![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() Post und Telekommunikation Kurier-, Express-, Postdienste |
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Juli - Dezember 2000
735 Lizenzen für BriefbeförderungJuli 2000 2 Lizenzen hat die Regulierungsbehörde widerrufen, weil die Lizenznehmer nicht über die erforderliche Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit verfügten. 45 Lizenznehmer haben ihre Lizenz wegen Geschäftsaufgabe bzw. wegen Konkurs zurückgegeben, weitere 7 befinden sich in einem laufenden Insolvenzverfahren. Regulierungsbehörde misst Entfernung zu PostfilialeSeptember 2000 Der Messung waren Schließungen von Postfilialen, die Gründung einer Bürgerinitiative und Klagen von Einwohnern vorausgegangen. Die amtliche Messung hatte die Veröffentlichung dieser Feststellung einer Versorgungslücke im Amtsblatt der Regulierungsbehörde zur Folge, auf die sich Unternehmen und Anbieter von Postdienstleistungen bei der Regulierungsbehörde melden konnten, die bereit sind, diese Universaldienstleistung für den Kunden zu erbringen. Noch im September 2000 sagte Post-Chef Klaus Zumwinkel der Bürgerinitiative zu, in Waldheim eine Postagentur einzurichten. Dies geschehe ungeachtet der rechtlichen Stützung der Position der Post durch das Verwaltungsgericht Hannover. Regulierer zeigt Deutscher Post gelbe KarteAugust 2000 Scheurle forderte die Deutsche Post auf, solche Preisnachlässe künftig nicht mehr einzuräumen. Im Wiederholungsfall kann Scheurle bis zu 1 Million DM Bußgeld verhängen. Die Post verwies darauf, dass die beanstandeten Verträge bereits zum 30. Juni 2000 gekündigt worden seien. Kurz zuvor hatte die Regulierungsbehörde eine offizielle Untersuchung eingeleitet. Die gewährten Rabatte seien zurückerstattet worden. Wenige Wochen vor dem Börsengang der Deutschen Post (20. November 2000) hat die EU-Kommission das im August 2000 eingeleitete Kartellverfahren gegen die Deutsche Post wegen des Missbrauchs einer marktbeherrschenden Stellung im Paketbereich um den Vorwurf der unberechtigten Großkunden-Rabatte ergänzt. Eine Entscheidung werde voraussichtlich erst 2001 gefällt. Bedingungen über Zugang zu Teilleistungen der Deutschen Post festgelegt
15.09.2000
Damit sind private Versender nach Darstellung Scheurles berechtigt, beispielsweise Briefe, die sie in Hamburg eingesammelt und auf Leitregionen vorsortiert haben, beim Ziel-Briefzentrum - z.B. München - einzuliefern. Die Deutsche Post hat dann die Zustellung dieser Sendungen im Versorgungsbereich dieses Briefzentrums auf die Zustellstützpunkte zu verteilen und zustellen zu lassen. Damit würden der Post - so Scheurle - 23 Prozent der Kosten erspart. Sie dürfe deshalb von ihren Konkurrenten nur 77 Prozent des normalen Portos verlangen, z.B. statt 3 DM für einen Großbrief nur 2,31 DM. Da die Post trotz mehrfacher Aufforderung die erforderlichen Kostendaten nicht vorgelegt habe, sei der Abschlag anhand einer Vergleichsrechnung ermittelt worden, die sich auf allgemein zugängliche Quellen stütze. Scheurle hat mit seiner Entscheidung dem UPS-Antrag nur teilweise entsprochen. UPS wollte Briefe auf alle 5 Stellen der Postleitzahl genau sortieren und sie nicht beim Ziel-Briefzentrum, sondern beim jeweiligen Zustellstützpunkt der Post am Bestimmungsort abgeben. Dies sei abgelehnt worden, weil berechtigte Anliegen im Organisationsablauf der Deutschen Post dagegen sprächen, sagte Scheurle. Grundlage für die Entscheidung ist das Postgesetz. In § 28 