![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() Post und Telekommunikation Kurier-, Express-, Postdienste |
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Juli - Dezember 1999
Scheurle: „Von Bedrohung keine Rede”Juli 1999 Dies seien 0,25 Prozent des Umsatzes der Deutschen Post im Briefbereich. „Von einer wirtschaftlichen Bedrohung der Deutschen Post kann daher nicht die Rede sein.” Nach Angaben von Scheurle sind seit Inkrafttreten des Postgesetzes 279 D-Lizenzen erteilt worden. 190 weitere Anträge seien in Bearbeitung. Die Erteilung einer D-Lizenz - so Scheurle - setze voraus, dass Briefe abgeholt und innerhalb eines Tages in einem Gebiet von der Größe des Saarlandes ausgeliefert werden müssen. Die Behörde werde durch Kontrollen verhindern, dass Lizenznehmer verlustbringende Aufträge, also etwa Einzelbriefe von Privatpersonen, abblocken. Scheurle: „Die notwendige Höherwertigkeit der Dienstleistungen setzt eben diese Qualität voraus. Falls diese Leistungsfähigkeit bei einem Lizenznehmer nicht vorliegt, verliert seine Dienstleistung seine Höherwertigkeit. Er verstößt dann gegen die Exklusivlizenz der Deutschen Post AG und wir müssen ggf. seine Lizenz einziehen.” Zur erneut aufgekommenen Diskussion um eine Wiedereinführung eines Ortstarifs bei Briefsendungen meinte Scheurle, dies sei eine unternehmerische Entscheidung, die von der Deutschen Post und deren Wettbewerbern zu beantworten sei. Die Deutsche Post könne Großkunden bereits Rabatte gewähren, und zwar für mengenmäßige Kosteneinsparungen oder für solche Einsparungen, die durch Vorleistungen der Kunden entstehen. Die Höhe der Rabatte sei bei der jüngsten Genehmigung der Entgelte für Briefsendungen festgelegt worden. Eine Gewährung von Rabatten, die darüber hinausgehen, sei nicht zulässig. Deutsche Post soll Verträge mit Großkunden offenlegenNovember 1999 Hintergrund sind Beschwerden der Kundenvereinigung Deutscher Verband für Post und Telekommunikation und von Konkurrenten der Deutschen Post. Sie bemängeln unzulässige Abschläge etwa bei Massensendungen, Päckchen und im Postpressevertrieb sowie ungerechtfertigt hohe Rabatte für Großkunden, die der Post mit eigenen Vorleistungen Arbeit abnehmen. Sie vermuten, dass die Post diese Preisnachlässe mit höheren Tarifen für normale Kunden ausgleicht. Das Postgesetz schreibt vor, dass die Deutsche Post Einbußen in einem Tätigkeitsfeld nicht über Einnahmen aus einem anderen kompensieren darf. Ein Postsprecher erklärte dazu in Bonn, die betreffenden Verträge gehörten nicht zu den nach dem Postgesetz offenzulegenden Vereinbarungen. Noch kein echter Wettbewerb bei Post und TelekommunikationDezember 1999 In der Ortsnetztelefonie sei eine wettbewerbliche Entwicklung zwar angestoßen worden, aber ähnlich positive Wirkungen wie bei Ferngesprächen dürften deutlich mehr Zeit erfordern. Mit ihrer frühzeitigen Entscheidung zur Entbündelung der Teilnehmeranschlussleitung und der Vergabe von Frequenzen zur drahtlosen Teilnehmeranschlussleitung (WLL) habe die Regulierungsbehörde hier wesentliche Anstöße zur Förderung des Wettbewerbs gegeben. Zum Postmarkt: Nach Meinung und Beobachtung der Regulierungsbehörde expandiert der deutsche Postmarkt. Er umfasste 1998 rd. 42 Milliarden DM, das sei knapp die Hälfte des Marktes für Telekommunikationsdienstleistungen. Zwei Drittel der Umsätze entfielen auf die Deutsche Post, das restliche Drittel verteile sich auf eine Vielzahl von Anbietern, insbesondere Kurier-, Express- und Paketdienste. Im lizenzierten Bereich des Briefmarktes betrug 1998 der Umsatz der Deutsche Post-Konkurrenten 54 Millionen DM, im 1. Quartal 1999 seien es bereits 31 Millionen DM gewesen, sodass für 