![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() Post und Telekommunikation Telekommunikation |
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Januar - Juni 1999
Telekom stellt neuen Antrag zur TeilnehmeranschlussleitungJanuar 1999 In ihrem neuen Anlauf beantragt die Telekom u.a. einen monatlichen Mietpreis von 37,30 DM für die Kupferdoppelader und einmalige Entgelte für deren Neuschaltung in Höhe von 438,62 DM ohne Montage und 581,52 DM mit Montage bzw. bei Übernahme ohne Montage 364,63 DM und mit Montage 437,91 DM. Die Regulierungsbehörde kündigte an, in der 2. Februar-Hälfte in einem Beschlusskammerverfahren über den Telekom-Antrag zu entscheiden. Das Verwaltungsgericht Köln verpflichtete aber am 20. Januar 1999 die Regulierungsbehörde, bereits bis zum 8. Februar 1999 eine endgültige Entscheidung über die Festsetzung der Mietpreise zur Teilnehmeranschlussleitung herbeizuführen. Das Gericht entsprach damit im Wesentlichen einem Antrag von Mannesmann Arcor. Tatsächlich entschied die Regulierungsbehörde am 8. Februar 1999 abschließend über den Telekom-Antrag. Danach darf die Telekom bis zum 31. März 2001 folgende Nettoentgelte für die Überlassung der Kupferdoppelader von ihren Mitwettbewerbern verlangen: 25,40 DM als monatlichen Mietpreis für die Kupferdoppelader und zusätzlich als einmaliges Entgelt für die Neuschaltung ohne Montage 196,55 DM bzw. 337,17 DM für die Neuschaltung mit Montage, bei Übernahme ohne Montage 191,64 DM bzw. 241,31 DM für die Übernahme mit Montage. Damit ist die Grundlage für den Wettbewerb im Ortsnetz geschaffen. Klaus-Dieter Scheurle, Chef der Regulierungsbehörde , erwartet, dass das Angebot für Ortsgespräche nun umfassender und preiswerter wird. Die Telekom akzeptierte die Entscheidung, während Mannesmann Arcor dagegen hielt, die Miete sei zu hoch und schütze die Monopolstellung der Telekom im Ortsbereich, und kündigte Klagen an. In diesem Sinne äußerte sich auch der Sprecher von Viag Interkom. Mobilcom erklärte, sie werde ihr geplantes Angebot für Ortsnetzgespräche wohl weitgehend auf Geschäftskunden beschränken. Erste Frequenzen für den digitalen terrestrischen Tonrundfunk (T-DAB) vergeben24.02.1999 Zeitgleich wurden an die Deutsche Telekom die Frequenzen für landesweit nutzbare T-DAB-Frequenzblöcke im VHF-Bereich und im 1,5 GHz-Bereich für die Länder Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zugeteilt. Die Telekom hat damit alle Rechte und Pflichten für den mit den Bundesländern abgestimmten Auf- und Ausbau der digitalen Tonrundfunkversorgung übernommen. Der digitale terrestrische Tonrundfunk ging somit zuerst in den neuen Bundesländern an den Start. Die Telekom darf die exklusiv zugewiesenen Frequenzen zunächst befristet bis zum Jahr 2014 nutzen. Abhörverbot und ScannerbetriebMärz 1999 Regulierungsbehörde genehmigt Preissenkungen bei Telekom16.03.1999 Versagt hat die Behörde die Genehmigung des Entgeltes von 3 Pfennig (brutto) im Ortsbereich bei einer Taktlänge von 60 Sekunden an allen Tagen in der Zeit von 21 Uhr bis 6 Uhr. Die Telekom berechnet für Ortsgespräche nach 21 Uhr 12 Pfennig für 4 Minuten. Präsident Klaus-Dieter Scheurle begründete das Verbot des neuen Tarifs mit Wettbewerbsargumenten: Da die Telekom von anderen Telefonunternehmen für den Zugang zum Telefonkunden mindestens 2,48 Pfennig pro Minute allein für die Nutzung des Netzes kassiere, könne ein Preis von 3 Pfennig je Minute nicht kostendeckend sein. Die Folge: Ein einminütiges Ortsgespräch kostet weiter 12 Pfennig, ein gleich langes Ferngespräch nur 6 Pfennig. „Das bedeutet ein Ungleichgewicht, das wir unseren Kunden nicht erklären können”, kritisierte Telekom-Chef Ron Sommer die Behörden-Entscheidung. Die Konjunkturmotoren Telekommunikation und Post wachsen weiterJuni 1999 Die Umsätze