ist festgelegt: „Ist ein Lizenznehmer auf einem Markt für lizenzpflichtige Postdienstleistungen marktbeherrschend, so hat er, soweit dies nachgefragt wird, auf diesem Markt Teile der von ihm erbrachten Beförderungsleistungen gesondert anzubieten, sofern ihm dies wirtschaftlich zumutbar ist. Gegenüber einem anderen Anbieter von Postdienstleistungen besteht die Verpflichtung ... nur dann, wenn das nachfragende Unternehmen nicht marktbeherrschend ist und wenn ansonsten Wettbewerb auf demselben oder einem anderen Markt unverhältnismäßig behindert würde...” Die Deutsche Post verzichtete auf Rechtsmittel. Die Entscheidung - so die Post-Zentrale - habe keine materielle Bedeutung für die Deutsche Post, weil zwar einerseits Transportvolumen verloren gehe, die Post aber andererseits von ihren Wettbewerbern Teile deren Wertschöpfungsketten im Zustellbereich übernehme. Die Deutsche Post vertritt aber nach wie vor die Auffassung, dass der Wettbewerber UPS nach dem Postgesetz keinen Anspruch auf Zugang zu Teilleistungen im Logistiknetz der Deutschen Post hat. UPS habe wie auch andere Postdienstleister die Möglichkeit, das eigene - angeblich flächendeckende - Zustellsystem für Briefdienstleistungen zu nutzen oder aus eigenen Mitteln ein gesondertes Netz aufzubauen. UPS begrüßte zwar die Entscheidung grundsätzlich, kündigte aber gleichzeitig verwaltungsgerichtliche Schritte an, weil der zugestandene Rabatt von 23 Prozent viel zu niedrig sei. Streit in EU über Öffnung der PostmärkteOktober 2000 Die EU-Kommission hatte im Mai 2000 vorgeschlagen, die staatlichen Postdienste in Europa sollten von 2003 an nur noch ein Monopol für Briefsendungen unter 50 Gramm haben. Derzeit ist der Wettbewerb nur auf den Transport von Briefsendungen über 350 Gramm beschränkt. In Deutschland gilt bereits die 200-Gramm-Grenze. Bundesdruckerei geht an die britische Apax16.11.2000 Der Druck von Banknoten, Postwertzeichen und Personaldokumenten macht nur noch etwa die Hälfte des Umsatzes in Höhe von 1 Milliarde DM aus. Stark zugenommen hat der Umsatz mit Sicherheits- und Chipkartentechnik. Porto soll nach 2002 sinken / Briefmonopol soll über 2002 hinaus verlängert werdenDezember 2000 Der Deutsche Verband für Post und Telekommunikation nannte die Verlängerung verfassungswidrig. Private Konkurrenzfirmen hätten mit einer Verfassungsklage gute Chancen, da sie andere politische Rahmenbedingungen hätten erwarten können. Bund will Mehrheit an der Deutschen Post aufgeben20.11.2000 In Artikel 143b Grundgesetz ist festgelegt, dass der Bund die Kapitalmehrheit an der Post frühestens am 1. Januar 2000 aufgeben darf. Dazu bedarf es eines Bundesgesetzes mit Zustimmung des Bundesrates. Wie die Frankfurter Allgemeine Ende des Jahres 2000 aus Regierungskreisen erfahren hat, könnte die Gesetzesänderung zusammen mit anderen geplanten Regelungen des Postrechts, zu denen auch eine Verlängerung des Briefmonopols gehört, noch 2001 beschlossen werden, um das Vorhaben aus dem Wahljahr 2002 herauszuhalten. Bundespolitiker verärgert über UPS-SchreibenSeptember 2000 13 Milliarden DM für Bahn- und Post-Pensionen / Bundeszuschüsse für Pensionen steigen alarmierendAugust 2000 Der Bund - so der Finanzminister - müsse im Jahr 2000 allein an das Bundeseisenbahnvermögen noch 10,4 Milliarden DM abführen. Der Bundeszuschuss an die 3 Pensionskassen für die Ruhestandsbeamten der früheren Deutschen Bundespost und ihrer Nachfolge-Unternehmen steigt von 8,4 Milliarden DM im Jahr 2000 