Deutsche Post AG Briefzustellung in Berlin, 2006UPS AirlinesPostbank Centerfiliale Berlin-Charlottenburg, Goethestr. 2-3, 2006PIN Briefzustellung in Leipzig, 2005DHL Paketzustellung, Post in neuem DHL-Design, 1.4.2003Deutsche Telekom, Gebäudekennung, Digi Park Flughafen Köln/Bonn, 2006Vodafone Gebäude Am Seestern Düsseldorf, 2004
Post und Telekommunikation
Telekommunikation


Januar - Juni 2001

Dynamische Entwicklung im Telekommunikationsmarkt

Januar 2001
Seit der vollständigen Liberalisierung am 1. Januar 1998 hat sich der deutsche Telekommunikationsmarkt dynamisch entwickelt, stellt die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post in ihrem Jahresbericht 2000 fest. Die Wettbewerbs- und Marktöffnungsaktivitäten der Behörde haben zu Preisreduzierungen, Arbeitsplatzzuwächsen und technischen Innovationen geführt. Auch im Jahr 2000 stellte die Regulierungsbehörde einen starken Zuwachs an Mobilfunkanschlüssen, Internetzugängen, Festnetzanschlüssen und Verbindungsvolumina fest. Zudem seien die Preise im Festnetz, für Mobiltelefondienste und für den Internet-Zugang gefallen.

In den letzten 3 Jahren ist der Verkehr im Festnetz um mehr als 60 Prozent auf 290 Milliarden Minuten gewachsen. Davon entfielen auf die Wettbewerber der Deutschen Telekom 22 Prozent.

Die Teilnehmerzahl in den deutschen Mobiltelefonnetzen (D1, D2, E1, E2) ist im Jahr 2000 von 23,470 Millionen auf 48,145 Millionen um 105 Prozent gestiegen.

Der Internetverkehr im Telefonfestnetz hat sich im letzten Jahr verdreifacht. Die 3 größten Online-Anbieter in Deutschland erreichten zum Jahresende 9,3 Millionen Teilnehmer. 24 Prozent der deutschen Haushalte verfügten über einen Internet-Zugang. Die Entgelte sind im Durchschnitt von 5 Pf/Min. auf 2,5 Pf/Min. gesunken.

Die Preise für Inlandsferngespräche an Werktagen sind nach den Erhebungen der Regulierungsbehörde Anfang 2001 gegenüber Ende 1997 je nach Verkehrszeit bis zu 92 Prozent niedriger. Preisverbilligungen stellte die Behörde auch bei Auslandsgesprächen fest. Bei 8 der 10 wichtigsten Auslandsbeziehungen sind seit der Liberalisierung Anfang 1998 die Tarife tagsüber um bis zu 94 Prozent gesunken.

Positiv auch die Arbeitsplatzbilanz des Jahres 2000: Die Zahl der Beschäftigten im Telekommunikationssektor stieg bis Ende 2000 auf 239.000, davon 61.000 (+ 8.000) bei Wettbewerbern der Deutschen Telekom.

Deutsche Telekom: Vorläufige Eckdaten für 2000

Januar 2001
Der Umsatz des Konzerns Deutsche Telekom konnte im Geschäftsjahr 2000 gegenüber 1999 um 5,4 Milliarden Euro auf 40,9 Milliarden Euro gesteigert werden. Dies geht aus den Anfang Januar 2001 veröffentlichten Eckdaten hervor. Ohne die Konsolidierung der Neuerwerbungen (debis Systemhaus, Siris, Club Internet und Slovenske telekommunikácie und andere) lag der Umsatz mit 37,6 Milliarden Euro knapp 6 Prozent über Vorjahr.

Der Konzernüberschuss nach HGB erhöhte sich um 6,15 Milliarden Euro auf 7,4 Milliarden Euro. Im Wesentlichen resultiert dieser Anstieg allerdings nicht aus dem operativen Geschäft, sondern aus den Beteiligungsverkäufen an Global One und Wind und den Börsengängen von T-Online und der Bank Comdirect, an der die Telekom beteiligt ist. Die Abschreibungen und Zinsen für UMTS-Lizenzen beliefen sich im Geschäftsjahr auf 0,9 Milliarden Euro.