im deutschen Telekommunikationsmarkt lagen 1998 kumuliert bei 106 Milliarden DM. Positive Effekte sieht die Behörde auch bei den Beschäftigungsmöglichkeiten. Der Personalabbau bei der Deutschen Telekom im Jahr 1999 werde erstmals vollständig durch den Zuwachs bei den neuen Wettbewerbern aufgefangen, die beim Personal um 31 Prozent zulegen. Dies entspricht 53.100 neuen Arbeitsplätzen. Das durchschnittliche Tagesverkehrsvolumen im Sprachtelefondienst lag Ende des 1. Halbjahres 1999 deutlich über 600 Millionen Minuten. Davon hatten die Wettbewerber der Telekom einen Anteil von rd. 14 Prozent. Bei inländischen Ferngesprächen, Auslandsgesprächen und Gesprächen zwischen Fest- und Mobilfunknetzen erzielten sie sogar einen Anteil von 35 Prozent. Der Telefonverkehr steigt nach Schätzung der Regulierungsbehörde im Jahr 1999 um ca. 20 Prozent. Für inländische Ferngespräche an Werktagen zahlte der Verbraucher zur Jahresmitte 1999 je nach Verkehrszeit bis zu 85 Prozent weniger als noch vor 18 Monaten. Mit 15,94 Millionen Mobiltelefonteilnehmern rangierte Deutschland Ende April 1999 im westeuropäischen Vergleich nach Italien an 2. Stelle. Ende Juni 1998 waren es in Deutschland schon 16,9 Millionen Mobiltelefonteilnehmer. Im Mobiltelefondienst haben die Verbraucher im Mai 1999 gegenüber Ende 1997 laut Preisindex für Mobilfunkdienstleistungen des Statistischen Bundesamtes 25,3 Prozent weniger für denselben Korb von Leistungen bezahlt. Am stärksten wuchs der Markt für Internet- und Online-Dienste in Deutschland seit dem Start der kommerziellen Anbieter im Jahr 1995. Nach dem Boom-Jahr 1998, das die Internet-Nutzung dem Massenmarkt öffnete, steigen die Teilnehmerzahlen stetig an. So dürfte die Zahl der Internet-/Online-Abonnenten von 7,5 Millionen Ende 1998 über 8 Millionen Mitte 1999 auf 9 Millionen bis Ende 1999 steigen. Nach Angaben der Behörde lag 1998 der Umsatz im deutschen Postmarkt bei 42 Milliarden DM, davon entfielen auf die Deutsche Post 28 Milliarden DM. Das sind 2 Drittel der Gesamtumsätze. Das restliche Drittel teilen sich eine Vielzahl von Anbietern. Der Umsatz im lizenzierten Bereich (Beförderung von Briefsendungen bis 1.000 Gramm) betrug 1998 rd. 19 Milliarden DM. Auf die Deutsche Post entfiel davon ein Anteil von über 99 Prozent. Seit dem Inkrafttreten des Postgesetzes am 1. Januar 1998 vergab die Regulierungsbehörde an 387 Unternehmen Lizenzen für den Wettbewerbsbereich im Briefmarkt. Kooperation Deutsche Telekom und Deutsche Post stärkt Kernkompetenzen19.05.1999 Zumwinkel wertete die Vereinbarung als Beginn einer strategischen Zusammenarbeit, die die Kernkompetenzen beider Konzerne stärke. „Bei der Logistik folgt die Deutsche Telekom dem weltweiten Trend zum Outsourcing. Künftig wird das Unternehmen auf die Leistungsfähigkeit der Deutschen Post vertrauen, und wir werden auch für die komplexen Ansprüche der Telekom maßgeschneiderte Lösungen anbieten können”, so Zumwinkel. Dr. Ron Sommer: „Auch für die Deutsche Post war klar, dass im Bereich Informationstechnik und Telekommunikation nur ein äußerst starker und zuverlässiger Dienstleistungspartner die gestellten Telematik-Aufgaben erfüllen kann.” Im Einzelnen will die Telekom wesentliche Bestandteile des Informationstechnologie-Betriebs der Deutschen Post übernehmen, außerdem den Betrieb des Telekommunikations-Netzwerks der Post samt umfangreicher Service-Aufgaben. Die Deutsche Post soll den gesamten Logistikbedarf der Telekom decken, einschließlich der Lager- und Materialwirtschaft, Distribution/Transport, Entsorgungslogistik sowie des Betriebs von Druckzentren. Auch bei der gemeinsamen Entwicklung einheitlicher Standards in den Bereichen Trust Center- und Security-Leistungen sowie eCommerce wollen die Unternehmen zusammenarbeiten. Ebenso werden im Bereich