schrittweise auf 10,8 Milliarden DM im Jahr 2004. Als Grund für den massiven Anstieg der Post-Pensionen nannte das Bundesfinanzministerium die günstige Vorruhestandsregelung, die von den Bediensteten im letzten Geltungsjahr (1999) sehr stark genutzt worden sei. Zudem müssen die Nachfolge-Unternehmen der Bundespost seit 2000 weniger Beiträge an die Unterstützungskassen zahlen. Nach den gesetzlich festgelegten Fix-Beträgen bis 1999 zahlen Post, Postbank und Telekom seit dem Jahr 2000 jährlich nur noch ein Drittel der Bezüge der noch aktiven Beamten an die Pensionskassen. Von 7,21 Milliarden DM im Jahr 1999 sank der Gesamtbetrag der 3 Unternehmen auf 3,5 Milliarden DM in 2000. Gemeinsame Versorgungskasse für Post, Postbank und TelekomDezember 2000 Die gemeinsame Versorgungskasse wird als Bundes-Pensions-Service für Post und Telekommunikation e.V. (BPS-PT) arbeitsteilig tätig und übernimmt für den Bund treuhänderisch die Finanzverwaltung. Sie ist für das gesamte Auszahlungsgeschäft der Versorgungs- und Beihilfeleistungen mit jährlich mehr als 13 Milliarden DM für 270.000 Pensionäre der Post, Postbank und Telekom verantwortlich. Sitz des BPS-PT ist Bonn. Bis 2004 wird die Zahl der Pensionäre aus den 3 Unternehmen auf etwa 286.000 steigen. Modernes Philatelie-Versandzentrum entsteht in Weiden/OberpfalzJuli 2000 In Frankfurt bleibt die Verwaltung der Niederlassung Philatelie u. a. mit dem Kundenservice und einem Telefonservice-Center für die Briefmarkensammler. Die Versandstelle in Berlin entfällt. Post verstärkt Präsenz in USAJuli 2000 Der Schwerpunkt von International Postal Consultants (203 Mitarbeiter, 70 Millionen DM Umsatz) liegt seit 1991 im Versand internationaler Postsendungen für Geschäftskunden aus den USA. Weiterer Ausbau des Paketnetzes in ItalienJuli 2000 Deutsche Post gibt italienische trans-o-flex-Tochter zurückAugust 2000 Die Deutsche Post bleibt mit den Tochterunternehmen M.I.T., Mailand, und SAV, Bergamo, weiter stark im italienischen Paketmarkt präsent. 2.600 Auszubildende beginnen ihr Berufsleben bei der Deutschen PostAugust 2000
Post stoppt Nachtluftpostflüge nach Lahr28.10.2000 Grundstein für den Neubau der Zentrale der Deutschen Post in Bonn21.08.2000 Mit der Konzernzentrale will die Deutsche Post ein Zeichen für die ehemalige Bundeshauptstadt Bonn als Wirtschaftsstandort setzen. „Das architektonische Highlight von Helmut Jahn verkörpert die Modernität und Innovationskraft des Konzerns”, so Vorstandsvorsitzender Klaus Zumwinkel bei der Feier. Mit dem Hochhaus aus Glas südlich des früheren Abgeordnetenhauses „Langer Eugen” wird das ehemalige Regierungsviertel zum „Postviertel”: In der Nähe haben sowohl die Postbank als auch weitere Tochterunternehmen der Deutschen Post World Net ihren Standort. Der Entwurf für den Post-Tower stammt von dem deutsch-amerikanischen Stararchitekten Helmut Jahn. Das Gebäude wird mit 162,5 Metern das höchste Bürogebäude Nordrhein-Westfalens und überragt den Kölner Dom um 5 Meter. Die Form des Gebäudes gleicht zwei leicht versetzten Ellipsenhälften. Es hat 40 Obergeschosse und 5 Tiefgeschosse mit 600 Parkplätzen. Die Glasfassade birgt eine technische Raffinesse: Sie ist zweischalig und sorgt für einen Temperaturausgleich der Luft, sodass auf eine Klimaanlage in den Büros verzichtet werden kann. Optische Akzente setzt der französische Lichtkünstler Yann Kersalé: Die Fassade kann computergesteuert in ineinander übergehenden Farben illuminiert werden. Deutsche Telekom