1999 mit insgesamt 150 Millionen DM zu rechnen sei. Der Umsatz der Deutschen Post lag 1998 in der Sparte Briefpost bei 20 Milliarden DM. Im Wettbewerbsbereich hat die Deutsche Post nach Meinung der Behörde keine nennenswerten Marktanteile verloren. Der gesamte Umsatz aller Lizenznehmer in diesem Bereich lag 1998 unter 10 Prozent des Umsatzzuwachses der Deutschen Post. Im Briefmarkt - so der Tätigkeitsbericht - gibt es trotz der mehr als 500 Marktteilnehmer noch keinen selbst tragenden Wettbewerb. Der Briefmarkt werde auch nach Wegfall der Exklusivlizenz zugunsten der Deutschen Post noch lange auf eine intensive Regulierung durch die Regulierungsbehörde angewiesen sein. Aus aktueller Sicht wird die Aufrechterhaltung einer Exklusivlizenz über das im Postgesetz festgelegte Jahr 2002 hinaus für nicht erforderlich gehalten. Bereitstellungsentgelte für Nachsendeadressen07.12.1999 Für die Aufbereitung und Übermittlung eines jeden Adressdatensatzes - unabhängig von der Anzahl der darin enthaltenen Umzugsadressen - darf die Deutsche Post von anderen Postdienstleistern nicht mehr als 5,54 DM (2,83 Euro) zuzüglich Mehrwertsteuer verlangen. Die Bereitstellung von Nachsendeadressen bei vorübergehender Abwesenheit (z.B. Urlaub) darf sie für jeden Datensatz mit nicht mehr als 6,92 DM (3,54 Euro) zuzüglich Mehrwertsteuer in Rechnung stellen. Den Abgleich einer Einzeladresse im Online-Verfahren hat die Regulierungsbehörde auf höchstens 0,23 DM (0,12 Euro) zuzüglich Mehrwertsteuer festgelegt. Diese Entscheidung gilt 2 Jahre. Deutsche Post und Deutsche Bahn verstärken Kooperation15.07.1999 Bislang transportiert DB Cargo an Werktagen in den Systemen des Kombinierten Verkehrs zwischen den großen Wirtschaftszentren rd. 220 Wechselbehälter für die Deutsche Post, das entspricht etwa 10 Prozent der nationalen Frachtpost. An den Wochenenden erhöht sich dieser Anteil auf gut 50 Prozent. Pro Jahr sind somit knapp 80.000 Behälter mit Frachtpost auf der Schiene unterwegs. Sie machen damit mindestens 40.000 Lkw-Fahrten im Fernverkehr überflüssig. Mit der Kooperation sollen zunächst jährlich weitere 10.000 Behälter der Deutschen Post von der Straße auf die Schiene verlagert werden. Das ist eine Steigerung von 20 Prozent bei den werktäglichen Schienentransporten. Bei erfolgreicher Pilotierung ist ein weiterer Ausbau geplant. Darüber hinaus sollen 20.000 Behälter von Dritt- Kunden mittransportiert werden. Möglich wird dies dank eines besonderen Angebotes, das die DB Cargo der Deutschen Post unterbreitet hat: In reservierten Zeitfenstern wird DB Cargo zunächst auf den Relationen Hamburg via Hannover nach Nürnberg, München und Stuttgart besonders schnelle Frachtzüge einsetzen und damit sicherstellen, dass die zeitkritische Frachtpost pünktlich und zuverlässig vor Ort disponiert und ausgeliefert werden kann. Der „Parcel Intercity” wird mit 160 Stundenkilometern zunächst die Nord-Süd-Achse verbinden. Für die Zukunft ist die Ausweitung des Streckennetzes auch für die Verbindung zwischen Ost und West geplant. Die „Parcel Intercity-Züge”, Deutschlands schnellste Güterzüge, werden in einem speziellen Qualitätsmanagement geführt und halten so die engen, den Kurier-, Express- und Paket-Markt (KEP) bestimmenden Zeitfenster ein. Das Post/Bahn-Projekt verbindet damit schnelle Beförderung und ökologischen Transport. Die neuen Züge sollen ab Januar 2000 im Probebetrieb, ab Frühjahr 2000 dann im Regelbetrieb laufen. EU-Kommission eröffnet Beihilfeverfahren mit Zielrichtung Deutsche Post20.07.1999 Die Deutsche Post - so der Kommentar der Bonner Zentrale - sieht dem Verfahren gelassen entgegen, weil ihr nun die Chance gegeben werde, den Sachverhalt zum