Fuhrparkmanagement Synergien geprüft. Im Zug der gegenseitigen Aufgabenübertragungen sollen 950 Mitarbeiter des Post-Konzerns zur Telekom wechseln. Die Deutsche Post beabsichtigt, 3.200 Beschäftigte der Telekom zu übernehmen. Deutsche Post stellt Telebrief ein01.07.1999 Telebriefe, die fast ausschließlich von Firmen versandt wurden, wiesen seit Jahren rückläufige Zahlen auf. Im Jahr 1998 wurden pro Tag nur noch 1.500 Telebriefe versandt (Vergleich: 70 Millionen Briefsendungen werktäglich). Der Rückgang erklärt sich aus der zunehmenden Verbreitung elektronischer Medien wie Fax und E-Mail und nicht zuletzt die erheblich gestiegene Zuverlässigkeit bei der Beförderung von Express-Sendungen. Erdfunkstelle Fuchsstadt stellt Betrieb einJanuar 1999 Ausschlaggebend ist die Tatsache, dass immer mehr interkontinentale Telekommunikationsverbindungen über Glasfaser abgewickelt werden. Sie sind in den letzten Jahren erheblich kostengünstiger geworden als Satellitenverbindungen. Angesichts des Wettbewerbs im Telekommunikationsmarkt hat die Deutsche Telekom zusammen mit France Télécom eine Neuordnung der Satellitenkapazitäten erarbeitet, die eine Reduzierung der Standorte der Erdfunkstellen erfordert. Die Erdfunkstellen in Raisting und in Usingen/Taunus bleiben in Betrieb. Die Erdfunkstelle Fuchsstadt im fränkischen Saaletal ging im Juli 1985 in Betrieb. Sie war zusammen mit den Erdfunkstellen Raisting und Usingen wichtige Übertragungsstation für den weltweiten Telekommunikationsverkehr - Telefongespräche, Texte, Daten, Rundfunkübertragungen - aus und nach Deutschland per Satelliten. Chipkarten für digitale UnterschriftJanuar 1999 Die digitale Signatur ist das elektronische Ebenbild der persönlichen Unterschrift und schafft die Voraussetzung für einen sicheren Austausch von Daten in der Computerkommunikation und über das Internet. Damit kann beim Datentransport in offenen Telekommunikationsnetzen erstmals festgestellt werden, von wem ein Dokument stammt und ob es bei der Übermittlung verfälscht wurde. Anwendungsgebiete sind elektronische Steuererklärungen, Onlinebanking, Telemedizin, Datenarchivierung, Vertragsübermittlungen und der elektronische Behördenverkehr. Die Telekom ist das erste Unternehmen, das von der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post als Betreiber eines signaturgesetzkonformen Trust Centers zugelassen wurde. „Die digitale Signatur wird bald so selbstverständlich sein wie die eigenhändige Unterschrift”, sagte Detlev Buchal, Produktmarketing-Vorstand der Deutschen Telekom. Trust Center sind gegenüber den Geschäftsbeziehungen der Nutzer neutrale Instanzen. Sie übernehmen eine zentrale Rolle bei der digitalen Signatur: Hier werden die Chipkarten mit den Daten der Anwender personalisiert und verwaltet und verschiedene Zusatzleistungen bereitgehalten. Die Kosten für die Chipkarte setzen sich aus einem einmaligen Kaufpreis von rd. 50 DM für die Chipkarte und einem Jahresbeitrag von rd. 100 DM für die Trust-Center-Dienstleistung zusammen. Neben der Chipkarte benötigt der Kunde ein Kartenlesegerät für seinen Computer, das die Telekom im Paket mit weiteren Sicherheitskomponenten unter dem Namen „Security First” zum Preis von 299 DM anbietet. Telekom gliedert Kabelgeschäft ausFebruar 1999 „Ein wichtiges Ziel ist es, Investoren für das Kabelgeschäft zu gewinnen, sowie eine stärkere Ausrichtung auf die regionalen Geschäftspotenziale zu erzielen”, sagte der zuständige Telekom-Vorstand Gerd Tenzer. Die Verkabelung der Bundesrepublik durch die Deutsche Telekom seit Anfang der 80er Jahre hat zu einer nahezu einmaligen Situation in Europa geführt: 17,6 Millionen Haushalte nutzen inzwischen dieses Telekom-Angebot. Den Kabelkunden steht eine Programmvielfalt von bis zu 33 analogen TV-Programmen, über 60 Digital-TV-Programmen sowie bis zu 36 UKW-Hörfunkprogrammen und über 50 digitalen Radioprogrammen zur Verfügung. Während die Kabel Deutschland GmbH das gesamte Kabelgeschäft - Planung, Ausbau, Betrieb und Vermarktung von Kabelanschlüssen - übernommen hat, ist die MediaServices GmbH ein zentraler Dienstleister. Sie soll u.a. neue Dienste für Breitbandkabel und Digital-TV entwickeln und anbieten. 