stoppt Werbung der Post für die „P-Aktie”August 2000 Seit Mitte August 2000 hatte die Deutsche Post in allen größeren Tages- und Wochenzeitungen und in Fernseh-Spots mit den Gottschalk-Brüdern und dem Slogan geworben „Die P-Aktie kommt”. Diese Bezeichnung - so die Post - sei bereits seit Jahren in vielen Presseveröffentlichungen aufgetaucht, bevor die Deutsche Post ihn überhaupt selbst verwendet habe. Die Telekom hatte - wie die Süddeutsche Zeitung herausfand (Ausgabe vom 25. August 2000) - bereits am 24. September1998 beim Bundespatentamt beantragt, den Markentext „P-Aktie” durch Eintrag in das Markenzeichenregister zu schützen. Ebenso ähnliche Bezeichnungen mit hellen Konsonanten wie B, D und G, sodass z.B. auch die Bahn AG künftig nicht mit einer B-Aktie werben könnte. Diesem Antrag wurde mit Eintrag in das Register am 2. Dezember 1999 stattgegeben. Zum Schutzumfang gehört u. a., dass diese Begriffe von einem Wettbewerber weder zur Werbung noch im Rahmen des Finanzwesens (und damit auch nicht im Rahmen eines Börsengangs) verwendet werden dürfen. Widerspruch gegen die Eintragung wurde beim Bundespatentamt nicht erhoben. Die Deutsche Post stellte kurzfristig ihre Werbung auf den Begriff „Aktie Gelb” um. Blaue Farbe für FrankiermaschinenAugust 2000 Deutsche Post gründet Venture Capital GesellschaftSeptember 2000 Deutsche Post Express Partner des Weltpostvereins für Express-SendungenSeptember 2000 Voraussichtlich 120 Länder werden ihre EMS-Sendungen über die Deutsche Post World Net zustellen lassen. Die notwendigen Verträge werden individuell mit den nationalen Postverwaltungen der jeweiligen Länder abgeschlossen. Starttermin ist der 1. Januar 2001. Das Vertragspaket hat eine Laufzeit bis Ende 2002 mit der Möglichkeit einer einjährigen Verlängerung. Neue Paket-Produkte für ganz EuropaOktober 2000 Europack ist eine klassische Dienstleistung für Paketsendungen mit einem Gewicht bis zu 31,5 kg. Das Produkt bietet auf den Tag genau kalkulierbare Laufzeiten und eine einfache Preisgestaltung mit 4 Tarifzonen. Als Europremium können schwerere Pakete, Sammelsendungen oder Paletten bis maximal 800 kg innerhalb Europas versandt werden. Auch dieses Produkt bietet eine einfache Preisgestaltung mit 4 Tarifzonen. Außerdem hat der Kunde die Auswahl aus einem breiten Spektrum von Zusatzleistungen, z.B. die grenzüberschreitende Nachnahme, ein schriftlicher Ablieferungsnachweis oder ein 3. Zustellversuch. Auch die grenzüberschreitende Sendungsverfolgung (Tracking & Tracing) ist möglich. Die Regellaufzeiten in Kern-Europa liegen zwischen 24 und 72 Stunden. Zu diesem Paketversand aus einer Hand tragen folgende Post-Tochterunternehmen und Beteiligungsunternehmen bei: Ducros Services Rapides (Frankreich), Guipuzcoana (Spanien und Portugal), M.I.T. S.r.l. (Italien), Suricor Omega Express Ltd. (Großbritannien und Irland), Servisco Sp. Zo.o. (Polen), Van Gend & Loos B.V. (Benelux-Länder), ASG (Dänemark, Finnland, Norwegen und Schweden), Quickstep (Österreich) sowie die Deutsche Post Euro Express in der Schweiz und Tschechien. Alle Unternehmen treten einheitlich unter dem gemeinsamen Namen Euro Express auf. 2,2 Tage Laufzeit für Briefe aus Deutschland innerhalb EuropasDezember 2000 Die UNEX-Studie wird im Auftrag der Internationalen Post Corporation (IPC), einer Vereinigung von 21 weltweit führenden Postunternehmen durchgeführt. Neue Briefmarken nur mit doppelter WährungsbezeichnungOktober 2000 Post-Tochter Danzas verstärkt sich in