Ende Dezember 2000 beschäftigte der Telekom-Konzern 226.400 Kräfte (Vorjahr: 196.000), davon bei der Mutter Telekom 126.900. Der Anstieg ist im Wesentlichen bedingt durch die Veränderungen im Konsolidierungskreis, besonders durch Einbeziehung der 20.500 debis-Mitarbeitern und der 13.400 Beschäftigten bei Slovenske telekommunikácie. Die Telekom selbst baute über 10.000 Stellen ab.

Im Mobilfunk stieg nicht zuletzt durch die Mehrheitsbeteiligungen die Kundenzahl um knapp 15,4 Millionen. Allein in Deutschland konnte T-D1 seinen Kundenstamm um 10 Millionen auf 19,1 Millionen steigern. T-Online International legte um 3,2 Millionen Neukunden zu.

Mit ihrer T-DSL-Offensive und zeitlich befristeten Tarifermäßigungen hatte die Telekom unerwartet großen Erfolg. Mit 628.000 vermarkteten Anschlüssen konnte das Ziel von 500.000 weit übertroffen werden.

Internet-Pauschale drückt T-Online-Ergebnis

Januar 2001
Der größte europäische Internet-Dienst T-Online enttäuschte Anfang Januar 2001 mit seinen vorläufigen Bilanzzahlen für 2000 die Investoren. Die Zahlen zeigen die drastisch schwindenden Margen im Internet-Zugangsgeschäft. Die 3.000 Internet Service Provider in Europa liefern sich einen harten Preiskampf. Als Hauptertragsquellen taugt nicht mehr die Zugangsvermittlung zum Internet, sondern Werbung auf den eigenen Internetseiten und eCommerce.

T-Online International steigerte den Umsatz um 86,1 Prozent auf 797,2 Millionen Euro. Daran waren die neu erworbenen Töchter mit einem Umsatz von 55,2 Millionen Euro beteiligt. Die Umsätze aus Werbung und eCommerce konnten mit 110 Millionen Euro gegenüber 1999 versechsfacht werden.

Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibung (EBITDA) war negativ und belief sich auf -125 Millionen Euro (Vorjahr + 17,6 Millionen). T-Online führte die negative Ertragsentwicklung hauptsächlich auf die Anlaufverluste der ausländischen Töchter sowie auf die Einführung neuer Flatrate Tarife zurück. In Deutschland lag die Zahl der Flatrate Kunden bei 512.000. T-Online hatte Ende 2000 europaweit 7,94 Millionen Kunden (+ 70 Prozent), davon in Deutschland 6,53 (+ 57 Prozent).

Die Pauschalgebühr (Flatrate, 79 DM, bei T-DSL-Anschlüssen 49 DM) ist ein Minusgeschäft, weil T-Online die Leitungskontingente beim Mutterkonzern zum Minutentarif bezieht, während viele Flatrate Kunden offensichtlich durchgängig im Internet bleiben.

Um die Einnahmen aus Werbung und eCommerce zu steigern, muss die Verweildauer der Nutzer auf den T-Online-Seiten erheblich ansteigen. Das erfordert nach Meinung der Analysten mehr attraktive Inhalte, um die Nutzer zum Bleiben anzuregen.

Kurth: Deutsche Telekom im USA- und Dänemark-Sprachtelefonmarkt weiter marktbeherrschend

20.02.2001
Die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post wird die Deutsche Telekom aus der Regulierung für Gesprächsverbindungen im Türkei-Verkehr entlassen. Dies gab der neue Präsident der Behörde, Matthias Kurth, am 20. Februar 2001 bekannt. Dagegen betrachtet der Regulierer die Telekom in den Märkten für Sprachtelefondienstverbindungen in die USA und im Segment Geschäftskundenverbindungen nach Dänemark weiter als marktbeherrschend. Er hat deswegen die Anträge der Telekom auf Entlassung aus der Regulierung abgelehnt.