1.350 Ausbildungsplätze zusätzlich bis 2001Januar 1999 Die zusätzlichen Ausbildungsplätze werden insbesondere in den neuen zukunftsorientierten Berufen der Informations- und Kommunikationstechnik angeboten, so Ausbildungsgänge zum/zur IT-System-Elektroniker/in, zum/zur Fachinformatiker/in, zum/zur IT-System-Kaufmann/-Kauffrau und zum/zur Informatik-Kaufmann/-Kauffrau. 2,8 Millionen T-Online-KundenFebruar 1999 Mit 800.000 Neukunden (+ 42 Prozent gegenüber Vorjahr) und insgesamt 840 Millionen Verbindungen (+ 70 Prozent) war 1998 das bisher wachstumsstärkste Jahr für T-Online. Ende Januar 1999 hatte T-Online 2,8 Millionen Kunden. Erstmals wurde auch die Schallmauer von 100 Millionen Verbindungen in einem Monat durchbrochen. Neue Produkte für den sicheren elektronischen Handel kündigte Bernd Kowalski, Leiter des Telekom-Produktzentrums Telesec, an: „Wir arbeiten mit Hochdruck an elektronischen Bezahlverfahren.” Außerdem werde die Telekom eine Vielzahl von Zertifikatsdiensten anbieten, um die Kommunikation im Internet abzusichern. Telekom verstärkt Engagement in ÖsterreichFebruar 1999 max.mobil ist das erste private GSM-Mobilfunknetz Österreichs. Es ging am 1. Oktober 1996 in Betrieb. Ende 1998 hatte max.mobil über 800.000 Kunden im Netz. Telekom senkt PreiseApril 1999 So wurden Telefonate zum Service 01805 günstiger: Statt 48 Pf/Min. gilt seit 1. März 1999 ein rechnerischer Minutenpreis von nur noch 30 Pfennig. Am 1. April 1999 folgte eine weitere Preissenkung von 30 auf 24 Pfennig. Auch Gespräche zur Zugangskennzahl 01803 wurden am 1. April 1999 billiger: Der rechnerische Minutenpreis sank von 24 auf 18 Pfennig. Tarifabschluss: 2,8 Prozent Einkommenssteigerung01.03.1999 Gerhard Niesslein neuer Chef der DeTeImmobilien12.03.1999 Niesslein begann nach Studium und Promotion in Österreich seine berufliche Laufbahn bei der Deutschen Bank, arbeitete in leitenden Positionen bei Immobilienfirmen u.a. in Nordamerika und wechselte 1994 zur Landesbank Hessen-Thüringen Girozentrale, Frankfurt, wo er zuletzt Mitglied des Vorstands war. Wachstumsschub für Telekom-ProdukteMärz 1999 T-Online konnte ebenfalls kräftig zulegen und seine Kundenbasis um 42 Prozent auf 2,7 Millionen Kunden erweitern. Um 67 Prozent erhöhte T-Mobil die Kundenzahl im digitalen Mobilfunknetz T-D1 auf 5,5 Millionen Diese Zahlen gab die Telekom bei der CeBIT 99 in Hannover bekannt. T-Online und n-tv starten Kooperation im InternetMärz 1999 Einzelne Fernsehformate wie Focus TV, Sat 1 ran und die Pro Sieben News bietet T-Online bereits seit Längerem im Internet an. Für Jahr-2000-Herausforderung gerüstetMärz 1999 Fachhochschule Dieburg ging an das Land Hessen01.03.1999 Die Telekom überlässt dem Land Hessen die Gebäude und Anlagen zumindest für die nächsten 15 Jahre unentgeltlich. Außerdem übernimmt sie für 5 Jahre 50 Prozent der Kosten für das vom Land übernommene Personal. Für Hessen entstehen in den ersten 5 Jahren voraussichtlich Kosten in Höhe von 13 Millionen DM. „Die Telekom gibt mit der Übergabe der Trägerschaft an das Land Hessen eine historisch überholte Vergangenheit ab”, erklärte Dr. Ron Sommer bei der Vertragsunterzeichnung und würdigte die in den vergangenen 31 Jahren geleistete Arbeit der FH. Mehr als 6.000 Studenten wurden seit 1968 in der FH Dieburg zu Ingenieuren der Nachrichten- und Telekommunikationstechnik ausgebildet. Über 1.500 Mitarbeiter aus dem mittleren