![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() Post und Telekommunikation Telekommunikation |
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Januar - März 2004
Reg TP macht Datenbank mit Standorten von Sendeanlagen zugänglichJanuar 2004 Die Datenbank informiert die Öffentlichkeit über ortsfeste Funkanlagen, die für ihren Betrieb eine Standortbescheinigung benötigen. Außerdem sind Orte aufgeführt, an denen durch Messungen der elektromagnetischen Feldstärke (EMF) des gesamten Funkfrequenzspektrums überprüft wurde, ob und in welchem Maß die Grenzwerte zum Schutz von Personen in elektromagnetischen Feldern eingehalten wurden. Aus datenschutzrechtlichen Gründen gibt die Reg TP für Standorte von bescheinigungspflichtigen Funkanlagen keine Standortadressen an. 25 Prozent der Ortsgespräche über Telekom-KonkurrentenJanuar 2004 Wettbewerber nutzen für Direktanschluss überwiegend die vorhandenen Telekom-AnschlüsseJanuar 2004 Maut-Debakel trifft Deutsche Telekom schwerMärz 2004 Nach ergebnislosen Verhandlungen zwischen Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe (SPD) und Toll Collect, zuletzt in einem nächtlichen Spitzengespräch mit Top-Managern des Betreiber-Konsortiums, verkündete Stolpe am 18. Februar 2004 das Aus für das Milliarden-Projekt und die Kündigung des Vertrages. Nach diesem Vertrag hatte Toll Collect jedoch eine Frist von 2 Monaten nach der Kündigung, in denen die Betreiber die Kündigung durch Vorlage einer eindeutigen Nachbesserung ihres Systems verhindern konnten. Anfang März 2004 einigten sich DaimlerChrysler und Telekom mit der Bundesregierung auf eine Rücknahme der Kündigung. Sie mussten dabei allerdings dem Bund weitgehende Zugeständnisse, vor allem bei der Haftung, einräumen. So soll die Maut am 1. Januar 2005 mit einer abgespeckten Variante der Erfassungsgeräte in den Lkw starten. Solange diese sogenannte On-Board-Unit 1 (OBU 1) im Einsatz ist, erhält Toll Collect eine um 5 Prozent gekürzte Betreibervergütung. Zudem bekommt Toll Collect überhaupt nur eine Vergütung, wenn mindestens 80 Prozent der geplanten Mauteinnahmen fließen. Die volle Vergütung beträgt 800 Millionen Euro im Jahr. Die Laufzeit der OBU 1 kann bei stabilem Betrieb jederzeit einvernehmlich bis zu einem weiteren Jahr verlängert werden. Kann OBU 1 nicht termingemäß starten, werden Vertragsstrafen fällig: Im 1. Monat sind es 40 Millionen Euro. Die Strafe erhöht sich jeden Monat um 5 Millionen Euro, bis 80 Millionen Euro erreicht sind. Diese Strafen gelten bis Ende 2005. Ist OBU 1 in Betrieb genommen und versagt, greift die Haftung, die bis zu 1 Milliarde Euro pro Jahr erreichen kann. Wenn bis zum 1. Juni 2005 weder der Probebetrieb für OBU 1 noch die Entwicklung der OBU 2 (eine weiterentwickelte OBU 1, die Anfang 2006 einsatzbereit sein soll) erfolgreich abgeschlossen sind, kann die Bundesregierung ohne Vertragskündigung die Ausschreibung für ein anderes Mautsystem starten. Die Verantwortung für den Fortgang der Systementwicklung übernahm die IT-Sparte T-Systems der Telekom von DaimlerChrysler. Das Maut-Debakel beeinträchtigte das Jahresergebnis 2003 der Telekom: Neben den bereits entstandenen Entwicklungskosten und entgangenen Einnahmen aus der Vergütung eines funktionierenden Maut-Systems musste die Telekom im 4. Quartal 2003 für mögliche Strafen und Haftung eine Rückstellung in Höhe von 442 Millionen Euro bilden. Kabel Deutschland will Ish übernehmen15.03.2004 Erste UMTS-AngeboteMärz 2004 Mitte Januar 2004 schaltete T-Mobile als erster der 4 Mobilfunkanbieter in Deutschland sein UMTS-Netz technisch für alle Kunden frei. Dies sei aber kein kommerzieller Start in das UMTS-Zeitalter, sagte ein Firmensprecher. Es sei vielmehr