Vorwurf Quersubventionierung aufzuklären. Die EU ist seit 5 Jahren mit dem Thema beschäftigt und hat den Fall sowohl unter Wettbewerbs- als auch unter Beihilfeaspekten untersucht mit dem Ergebnis, dass sowohl das Wettbewerbsverfahren gegen die Deutsche Post als auch das Beihilfeverfahren gegen die Bundesrepublik Deutschland eingestellt wurden. Die Deutsche Post hatte umfassend belegt, dass das Ergebnis der Frachtpost insbesondere durch die Mehrkosten aus der Universaldienstverpflichtung und durch die damit zusammenhängende Herkunft aus dem öffentlichen Dienst (z.B. Kosten Beamtenpensionen) belastet wird. Ohne diese Mehrkosten hat die Paketpost in dem von der Kommission betrachteten Zeitraum (ab 1990) keine Defizite gemacht. Die Deutsche Post hatte außerdem nachgewiesen, dass die Restrukturierung des Paketbereiches erfolgreich umgesetzt worden ist. Bereits im Jahr 2000 wird die Deutsche Post inklusive aller Mehrkosten durch Universaldienst und andere politisch bedingte Altverpflichtungen schwarze Zahlen schreiben. Auch der von der EU-Kommission bereits in der Vergangenheit geäußerte Verdacht, die Internationalisierungsstrategie der Deutschen Post könnte mit Monopoleinnahmen finanziert worden sein, entbehrt nach Ansicht der Unternehmensführung ebenfalls jeder Grundlage. Die Akquisitionen der Deutschen Post wurden durch einen Aktivtausch von nicht betriebsnotwendigem Vermögen (Grundstücke und Produktionsgebäude, Betriebswohnungen) in rentierliche Beteiligungen (z.B. DHL, Danzas) finanziert. Bei dieser Sachlage ist für die Deutsche Post nicht nachvollziehbar, warum die Kommission nun das Beihilfeverfahren wieder eröffnen will. Post-Chef Zumwinkel drohtSeptember 1999 ASG-Übernahme: Schwedische Post unterliegt vor Gericht29.07.1999 Regular Capital hatte die einstweilige Verfügung beantragt, um die von Custos angestrebte Umwandlung von - Vorkaufsrechten unterliegenden - A-Aktien in frei übertragbare B-Aktien zu verhindern. Damit wollte die schwedische Post den von Custos geplanten Verkauf dieser Aktien an Danzas und den Übergang von ASG in den Konzern Deutsche Post blockieren. Nach der Gerichtsentscheidung stand der Umwandlung der Aktien und ihrem Verkauf an Danzas nichts mehr im Wege, womit Danzas über 60 Prozent der Stimmenanteile an ASG verfügt. Die EU-Wettbewerbsbehörden hatten den Erwerb von ASG durch Danzas am 8. Juli 1999 genehmigt. Bernrath Generalbevollmächtigter der Deutschen Post01.08.1999 „Frachtpost” wird zur „Paketpost”Juli 1999 |
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22. Weltpostkongress in PekingAugust/September 1999 Der Weltpostkongress, das höchste Gremium des Weltpostvereins, tagt alle 5 Jahre und legt die politischen Ziele der Organisation fest. Die Tagung stand unter dem Eindruck sich weltweit dramatisch verändernder Postmärkte. Postbetreiber, ob privat oder staatlich, durchleben eine Zeit der Globalisierung, der Liberalisierung und des zunehmenden internationalen Wettbewerbs. Nach Meinung der Deutschen Post muss das internationale Postsystem unter den Bedingungen eines fairen Wettbewerbs erhalten bleiben. Eine Stärkung und Strukturreform des Weltpostvereins sei notwendig, um angemessene Strategien und Pläne auf diese Herausforderungen zu entwickeln, die den Erwartungen von Postkunden und Postbetreibern auf der ganzen Welt Rechnung tragen. Aus Sicht der Deutschen Post ist der Weltpostverein eine unbedingt erforderliche Organisation, mit der die Deutsche Post aktiv zusammenarbeiten will. Deshalb hatte die Deutsche Post Günter Böhm als Kandidaten für die Präsidentschaft im Rat der Postbetreiber nominiert. Böhm war langjähriger Geschäftsführer der Deutschen Post Consult International