Dienst haben seit 1982 die wissenschaftsorientierte Fachausbildung absolviert und sich weiterqualifiziert. Joint Venture Global One positiv beurteilt25.03.1999 Joachim Kröske verlässt Telekom-VorstandMärz 1999 Abend-Ferngespräche billigerApril 1999 T-Online ab 1. April 1999 günstigerApril 1999 T-Online eco wird für 8 DM pro Monat (inklusive 2 Online-Stunden) und rund um die Uhr für 6 Pfennig pro Minute angeboten. Der Minutenpreis enthält 3 Pfennig Nutzungs- und 3 Pfennig Verbindungsentgelt. Für jede Verbindung kommen einmalig 6 Pfennig hinzu. Mannesmann übernimmt o.tel.oApril 1999 Die bisherigen Eigentümer RWE und Veba erklärten, mit der Übernahme zum 1. April 1999 seien der Kundenstamm und der gesamte Festnetz-Bereich mit 2.800 Mitarbeitern an Mannesmann gegangen. Die Zustimmung der Aufsichtsräte und der Kartellbehörde stünden noch aus. Laut Mannesmann soll o.tel.o als separate Gesellschaft bestehen bleiben. o.tel.o habe derzeit mehr als 1.000 große Kunden in der Wirtschaft und in Behörden sowie über 400.000 Privatkunden. o.tel.o galt von Anfang an als Sorgenkind unter den großen Telefongesellschaften, die als Konkurrenten der Telekom auftreten. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 1998 machte die o.tel.o.-Gruppe einen Verlust von 2,2 Milliarden DM. Deutsche Telekom: Konzerngewinn 1998 um ein Drittel höher15.04.1999 Das Ergebnis vor Steuern erhöhte sich überproportional zum Umsatz um knapp 39 Prozent auf fast 10 Milliarden DM. Nach Steuern und Minderheitsanteilen verbleibt ein Konzernüberschuss von 4,4 Milliarden DM (+ 33 Prozent). Diese Zahlen gab Ron Sommer bei der Bilanzpressekonferenz am 15. April 1999 bekannt. Der Hauptversammlung am 27. Mai 1999 wird Sommer daher wiederum die Ausschüttung einer Dividende von 1,20 DM/Aktie vorschlagen. Den größten Beitrag zum Konzernumsatz lieferte auch 1998 der Bereich Telefon-Kommunikation mit einem Gesamtvolumen von 40,2 Milliarden DM, was einem Umsatzrückgang in diesem Bereich um 4 Prozent gegenüber 41,9 Milliarden im Vorjahr entspricht. Dies resultiert aus den Preissenkungen des Vorjahres und dem starken Wettbewerb im ersten Jahr der vollständigen Liberalisierung. Einen deutlichen Zuwachs verzeichneten die internationalen Aktivitäten der Telekom mit einer Umsatzsteigerung um 12,5 Prozent von 2,4 Milliarden DM auf 2,7 Milliarden DM. Vor allem schlug die ungarische Beteiligungsgesellschaft Matav positiv zu Buch. Sie trug auch mit einem deutlich verbesserten Nettogewinn positiv zum Konzernüberschuss bei. Der kumulierte Verlust in den Bereichen öffentliche Telefonstellen, Auskunft, Endgeräteverkauf, Breitbandkabel sowie bei den nicht voll konsolidierten Auslandsbeteiligungen (vor allem in Südostasien) sank um mehr als die Hälfte von 4 Milliarden DM auf 1,8 Milliarden DM. Fortgeführt wurde der Abbau des Personalbestands und der Verbindlichkeiten. Zum Jahresende 1998 beschäftigte der Konzern Deutsche Telekom 179.000 Mitarbeiter (- 12.000 Stellen gegenüber Ende 1997). Damit stieg die Personalproduktivität um 9,5 Prozent auf 362.000 DM je Mitarbeiter. Seit 1995 konnte damit die Zahl der Mitarbeiter (ohne die ungarische Matav) um 51.000 verringert werden. Das Ziel, den Personalbestand bis zum Jahr 2000 auf 170.000 zurückzuführen, dürfte vorzeitig erreicht werden. Die Konzernverbindlichkeiten sanken von 87,9 Milliarden DM im Jahr 1997 auf 78,1 Milliarden DM, was zu geringeren Zinszahlungen in der Größenordnung von 600 Millionen DM führte. Startschuss für 0700 Telefonnummern14.04.1999 Für den Service 0700 sind keine zusätzlichen Leitungen oder Endgeräte notwendig, denn der Anschluss besteht nur virtuell, das heißt er ist nicht an eine bestimmte Nummer im Fest- oder Mobilfunknetz gebunden. Anrufe zu einer 0700-Nummer können daher flexibel auf beliebige Anschlüsse