ein weiterer Schritt zur Vorbereitung der Markteinführung der neuen breitbandigen Datendienste. T-Mobile könne noch nicht die Qualität der Netze garantieren. „Es gibt noch Schlaglöcher.” Telekom senkt TelefontarifeApril 2004 Bei den billigsten Call-by-Call-Verbindungen über Telekom-Konkurrenten werden rund um die Uhr nur 1,3 Cent pro Minute fällig. Telekom wieder wirtschaftlich im Aufwind10.03.2004 Der Konzernumsatz stieg gegenüber 2002 um 4 Prozent auf 55,8 Milliarden Euro. Das Konzern-EBITDA betrug 18,5 Milliarden Euro. Die Nettofinanzverbindlichkeiten konnten auf 46,6 Milliarden Euro zurückgeführt werden. Das sind 17,7 Milliarden Euro weniger als 2002. Zum Gesamterfolg haben alle 4 Divisionen beigetragen. T-Com erreichte einen Umsatz von 29,2 Milliarden Euro und war damit der größte Umsatzträger im Konzern. Während der Umsatz im deutschen Markt unter der Einführung von Call-by-Call und Preselection im Ortsnetz litt, trugen die ausländischen Tochtergesellschaften, vor allem die Töchter in Osteuropa mehr als 13 Prozent zum T-Com-Umsatz bei. Die Zahl der in Betrieb befindlichen T-DSL-Anschlüsse in Deutschland stieg um über 40 Prozent auf 4 Millionen. Die Division T-Mobile verbuchte einen Umsatzzuwachs von 15 Prozent auf 22,8 Milliarden Euro. Das stärkste EBITDA-Wachstum verzeichnete T-Mobile USA (früher: VoiceStream), wo sich das operative Ergebnis von 0,5 auf 1,5 Milliarden Euro fast verdreifachte. Die Zahl der Teilnehmer in den T-Mobile Mehrheitsbeteiligungen stieg 2003 von 53,9 auf 61,1 Millionen. Daran hatte T-Mobile USA einen wesentlichen Anteil. Dort wuchs die Kundenzahl um 32 Prozent um 3,2 Millionen Netto-Neukunden auf 13,1 Millionen. T-Systems erreichte 10,6 Milliarden Euro Umsatz (+ 1,2 Prozent), T-Online steigerte den Umsatz um 17 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro. T-Online konnte zudem seine Kundenzahl um 900.000 auf 13,1 Millionen aufstocken, davon 2,3 Millionen bei den ausländischen Beteiligungen. Ricke schloss auch für 2003 die Zahlung einer Dividende aus, plant jedoch, im Jahr 2004 eine Dividende zur Ausschüttung in 2005 zu erwirtschaften. Freenet startet Preiskampf bei Telefontarifen: Telefonieren übers Internet (VoIP)Februar 2004 Telefonieren via Internet (Voice over Internet Protocol, VoIP) ist in der technischen Abwicklung wesentlich günstiger als die herkömmliche Vermittlung von leitungsgebundenen Telefongesprächen. Freenet will die Technik erstmals in Deutschland auch bei den Verbrauchern vermarkten und folgt damit der Strategie z.B. der US-amerikanischen AT&T oder British Telecom, die das Geschäft mit VoIP forcieren, obwohl sie dadurch langfristig ihrem traditionellen Telefongeschäft das Wasser abgraben. Auch Freenet hat nach der Übernahme des Festnetzes von der Muttergesellschaft Mobilkom im Jahr 2003 ein Telefongeschäft, das 27 Prozent des Jahresumsatzes ausgemacht hat. Der größte Kostenblock waren die Zahlungen an den Konkurrenten Deutsche Telekom für die Anmietung von Leitungen, vor allem für die „letzte Meile”. Wenn die Gespräche über den Internet-Anschluss geführt werden, fällt ein Teil dieser Kosten weg. T-Com macht T-DSL-Anschlüsse schneller und billigerApril 2004 Das Angebot T-DSL 3000 wendet sich an Viel-Surfer und erlaubt Übertragungsgeschwindigkeiten bis zu 3072 kbit/s für zusätzlich 24,99 Euro pro Monat zum T-Net oder T-ISDN Anschluss. Billigere Angebote sind T-DSL 2000 und T-DSL 1000 (Übertragungsgeschwindigkeit 1024 kbit/s). T-DSL 1000 löst das bisherige Angebot T-DSL 768 ab. Telekom einigt sich mit Gewerkschaft: Arbeitszeit- und Gehaltskürzung / Vorstand verzichtet 2004 auf ein Monatsgehalt23.03.2004 Außerdem vereinbarte die Telekom mit ver.di eine Null-Runde