Europa und AsienSeptember 2000 Deutsche Post World Net vor Börsengang mit Rekord-Zahlen29.09.2000 Danach stieg der Umsatz der Deutschen Post World Net im 1. Halbjahr 2000 im Vergleich zum gleichen Vorjahreszeitraum um 58 Prozent auf 15,7 Milliarden Euro, hauptsächlich bedingt durch Akquisitionen. Das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (EBITA) wuchs sogar um 141 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro. Damit stieg die Umsatzrendite von 5,8 Prozent auf 8,9 Prozent. Für die Investoren ist die Eigenkapitalrendite von besonderer Bedeutung. Zumwinkel geht davon aus, dass die Eigenkapitalrendite (Return on Equity) im Gesamtjahresergebnis 2000 bei der Deutschen Post World Net bei über 30 Prozent liegt. 28 Prozent des Umsatzes konnte der Konzern im 1. Halbjahr 2000 im Ausland erzielen. Im Jahr zuvor waren es nur 14 Prozent, 1998 sogar nur 2 Prozent. Dies zeigt - so Zumwinkel - deutlich die Wandlung des Unternehmens zu einem internationalen Logistik-Konzern. Der Umsatzanteil aus dem national ausgerichteten Unternehmensbereich (UB) BRIEF fiel auf 35 Prozent. 1998 waren es noch 70 Prozent. Umsatz-Ergebnisse des 1. Halbjahres im Einzelnen: UB BRIEF 5,8 Milliarden Euro, UB EXPRESS, zu dem auch der Paketservice gehört, 2,9 Milliarden Euro, UB LOGISTIK 3,8 Milliarden Euro, UB FINANZ DIENSTLEISTUNGEN 4 Milliarden Euro. Deutsche Post einigt sich mit der britischen PostOktober 2000 Aufgrund unterschiedlicher nationaler Rechtsauffassungen bestand seit Jahren zwischen den Unternehmen Uneinigkeit über die Behandlung sogenannter Remailing-Sendungen. Auf Antrag der britischen Post hat die EU-Kommission in dieser Angelegenheit im Mai 2000 ein Wettbewerbsverfahren gegen die Deutsche Post eröffnet. Im Interesse ihrer internationalen Kunden haben sich beide Post-Unternehmen im Oktober 2000 geeinigt und damit die Auseinandersetzung gütlich beigelegt. Deutsche Post und Burda Direct erwerben Presse Service GüllOktober 2000 PC-Frankierung erfolgreich auf dem Prüfstand / E-Stamp (USA) stellt E-Porto einNovember 2000 Wer künftig auf das Kleben von Briefmarken verzichten möchte, benötigt außer einem gewöhnlichen PC eine besondere Software und einen Internetzugang. Die mit dem herkömmlichen Drucker erzeugte Frankierung kann auf den Briefumschlag oder - bei Fensterumschlägen - direkt auf das Dokument gedruckt werden. Sie enthält u. a. einen Matrix-Barcode ungefähr in der Größe einer Briefmarke. Dieser Code dient in erster Linie der Fälschungssicherheit. In ihm verschlüsselt sind Informationen über die Seriennummer des PC-Frankiersystems zur Identifizierung des Absenders sowie Angaben über den Brief wie Erstellungsdatum und Porto. Außerdem werden Postleitzahl und bestimmte Elemente der Zustellanschrift im Barcode eingestellt. Die PC-Frankierung eignet sich in erster Linie für kleine Betriebe, Büros oder Vereine, die bis zu 200 Briefe wöchentlich versenden. Die Deutsche Post ermöglicht Software-Firmen, eigene Systeme zur PC-Frankierung auf dem Markt anzubieten. Unterdessen hat die US-amerikanische Firma E-Stamp, an der die Deutsche Post mit 1,25 Prozent beteiligt ist, ihr Produkt „PC-Frankierung” nach einjährigem Test eingestellt. „Das Geschäft mit Briefmarken aus dem Internet läuft nicht”, sagte E-Stamp-Chef Robert Ewald. Bei der Deutschen Post sieht man das Scheitern von E-Stamp als Chance. „Wir konnten den Markt in den USA beobachten und aus den Fehlern lernen”, sagte ein Postsprecher. So habe E-Stamp auf die