und ist ein weltweit anerkannter und erfahrener Experte im internationalen Postgeschäft. Der Weltpostverein wurde 1874 in Bern auf Anregung des deutschen Postpioniers Heinrich von Stephan gegründet und hatte ursprünglich 22 Mitgliedsländer. Heute versorgen etwa 6 Millionen Postmitarbeiter in über 700.000 Posteinrichtungen der Welt jährlich mehr als 6 Milliarden Menschen mit 440 Milliarden Postsendungen. Remailing bleibt - so ein Ergebnis der Tagung - weiterhin verboten. Kein Land darf einseitig auf Kosten anderer Länder Vorteile aus dem nicht kostendeckenden Endvergütungssystem des Weltpostvereins ziehen. eVITA: Über 1 Million Stellenangebote onlineSeptember 1999 eVITA konzentriert sich auf die 700 wichtigsten Internet-Adressen für Job-Suchende und unterteilt diese in 11 Kategorien. So können Arbeitsplatz-Suchende gezielt die Job-Börsen ansteuern, die ihren Berufsvorstellungen am ehesten entsprechen. Deutsche Post Euro EXPRESS - einheitlicher Markenauftritt für ganz Europa Hintergrund dieser Entscheidung: Markennamen, die mit hohen Qualitätsstandards assoziiert werden, sind für Unternehmen ein kostbarer Schatz, weil sie oftmals die Kaufentscheidung prägen. Deshalb fasst die Deutsche Post die eigenen Leistungen wie die der Partner und Töchter unter dem Leistungsfeld Euro EXPRESS als Synonym für nationale wie internationale Paket- und Expressdienstleistungen zusammen. Die Deutsche Post verfügt inzwischen in fast jedem europäischen Land über eigene Tochterfirmen oder Beteiligungen. Sie alle treten derzeit aber unter eigenem Corporate Identity auf. Eine für den Laien augenfällige, optisch erkennbare Verbindung zur Deutschen Post ist nicht vorhanden. Das soll sich mit der nun eingeleiteten Integration unter die europaweit einheitliche Marke Deutsche Post Euro EXPRESS ändern. Für die Namensgebung sprachen 3 Argumente:
„Das Etablieren einer neuen Marke beinhaltet jedoch immer auch das Verdrängen der alten - ein Vorgang, der Gefühle verletzten kann, denn jeder Name bedeutet Identität”, so Jürgen Höfling, Geschäftsbereichsleiter Marketing PAKET/EXPRESS in der Bonner Zentrale. „Mitarbeiter und Kunden von beispielsweise MIT, quickstep oder Ducros verbinden mit dem bisherigen Firmennamen Erfahrungen und Leistungen, die sie mit dem Namen Deutsche Post so (noch) nicht haben.” Deswegen soll die neue Marke schrittweise eingeführt werden. Dies wird im Höchstfall 4 Jahre dauern.
In Deutschland, der Schweiz und Tschechien erfolgte der einheitliche Auftritt bereits im Oktober 1999. Die österreichische Tochter der Deutschen Post, quickstep, wird sich zu Beginn des Jahres 2000 anschließen. Die Fahrzeuge des italienischen Tochterunternehmens MIT, die bisher mit dem DPD-Logo versehen waren, firmieren schon seit September 1999 unter der Marke „MIT Euro EXPRESS”. Ab Oktober 1999 wurden in Deutschland über 10.000 Fahrzeuge auf die neue Marke umgestellt. Unter dem Leistungsfeld „Deutsche Post Euro EXPRESS” wird es künftig 3 Basisproduktlinien geben, die durch individuelle Zusatzleistungen erweitert werden können:
Danzas akquiriert in IrlandDezember 1999 Außenstelle für internationale BriefpostDezember 1999 Briten nach SüdafrikaDezember 1999 Spanische Post wehrt sichDezember 1999 STEP, der Aufbau des europäischen Paketnetzes der Deutschen Post Gruppe, kommt voranDezember 1999 REIMS II fällt nicht unter das Postgesetz / EU stimmt REIMS II zuDezember 1999 Ebenso scheidet eine postgesetzliche Regulierung der im REIMS II Abkommen geregelten Endvergütungen aus. REIMS II soll die gerechte Vergütung für die Zustellung grenzüberschreitender Sendungen regeln und das sogenannte Remailing verhindern. Die EU-Kommission hat im September 1999 