für 8 Monate. Danach erhalten die Tarifarbeitnehmer der Telekom ab 1. Januar 2005 eine Entgelterhöhung von 2,7 Prozent. „Mit dem Beschäftigungsbündnis haben wir die langfristige, verlässliche Grundlage für eine ausgewogene Lösung für die Beschäftigungs- und Kostenprobleme im Konzern geschaffen”, zeigte sich Personalvorstand Heinz Klinkhammer zufrieden. „Damit können wir über 2004 hinaus betriebsbedingte Kündigungen verhindern und Personalüberhänge sozialverträglich abbauen.” Bis zum 31. Dezember 2008 wird die Telekom auf betriebsbedingte Kündigungen verzichten. Die Vorstandsmitglieder des Konzerns und das Top-Managements werden einen gesonderten Solidarbeitrag zum Beschäftigungspakt leisten. Schon im Dezember 2003 hatte der Vorstand einen teilweisen Gehaltsverzicht angekündigt. Die dadurch freiwerdenden Mittel werden einem Härtefonds zugeführt. Für das Top-Management ist für 2004 eine Null-Runde beschlossen worden. Ende März 2ßß4 kündigte Telekom-Chef Ricke an, der Konzern werde Vorstand und Führungskräften keine Aktienoptionen mehr gewähren. Stattdessen führt die Telekom - so Ricke - eine erfolgsabhängige Vergütung ein. Der Vorstand verzichtet außerdem 2004 auf ein Monatsgehalt. Die Aufsichtsräte beteiligen sich ebenfalls am „Solidarpakt” und verzichten in 2004 auf ein Fünftel ihrer Vergütung. Die Vergütung für die Telekom-Vorstände und die 1.500 obersten Führungskräfte setzen sich künftig aus 3 Elementen zusammen: ein Fixum, das 40 Prozent der Gesamtbezüge ausmacht, ein erfolgsabhängiger Jahresbonus (ebenfalls 40-Prozent-Anteil) und für die restlichen 20 Prozent ein Bonus, der von der mittelfristigen Zielerreichung über 3 Jahre abhängt. Die mittelfristige Zielerreichung wird an 2 Parametern gemessen: Das absolute Erfolgsziel ist geschafft, wenn der Kurs der T-Aktie in 3 Jahren um 30 Prozent steigt. Das relative Erfolgsziel ist geschafft, wenn die T-Aktie in 3 Jahren den Dow Jones Euro Stoxx Total Return Index schlägt. Ricke erläuterte die Auswirkungen der neuen Gehaltsregelung am eigenen Beispiel: 2003 hat er nach eigenen Angaben 1,25 Millionen Euro festes Gehalt erhalten zuzüglich 1,375 Millionen Euro Bonus, insgesamt 2,625 Millionen Euro. 2004 kann Ricke nach dem neuen Modell im besten Fall erwarten: 1,25 Millionen Euro Festgehalt, 1,5 Millionen Euro Jahresbonus sowie 0,75 Millionen Euro aus der mittelfristigen Zielvorgabe. Deutsche Telekom erwägt Flatrate für Telefongespräche22.03.2004 Am 22. März 2004 stellte die Deutsche Telekom bei der Reg TP einen Genehmigungsantrag für ein Tarifoptionsangebot „10 Cent”. Damit sollen T-Com-Kunden für nur 10 Cent pro angefangener Stunde innerhalb des Festnetzes telefonieren können, und zwar rund um die Uhr die ganze Woche hindurch. Der neue Tarif soll für 4,22 Euro monatlich buchbar sein. Josef Brauner begründet Rücktritt vom Vorstandsamt mit Maut-Debakel26.03.2004 Brauners Rücktritt macht - wie die Financial Times Deutschland am 26. März 2004 meldet - für Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke den Weg frei für den im Herbst 2004 geplanten Konzern-Umbau. Dabei könnte Ricke - so vermuten Fachkreise - die bisherige 4-Säulen-Strategie auflösen und die Festnetzsparte T-Com mit T-Online verschmelzen. Damit will Ricke das Problem lösen, dass die einzelnen Sparten mehr und mehr nicht nur mit den Marktrivalen, sondern auch miteinander konkurrieren, zumal sich ihre Arbeitsfelder teilweise überlappen. Vorerst führt Ricke das Deutschland-Geschäft von T-Com selbst, das Auslandsgeschäft übernimmt kommissarisch Finanzvorstand Karl-Gerhard Eick. „Damit hat Ricke Handlungsfreiheit für den Umbau”, hieß es aus Telekom-Kreisen. ◊
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