falsche Technologie gesetzt: eine Hardware-Lösung. Der Kunde musste erst einmal Geld für neue zusätzliche Geräte ausgeben. Die Deutsche Post verspricht sich von der Internet-Frankierung zunächst kein großes Geschäft. Es gehe vielmehr darum, der Kundschaft einen zusätzlichen Service zu bieten. Erweiterungsmöglichkeiten sieht die Post im „Tracking”: der Kunde kann dann online prüfen, wo sich die Sendung auf dem Beförderungsweg befindet. Monika Wulf-Mathies wechselt zur Post20.10.2000 Die promovierte Historikerin hatte ihre Laufbahn im Bundeswirtschaftsministerium unter Karl Schiller begonnen und wechselte Anfang der 70er Jahre ins Kanzleramt. Von 1982 - 1994 war sie Vorsitzende der Gewerkschaft Öffentliche Dienste, Transport und Verkehr (ÖTV). Danach - von 1995 - 1999 - verantwortete sie als Mitglied der Europäischen Kommission die EU-Regionalpolitik. Bis Ende 2000 war sie europapolitische Beraterin bei Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD). Post soll sich von trans-o-flex trennenOktober 2000 Paketdienst Hermes und Presse-Verlage drängen ins BriefgeschäftDezember 2000/Januar 2001 Mitte November 2000 gaben der Otto-Versand und die Swiss Post International, eine Tochter der Schweizer Post, die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens Prime-Mail GmbH bekannt. Prime-Mail soll die flächendeckende Zustellung von Brief- und Katalogsendungen in Deutschland, der Schweiz und - über das logistische Netz der Schweizer Post und ihrer ausländischen Partner - weltweit gewährleisten. In Deutschland soll die Otto-Tochter Hermes Boten Service (HBS) die Zustellung übernehmen. Über 8.000 Boten in mehr als 400 Stützpunkten stellen schon seit 1999 nach eigenen Angaben jährlich 30 Millionen Kataloge und Infopost zu. 2001 soll der Mengenumsatz auf 100 Millionen Sendungen steigen. Die 6.700 Hermes-Mitarbeiter haben 1999 mit über 140 Millionen Paketsendungen rd. 590 Millionen DM umgesetzt. Auch deutsche Zeitungsverlage arbeiten nach einem Bericht der Tageszeitung „Die Welt” intensiv am Aufbau von Briefzustellnetzen. „Alle Verlage sehen nach der weiteren Liberalisierung im Briefdienst in der Postzustellung eine Riesenchance”, sagte Detlef Hengstebeck, Vertriebsleiter für neue Geschäftsfelder der Mediengruppe der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung”. Der Essener Konzern will 2001 ins Postgeschäft einsteigen. Derzeit testet die WAZ mit einem Pilotprojekt den Markt im Ruhrgebiet. Auch die Würzburger Tageszeitung „Main-Post” kooperiert seit November 2000 mit einem lokalen Kurierdienst und steigt am 2. Januar 2001 mit der „Main-Post Logistik GmbH” in die Briefzustellung ein. Die neue Firma übernimmt das Abholen und Zustellen von Geschäfts- und Privatbriefen im gesamten Verbreitungsgebiet der Zeitung, das ist der größte Teil Unterfrankens und das angrenzende Nordbaden im Bereich Bad Mergentheim/Wertheim. Der Zeitungsverlag setzt für die Zustellung seine 1.500 Zeitungsausträger und ihre rd. 60 Fahrzeuge ein, mit denen täglich die Zeitung im Einzugsgebiet verteilt wird. Mit der Firma Maximail ist das „Darmstädter Echo” bereits aktiv im Postmarkt und will 2001 „voll einsteigen”. Die Firmen-Allianz Agil knüpft ab 2001 „einen Logistikstrang von Hamburg über Frankfurt nach Stuttgart”. 