Regulierungsbehörde schlichtet im Fakturierungs- und Inkasso-Streit

März 2001
Nachdem sich die Deutsche Telekom in über ein Jahr dauernden Verhandlungen mit ihren Mitwettbewerbern nicht über eine angemessene Vergütung der Fakturierungs- und Inkassoleistungen einigen konnte, legte die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post einen Kompromissvorschlag vor, den die Streitparteien Mitte März 2001 akzeptierten. Für die Fakturierung der Call-by-Call-Entgelte der Konkurrenten und das Inkasso wollte die Telekom mehr Geld. Bisher erhielt die Telekom für ihre Leistungen 4,5 Prozent des Konkurrenzumsatzes, dazu 7 DM je 1.000 angelieferter Verbindungsdaten.

Die Telekom hatte für je 1.000 angelieferter Leistungsdaten 46,99 DM gefordert, dazu je Rechnung 0,16 DM für die Zahlungsbearbeitung. Die Wettbewerber wollten nur 13 DM bzw. 0,09 DM zahlen.

Nach dem Schlichtungsvorschlag der Regulierungsbehörde erhält die Telekom nun ab März 2001 für die Rechnungsstellung 28 DM je 1.000 Leistungsdaten und 0,09 DM je Rechnung für die Zahlungsbearbeitung. Ab März 2003 sinken diese Entgelte auf 25 DM bzw. 0,08 DM. Damit hält die Regulierungsbehörde die Zukunft des offenen Call-by-Call in Deutschland für gesichert.

Regulierungsbehörde senkt Preis für die „letzte Meile”

März 2001
Die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post legte Ende März 2001 die neuen Entgelte für den Zugang zur Teilnehmeranschlussleitung der Deutschen Telekom, der sogenannten letzten Meile, fest. Bei der häufigsten Zugangsvariante zu den Endkundenanschlüssen, die entbündelte Kupferdoppelader, müssen die Wettbewerber seit 1. April 2001 für die Überlassung einen monatlichen Mietpreis von 24,40 DM - eine Mark weniger als zuvor - an die Telekom zahlen. Die Telekom hatte hierfür 34,03 DM beantragt.

Neben den monatlichen Mietpreisen für die insgesamt 18 gebündelten und entbündelten Zugangsvarianten, die die Telekom zu ihrer Teilnehmeranschlussleitung anbietet, genehmigte die Behörde auch die einmalig zu zahlenden Bereitstellungs- und Kündigungsentgelte. Für die einfache Übernahme der Leitung (ohne zusätzliche Schaltarbeiten) darf die Telekom ihren Wettbewerbern 181,09 DM berechnen (zuvor 191,64 DM). Beantragt hatte die Telekom 248,47 DM.

Wenn der Kunde von der Telekom zu einem anderen Wettbewerber wechselt oder wieder zur Telekom zurückkehrt, müssen die Wettbewerber für die Kündigung der einfachen Kupferdoppelader künftig 74,45 DM anstatt zuvor 107,70 DM bezahlen. Die Telekom hatte 204,21 DM beantragt.

Die Entgeltregulierung sei eine der wichtigsten Aufgaben der Regulierungsbehörde gewesen, sagte Präsident Kurth. Insbesondere den preislichen Bedingungen, zu denen das frühere Monopolunternehmen den neuen Wettbewerbern den Zugang zur Teilnehmeranschlussleitung gewähren müsse, käme eine ganz wesentliche Bedeutung für die Entwicklung von chancengleichem Wettbewerb im Ortsnetz zu.

Deutsche Telekom muss Sprach- und Datenübertragung getrennt anbieten

März 2001
Ab September 2001 können Wettbewerber der Deutschen Telekom deren Hauptanschlüsse bei den Telefonkunden auch teilweise mieten, um nur Daten und nicht auch Sprache zu übertragen. Die Regulierungsbehörde verpflichtete die Telekom, die Teilnehmeranschlussleitung auch aufgesplittet zur Verfügung zu stellen (Line-Sharing). Dieser Anordnung liegt eine EU-weite Gesetzgebung zugrunde.