die REIMS II-Vereinbarung genehmigt. Die Vereinbarung bindet die Auslandsvergütung, die vom Postunternehmen des Einlieferungslandes an das Postunternehmen des Bestimmungslandes zu zahlen ist, an die inländischen Tarife des Bestimmungslandes und macht deren Höhe von der Qualität der Leistung abhängig. Sie sieht außerdem die Einführung von Normen zur Verbesserung der Dienstleistungsqualität vor. Mit Ausnahme der Niederlande wurde REIMS II von sämtlichen Postunternehmen der EU, Norwegens und Islands unterzeichnet. Norddeutscher Briefkurier muss Insolvenzantrag anmelden19.08.1999 Deutsche Post baut Paketnetz in Frankreich ausNovember 1999 ORGADIS ist mit der Marke Sernadis und mit einem Umsatz von umgerechnet 210 Millionen DM und 800 Mitarbeitern eines der führenden Unternehmen im Express- und Paketdienst in den Regionen Ile de France, Lille und Lyon. Im November 1999 unterzeichnete der Deutsche Post Konzern einen weiteren Vertrag, der die Übernahme der französischen Gesellschaft ARCATIME von der Gruppe LeCalvez vorsieht. ARCATIME ist ein führendes Unternehmen auf dem Sektor Express- und Paketdienste in den Regionen Bretagne und Loire-Tal mit Sitz in Brest (Umsatz 100 Millionen DM, 650 Beschäftigte). Anfang 1999 hatte die Deutsche Post bereits den französischen Paketdienstleister Ducros Services Rapides übernommen. Deutsche Post erwirbt Beteiligung am US-Unternehmen E-StampDezember 1999 Neben der Deutschen Post sind an der Firma E-Stamp andere Großunternehmen wie Microsoft, AT&T Ventures und Compaq und auch der deutsche Frankiermaschinenhersteller Francotyp Postalia beteiligt. E-Stamp (mit Sitz in San Mateo, Silicon Valley, Kalifornien) hat bereits auf dem US-Postmarkt erfolgreiche Tests mit der amerikanischen Post durchgeführt und eine Lizenz zur Einführung der PC-Frankierung in den USA erhalten. Das Frankieren erfolgt in den USA bei den derzeit angebotenen Lösungen entweder über eine besondere Zusatzeinheit am PC (Dongle) oder unmittelbar über das Internet. Bezahlt wird über die Kreditkarte oder per Lastschrifteinzug. Die Frankierwerte werden bei der Dongle-Version als Vorgabewert über Internet abgerufen. Frankiert wird offline am PC. Bei der Internet-Version wird die Frankierung im Online-Zugriff durchgeführt. Die mit dem Drucker auf dem Briefumschlag aufgebrachte Frankierung beinhaltet neben den üblichen Freimachungsangaben einen 2D-Barcode. Um Missbrauch durch z.B. Kopieren des Frankiervermerks zu verhindern, enthält der Code Informationen jeder individuellen Sendung. 500 Stellen werden abgebautDezember 1999 2.600 Ausbildungsplätze auch im Jahr 2000Dezember 1999 Ausgebildet wird für die Berufe Fachkraft für Brief- und Frachtverkehr, Postverkehrskaufleute, Kaufleute für Bürokommunikation, Mechatroniker/-in, Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung / Systemintegration, Systemelektroniker/-in, Berufsakademie-Studierende. Erstmals bietet die Deutsche Post den Ausbildungsberuf des Mechatronikers an. Er ersetzt die bisherige Ausbildung zum Elektromechaniker- und Elektroinstallateur, da zunehmend das Know-how eines Mechanikers und Elektronikers zugleich gefragt ist. Mechatroniker arbeiten als Servicekräfte der Instandhaltung in der Betriebstechnik und der Informationstechnologie der hochmodernen Brief- und Paketzentren zur Instandhaltung der elektronisch gesteuerten Verteilanlagen, Förderbänder, Sortieranlagen und elektronischen Dienstleistungsautomaten. Ab Oktober 1999: PLUSPÄCKCHEN01.10.1999 Sonderservice der Deutschen Post für die BundesregierungOktober 1999 Nach der zwischen Post und Bundesverwaltungsamt geschlossenen Vereinbarung starten werktäglich um 19 Uhr in Bonn und Berlin Zustellfahrzeuge