umgeleitet werden. Der Kunde entscheidet von Fall zu Fall, wo er erreicht werden möchte. Beispiel: Morgens und abends auf dem Weg ins und vom Büro werden die ankommenden Anrufe automatisch auf ein Handy umgeleitet. Tagsüber landet der Anrufer im Büro, nach Feierabend auf dem Privatanschluss. Selbst beim Urlaub in den kanadischen Wäldern findet der Anrufer über die Rufnummer mit der Vorwahl 0700 den gewünschten Gesprächspartner. Die Ruf-„Nummer” kann außer als „normale” 8-stellige Rufnummer auch als leicht merkbare Vanity-Nummer (bestehend aus Buchstaben oder einem Wort, z.B. dem Familiennamen) zugewiesen werden. Vergeben wird die persönliche Rufnummer von der Mainzer Außenstelle der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post. Einmalig wird bei Zuteilung eine Gebühr von 150 DM erhoben. Bis Ende März 1999 waren bereits fast 18.000 Telefonnummern mit der Vorwahl 0700 vergeben. Für die Schaltung einer 0700-Nummer berechnet die Telekom einmalig 49,90 DM. Hinzu kommt ein monatlicher Grundpreis von 19,95 DM. Die Weiterleitung von Anrufen im nationalen Festnetz ist für den Inhaber einer 0700-Nummer kostenlos. Bei der Weiterleitung ins Mobilfunknetz oder ins Ausland bezahlt der Angerufene einen Zuschlag je nach Ziel und Zeit des Anrufs zwischen 29 Pfennig und 2,71 DM pro Minute. 2. Börsengang der Telekom<Juni 1999
Bereits in den ersten Tagen der Zeichnungsfrist war die Nachfrage sehr stark. Bis 15. Juni 1999 gingen allein von 1,5 Millionen Privatanlegern Zeichnungsaufträge für mehr als 250 Millionen Aktien ein. Das entspricht einem Wert von mehr als 10 Milliarden Euro. Ein Viertel der gesamten Nachfrage kam aus dem Ausland, vor allem aus Italien, den Benelux-Staaten und Spanien. Am 27. Juni 1999 meldete die Telekom: Der 2. Börsengang ist erfolgreich abgeschlossen. Preis der neuen Aktie: 39,50 Euro. Sommer: „Das zur Platzierung vorgesehene Aktienvolumen wurde mit einer Nachfrage von 500 Millionen Aktien (ohne die Aktien aus dem Bezugsrechtsangebot von 78,3 Millionen Stück) zweifach überzeichnet.” Allein amerikanische und japanische Privatanleger orderten 60 Millionen Aktien. Die Privatanleger erhielten 62 Prozent der zur Verfügung stehenden Aktien. Der Emissionserlös liegt bei 11 Milliarden Euro (rd. 21 Milliarden DM), die der Telekom zufließen. Zur Verwendung dieses Kapitalzuwachses sagte Sommer: „Zum einen werden wir unseren Weg zu einem leistungsfähigen Telematic-Dienstleister vorantreiben. Zum anderen werden wir unsere internationale Basis weiter ausbauen, um dauerhaft zu einem führenden Global Player der Telekommunikation zu werden.” Fast 112.000 Telekom-Mitarbeiter (über 55 Prozent der Berechtigten) haben alle für das Mitarbeiter-Beteiligungsprogramm zur Verfügung stehenden 5,9 Millionen Aktien gezeichnet. Dies ist ein Auftragsvolumen von mehr als 210 Millionen Euro. Am ersten Börsenhandelstag der neuen T-Aktien - am 28. Juni 1999 - stieg der Kurs bei reger Nachfrage auf 40,30 Euro (=78,82 DM). Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) beglückwünschte die Telekom zur „ersten europäischen Aktie”. Vom Erfolg des Börsengangs erhofft sich auch der Finanzminister einen erklecklichen Betrag für seine leeren Kassen, vor allem wenn man den Ausgabekurs von 28,50 DM beim ersten Börsengang 1996 mit dem Kurs vom 28. Juni 1999 vergleicht. Der Bund will nach Telekom-Angaben Aktien aus seinem Bestand nicht vor Juni 2000 verkaufen. Zurzeit hält der Bund noch 66 Prozent des Aktienkapitals. Beim 2. Börsengang hatte der Bund auf seine Bezugsrechte verzichtet. Fusionspläne Deutsche Telekom/Telecom Italia letztlich gescheitert26.05.1999 Weitere Aussagen:
Bedenken kamen prompt von der EU-Kommission, der die kartellrechtliche Prüfung obliegt. Der Telekom-Konkurrent Mannesmann kritisierte die geplante Fusion. Mannesmann will die Mehrheit an Italiens führendem privatem Mobilfunkbetreiber Omnitel und am Festnetzbetreiber Infostrada übernehmen. Dies könnte jedoch nur dann gelingen, wenn es andererseits dem Olivetti-Konzern gelingt, sich die Telecom Italia einzuverleiben und damit die deutsch-italienischen Fusionspläne zu vereiteln. Am 27. April 1999 berichtete die Wirtschaftspresse von internationalen Verstimmungen wegen der geplanten Fusion. So gäbe es Differenzen zwischen den Partnern, aber auch steigendes Interesse mit Skepsis in der italienischen Öffentlichkeit. Die italienische Regierung hoffe zwar, am Erfolg des deutschen Kommunikationsriesen teilzuhaben, sie und die italienische Wirtschaft hätten allerdings den Verdacht, dass „die italienische Braut in dieser Ehe vom deutschen Partner erdrückt würde”. Auf Misstrauen bei der italienischen Öffentlichkeit stieß die Meldung, der neue Name werde zwar nicht an die deutsche Herkunft erinnern, die neue AG solle aber nach deutschem Recht verwaltet werden. Frankreichs Öffentlichkeit reagierte mit Empörung und Kritik an den deutsch-italienischen Fusionsplänen. Von Verrat war die Rede. Auch der Partner der Deutschen Telekom, France Télécom, machte aus seiner Verstimmung kein Hehl. Die Fusionspläne wurden um den 20. Mai 1999 von der Olivetti durchkreuzt. Sie hatte schon vor der Bekanntgabe der deutsch-italienischen Fusionspläne den Aktionären der Telecom Italia ein Übernahmeangebot gemacht. Am 21. Mai 1999 wurde bekannt, dass sich Olivetti eine 51,1-prozentige Aktienmehrheit sichern konnte. Die Führungsspitze der Telecom Italia ist 4 Tage später, am 25. Mai 1999, nach dem Erfolg der „feindlichen Übernahme durch den Olivetti-Konzern” zurückgetreten. In Bonn beriet der Telekom-Vorstand über die Konsequenzen für seine Pläne, zusammen mit Telecom Italia den nach Japans NTT weltweit zweitgrößten Telekommunikationskonzern zu schaffen. Beide Unternehmen - so Presseberichte - wollten auf jeden Fall noch einmal miteinander sprechen. Olivetti hatte seine Offensive auch mit den Bedenken in Italien gegen einen „Verkauf an die Deutschen” begründet. Nach dem Olivetti-Erfolg kann Mannesmann nun für 15 Milliarden DM seine Beteiligungen an der Olivetti-Mobilfunktochter Omnitel und der Festnetzgesellschaft Infostrada auf 55 bzw. 100 Prozent aufstocken. Die EU-Kommission billigte am 25. Mai 1999 die mehrheitliche Übernahme von Omnitel durch Mannesmann und den US-Telekommunikationskonzern Bell Atlantic. Die Mannesmann-Aktie gehörte am 25. Mai 1999 zu den klaren Gewinnern an der Frankfurter Börse. Die Deutsche Telekom hält auch nach der Veränderung der Aktionärsstruktur bei Telecom Italia an ihrer Internationalisierungsstrategie fest, ein europäisches Unternehmen mit globalem Anspruch auf dem zukünftigen Weltmarkt der Telekommunikation zu werden. Dies erklärte der Telekom-Vorstand am 26. Mai 1999 in einer Pressemitteilung. Im harten globalen Wettbewerb wird auch die Größe eine entscheidende Rolle, so der Vorstand. Klare Zielsetzung der Telekom ist es, die notwendige Unternehmensgröße über Zusammenschlüsse zu erreichen. „Dies war mit dem französischen Staatsunternehmen France Télécom gemeinsam nicht zu realisieren. Die Internationalisierungsstrategie war und ist deshalb nicht gegen die France Télécom gerichtet. An der Beteiligung an dem Gemeinschaftsunternehmen Global One hält der Telekom-Vorstand fest.” Telekom-Scheidung vor Gericht19.05.1999 Bon ist verärgert über die Fusions-Pläne der Deutschen mit der Telecom Italia, von denen er nur aus der Zeitung erfahren haben will. Der Chef der Deutschen Telekom Ron Sommer bestreitet dies. Wie das Magazin Focus berichtet, will sich France Télécom mit 17,2 Prozent am drittgrößten deutschen Mobilfunkunternehmen E-Plus beteiligen und damit der Telekom-Tochter T-Mobil Konkurrenz machen. Kampf gegen MonopolistenMai 1999 Auslandsgespräche in viele Länder günstiger01.06.1999 Kostete vor dem 1. Juni 1999 ein 10-minütiges Gespräch nach Italien oder in die USA im Telekom-Standardtarif 8,40 DM und im Spartarif 7,20 DM, so zahlt der Kunde für das gleiche Telefonat seit 1. Juni 1999 zu jeder Tageszeit nur noch 4,80 DM. Mehr Service an öffentlichen Telefonen: Karte oder Münze? Kunden haben die WahlMai 1999 Neue Tarifstruktur für Auslandsgespräche an den öffentlichen Telefonen01.06.1999