Die Anschlussleitung in die Haushalte wird beim Line-Sharing in einen niederen und einen höheren Frequenzbereich unterteilt. Der untere Sektor kann für die Sprachübertragung, der obere für die Datenübermittlung - etwa beim schnellen Zugang ins Internet - genutzt werden.

Post verkauft 8 Logistikzentren (früher: Fernmeldezeugämter)

Januar 2001
Die zum E.on-Konzern gehörende Viterra-Immobiliengruppe hat im Januar 2001 von der Deutschen Post 8 Logistikzenten mit einer Gesamtnutzfläche von 400.000 qm (99.000 qm Grundstücksfläche) erworben. Laut Financial Times Deutschland lag der Preis bei 400 Millionen DM. Die Post und ihre Logistik-Tochter Danzas schlossen zugleich mit dem neuen Eigentümer langfristige Mietverträge über die Nutzung der Zentren.

Die Zentren (früher: Fernmeldezeugämter) übernahm im September 2000 die Deutsche Post von der Schwester Deutsche Telekom und gliederte sie ihrerseits in ihre Logistik-Tochter Danzas ein. Danzas wickelt seitdem die gesamte Logistik für Telekom ab.

T-Systems geht an den Start

Februar 2001
Im Februar 2001 startete mit der T-Systems International GmbH Europas zweitgrößtes Systemhaus für Informationstechnologie (IT) und Telekommunikation (TK). Die neue Unternehmenssäule der Deutschen Telekom bietet Großkunden in über 20 Ländern aus einer Hand klassische IT- und TK-Leistungen sowie integrierte Lösungen aus dem Konvergenzbereich beider Märkte.

Das Systemlösungsgeschäft hat die Telekom neben Mobilfunk, Internet-Kommunikation und Netzzugang als eines ihrer 4 Wachstumsfelder definiert.

Bereits 300.000 T-DSL-Kunden surfen breitbandig

Februar 2001
Mitte Februar 2001 konnten bereits 300.000 Telekom-Kunden per T-DSL breitbandig im Internet surfen. Als erster Netzbetreiber begann die Telekom im August 2000 mit einer breit angelegten Kampagne T-DSL-Anschlüsse zu vermarkten. Trotz Engpässe bei den Zuliefererkapazitäten konnte die Telekom bereits nach 6 Monaten 800.000 Anschlüsse verkaufen. Bis Ende 2001 peilt die Telekom 2,6 Millionen T-DSL Kunden an.

Deutsche Telekom schließt auf den Philippinen Allianz

März 2001
Die Deutsche Telekom bringt ihre 40-prozentige Beteiligung Isla Communications Co Inc. (Islacom) auf den Philippinen in den führenden GSM-Mobilfunkanbieter Globe Telecom Inc imWege eines Aktientauschs ein. Dies vereinbarten im März 2001 in Manila Ayala Corporation, Globe Telecom Inc., Singapore Telecom International Pte Ltd. und DeTeAsia Holding GmbH, die die Anteile der Deutschen Telekom in Südost-Asien hält.

Telekom-Vorstand International, Jeffrey A. Hedberg, bezeichnete den Zusammenschluss als wichtigen strategischen Schritt zur Stärkung des Engagements der Deutschen Telekom auf den Philippinen. Nach dem Zusammenschluss wird Globe Telecom mit 2,5 Millionen Mobilfunkkunden und 44 Prozent Marktanteil Marktführer auf den Philippinen.

Neue Datenautobahn zwischen Europa und USA

21.03.2001
Am 21.März 2001 nahmen die 50 Miteigentümer von TAT-14 in der Hauptstadtrepräsentanz der Deutschen Telekom in Berlin das transatlantische Seekabelnetz TAT-14 (Kosten: 1,3 Milliarden US-Dollar) in Betrieb. Zu den Hauptinvestoren gehören außer der Deutschen Telekom auch France Telecom, Concert, KPNQwest, Sprint, Swisscom und Telenor.