der Posttochter Deutsche Post Express mit den Akten und Dokumenten. „Der Spiegel”: Börsengang der Post extrem gefährdet18.10.1999 So sei ungeklärt, ob die Deutsche Post im Jahr 2000 in bisher freigestellten Kerngeschäftsfeldern der Umsatzsteuer unterworfen wird, wie es die Länderfinanzminister fordern. Offen sei auch, ob die Deutsche Post im Jahr 2000 noch 1,10 DM für den Standardbrief verlangen kann. Die Genehmigung der Regulierungsbehörde läuft im August 2000, kurz vor dem geplanten Börsengang, aus. Und eben in der Regulierungsbehörde werde die Senkung auf 1 DM diskutiert. Dazu kommt die noch offene Entscheidung der EU-Kommission im laufenden Beihilfeverfahren. Die Deutsche Post äußerte sich zwar nicht zur Existenz des Rothschild-Papiers, bestätigte aber, dass es ungeklärte Sachverhalte gibt, die von der Politik vor dem Börsengang dringend geklärt werden müssten. Hierzu gehöre die Mehrwertsteuerfrage und die Regelung des künftigen Briefportos. Neue Automaten-Briefmarken22.10.1999 Remailing: Gericht bestätigt Auffassung der Deutschen Post29.10.1999 Deutsche Post und Air Express International schließen Übernahme- und Fusionsvertrag15.11.1999 Laut Vertrag unterbreitet die Deutsche Post den Aktionären ein Übernahmeangebot für alle Aktien. Nach Ablauf der Angebotsfrist werden alle verbleibenden Aktionäre zum genannten Preis im Rahmen einer Fusion abgefunden. Die Deutsche Post plant, alle AEI-Aktivitäten in den Geschäftsbereich Intercontinental der Danzas-Gruppe zu integrieren. Damit erwirbt die Deutsche Post eine starke Basis in den USA, und Danzas wird zum weltweit führenden Anbieter von Luftfracht-Dienstleistungen. Peter Wagner, Vorstandsmitglied der Deutschen Post, wird Chairman des zusammengeführten Unternehmens Danzas-AEI. Seegers-Krückeberg wieder im KEP-Bereich tätigNovember 1999 Grünes Licht für Neubau der ZentraleOktober 1999 Post-Universaldienstleistungsverordnung verabschiedetNovember 1999 Weiterhin regelt die PUDLV, dass bis zum 31. Dezember 2002 mindestens 12.000 stationäre Vertriebspunkte vorhanden sein müssen. 5.000 davon sind mit unternehmenseigenem Personal zu betreiben. Bei den übrigen Standorten darf es sich um Partner-Filialen wie z.B. Agenturen in Schreibwaren- und Lebensmittelläden handeln. In Gemeinden mit mindestens 4.000 Einwohnern muss eine stationäre Post-Einrichtung vorhanden sein. Ebenso bleibt die alte Regelung erhalten, dass jeder Kunde in zusammenhängend bebauten Gebieten eine stationäre Vertriebsstelle (Filiale) im Umkreis von 2.000 m und den nächsten Briefkasten im Umkreis von 1.000 m erreichen können soll. UPS: Börsengang gelungenNovember 1999 Größter Briefkasten der Welt: Deutsche Post eröffnet ersten EXPO-PavillonDezember 1999 Die POSTBOX bietet bereits vor der Eröffnung der EXPO 2000 eine Vorschau auf die Weltausstellung. Auf 5 Etagen gibt es Ausstellungen, Veranstaltungs- und VIP-Räume, ein Café sowie einen Service Point der Deutschen Post. Von der Ausstellungsplattform genießt man den Blick über das gesamte EXPO-Gelände. Als Welt Partner der EXPO 2000 ist die Deutsche Post exklusiver Dienstleister für nationale und internationale Brief-, Paket- und Express-Sendungen. Deutliche Gewinnsteigerung für 1999 erwartetDezember 1999 „Financial Times” berichtete, das Führungsmanagement der Deutschen Post gehe nach neuesten Schätzungen von einem Gewinn vor Steuern von 2,2 Milliarden DM aus. Dies wäre eine Steigerung gegenüber 1998 um 72 Prozent (1,276 Milliarden DM). Die neuen Zahlen zeigen - so die britische Zeitung -, dass die Deutsche Post für die Börseneinführung sehr gut gerüstet sei. Bis zu 49 Prozent des Bundesunternehmens sollen in einem ersten Schritt Privataktionären