postbank „in jedem Fall” erhalten

23.09.2008
Die Deutsche Bank betonte Ende September 2008 erneut, die Marke Postbank nach einer Übernahme der größten deutschen Filialbank erhalten zu wollen. Die Deutsche Bank werde „in jedem Fall” an der Marke Postbank festhalten, sagte der Chef der Deutsche-Bank-Privatkundensparte, Rainer Neske, am 23. September 2008 in Frankfurt. Er habe dies auf einer Führungskräftetagung der Postbank nochmals deutlich gemacht.

Die Postbank spreche eine andere Klientel an und erreiche andere Kunden als die Deutsche Bank, sagte Neske. Zudem sei die Identifikation der Postbank-Mitarbeiter mit der Marke sehr hoch.

Postbank einigt sich mit ver.di

25.09.2008
Bei den Tarifverhandlungen für die Arbeitnehmer der Deutschen Postbank AG, der PB Firmenkunden AG und Teile der Betriebs-Center für Banken AG haben die Tarifparteien am 25. September 2008 eine Einigung erzielt. Der Tarifvertrag für die rund 4.000 Beschäftigten beginnt rückwirkend zum 1. September 2008 und hat eine Laufzeit von 28 Monaten bis 31. Dezember 2010. Die wesentlichsten Punkte:

  • Tariferhöhung zum 1. Januar 2009 um 4,0 Prozent und um weitere 3,0 Prozent ab dem 1. Februar 2010.
  • Verlängerung der bisherigen Regelungen zum Ausschluss betriebsbedingter Beendigungskündigungen bis zum 31. Dezember 2012.
  • Für die Arbeitnehmer und die Beamten entfällt der Anspruch auf den Vermögensbaustein in 2008 und 2009 ersatzlos.
  • Der Anspruch auf 1 Tag Arbeitsbefreiung pro Jahr entfällt für Arbeitnehmer und Beamte dauerhaft.

Wegen der weltweiten Finanzkrise rechnet auch die Postbank mit neuen Lasten

25.09.2008
Wegen der weltweiten Finanzkrise rechnet auch die Deutsche Postbank mit neuen Wertberichtigungen für das 3. Quartal 2008. Es sei zu erwarten, dass sich die Kapitalmarktkrise auf die Quartalszahlen niederschlage, sagte Finanzchef Marc Heß am 24. September 2008 auf einer Investorenkonferenz. Trotz der Belastungen durch die Finanzkrise hat die Postbank in keinem Quartal einen Verlust geschrieben, betonte Heß. Auch am Kapitalmarkt werden die Ausfallrisiken bei der Postbank wesentlich geringer gesehen als bei anderen Banken.

Eine ranghoch besetzte Steuerungsgruppe soll die Zusammenarbeit zwischen Deutscher Bank und Postbank im Detail planen. Heß erklärte bei der Konferenz, die Postbank-Tochter DSL könnte der bevorzugte Lieferant für die Deutsche Bank in der Baufinanzierung werden. Zugleich könnten die Fondstochter DWS und die Zertifikatesparte X-Markets der Deutschen Bank die „bevorzugten Anbieter” für die Postbank werden. Auch im Einkauf, in der Entwicklung und in der IT wollen beide Banken zusammenarbeiten.

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