Das 15.000 km lange Kabelsystem TAT-14 ist als Ringkonfiguration realisiert (das heißt, der Verkehr ist bei einer Kabelunterbrechung automatisch geschützt) und besteht aus 4 Glasfaserpaaren. Es durchquert 2-fach den Nordatlantik. Jedes Glasfaserpaar erlaubt eine Übertragungsrate von 160 Gigabit pro Sekunde, sodass insgesamt eine Übertragungsgeschwindigkeit von 640 Gigabit pro Sekunde im Ring erreicht wird oder über einem Terabit pro Sekunde bei Verwendung als 2 Einzelkabel. Dies entspricht der gleichzeitigen Übertragung von mehr als 15 Millionen Telefongesprächen. Das erste transatlantische Glasfaserkabel (1988) hatte eine Kapazität von 7.500 Telefongesprächen.

TAT-14 verbindet 5 europäische Länder (Dänemark, Deutschland, Frankreich, Großbritannien und die Niederlande) direkt mit den USA. Die Landepunkte sind Noerre Nebel (Dänemark), Norden (Deutschland), Katwijk (Niederlande), Saint-Valery-en-Caux (Frankreich) und Bude (Großbritannien) sowie Manasquan und Tuckerton im US-Bundesstaat New Jersey.

Neue Vorstandsstruktur bei der Deutschen Telekom

01.05.2001
Seit 1. Mai 2001 ist der Telekom-Vorstand neu strukturiert. Telekom-Chef Ron Sommer bezeichnete die Maßnahme als folgerichtigen Schritt nach der konsequenten Ausrichtung der Konzernorganisation auf Basis der 4-Säulen-Strategie Mobilfunk, Online, Systemgeschäft und Festnetz (T-Mobile, T-Online, T-Systems und T-Com). Die 4 Konzernbereiche müssten eng zusammen arbeiten, um konvergente Produkte und Dienste zu entwickeln und zu vermarkten.

Zur optimalen operativen Steuerung der 4 Bereiche ist nun die Verantwortung für die Führung der 4 Bereiche bei 2 Vorstandsmitgliedern gebündelt. Der erste Bereich CS umfasst T-Com und T-Systems und wird von Josef Brauner (bisher Vorstand Vertrieb und Service) geführt. Er koordiniert auch Marketing und Vertrieb im Konzern. Kai-Uwe Ricke, bislang Vorstandsvorsitzender von T-Mobile International, verantwortet den Bereich MO, das sind die Bereiche T-Mobile und - nach einer Übergangszeit - auch T-Online. Hintergrund für die Bündelung ist der sich abzeichnende Konvergenztrend des mobilen Internets, dem sich T-Mobile und T-Online gemeinsam stellen müssen. Auch im Ressort CS nähern sich die Märkte von T-Systems und T-Com immer mehr. So sind z. B. Systemlösungen auch für die von T-Com betreuten mittelständischen Geschäftskunden von immer größerer Bedeutung.

Neu im Zuschnitt ist das Vorstandsressort „Produktion und Technik”, das von Gerd Tenzer geführt wird. In ihm sind die Bereiche Netze, IT, Innovation, Einkauf und Umweltschutz zusammen gefasst. Ein neu geschaffenes Ressort „Corporate Affairs” umfasst die Bereiche Recht, Strategie, Revision sowie Informations- und Prozessorganisation und wird vom bisherigen Konzernbüroleiter Dr. Max Hirschberger als Vorstand geführt. Weitere Vorstandsmitglieder sind wie bisher Dr. Heinz Klinkhammer (Personal), Dr. Karl-Gerhard Eick (Finanzen) und Jeffrey Hedberg (Internationales). Ausgeschieden sind zum 30. April 2001 Dr. Hagen Hultzsch und Detlev Buchal. Sie wechseln in den Aufsichtsrat.