Damit wurden Gespräche in die EU-Staaten (80 Prozent aller Auslandsgespräche von öffentlichen Telefonen aus) 14 Prozent billiger (bisher 1,40 DM/Min.). Gespräche nach Nordamerika wurden teuerer (bisher ebenfalls 1,40 DM/Min.). Bereits im März 1999 wurde ein neues Tarifmodell für Deutschland-Gespräche an den öffentlichen Telefonen eingeführt: Minutenpreis 20 Pfennig für ein Citygespräch. Alle übrigen innerdeutschen Gespräche in das Festnetz werden nun einheitlich mit 40 Pf/Min. berechnet. Die Tarifeinheit an öffentlichen Telefonen der Telekom kostet 20 Pfennig. Erfolgreichstes Börsenjahr der T-Aktie27.05.1999 T-Venture erhöht KapitalJuni 1999 T-Venture wurde im Oktober 1997 als 100-prozentige Tochtergesellschaft der Deutschen Telekom gegründet. Die Gesellschaft finanziert innovative Dienstleistungs- und High-Tech-Unternehmen mit Wachstumspozential auf den Märkten der Telekommunikations- und Informationstechnologie (Telematik). Ziel dieser Engagements ist es, der Telekom Einblicke in die Entwicklung von Technologien junger Unternehmer zu ermöglichen, dadurch Synergien zu erreichen und interessante Renditepozentiale zu erschließen. Derzeit hält T-Venture Direktbeteiligungen an 15 Unternehmen der Telematik-Branche in Deutschland und Europa. Ausgliederung des Kabelgeschäfts der Telekom im ZeitplanJuni 1999 Ein wesentliches Ziel der Restrukturierung der Kabelnetz-Aktivitäten ist die Schaffung der Voraussetzungen für einen Ausbau des Breitbandkabelnetzes zu einem vollen Mulitmedia-Netz mit 862-Megahertz-Bandbreite und Rückkanal. Sondernutzung durch Telefonzellen in BerlinJuni 1999 Die Deutsche Telekom wird den Abstand zwischen Telefonzellen-Standorten auf maximal 2,5 Kilometer begrenzen und stattet die Zellen mit einer Notruffunktion und -kennung aus. Damit entfallen für das Land die Errichtung von landeseigenen Polizeirufsäulen. Dafür erhält die Telekom einen Pauschalbetrag für alle bisher errichteten Telefonzellen. Telefon-Tarifsenkung mit SparprogrammenJuni 1999 Mit „AktivPlus” verbilligen sich Gespräche sowohl für analoge als auch für ISDN-Gespräche im Bereich Regional/Deutschland bis zu 66 Prozent und City-Gespräche bis zu 75 Prozent. „AktivPlus” kostet monatlich 9,90 DM. City-Gespräche für AktivPlus-Kunden kosten von 9 - 18 Uhr 6 Pfennig/Min., in der übrigen Zeit und am Wochenende sowie an gesetzlichen Feiertagen 3 Pfennig/Min. Im Bereich Regional und Deutschland werden tagsüber (9 - 18 Uhr) 12 Pf/Min. fällig. Damit kostet ein 5-Minuten-Gespräch an einem analogen Telefonanschluss von Hamburg nach München bei „AktivPlus” 60 statt 1,80 DM. In der übrigen Zeit von 18 - 9 Uhr sowie am Wochenende und an gesetzlichen Feiertagen werden nur 6 Pf/Min. berechnet. Für Verbindungen in 19 europäische Staaten und nach Nordamerika wird bei „AktivPlus” ein Minutenpreis von nur noch 39 statt 48 Pfennig erhoben. Das 5-Minuten-Gespräch schlägt hierbei nur noch mit 1,95 statt mit 2,40 DM zu Buche. Viag Interkom kooperiert mit TelekomJuni 1999 Viag Interkom war erst im Oktober 1998 mit dem E2-Netz gestartet und lag Mitte 1999 weit hinter den Konkurrenten D1 (Telekom), D2 (Mannesmann) und E-Plus (RWE/Veba). Laut Ardelt liegt die Zahl der Kunden bei 200.000. ◊
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