500.000 Briefe sollen durch den Zusammenschluss von 26 Firmen monatlich befördert werden. Auch die „Frankfurter Allgemeine” will beim Postverkehr nicht abseits stehen und hat dazu die Medienservice GmbH gegründet. Ein weiterer Konkurrent der Deutschen Post formiert sich im Südwesten Deutschlands: Der Badische Verlag in Freiburg und der Südkurier in Konstanz gründeten im Dezember 2000 die „Arriva GmbH Briefe und Service” in Freiburg. Die Verlage wollen mit der neuen Firma ihre Logistikkapazitäten von mehr als 3.500 Zeitungsausträgern für Postzustellung nutzen. Das Unternehmen kommt werktäglich fast in jeden 2. Haushalt der Vertriebsgebiete beider Zeitungen. Auch die niederländische Post rüstet für den deutschen BriefmarktNovember 2000 Wieder streichen Post-Konkurrenten die SegelDezember 2000 Mit großen Erwartungen war der wegen seiner roten Autos und der roten Uniformen seiner Zusteller auch „rote Post” genannte private Briefbeförderer am 1. Dezember 1999 an den Start gegangen. Ihren Kunden - u. a. die Stadtverwaltungen in Heusenstamm und Obertshausen und die Industrie- und Handelskammer Offenbach - kündigte die „rote Post” zum Jahresende 2000 den Beförderungsvertrag. Die IHK vermutet als Ursache für die Geschäftsaufgabe Personalmangel und einen hohen Krankenstand. Das Porto beim Post-Konkurrenten betrug 93 Pfennig für eine Postkarte und je nach Umschlaggröße zwischen 1,05 DM und 3,48 DM zuzüglich Mehrwertsteuer (die entsprechenden Preise der Deutschen Post: Postkarte 1 DM, Standardbrief 1,10 DM, Kompaktbrief 2,20 DM, Großbrief 3 DM, Maxibrief 4,40 DM). Überregionale Briefsendungen stellte die „rote Post” nicht zu, übernahm sie aber von ihren Kunden und lieferte sie bei der „gelben” Post ein. Auch für den 26-jährigen Hamburger Jungunternehmer Daniel Giersch und seine Firma Dmail ging die Rechnung mit der Briefpost nicht auf. Seine Geschäftsidee war kurios: Giersch verlangte für einen Brief 3 Pfennig weniger als die Deutsche Post, nämlich 1,07 DM, versah die Sendungen mit dem eigenen Werbestempel, frankierte sie mit dem Post-Porto und lieferte sie dann bei der Deutschen Post ein. Die Kalkulation des Jurastudenten war von Anfang riskant: Holte Dmail täglich 100.000 Briefe bei Kunden ab, waren monatlich 60.000 DM zuzuschießen. Ziel war es, auf diese Weise Millionen von Kundenadressen in die Datei zu bekommen und nach dem Auslaufen der Exklusivlizenz der Deutschen Post groß in den Briefmarkt einzusteigen. Nach nur 3 Monaten gab Giersch auf. „Es ist mir unverständlich, warum der Markt nicht auf mein Angebot reagiert hat.” Ab 2001 neuer Tarifvertrag mit niedrigeren LöhnenNovember 2000 Im Gegenzug hat die Deutsche Post der Gewerkschaft zugesagt, zuvor noch 11.000 befristet Beschäftigte als ständige Arbeiter zu übernehmen und zusätzlich 1.200 Kräfte für den Zustelldienst neu einzustellen. Außerdem werden betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2004 ausgeschlossen. Auch nach dem neuen Tarifvertrag liegen die Post-Löhne - wie Gewerkschaftssprecherin Sigrun Schmid der Presse sagte - noch 10 - 15 Prozent über dem Branchenschnitt. KEP-Markt in Deutschland setzt 20 Milliarden DM umDezember 2000 1999 war die Deutsche Post umsatzstärkster Dienstleister auf dem deutschen KEP-Markt mit 3,4 Milliarden DM Frachtpostumsatz, gefolgt vom Deutschen Paketdienst (1,7 Milliarden DM), UPS (1,5 Milliarden DM) und German Parcel (0,7 Milliarden DM). Deutsche Post stockt Beteiligung an DHL International auf 50,6 Prozent aufOktober 2000 DHL International, auf den Bermudas ansässig, wurde 1969 gegründet und umfasst heute die außerhalb der USA operierenden Unternehmen eines weltumspannenden Dienstleistungsnetzes, das unter der Marke „DHL