„Letzte Meile” ohne Telekom-Diktat

25.04.2001
Beim Zugriff auf die „letzte Meile” darf die Deutsche Telekom ihren Konkurrenten die Bedingungen nicht diktieren. Dies entschied das Bundesverwaltungsgericht am 25.April 2001 in einem Grundsatzurteil und gab damit den Telekom-Wettbewerbern Mannesmann Arcor und der Kölner NetCologne Recht.

Die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post hatte 1997 die Telekom verpflichtet, die letzte Verbindung zwischen Ortsvermittlungsstelle und Endkunden Mitwettbewerbern zur Verfügung zu stellen. Vor dem Bundesverwaltungsgericht wollte die Telekom nun erreichen, dass sie nicht die pure Leitung vermieten muss, sondern die Vermietung mit zusätzlichen technischen Extras bündeln kann. Dem folgten die Richter nicht. Die Telekom verfüge bundesweit allein über ein Teilnehmeranschlussnetz aus Kupferdoppeladern und Glasfasern. Nach dem Telekommunikationsgesetz gehöre es zu den Pflichten des marktbeherrschenden Unternehmens, den Wettbewerbern so Zugang zu den Endkunden zu gewähren, dass sie in der technischen Ausgestaltung eine unternehmerische Freiheit wie die Telekom erlangen können.

Aus Sicht der Regulierungsbehörde ist der Wettbewerb im Ortsnetz „der eigentliche Flaschenhals” der Telekommunikation. Die Wettbewerber könnten wegen der enormen Kosten keine eigene Infrastruktur aufbauen. Wie das Gericht bestätigte, bleibt die Telekom Eigentümer des Netzes. Der Zugang zum Endkunden könne nur in Ausnahmefällen bei sachlich hinzunehmenden Gründen wie Kapazitätsengpässen verweigert werden.

TK-Leistungen um 7,9 Prozent billiger

April 2001
Die Preise für Telekommunikationsdienstleistungen sind nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes aus Sicht der privaten Haushalte im April 2001 im Vergleich zum April 2000 um 7,9 Prozent niedriger. Auslandsgespräche im Festnetz haben sich danach um 4,6 Prozent verbilligt, Inlandsferngespräche um 1,3 Prozent. Dagegen sind die Preise für Ortsgespräche und die Anschluss- und Grundentgelte unverändert geblieben.

Das Mobiltelefonieren war um 10,3 Prozent preiswerter. Für die Internet-Nutzung zahlten die Haushalte 41,8 Prozent weniger als im April 2000.

Internet aus der Steckdose

Juli 2001
In Essen und Mülheim können Stromkunden der RWE (Rheinisch-Westfälische Elektrizitätsgesellschaft) seit Anfang Juli 2001 über das Stromnetz im Internet surfen. RWE bietet ihren Kunden 4 Tarife zwischen 49 und 249 DM pro Monat bei einer Datenübertragung von 2 Megabit pro Sekunde. Der Kunde benötigt zur Installation lediglich ein Modem für die Steckdose.

Damit ist RWE der erste Anbieter in Deutschland, der Privat- und Geschäftskunden einen Internetzugang über das Stromnetz bietet. Konkurrenten wie E.on AG und die baden-württembergische EnBW wollen noch in diesem Jahr folgen.

Deutsche Telekom führt neues Vergütungssystem ein

01.07.2001
Am 1. Juli 2001 führte die Deutsche Telekom ein neues Bewertungs- und Bezahlungssystem (NBBS) für ihre 68.000 tariflichen Beschäftigten ein, das „noch stärker an den Erfordernissen des Marktes orientiert ist”. Der Konzern vollzieht damit die endgültige Abkehr von der noch an den Regelungen des öffentlichen Dienstes orientierten Vergütung. Für die Bezahlung ist künftig ausschließlich die Funktion des Mitarbeiters ausschlaggebend statt wie bisher auch Statusaspekte wie Alter, Familienstand und Dienstjahre. Mit NBBS wird der leistungsbezogene Anteil der Gehälter ausgebaut. Zugleich fällt die unterschiedliche Bezahlung in den alten und neuen Bundesländern weg. Der mit der Gewerkschaft ver.di abgeschlossene Tarifvertrag unterscheidet nicht mehr nach Arbeitern und Angestellten.