angeboten werden. Mindestens 51 Prozent sollen im Bundesbesitz bleiben. Filialen und Postbank rücken zusammenDezember 1999 Wulf von Schimmelmann bleibt wie bisher Vorstand FINANZ DIENSTLEISTUNGEN der Deutschen Post AG und in Personalunion Vorstandsvorsitzender der Deutschen Postbank AG. „Digitale Signatur” als Ersatz für die UnterschriftDezember 1999 Kern der neuen Dienstleistung ist es sicherzustellen, dass eine verschlüsselte elektronische Nachricht tatsächlich von einem bestimmten Absender stammt und ausschließlich vom Adressaten gelesen werden kann. Hierzu vergibt das Trustcenter Zertifikate an Kunden nach folgendem Verfahren: Der Kunde lässt sich beim Trustcenter registrieren. Hierzu erfasst die Deutsche Post die Ausweisdaten des Kunden in der Postfiliale. Das Trustcenter übermittelt dem Kunden dann ein Zertifikat mit einem elektronischen Schlüssel sowie eine PIN-gesicherte Chip-Karte. Diese Chip-Karte nutzt der Kunde, wenn er rechtsverbindliche Erklärungen auf elektronischem Wege abgeben möchte. Für den PC des Kunden ist dabei ein Chipkarten-Lesegerät erforderlich. Das Gerät wird die Deutsche Post bis zur CeBIT 2000 zusammen mit der notwendigen Software als Starterpaket anbieten. Ein Anwendungsbeispiel aus der Praxis: Ein Internet-Anwender bestellt Waren bei einem virtuellen Versandhaus (Internet-Anbieter). Verwendet er die Digitale Signatur kann er sich dadurch beim Versandhaus eindeutig identifizieren. Außerdem kann der Kunde sicher sein, dass nur das Versandhaus und kein unberechtigter Dritter seine Bestellung entschlüsseln kann. Deutsche Post steigt bei Formel 1 ein14.12.1999 Sowohl Post-Chef Dr. Klaus Zumwinkel als auch Jordan-Teamchef Eddie Jordan sehen die Werbe-Partnerschaft als eine optimale Kombination. „Die Formel 1 ist für uns die ideale Kommunikationsplattform. Durch die Formel 1 zeigen wir im Jahr des Börsengangs Millionen Kunden und potenziellen Anlegern: Die Deutsche Post ist weltweit der schnelle und kompetente Partner des Vertrauens für Logistiklösungen”, so Zumwinkel. UPS verklagt EXPO-GesellschaftDezember 1999 Die Deutsche Post bezahlt nach dem Vertrag als EXPO-Weltpartner 30 Millionen DM. Im Gegenzug erhält sie das Exklusivrecht für den Brief-, Express- und Paketdienst auf dem EXPO-Gelände. Konkurrenten dürfen - wie alle anderen Lieferanten - nur zwischen 24 Uhr und 8 Uhr auf das Ausstellungsgelände. Dazu UPS: „In dieser Zeit sind die meisten Empfänger nicht anzutreffen. Wir sind faktisch ausgeschlossen.” Dazu die Sprecherin der EXPO-Gesellschaft: „Eine Weltausstellung ist kein üblicherweise zugänglicher Markt.” Der Vertrag mit der Post sei durch die Richtlinien, die für Weltausstellungen international gelten, gedeckt. Zudem werde UPS von der australischen Post verklagt. Dort habe UPS bei Olympia 2000 in Sydney genau die Sonderrechte, „die sie hier kippen wollen”. EU verhängt Geldstrafe gegen Deutsche PostDezember 1999 Zumwinkel für weitere 5 Jahre Vorstandsvorsitzender / Weitere Veränderungen im Vorstand16.12.1999 Der Vorstand Personal und Arbeitsdirektor der Deutschen Post, Horst Kissel, wird am 31. März 2000 in den Ruhestand gehen. Zu seinem Nachfolger hat der Aufsichtsrat Walter Scheurle bestellt. Scheurle ist Mitglied des geschäftsführenden Hauptvorstands der Deutschen Postgewerkschaft. Vorstandsmitglied Wolfhard Bender wird zum 31. März 2000 „in bestem gegenseitigen Einvernehmen” als Vorstand der Deutschen Post ausscheiden. Bender wird weiterhin als Berater im Konzernbereich der Deutschen Post tätig sein. Der Vorstand ist damit für die nächsten Jahre wie folgt besetzt:
