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Juli - Dezember 1993
Deutsch-russische Kooperation bei Post und Telekommunikation
Juli 1993
Die Minister für Post und Telekommunikation der Bundesrepublik Deutschland und der Russischen Föderation, Dr. Wolfgang Bötsch und Dr. Wladimir B. Bulgak, unterzeichneten im Juli 1993 in Moskau eine Vereinbarung über die weitere Zusammenarbeit im Bereich des Post- und Fernmeldewesens.
Sie streben damit u.a. eine weitere Qualitätsverbesserung des Postverkehrs, insbesondere eine Verkürzung der Laufzeiten, die Befriedigung des wachsenden Bedarfs an modernen Telekommunikationsdiensten, eine Koordinierung der Funkfrequenzen und eine verstärkte Zusammenarbeit bei Fragen der Standardisierung an.
Ende des Schalterstreites zwischen POSTDIENST und POSTBANK
02.09.1993
Die beiden Schwesterunternehmen POSTDIENST und POSTBANK haben sich am 2. September 1993 auf eine Rahmenvereinbarung über ein gemeinsames Vertriebskonzept geeinigt. Dazu Bundespostminister Wolfgang Bötsch: „Beide Unternehmen verpflichten sich, eine ausreichende postalische Infrastruktur sicherzustellen und den Vertriebsverbund ... beizubehalten.”
Hauptpunkt der Vereinbarung: Beide Unternehmen wollen ihre Konzepte „Postagenturen” und „Blaue Schalter” aufeinander abstimmen. Von Januar 1994 an wird die POSTBANK zunächst 50 und bis Ende 1996 bis zu 350 eigene „Blaue Schalter” für die Abwicklung von Bankgeschäften in Postämtern einrichten. Die POSTBANK ist außerdem bereit, sich am Betriebsversuch „Postagenturen” der Deutschen Bundespost POSTDIENST zu beteiligen. Damit werden auch die Postagenturen Bankdienstleistungen anbieten.
Neue Tarife für Frachtpost ab 1. Juli 1993
01.07.1993
Zum 1. Juli 1993 erhöhte die Deutsche Bundespost POSTDIENST ihre Frachttarife um durchschnittlich 4,95 Prozent. Der Preis für ein Paket ist nun nicht mehr von der Entfernung abhängig, sondern ausschließlich vom Gewicht. Damit werden leichtere Pakete teurer, schwerere z.T. billiger. Beispiel: ein Paket bis 5 kg von Köln nach Berlin kostet statt bisher 6,10 DM ab 1. Juli 1993 6,90 DM.
Die Deutsche Bundespost POSTDIENST will - wie in der Branche üblich - die Frachtpreise künftig jährlich prüfen und ggf. anpassen.
100. Postagentur in Lögow/Brandenburg eröffnet
September 1993
Mitte September 1993 eröffnete die Deutsche Bundespost POSTDIENST im brandenburgischen Lögow bei Neuruppin die 100. Postagentur im Bundesgebiet. Bis Jahresende 1993 wird das Unternehmen im ländlichen Raum bei Lebensmittelgeschäften, Bäckereien oder Tankstellen im Rahmen eines Betriebsversuches insgesamt 500 Postagenturen einrichten. Damit will die Post auf dem Land besser präsent sein. Die Agenturen bieten etwa 90 Prozent der Postdienstleistungen einer herkömmlichen Poststelle an. Ein besonderer Vorteil der Postagenturen ist die lange Öffnungszeit der Partnergeschäfte und damit auch der dort eingerichteten Postagenturen.
Neue Mitglieder im Aufsichtsrat der Deutschen Bundespost POSTDIENST
September 1993
Im September 1993 sind folgende neue Mitglieder des POSTDIENST-Aufsichtsrates berufen worden: Dr. Klaus Rauscher (44), Vorstandsmitglied der Bayerischen Landesbank, sowie als Vertreter des Bundes Hero Brahms (52), Vizepräsident der Treuhandanstalt, und der Intendant der Deutschen Welle, Dieter Weirich (48), als Vertreter der Anwender und Kunden.
Ausgeschieden sind Daniel Goeudevert, Hermann Hoffmann und Ulrich Kiel.
Auf 5 Jahre wiederberufen wurden Dr. Werner Dollinger als Vertreter des Bundes, Siglinde Porsch als Vertreterin der Anwender und Kunden sowie Christine Saurer und Horst Kissel als Vertreter des Personals.
Post testet Elektrofahrzeuge mit Zink-Luft-Energiesystem
Oktober 1993
Die Deutsche Bundespost POSTDIENST wird 1995 und 1996 zusammen mit namhaften Partnern aus der Industrie einen Flächentest mit Elektrofahrzeugen auf Basis eines Zink-Luft-Energiesystems durchführen. Als Testgebiet ist Bremen vorgesehen.
Erste Tests mit einem Versuchsfahrzeug beim TÜV Bayern Sachsen verliefen erfolgreich. Die Leistungswerte der Zink-Luft-Batterien lagen weit über denen herkömmlicher Batterien. Interessant ist auch die ökologische Unbedenklichkeit. Während Elektrofahrzeuge mit einem Akkugewicht von 350 kg bisher eine Reichweite von rd. 40 km hatten, erlaubt die neue Technologie Fahrten von mindestens 300 km.
Jahresabschluss 1992 der Deutschen Bundespost POSTDIENST
Juli 1993
Ergebnis aus gewöhnlicher Geschäftstätigkeit (also vor Steuern und Ablieferung): - 410 Millionen DM, davon alte Bundesländer: + 810 Millionen DM, neue Bundesländer: - 1.220 Millionen DM
Gesetzliche Ablieferung an den Bund (10 Prozent der Einnahmen): 2.212 Millionen DM
Jahresergebnis: - 2.622 Millionen DM
Briefpost:
Während die Zahl der Briefsendungen im Westen um 956 Millionen (+ 7 Prozent) wuchs, stieg sie im Osten um 194 Millionen (+ 11,50 Prozent).
Eingelieferte Briefsendungen insgesamt: 17,3 Milliarden Stück.
Frachtpost:
643 Millionen eingelieferte Sendungen: Im Osten blieb die Zahl gegenüber 1991 nahezu konstant, im Westen 1,5 Prozent Zuwachs.
Umsatzerlöse und übrige Erträge:
66 Prozent der Umsatzerlöse entfielen auf Briefpost (16,8 Milliarden DM), 16 Prozent auf Frachtpost (4 Milliarden DM), auf Pressepost 4 Prozent (1 Milliarde DM) und 14 Prozent auf sonstige Erlöse (3,8 Milliarden DM). Erträge insgesamt: 25,6 Milliarden DM.
Personal:
Im Jahresdurchschnitt 1992 waren bei der Deutschen Bundespost POSTDIENST 371.255 Kräfte beschäftigt, d.s. 13.785 weniger als 1991. Während die Beschäftigtenzahl im Westen geringfügig um 1.129 auf 305.530 stieg, ging sie im Osten um 14.914 (18,5 Prozent) auf 65.725 zurück.
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