2000 erfolgreichstes Geschäftsjahr der Deutschen Telekom

Mai 2001
Das Geschäftsjahr 2000 war das bisher erfolgreichste Jahr in der Geschichte der Deutschen Telekom. Der Konzernumsatz lag bei 40,9 Milliarden Euro (+ 5,4 Milliarden gegenüber 1999). Der Konzernüberschuss wuchs von 1,3 Milliarden auf 5,9 Milliarden Euro. Der Gewinn je Aktie: 1,96 Euro (1999: 0,43 Euro). Der überproportionale Anstieg des Überschusses ist allerdings wesentlich auf Sonderfaktoren zurückzuführen, u.a. der steuerfreie Verkauf der Beteiligungen an Global One und Wind, der Ertrag aus dem T-Online-Börsengang und die Verkäufe von Anteilen an den Kabelgesellschaften Nordrhein-Westfalen und Hessen.

Der Umsatz in der Mobilkommunikation stieg um über 75 Prozent von 5,3 Milliarden Euro auf 9,2 Milliarden Euro. Die Zahl der T-Mobile-Kunden in Deutschland konnte mit einem Anstieg auf über 19 Millionen mehr als verdoppelt werden. Einschließlich der internationalen Telekom-Töchter hatte der Konzern weltweit 42 Millionen Mobilkunden.

T-Online steigerte den Umsatz um mehr als 85 Prozent auf 800 Millionen Euro. Kundenbestand in Deutschland: 6,5 Millionen (1999: 4,2 Millionen). International waren es Ende 2000 über 8 Millionen Kunden.

Im Festnetzgeschäft hielt der ISDN-Boom an. Die Zahl der ISDN-Kanäle wuchs 2000 um 30 Prozent auf 17,3 Millionen.

Im Jahr 2000 beschäftigte der Telekom Konzern durchschnittlich 205.032 Kräfte (+3,5 Prozent), davon waren 65.217 Beamte (1999: 76.223). Der Anstieg resultierte im Wesentlichen aus Veränderungen im Konsolidierungskreis (u.a. 20.000 bei debis Systemhaus und 13.300 Mitarbeiter bei Slovenske Telekommunikácie).

VoiceStream und Powertel endgültig bei Telekom

01.06.2001
Am 1. Juni 2001 konnte die Deutsche Telekom endlich den Erwerb der beiden amerikanischen Mobilfunkunternehmen VoiceStream Wireless Corporation und Powertel Inc. abschließen, nachdem die US-Regulierungsbehörde grünes Licht gegeben hatte. Damit entsteht der erste transatlantische GSM-Mobilfunkbetreiber. Der neue Unternehmensverbund, dessen Lizenzgebiet 97 Prozent der amerikanischen Bevölkerung umfasst, bietet nahtlos Dienste über eine gemeinsame Technologieplattform auf GSM-Basis an. Kunden in den USA und in Europa können damit moderne Leistungen wie Roaming unter einer Telefonnummer und einer Rechnung sowie weltweite Mehrwertdienste und moderne mobile Hochgeschwindigkeits-Datenanwendungen im GPRS-Standard nutzen.

VoiceStream wird Teil von T-Mobile International AG. Mit dann mehr als 51 Millionen Kunden in Tochter- und Beteiligungsgesellschaften gehört die Deutsche Telekom zu den weltweit führenden Mobilfunkgesellschaften.