Worldwide Express” auftritt. DHL Worldwide Express nimmt bei der Abholung, dem Transport und der Auslieferung von zeitsensitiven Sendungen weltweit eine führende Position ein. DHL International hält 52 Prozent des Aktienkapitals an DHL Worldwide Express, Inc., die ihrerseits sämtliche Anteile der DHL Airways, Inc. (DHLA) hält. DHLA ist zusammen mit ihren Tochterunternehmen für die gesamte Geschäftstätigkeit in den USA zuständig. Das Netz von DHL Worldwide Express hatte 1999 weltweit mehr als 1 Million Kunden und verfügt über eines der weltweit führenden Netze im internationalen Luftexpressbereich mit Lieferungen an über 80.000 Bestimmungsorte in mehr als 220 Ländern. DHL International beschäftigt mehr als 64.000 Mitarbeiter. Zu ihrem Dienstleistungsangebot zählen hauptsächlich weltweite Expresslieferungen von Dokumenten und Paketen und deren Zustellung am Tag nach Abholung. Personalrotation auf Top-Ebene bei Deutsche Post World Net - DHL International - DHL USADezember 2000 Sein Nachfolger in Brüssel ist ab 1. Januar 2001 Uwe R. Dörken, Vorstandsmitglied bei der Deutschen Post World Net. Er hat in dieser Funktion u. a. das europaweite Paketnetzwerk Euro Express aufgebaut. Dörken bleibt weiter Vorstandsmitglied der Deutschen Post World Net. Als Vorstand DHL Worldwide Express soll er eine optimale Vernetzung der globalen Express-Aktivitäten sicherstellen. Nachfolger von Dörken ist ebenfalls ab 1. Januar 2001 Dr. Peter Kruse als Vorstand Euro Express. Er war früher Alleingeschäftsführer bei der Bertelsmann Distribution und danach stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsleitung von Kühne & Nagel International AG. Seit Ende 1999 hat Kruse als Sonderbeauftragter des Vorstands der Deutschen Post World Net erfolgreich internationale Akquisitionen im Logistikbereich verantwortet. Deutsche Postgewerkschaft bei German Parcel aktivDezember 2000 DPD will Zugang zu Teilleistungen der Deutschen Post nutzenDezember 2000 Erfolgreicher Börsenstart am 20. November 200020.11.2000 Die Eigentümer - der Bund und die bundeseigene Kreditanstalt für Wiederaufbau - brachten zum Emissionspreis von 21 Euro 319,93 Millionen Aktien (einschließlich Greenshoe = Mehrzuteilungsoption), das sind 29 Prozent des Aktienkapitals der Deutschen Post auf den Markt. Die Aktie Gelb konnten Privatanleger in Deutschland, Großbritannien, Italien, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz und Spanien zeichnen. Für institutionelle Anleger wurde die Aktie weltweit - vor allem in den USA und Japan - angeboten. Für die Mitarbeiter der Deutschen Post wurde ein spezielles Beteiligungsprogramm aufgelegt. Insgesamt 145.000 Mitarbeiter machten von dem Angebot Gebrauch und zeichneten für fast 400 Millionen Euro die Aktie Gelb (6 Prozent des Emissionsvolumens). Dem Konzern-Vorstand und 1.000 Führungskräften werden Optionen auf den Bezug von bis zu 50 Millionen Aktien angeboten. Sie können frühestens nach 3 Jahren ausgeübt werden und sind an das Erreichen von Erfolgszielen des Unternehmens gekoppelt. Der Eigentümer Bund konnte 6,6 Milliarden Euro Emissionserlös einstreichen. Schon am ersten Zeichnungstag stieg der Kurs zwischenzeitlich auf 22 Euro, am 2. Tag sogar auf 23,45 Euro. Angesichts der allgemeinen Börsenflaute waren alle Beteiligten von Bund, Post und den Konsortialbanken höchst zufrieden. 1 Euro = 1,95583 DM / Euro ab 1. Januar 2001 Hauswährung der Deutschen PostDezember 2000 ◊
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