Bund verkauft Aktienpaket der Deutschen Post21.12.1999 Eberhard Gienger heuert bei der Post anDezember 1999 Ab 2002 Euro-BriefmarkenDezember 1999 Das Bundesfinanzministerium, das für die Herausgabe von Briefmarken/Postwertzeichen verantwortlich ist, entschied sich entgegen ursprünglicher Ankündigungen, schon vor dem Stichtag 1. Januar 2002 einige Briefmarken mit einer Doppelauszeichnung in Pfennig und Euro, der sogenannten Doppelnominale, herauszugeben. Eine erste Marke mit der Doppelnominale wird am 12. Mai 2000 erscheinen. Es ist die EUROPA-Marke 2000 mit den Nennwerten 110 Pfennig/0,56 Euro. Sie erscheint motivgleich in zahlreichen europäischen Staaten. Geplant ist weiterhin, ab Herbst 2000 die gebräuchlichsten Werte der Dauerserienmarken sowie ab 2001 alle Sondermarken mit Doppelnominale herauszugeben. Hintergrund: Steht auch der Euro-Nennwert auf den Marken, bleiben diese Marken unbefristet frankaturgültig. Am 1. Januar 2002 werden die bis dahin gültigen Ausgaben der DM-Briefmarken nicht sofort ungültig. Sie bleiben danach noch bis 30. Juni 2002 zur Freimachung gültig. Formal muss dies allerdings erst noch der Bundesfinanzminister verkünden. Während der 6-monatigen Aufbrauchfrist gelten Briefmarken in Mark und Pfennig sowie in Euro und Cent parallel. Bis 30. Juni 2002 wird es also möglich sein, einen Brief mit DM- und Euro-Briefmarken zugleich zu frankieren (Mischfrankatur). Wer auch nach dem 30. Juni 2002 „alte” postfrische (deutsche) Briefmarken noch nicht aufgebraucht hat, soll sie voraussichtlich noch bis 31. Dezember 2002 bei den Filialen der Deutschen Post gegen Euro-Briefmarken umtauschen können. Dies gilt für alle Marken, die seit 1. Januar 1969 herausgegeben wurden (ohne die Ausgaben „Deutsche Bundespost Berlin” und die Marken der Deutschen Post der DDR). Im Übrigen ist sichergestellt, dass trotz der Währungsunion die Herausgabe von Briefmarken weiterhin eine nationale Angelegenheit bleibt. Deutsche Briefmarken werden auch mit Euro-Währung den Ländernamen „Deutschland” tragen und deutsche Themen würdigen. Ähnliches gilt für die Euro-Kursmünzen. Sie werden mit Bundesadler, Brandenburger Tor und Eichenlaub auf der Bildseite nationale Symbole präsentieren. Euro-Gedenkmünzen werden auf der Bildseite - wie die Briefmarken - nationale Themen zeigen. DM-Münzen sind nach Mitteilung des Bundesministeriums der Finanzen unbegrenzt umtauschbar. AltersvorsorgeDezember 1999 „PB Rente direkt” bietet alle Vorteile einer Direktversicherung durch Gehaltsumwandlung, z.B. Steuervorteile. Der Mitarbeiter vereinbart mit seinem Arbeitgeber, einen Teil seines Gehaltes direkt, also vor Gehaltsauszahlung, in eine Rentenversicherung umzuwandeln. Der Arbeitgeber schließt diese Versicherung ab und führt die Beiträge (bis höchstens 3.408 DM/Jahr) für den Mitarbeiter ab. Die Beiträge unterliegen nicht dem persönlichen Steuersatz (zurzeit bis 53 Prozent), sondern werden mit 20 Prozent pauschal versteuert. Mit 65 Jahren hat der Mitarbeiter die Wahl zwischen einer monatlichen Zusatzrente oder einer einmaligen Kapitalabfindung. Für Beamte, die derzeit nur privat für das Alter vorsorgen können, bietet der Post-Konzern mit „PB Rente plus” eine Zusatzversorgung zu attraktiven Mitarbeiterbedingungen. Beispiel: Für einen Monatsbeitrag von 200 Mark erhält ein jetzt 35-Jähriger mit 65 Jahren eine monatliche Rente von 1 411 DM oder eine Kapitalabfindung von 261.152 Mark steuerfrei. Streit um den Namen Euro EXPRESSDezember 1999 Der Weiss-Anwalt Friedrich Knöbl will notfalls alle Instanzen bis zum Obersten Gerichtshof durchfechten. ◊
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siehe auch unter „Der Gastbeitrag” Günter Böhm: Weltpostkongress 1999 in Beijing, China |
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