Deutsche Telekom trennt sich von Kabel-TV-Geschäft

Juni 2001
Die Deutsche Telekom wird 6 der 9 regionalen Kabel-TV-Gesellschaften, nämlich Hamburg/Schleswig-Holstein/Mecklenburg-Vorpommern, Bremen/Niedersachsen, Rheinland-Pfalz/Saarland, Berlin/Brandenburg, Sachsen/Sachsen-Anhalt/Thüringen und Bayern, zu 100 Prozent an Liberty Media Corporation verkaufen. In den Verkauf einbezogen werden auch die auf diese Regionen entfallenden Einheiten der Deutschen Telekom Kabel-Services GmbH (DeTeKS) und die Media Services GmbH (MSG). Dies wurde im Juni 2001 in einem Eckpunkte-Vertrag vereinbart. Daneben wird Liberty Media der Klesch & Company Limited eine Option auf Beteiligung in Höhe von bis zu 24,9 Prozent einräumen.

Mit dem vollständigen Verkauf der 6 Kabel-TV-Regionen unterstreicht die Telekom die Focussierung auf ihr Kerngeschäft, so Telekom-Vorstand Gerd Tenzer. In den 6 Regionen sind mehr als 10 Millionen Haushalte an das Kabelnetz angeschlossen.

Liberty Media hält zahlreiche Beteiligungen in den Bereichen Fernseh-Programmangebot, Kommunikation, Technologie und Internetaktivitäten in den USA, Europa, Asien und Südamerika. Klesch & Company Limited ist eine private Investorengruppe mit Sitz in London.

Pleitewelle auf Telefonmarkt erwartet

Mai 2001
3 Jahre nach dem Fall des Telefonmonopols steht die Branche nach Einschätzung von Experten vor einer Pleitewelle. Christian Müller-Elschner, Partner bei der Unternehmensberatung Roland Berger, rechnet damit, „dass 2 Drittel der heute bekannten Telekommunikationsunternehmen in der jetzigen Form nicht überleben können”. Vor allem die kleineren Telefongesellschaften hätten sich auf Call-by-Call spezialisiert. Sie verlören die Kunden schnell wieder, sobald ein Konkurrent mit niedrigeren Dumpingpreisen locke. Inzwischen lassen die extrem gesunkenen Preise für Ferngespräche kaum noch lohnende Gewinne zu. „Das Spiel ist offensichtlich ausgereizt.” Dazu kommt ein weiterer Kostenfaktor: Bisher übernahm die Telekom für die privaten Konkurrenten nicht nur die Rechnungsstellung für die Call-by-Call-Gespräche, sondern auch das Mahnwesen. Künftig müssen die Telefongesellschaften säumige Kunden selbst mahnen und ggf. die Schulden beitreiben. „Das sind angesichts der geringen Gewinnmargen ungeheure Mehrkosten von 10 - 15 Prozent”, so der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM).

Nach einem Bericht der „Welt am Sonntag” vom 29. April 2001 sind bereits Gigabell, Callino und Star Telecom gescheitert. Die Verbindungen zur Frankfurter Star Telecom schaltete die Telekom wegen offener Rechnungen in 2-stelliger Millionenhöhe am 8. Februar 2001 ab. Am 5. April 2001 folgte TelDaFax, nachdem Gespräche mit dem in Insolvenz befindlichen Marburger Telefonanbieter zu keinem tragfähigen Schuldentilgungsplan für die rund 90 Millionen DM Verbindlichkeiten geführt hatten. Die Telekom hat nach einem „Spiegel”-Bericht von Mitte April 2001 insgesamt 31 Billiganbieter von Telefongesprächen zur Zahlung ihrer Millionenschulden für Mietleitungen gemahnt. Insgesamt habe die Telekom Außenstände von 1 Milliarde DM. Am 18. April 2001 kappte die Telekom wegen unbezahlter Schulden auch die Leitungen zum Münchener Wettbewerber Callino, der ebenfalls Insolvenzantrag gestellt hatte. Vorläufig letzter Schuldner im 1. Halbjahr 2001, dem die Telekom die Verbindungen abschaltete, war der Anbieter Viatel Communications GmbH (19. Juni 2001).

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